Bitte vergib mir, Sascha!

Oh Gott. Ohgottohgott.

Also, ich hab ja diesen Post über diesen Post von Sascha Lobo geschrieben. Und gesagt, dass ich den doof finde.

Jetzt fühle ich mich ein bisschen schlecht dafür. Irrationalerweise. Ich finde Lobos Artikel nämlich immer noch doof, ziemlich sogar, und das zurecht. Aber wenn ich ihn jetzt mal mit dieser Replik von Evgeny Morozov vergleiche, dann … steht er plötzlich doch ziemlich gut da. Das ist nicht überraschend, denn mit Herrn Morozov hatte ich mich hier schon mal befasst und dabei für mich erkannt, dass seine Schreib- und meine Denkweise auf sehr vielen Ebenen sehr inkompatibel sind, um es so diplomatisch zu formulieren, wie ich es in diesem Kontext noch hinkriege.

Aber überraschend oder nicht, ich fühle mich aus verschiedenen Gründen dazu getrieben, auf Morozovs Antwort an Lobo zu antworten. Trotzdem will ich, auch im Interesse meiner eigenen Zeit und Nerven, versuchen, das nicht in allzu epischer Länge zu tun. Mal sehen. Manche von euch haben ja wahrscheinlich in den letzten Tagen schon schmerzhafte Erfahrungen mit der Natur und Verlässlichkeit guter Vorsätze gemacht. Aber ich bin ein bisschen naiv, also mit besten Absichten ans Werk, wie lange kann das schon dauern?

Die NSA-Enthüllungen haben die Utopie des Internets als eines demokratischen Emanzipationsmediums zerstört.

Ach du liebes … Ja. Also. Das ist der erste Satz. Hm. Naja, ich verweise auf meine gestrigen Ausführungen. Wie gesagt, wir haben alle noch was vor.

Zum Glück ist Morozovs Unfug größtenteils so … egal, dass ich ihn überspringen kann, ohne mich deshalb schlecht zu fühlen. Beispiel:

Die Frage, ob Fleisch existiert, ist nicht sonderlich hilfreich, während die Frage, ob der Äther existiert, sehr hilfreich war.

Und natürlich

Paradigmenwechsel

Ich glaube, dieser Begriff gehört mit anderen wie „Gutmenschen“, „Homo-Lobby“, „Morozov“ oder „militante Atheisten“ in eine Liste der ziemlich sicheren Anzeichen, dass ich einen Text nicht lesen sollte, wenn ich für heute schon genug gebloggt habe.

Na gut. Wer alle Details will, kann ja selber nachlesen und sich mein entrüstetes Gestammel einfach dazu denken. Ich versuche mich auf die relevante Kritik zu konzentriert. Und das ist zum Glück echt nicht viel.

In genretypisch viel zu vielen Worten (von denen gefühlt ein Drittel „digital“, „Cyber-“ und „online-“ sind, was aber wahrscheinlich nicht seine Schuld, sondern eine interne Sprachregelung der FAZ-Redaktion zu solchen Artikeln ist) sagt Morozov uns, dass er es für falsch hält, dem Internet bestimmte feste Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten zuzuordnen, obwohl es doch bloß ein Tool ist, und dass er darin – ja gut, etwas dramatisiert von mir jetzt – die Wurzel allen Übels unserer Welt sieht.

Der Internetzentrismus ist schuld daran, dass man in weiten Teilen der westlichen Welt jede aktive Wirtschaftspolitik vor allem im Blick auf die wesentliche Informationsinfrastruktur aufgegeben hat, weil allzu viele von uns der Annahme erliegen, das Internet werde schon – ähnlich dem Markt – alles richten, während es die Welt miteinander verbindet.

Und jetzt mal, also, puh, man sagt ja, man könne ohne Belege vorgebrachte Thesen auch ohne Argumente zurückweisen, und da ist was dran, aber Zurückweisen ist ja auch ein bisschen langweilig, deswegen mach ich eine Frage draus: Schätzt das irgendjemand von euch auch so ein? Hat noch jemand den Eindruck, die Regierungen der westlichen Staaten hätten jede aktive Wirtschaftspolitik aufgegeben, weil wir alle gemeinsam der Annahme erlegen sind, das Internet werde schon alles richten und würde jede Regulierung überflüssig bis schädlich machen? (Ich habe gerade eine Weile versucht, die in meinen Augen besonders absurden Teile der These durch Fettsatz oder anderweitig zu markieren, habe das dann aber aufgegeben, nachdem ich einsehen musste, dass ich dann den ganzen Satz fett setzen müsste, was dann wieder den Zweck verfehlt hätte.) Hat außer Herrn Morozov noch jemand diese grassierende Überzeugung insbesondere unter Regierungsmitgliedern und Parlamentariern und die aus ihr folgende völlige Abwesenheit von aktiver Wirtschaftspolitik irgendwo wahrgenommen und kann sie vielleicht sogar belegen?

(Und findet noch jemand diese Tendenz von Morozov extrem eigenartig, so zu tun, als sei es überschäumender Laisser-Faire-Liberalismus und extremer Rückbau des wünschenswerten starken Staates, der uns diese Geheimdienstaffäre beschert hätte? Ich meine, ist das nicht wirklich reichlich absurd, sogar aus der Sicht von Leuten, die in Laisser-Faire-Liberalismus grundsätzlich durchaus eine Bedrohung sehen?)

Was Sascha zwar zu begreifen, aber dann nicht vollständig zu entwickeln scheint, ist der Gedanke, dass das „Internet“ buchstäblich überall sein wird, wenn alles – durch winzige Sensoren und Modems – miteinander vernetzt ist.

Bin ich unfair, oder seht ihr beim Lesen dieses Satzes auch richtig bildhaft vor sich, wie Morozov sich eine Hand vor den Mund hält, weil er sich ein schrecklich distinguiertes „Hö-hö-hö!“ über die Beschränktheit des armen Sascha Lobo nicht länger verkneifen kann, weil der nicht den zwingenden Schluss erkennt:

Wenn das „Internet“ überall ist, dann ist Politik nirgendwo mehr.

Ja, ich weiß. Aber Vorsicht. Das ist nicht ganz so blödsinnig, wie man denken könnte. Immer noch ziemlich. Aber nicht ganz so. Denn – wer Morozov kennt, sollte das instinktiv erkannt habe – mit dem „Internet“ ist natürlich nicht „das Internet“ gemeinte, sondern das „Internet“, also der Internetzentrismus, also die Idee, dass …

allem, was im digitalen Bereich geschieht, eine kohärente Logik zugrunde liege

Ja. Nee. Also. Auch das dürft ihr natürlich nicht so lesen, wie Morozov es geschrieben hat, denn es ist ja Morozov, den ihr hier lest. Ich versuche mal zu dolmetschen, wie ich denke, was er meint:

Sascha Lobo – und mit ihm offenbar mindestens die gesamte westliche Politik – sind der Überzeugung, dass das Internet nun mal so ist, wie es ist, und eigenen Naturgesetzen unterworfen, die man durch menschliche Gesetze eh nicht in den Griff bekommt, weshalb niemand sich traut, das das Internet zu regulieren, und das ist total schlimm, denn

Deshalb fordert man uns auf Onlinebildung zu akzeptieren und das Verschwinden des Qualitätsjournalismus und die Gefährdung seriöser verlegerischer Arbeit und das ständige Bemühen, die Menschen besorgt um ihre Gesundheit zu machen,

Äh was? Okay, ich glaube, das ist jetzt wirklich genau so blödsinnig, wie man denken könnte. Man fordert uns auf, Onlinebildung zu akzeptieren. Was soll das sein? Bildung über die Nutzung des Internets, oder Bildung, die das Internet als Medium nutzt, oder noch was anderes? Und egal, was genau das sein soll: Sollen wir im Ernst glauben, das wäre schlecht und müsse möglichst bald aufhören?

Man fordert uns auf, das Verschwinden des Qualitätsjournalismus zu akzeptieren. Und hier legen sich mir gerade sehr harte und unter Umständen justiziable Worte in den Mund, die ich lieber für mich behalte, nicht nur wegen der drohenden Justiz, sondern auch, weil sie echt unangemessen wären. Ich bin da halt ein bisschen emotional. Aber so sachlich ich kann: Das Verschwinden des Qualitätsjournalismus? Ich glaube kaum. Den Qualitätsjournalismus in dem Sinne, in dem ihn seine öffentlichen Apologeten uns gerne verkaufen – nein: buchstäblich aufzwingen – wollen, hat es nie gegeben. In einem realistischen Sinne – hochwertige seriöse journalistische Arbeit – gibt es ihn immer noch. Nur haben halt nicht wie früher die Zeitungen aufgrund der Natur der Sache ein Monopol auf ihn und bekommen deshalb langsam und sachte leichte Schwierigkeiten mit dem Geschäftsmodell, das auf diesem Monopol aufbaute. Heute gibt es ihn eben auch ohne Papier und ohne Verlage, von Leuten, die ihn nicht machen, weil er ihr Job ist, sondern zum Beispiel, weil sie Spaß dran haben, oder weil ihnen eine Sache am Herzen liegt. Und überhaupt, wo sind denn bitte die Leute, die sagen „Ja, der Qualitätsjournalismus“ (Alleine das Wort schon!) „verschwindet, aber akzeptiert das gefälligst, weil Internet!“? Man zeige mir einen.

Und das letzte mit der Sorge um die Gesundheit ist doch wirklich einfach nur … hä? Oder? Begreift ihr, was diese Aufzählung soll? Ich nicht. Aber das Fazit verstehe ich dann wieder:

Nicht digitalen Optimismus sollten wir kultivieren, sondern Optimismus im Blick auf öffentliche Institutionen und einen neuen Glauben an die Politik.

Und – war eigentlich auch von Anfang an klar – damit spielen wir natürlich wieder „Fang den Pudding!“, nur noch ein paar mal schlimmer als bei Lobo. Bei dem war immerhin noch ungefähr erkennbar, was er sagen wollte. Sowas wie „Ich dachte, das Internet sei supertoll, aber in Wahrheit war es gar nicht so supertoll, deswegen finde ich es jetzt nicht mehr so supertoll!“ Das ist nicht viel, aber es ist immerhin … irgendwas. Bestimmt.

Morozov sagt „Das Internet ist nur ein Tool, und über Tools sollte man nicht verallgemeinernd sprechen, deswegen sollten wir nicht das Internet als Tool unangemessen toll finden, obwohl man gar nicht weiß, wie genau es funktioniert, sondern stattdessen Politik und öffentliche Institutionen, denn die sind supertoll, obwohl ich keine Ahnung habe, wie sie funktionieren, weil ganz viele komplizierte Fremdwörter und schade, dass Lobo und ihr alle das nicht begreift.“

Und ich kann wieder nur einigermaßen phantasielos vorschlagen, dass wir es statt digitalem, öffentlichem oder meinetwegen auch neoliberalem Optimismus und Glauben an irgendwas mit einem halbwegs neutralen Realismus versuchen und uns mal anschauen, was wie funktioniert, und danach entscheiden, was wir optimistisch ausprobieren, und wie.

Nein, ich weiß auch noch nicht, wie genau das laufen soll. Genausowenig wie Lobo und Morozov. Und (Ja gut, jetzt bin ich natürlich auf extrem dünnem Eis, nachdem ich Morovoz gerade Hochnäsigkeit gegenüber Lobo vorgeworfen habe, aber ihr wisst ja, wie das läuft, mit Eseln und Eis.) genau deshalb verzichte ich im Gegensatz zu den beiden auch darauf, bereits einen Lösungsweg vorzugeben und Optimismus für irgendwas zu fordern, sondern beschränke mich darauf, an den Vorschlägen anderer möglichst penibel rumzunörgeln …

Ähm.

Na gut, okay. Ich muss da vielleicht auch noch ein bisschen an meinem Ansatz arbeiten. Aber wenigstens schreibe ich keine Artikel für die FAZ. Wenigstens was, oder?

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25 Responses to Bitte vergib mir, Sascha!

  1. zeilentiger sagt:

    Danke für die Übersetzung. Ich habe mich sehr amüsiert.

  2. FDominicus sagt:

    “ Aber wenigstens schreibe ich keine Artikel für die FAZ. Wenigstens was, oder?“

    Warum solltest Du das Niveau der FAZ heben wollen? 😉

  3. Viscera sagt:

    Was ich wirklich eigenartig finde (oder finden würde, wenn der ganze Text nicht so fragwürdig wäre), ist das Morozov einerseits behauptet, dass das Internet weder unbedingt gut noch schlecht ist, nur um dann zu sagen, dass das Internet schlecht ist.

    Aber gut, vielleicht interpretiere ich auch nur etwas falsch. Spätestens als er anfing von „Fleisch“ und „Äther“ zu labern, war mir klar, dass ich es schwer haben werde, ihn zu verstehen.

  4. Jan sagt:

    Ha…hahaha….sehr gut, sehr gut, ich hab mich totgelacht (in meinem Kopf natürlich, ich sitze ja bei der Arbeit). 😀
    Besonders über die letzten Sätze. Ich bin auch jemand, der viel rumnörgelt (s. meinen Motz-Mittwoch). Im gleichen Zuge erwarten Menschen dann auch automatisch Lösungen von demjenigen, der nörgelt.
    Nur bin ich der Meinung, dass es für manche „Probleme“ noch überhaupt gar keine Lösungen geben KANN, weil das „Problem“ in seiner Gänze überhaupt noch nicht greifbar ist. Besonders beim Thema Internet, welches sich ja permanent verändert und dementsprechend schlecht gegriffen werden kann. Und wenn, dann nur als Momentaufnahme. Aber denjenigen möchte ich sehen.
    Und deswegen kann ich in diesem Fall an deinem Weg, einfach nur penibel rumzunörgeln, nichts falsches sehen.
    Lustiger Artikel!

  5. Sue sagt:

    Also… äh… was? Ich finde es ja immer gut, wenn man sich kritisch mit anderen Meinungen (gerade wenn sie an prominenter Stelle vertreten werden) auseinander setzt, aber auf diese Worthülsen reagieren sie meines Erachtens nach mit genauso leeren Worten, oder schreiben direkt “Da muss man nichts zu schreiben” um sich einen Satz weiter zu ergänzen “Aber ich tu es doch mal”. Ich bin jedenfalls nicht schlauer als vorher, sondern habe jetzt nur begriffen, dass Sie den Autor für ein bißchen gaga befinden. Gut. Gibt es dabei auch einen Mehrwert? Das Ganze ist nämlich so zerpflückt, dass nicht mal die Intentionen des Autors klar werden, den Sie kritisieren – entsprechend wird es schwer, Ihren Antworten zu folgen. Oder ist der Blog-Name gleich Inhalt?

  6. Muriel sagt:

    @Sue: Ja, es liegt nicht an Ihnen, nein, kein Mehrwert.

  7. Neru Kaneah sagt:

    Haha, Muriel Silberstreif. Was für ein Name. Aber schreiben kann er ja, der Muriel. Lobo, setzten! Wir haben verstanden, dass du dir so viel Mühe gegeben hast, uns etwas zu anzustecken mit deiner fröhlichen cyberdigitalen Netzutopie, von der du nun ja selbst gemerkt hast, dass sie eher eine Krankheit ist als ein politisches Konzept. Nun mach mal endlich deine Hausaufgaben. Morozov Strafarbeit! Du schreibst jetzt hundertmal „Wenn ich nichts zu sagen habe, dann schreibe ich auch nichts.“ an die Tafel. Dann darfts du wieder das Klassenbuch der digitalvernetzten Arbeitsgruppe führen.

  8. MH sagt:

    Naja. Wenn man ein paar Augen zudrückt, dann zeigt Dein Post hier doch, dass er stellenweise Recht hat: Du forderst hier ganz deutlich dazu auf, das Verschwinden des Qualitätsjournalisus zu akzeptieren. Und wo tust Du das? Na? Im bekackten Internet!!1

  9. Muriel sagt:

    @MH: Ähm… Oh, ja, so habe ich das noch gar nicht gesehen.
    Ich werde mich sofort daran machen, meinen Post hier möglichst oft auszudrucken und in der Nachbarschaft zu verteilen, um Morozov ein für alle Mal zu wider… Nee. Also, ich denk da noch mal drüber nach.
    Aber danke!

  10. Facepalm sagt:

    So schwer ist der Absatz nicht.

    Deshalb fordert man uns auf Onlinebildung zu akzeptieren.
    Onlinebildung = Massive Open Online Course (MOOC).

    ständige Bemühen, die Menschen besorgt um ihre Gesundheit zu machen. Angst um Gesundheit = Verkauf Fitness Tracker DNA 23andMe usw.

  11. Tom sagt:

    Interessant, wie unterschiedlich ein Text auf Menschen wirken kann. Vielleicht habe ich ihn auch nicht verstanden aber Information ist ja immer, was beim Hörer/Leser ankommt. Ich habe viel beim Lesen des Textes von M. gelernt: beispielsweise, dass es „das Internet“ nicht gibt, dass es für viele Menschen eine Ideologie ist und dass es mehr als fraglich ist, dass wir es -als eine wesentliche Infrastruktur der Welt von heute und morgen- derzeit wirklich in die Hände gewinnorientiert arbeitender Konzerne geben. Wie gesagt: ich hab offenbar auf andere Dinge fokussiert. Deshalb finde ich den Text immer noch gut. Ironie wird uns nicht retten. Zuhören und aktiv nachfragen vielleicht schon eher…ist aber natürlich vielleicht nicht so unterhaltsam und was im Zeitgeist zählt ist eben Sensation und Attention….

  12. ulky sagt:

    Wunderbar, das ist mir aus der Seele geschrieben – Deine Worte in Schirrmachers Ohr !

  13. Muriel sagt:

    @Tom: „Lernen“ ist so eine Sache. Falls dich meine Meinung interessiert, müsstest du mir noch sagen, was genau du meinst mit

    dass es “das Internet” nicht gibt

    und

    dass es für viele Menschen eine Ideologie ist

    Also, du hast ja gewiss vorher nicht geglaubt, das Internet wäre ein monolithischer Block, den niemand ideologisch betrachtet, wage ich mal zu behaupten.

    und dass es mehr als fraglich ist, dass wir es -als eine wesentliche Infrastruktur der Welt von heute und morgen- derzeit wirklich in die Hände gewinnorientiert arbeitender Konzerne geben.

    Und da würde ich als neoliberaler Ideologe natürlich behaupten, dass du was Falsches gelernt hast, was Morozovs Text aus meiner Sicht nicht retten kann, denn genau dieser Unfug ist ja, was ich an Morozov kritisiere.
    Staatliche Geheimdienste überwachen in (für viele offenbar) unfassbarem Umfang unseren Datenverkehr? Diese verdammten Konzerne! Mit mehr staatlicher Kontrolle wäre das nie passiert! Das Internet muss strenger reguliert werden!
    Hä?

    Also, ja, du hast Recht, natürlich ist mein Beitrag hier (wie alle) zu 60-70% Unterhaltung und nur zum verbleibenden Anteil Information bzw. Aufforderung zum Dialog. Ich finde das gut so, verstehe aber auch, dass es dich stört.
    Ich höre dir gerne zu, wenn du was zu sagen hast.

  14. Sorry sagt:

    Genau hierin Muriel beseht das problem. Neo-Libs propagieren die gleichheit von geheimdiensten und staatlicher institution. Nicht erst seit snowden! Menschen die wie ich diese Welt stärker Demokratisieren wollen stehen (neben unzähligen anderen) nun auch denen gegenüber die lieber scheinbar liberalen geldströmen die entscheidungen überlassen als intransparenten Machtaparaten. Wenn man die Welt in diesen 2 farben sieht, und scheinbar nur Pest und Cholera zur wahl hat…

  15. Muriel sagt:

    @Sorry: Diese Neo-Libs, von denen du sprichst, kenne ich zwar nicht, aber sie scheinen eine recht merkwürdige Vorstellung von der Welt zu haben, falls ich dich richtig verstehe, was … nicht zwangsläufig der Fall sein muss.

  16. Sorry sagt:

    Noch nie über solche Argumentationen gestolpert (?): Steuern und Abgaben finanzieren Kriege, „Abhörskandala“, etc.
    Also sind Steuern schlecht und man tut besser daran diese nicht zu zahlen …

  17. Muriel sagt:

    @Sorry: Ich würde jetzt ungerne eine Diskussion über Steuern anfangen. Dazu gibt es andere Posts hier im Blog.

  18. Sorry sagt:

    Uns Beiden ist sicherlich klaar das soche Argumentationsketten üblicherweise von Leuten geführt werden die (z.B.) Steuern aus anderen Gründen „ablehnen“. Eine Diskussion über Steuern ist und war nie mein Ziel. Es ging mir hier lediglich darum auf die anti-soziale Wirkung von so etwas wie:

    Zitat: „Staatliche Geheimdienste überwachen in (für viele offenbar) unfassbarem Umfang unseren Datenverkehr? Diese verdammten Konzerne! Mit mehr staatlicher Kontrolle wäre das nie passiert! Das Internet muss strenger reguliert werden!“

    (bitte nicht auf den Auschnitt beschrenken, der Kontext ist wichtig)

    Wenn jemand nach „Regulierung des Internet“ schreit, auch im Blick auf „Infrastrucktur“, wird dennoch „staatliche kontrolle“ angenommen; Zensur, Überwachung, …

    Debatten über Netzneutralität z.B. sollten aber klaarmachen das solche Kurzschlüsse und Themen-Vermischung politische auswirkungen haben bei denen (juristische) Personen mit mehr Geld besser wegkommen als welche mit weniger.

    Das Problem auf das ich hinweisen will ist, das leider die Masse derer die wordpress nutzen um z.B. auch über Misstände in unserer Gesellschaft zu resümieren, meist Wirtschaftlich und Ideologisch damit keine Probleme haben. Im Gegenteil.

    Auch und gerade Hobby Journalismus ist meinungsbildend. Sobald das wort „staatlich“ vorkommt betritt man ein Propagamda Feld in dem sich „Rauptier-Kapitalismus-Fans“ wie auch LawAndOrder „Fashos“ tummeln. Wer undistanziert einer Seite zuspielt, erlebt noch viel zu selten starken Gegenwind.

  19. Muriel sagt:

    Du bist herzlich eingeladen, dir so jemanden zu suchen und so viel Wind zu machen, wie du magst.

  20. Christina sagt:

    @ Muriel:

    Wie paßt das Beides zusammen?

    Du bist herzlich eingeladen, dir so jemanden zu suchen und so viel Wind zu machen, wie du magst.

    Der große Fehler ist einer, mit dem ich mich schon lange trage: Ich neige zur Überheblichkeit,……. . Ich kenne dieses Problem und werde mich weiterhin bemühen, es in den Griff zu kriegen. Wenn es euch in Zukunft auffällt, weist mich gerne darauf hin. Ich kann damit umgehen, und es hilft mir, mich zu bessern.

    Wie es aussieht, tun wir immer wieder Dinge, die wir eigentlich nicht wollen. Schon 5 Minuten nach dem guten Vorsatz passiert es wieder. Gutes Beispiel dafür. Geht mir auch oft so. Deshalb könnte ich das gut und gerne auch zu mir selbst sagen. Wenn es doch bloß so einfach wäre, dass ein bloßes darauf Hinweisen, das Problem beseitigen würde. Schön wäre das. Tut es aber in der Regel nicht. Schon der alte Paulus wußte in Röm. 7, 21 ff http://www.bibleserver.com/text/HFA/R%C3%B6mer7 vom Geist Gottes inspiriert was dazu zu sagen. Ja, die Bibel kennt und beschreibt den Menschen sehr gut. Muss ich immer wieder feststellen, an mir selbst und auch an anderen.

  21. Muriel sagt:

    @Christina: Och, das passt wunderbar zusammen. Lies einfach mal die Stelle, die du hier in deinem Zitat ausgepunktet hast, und schau, ob es dir danach vielleicht wie Schuppen von den Augen fällt.

  22. Christina sagt:

    @ Muriel: Nun, dein Kommentar an „Sorry“ klingt in meinen Ohren schon etwas überheblich. Du fühlst dich anscheinend mal wieder mißverstanden bzw. in eine falsche Kategorie eingeordnet und reagierst dementsprechend etwas von oben herab (jedenfalls für meinen Geschmack, vielleicht empfinden andere das ja auch anders). Und ich dachte wirklich, es geht dir auch darum, deine Überheblichkeit allgemein in den Griff zu bekommen? Ist dem nicht so? Dann habe ich dich wohl mißverstanden.

  23. Muriel sagt:

    @Christina: In der Tat.

  24. Sorry sagt:

    Ho Ho. Keine Sorge, arrogant bin ich selber. Nur war mir nicht bewusst wo ich eigentlich bin. Da ich nur hier gelandet war weil der ursprüngliche Kommentar zu Lobo’s wasauchimmer anderswo empfohlen wurde. Hätte ich mir vorher die Mühe gemacht andere „Artikel“ hier zu lesen, wäre klar gewesen das ich hier in der FreieFahrtFürFreieBürger-Zentrale bin. Erstaunlich dennoch das sich die Mühe gemacht wird so zeitnah auf anonyme Kommentare zumindest zu reagieren.
    Jetzt werde ich mich hier zurückziehen, bevor ich noch versuche wem den Anarchismus zu erklären

  25. Muriel sagt:

    @Sorry: Dann machs mal gut. Danke für die Beteiligung, auch wenn ich befürchten muss, dass bei mir nicht angekommen ist, was du mir mitteilen wolltest. Da das anscheinend auf Gegenseitigkeit beruht, könnte es sich lohnen, dass du gelegentlich wieder kommst, wenn du weniger in Erklär-, und mehr in Dialoglaune bist. Dafür bin ich nämlich jederzeit offen.

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