Ohjungeohjungeohjunge

ist das aufregend! Ich weiß gar nicht, wo ich mit meinen vielen ulkig widerstreitenden Gefühlen hin soll!

Ich verabscheue einerseits so ziemlich alles, was mir bisher von Alice Schwarzer untergekommen ist. Von ihren Texten über ihre Haltung bis hin zu dem schlichten Umstand, dass sie sich als Bild-Kolumnistin hergegeben hat über wirklich so ziemlich alles bis hin auch zu ihrer Vergangenheit, die wohl partiell als konstruktiver Beitrag zur Gleichstellung von Männern und Frauen gilt, was ich nicht hinreichend beurteilen kann, um mir eine feste Position dazu erlauben zu können, aber zumindest für eher unplausibel halte.

Ich bin andererseits natürlich nicht der Meinung, dass Steuerhinterziehung moralisch verwerflich wäre und sehe auch grundsätzlich nicht viel Sinn darin, die Straftaten und sonstigen Verfehlungen von Leuten breitzutreten, bloß weil die in der Öffentlichkeit bekannt sind. Tatsächlich scheint mir, dass der Umgang unserer Gesellschaft mit derartigen Verfehlungen immer noch so unvernünftig ist, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob es ethisch noch konsequent ist, dass ich meinerseits drüber schreibe, aber weil ich Alice Schwarzer wie gesagt nicht leiden kann der Meinung bin, dass mein Blog nach Welt, FAZ, Spiegel, Focus und Fernsehnachrichten der Prominenz der Steuerhinterziehung von Frau Schwarzer nicht mehr viel hinzufügen wird, mach ichs einfach mal.

Wiederum andererseits ist natürlich Frau Schwarzers Stellungnahme in eigener Sache mal wieder ein solches Meisterwerk an Unsympathischkeit (Ich weiß, dass das kein Wort ist, aber ich mag es halt lieber als das richtige.), Selbstgerechtigkeit und atemberaubender Dummdreistigkeit, dass man echt nichts mehr dazu kommentieren kann, das es treffender verreißen würde als das schlichte Zitat:

[Der Spiegel] pfeift darauf, dass er damit illegal handelt. Darum werde ich jetzt selber etwas dazu sagen.

Rufschädigung? Klar. Zu viele haben in meinem Fall ein Interesse daran. Ein politisches Interesse. Und ich frage mich, ob es ein Zufall ist, dass manche bei ihrer Berichterstattung über mich gerade jetzt auf Recht und Gesetz pfeifen? Jetzt mitten in der von EMMA angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht. Bei der Jahrzehnte währenden Kritik von EMMA am Ehegattensplitting, mit dem Vater Staat die Hausfrauenehe mit Milliarden subventioniert. Oder auch nach so scharfen öffentlichen Kontroversen, wie im Fall Kachelmann. 

[Na gut, ein einziger Hinweis vielleicht für alle, die es nicht aus dem Stand so wissen: Der Spiegel handelt natürlich nicht illegal, so er, wogegen meines Wissens nicht spricht, korrekt die Tatsachen wiedergibt, und pfeift deshalb keineswegs auf Recht und/oder Gesetz.]

Wiederum andererseits war mir die Freude darüber, dass Leute, die in der Öffentlichkeit viel über Moral und die Fehler anderer Menschen sprechen, selbst auch Fehler machen und  unmoralisch handeln, stets sehr suspekt, obwohl sie mir selbst auch nicht ganz fremd ist, was aber jedenfalls dazu führt, dass ich sie hier nicht ganz uneingeschränkt genießen und empfinden kann, oder auch nur will, und wäre es nicht auch total cool, wenn ich jetzt diese Gelegenheit ergreifen würde, derjenige zu sein, der Alice Schwarzer in Schutz nimmt, obwohl er sie für einen der schlimmeren Menschen hält, deren Meinung in Deutschland regelmäßig für den großen Kreis veröffentlicht wird, und wenn ich hier ganz selbstlos und prinzipientreu an das Gute im Menschen …?

Naja, nee, das krieg ich nicht hin, und das kauft mir ja eh keiner ab.

Hach.

Ich fühle mich jedenfalls wieder wie ein Einbeiniger beim Arschtrittwettbewerb. Nur dass zum Glück im realen Leben, anders als in dieser etwas geschmacklosen Metapher, die beteiligten Ärsche sich selber treten und jegliche Unterstützung meinerseits völlig überflüssig wäre.

Auch schön, oder?

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34 Responses to Ohjungeohjungeohjunge

  1. Was ne schöne Schreibe

  2. onkelmaike sagt:

    Hahaha, ich dachte mir fast, dass Muriel mit widerstreitenden Gefühlen reagieren würde. Dass er Alice Schwarzer mögen könnte, fand ich schwer vorstellbar (zu große Unsympathischkeit gemischt mit zu großer plumper Dummheit). Gleichzeitig war zu erahnen, dass er das mit der Steuerhinterziehung dann vielleicht doch eher als lässliche Sünde erachten würde 🙂
    Ich hingegen finde Steuerhinterziehung nicht so super sympathisch und finde daher, dass es sehr gut zu Alice passt, dass sie das gemacht hat. Die findet nämlich, dass die Regeln, die für andere gelten, für sie nicht gelten (1. Es ist gut für ein Gespräch, wenn man anderen zuhört, 2. Es ist gut für Journalismus, wenn man vor dem Artikel schreiben recherchiert, 3. Es ist gut, wissenschaftliche Erkenntnisse und die Grundregeln der Logik zu beachten, auch wenn sie einem nicht passen, 4. Es ist gut, wenn man nicht total scheiße ist, 5. Es ist gut, nicht für die Bildzeitung zu arbeiten).

  3. Dennis sagt:

    Aus meiner Sicht tun sich Moralapostel auf jeden Fall schwer damit glaubwürdig zu wirken. Hat man vielleicht noch gedacht, man könne sich mit der Dame identifizieren, wird das nun erschwert, da zum erlauchten Personenkreis mit dem Einkommen nur wenige Frauen zählen.

    Soll heißen – jeder der will kann sich eine eigene Meinung leisten, aber man wird Alice unterstellen, dass sie es aufgrund ihrer finanziellen Unabhängigkeit auch kann, dass sie gewisse Wege vielleicht beschritten hat und beschreitet, weil das Geld vorhanden ist dazu.

    Und auch wenn das im Einzelfall vielleicht quatsch ist – auf den Einzelfall wird nicht unbedingt geschaut.

    Das ist natürlich insofern verwerflich als die gleiche moralische Keule, die man so abwertet gleichzeitig genutzt wird. In jedem Fall, wem das wirre Geschreibe überhaupt etwas sagt, gehört Alice nun ganz offiziell zu „den anderen“. Und von denen lässt man sich nunmal nix sagen.

  4. recotard sagt:

    Mich beschäftigt die Frage: Hat denn wirklich jemand irgendwann Frau Schwarzer, Herrn Hoeneß, den ADAC usw. usw. für ein moralisches Vorbild, für eine ethische Autorität gehalten? Und wenn ja, was hat man ihnen ins Trinkwasser gekippt?

  5. Es zeigt sich also einmal mehr, dass Schwarzer privilegierter ist als die meisten deutschen Männer. Ich frage mich, ob das den Feministen damit etwas bewusster geworden ist.

  6. Christina sagt:

    Wer meint er stehe, sehe zu, dass er nicht falle (1. Kor. 10, 12)
    Das gilt für einen Jeden……..und in jeder Situation.

  7. onkelmaike sagt:

    @ars libertatis: Wirklich?
    Könnten wir uns darauf einigen, dass Barack Obama, als Mensch mit afroamerikanischen Wurzeln privilegierter ist, als die allermeisten „weißen“ US-Amerikaner? Führt das dann auch dazu, dass, sich die Menschen, die sagen, dass viele afroamerikanische Leute in den USA unterprivilegiert sind, sich irgendwelcher Dinge bewusst werden müssen? Ich glaub ja nicht.

  8. Muriel sagt:

    @Gert Ewen Ungar: Danke!
    @onkelmaike: Ich kenne sie nicht gut genug, um dir so richtig zustimmen zu können, aber du hast das jedenfalls gut gesagt.
    @Dennis: Ich finde ja, dass Glaubwürdigkeit dramatisch überschätzt wird und lehne das Konzept ab, mir von irgendwem nix sagen zu lassen. Aber das kann jeder handhaben, wie er mag. Oder sie halt.
    @recotard: Das sind unter Umständen die gleichen Leute, die bisher davon ausgingen, dass Geheimdienste niemals heimlich unsere Kommunikation überwachen würden. Oder uns was ins Trinkwasser kippen. Hm. Naja …
    @ars libertatis: Ich bin nicht sicher, was du damit sagen möchtest.

  9. @onkelmaike:
    Mir scheint schon, dass viele Leute Mühe haben, zwischen der Aussage, dass eine Gruppe von Leuten tendenziell unterprivilegiert ist, und der Aussage, dass eine Gruppe von Leuten grundsätzlich unterprivilegiert ist, zu differenzieren.

  10. onkelmaike sagt:

    @ars libertatis: ich bin nicht sicher, was du damit sagen möchtest
    @muriel, habe gerade Deinen alten Alice-Burka-Rant gelesen, schön geschrieben 🙂

  11. Würde ich wissen, wo hier mein Kommunikationsproblem liegt, würde ich versuchen, mich verständlicher auszudrücken.

  12. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Für mich liegt es womöglich darin, dass ich das grassierende Problem nicht sehe, dass Leute glauben, ausnahmslos alle Frauen würden unter ständigem Geldmangel leiden, und in Hinweisen wie deinem eher die Gefahr der naheliegenden Missdeutung sehe, einzelne Fälle gut verdienender Frauen wären Grund für Zweifel an struktureller Benachteiligung.
    @onkelmaike: Ich bin sehr gerührt.

  13. @Muriel: Da habe ich mich wohl wirklich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte nicht, dass es ein Grund für Zweifel an statistischer Diskriminierung, wenn manche Frauen sehr grosse Privilegien geniessen (und in Schwarzers Fall geht es ja nicht nur um Geld, sondern auch um Medienmacht und Volksmacht), aber eben Grund für Zweifel an grundsätzlicher (oder totaler) Diskriminierung.

    Vielleicht magst du Recht haben, dass kaum jemand an totale Diskriminierung glaubt, aber als rhetorisches Mittel habe ich es schon oft verwendet gesehen.

  14. onkelmaike sagt:

    Was ist denn Volksmacht? Und „totale Diskriminierung“ als rhetorisches Mittel begegnet mir eher selten. Selbst die von mir wenig geschätzte Frau Schwarzer konnte ich dabei noch nicht beobachten. Die kennt Frauen nicht nur als Opfer sondern auch als Täterinnen, so isses nicht. Find ich also eher am Problem vorbeidiskutiert (ziemlich Marteinsteinesk – Dem politischen Gegner irgendwelche Argumente unterschieben, die der gar nicht gebracht hat und die dann widerlegen.)

  15. @onkelmaike:

    Volksmacht = Rückhalt im Volk, Einfluss aufs Volk, viele Anhänger, etc.

    Bevor du mir unterstellst, das ich anderen Leuten etwas unterstelle: Findest du es so unwahrscheinlich, dass mir etwas oft begegnet, das dir selten begegnet, oder dass ich unklare oder zweideutige Aussagen anders interpretiere als du, was wieder zu dieser Diskrepanz führen könnte?

  16. onkelmaike sagt:

    @ars libertatits
    ja natürlich, das ist möglich, ich nehme natürlich nur einen sehr kleinen Ausschnitt der „Realität“ (was auch immer das ist) wahr, und Du einen anderen. Das ist aber immer so, also immer, wenn ich mit jemandem diskutiere hat der andere Dinge wahrgenommen, als ich.
    Und natürlich würden wir sogar, wenn uns exakt dieselben Dinge begegnen würden, diese unterschiedlich wahrnehmen. Ich denke, dass Menschen eher die Dinge in ihrer Wahrnehmung in den Vordergrund lassen, die ihr Weltbild bestätigen.
    Insofern wollte ich Dir auch keine bewusste Unterstellung unterstellen, ich fand nur einfach Deine Wahrnehmung sehr fernliegend und habe etwas unhöflich reagiert, Entschuldigung dafür. Ich finde nur schade, wenn ich das Gefühl habe, dass Alice Schwarzers Steuerverfehlungen zum Anlass genommen werden, auf „Dem Feminimus“ (dem Alice meines Erachtens sowieso schon genug schadet) herumzuhacken.
    Und: könntest Du denn ein Beispiel aus der politischen Diskussion, die Aussage einer Frauenpolitikerin nennen, welche Deine Wahrnehmung illustriert?

  17. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Kannst du ein Beispiel für diese Argumentation zeigen? Dass sie mir (nach meiner Erinnerung) noch nie untergekommen ist, heißt ja in der Tat nicht viel, macht mich aber jedenfalls neugierig.

  18. Ich habe zwar von Feministen gesprochen und nicht von Frauenpolitikerinnen und ich habe keine Beispiele archiviert, aber ich habe einfach nach ‚Interview+Frauenpolitikerin‘ gesucht und das hier als erstbestes Beispiel gefunden:

    Ich sehe, dass Frauen in dieser Gesellschaft nach wie vor nicht gleichberechtigt sind, obwohl die Gleichberechtigung formal im Grundgesetz verankert ist. In der Praxis sind wir davon aber noch weit weg.

    Was für Themen und Ziele gehören für sie als frauenpolitische Sprecherin noch zu Ihrem Arbeitsbereich?

    Wir streben eine gleichberechtigte Gesellschaft an, aber der Weg dahin ist noch mit vielen Mühen verbunden. Nach wie vor sind Frauen in allen Bereichen benachteiligt, nicht nur im Beruf und auf dem Arbeitsmarkt. Wenn wir in die Politik schauen sind Frauen nicht in den ersten Reihen vertreten, besonders im Topmanagement fehlen Frauen, in allen Ebenen sind Frauen nicht vertreten. Für eine tatsächliche Gleichstellung müssen Frauen auch in Machtstrukturen und in Entscheidungsgremien eingebunden werden, sonst kann man nicht von Gleichberechtigung reden.

    http://evrimsommer.de/zur-person/portraets-und-interviews/interview-mit-evrim-baba.html

    Das Beispiel ist nicht allzu extrem, aber es illustriert doch, was ich meine. Ich hoffe das ist auch für euch offensichtlich, und sonst werde ich das halt näher erläutern.

  19. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Ich will dich nicht nerven, aber falls du möchtest, dass ichs verstehe, wäre eine Erläuterung wirklich noch nötig.
    Ich sehe nicht, inwieweit Frau Schwarzers Wohlstand mit diesem Zitat in Zusammenhang steht.
    Na gut. Wenn man es ganz wörtlich liest, vielleicht. Aber denkst du wirklich, dass die Dame behaupten wollte, es gebe KEINE Frauen im Management und in anderen ersten Reihen, oder dass jemand das so verstehen würde?

  20. onkelmaike sagt:

    @ars libertatis: Ich will dich auch nicht nerven. Aber ich finde, dass Deine Interpretation der zitierten (und ähnlicher) Aussagen, doch ziemlich fernliegend ist. Auch den weltfremden Stasi-Vermissern von der Linkspartei und ähnlichen Radikalinskajas ist aufgefallen, dass es durchaus privilegierte Frauen gibt (zum Beispiel ca. fünf Frauen in den Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen – Oder die Bundeskanzlerin), da musste nicht erst auffallen, dass Alice Schwarzer reicher ist, als manche dachten. Was Menschen, wie die von Dir zitierten meinen ist eine strukturelle (man könnte es auch statistische) Benachteiligung nennen: Statistisch weniger Frauen in Führungspositionen, statistisch weniger Professorinnen, statistisch schlechtere Bezahlung für gleiche Arbeit, statistisch weit größerer Anteil an der Haus- und Familienarbeit. Usw.

  21. Christina sagt:

    ………statistisch weit größerer Anteil an der Haus- und Familienarbeit.

    Verstehe nicht, was daran schlimm sein soll, wenn Frauen etwas tun, was ihnen Spaß macht (Ausnahmen bestätigen die Regel 😉 ) und ihnen einfach anlagemäßig mehr liegt als Männern?

    Schlechtere Bezahlung für gleiche Arbeit ist natürlich Mist.

    …..Und eine gesellschaftlich höhere Anerkennung der Haus- und Familienarbeit würde ich mir auch schon wünschen, denn das würde vielleicht manchen Frauen helfen, mit ihrer Rolle z. B. nur aus Hausfrau und Mutter zufriedener zu sein. Denn eine anspruchsvollere und vielseitigere Arbeit gibt es wohl kaum noch…… Vollzeitmanagerin, Köchin, Reinigungsdienst, Chefeinkäuferin, Lehrerin, Schiedsrichter, Erzieherin, Sanitäter, Krankenschwester, Handwerker, Taxi, ein Berater und Tröster… usw. Dazu kein Urlaub oder andere freie Tage…..rund um die Uhr auf Abruf verfügbar…..Meine Hochachtung!!! 😉

  22. Christina sagt:

    @ Muriel:
    Ups…vielleicht kannst du die Blockquote reparieren? Danke!

  23. Muriel sagt:

    @Christina: Erledigt. Der Rest deines Kommentars ist leider irreparabel, fürchte ich.

  24. Nun, wenn ihr hier die totale Diskriminierung wenigstens als rhetorisches Mittel seht, dann ist das schon etwas.

    Aber darüber hinaus fällt es mir schwer zu glauben, dass die Frauenpolitikerin lediglich statistische Diskriminierung meint.

    Der erste Grund dafür ist, dass sie über etliche Sätze hinweg ihre Aussagen wiederholt und auf keine Art abschwächt oder einschränkt.

    Der zweite Grund ist, dass sie von fehlender Gleichberechtigung spricht. Rechtliche Ungleichheit ist ein ziemlich primäres Beispiel für totale und nicht bloss statistische Diskriminierung.

    Der dritte Grund ist, dass sie von einer Benachteiligung der Frauen in allen Bereichen spricht. Dies ist eine andere Form der totalen Diskriminierung.

    Oder seht ihr diese drei Punkte auch lediglich als rhetorisch oder interpretiert ihr sie anders als ich?

  25. Maike sagt:

    @christina
    ich glaube nicht, dass Frauen etwas „anlagemäßig“ näher liegt als Männern. Das ist ja aber der Grund, warum es Feminismus und die Debatten darüber gibt, weil sich die Menschen da nicht so einig sind. Ich hab da meine Meinung (die, wie ich finde, dadurch bestätigt wird, dass die Ansichten darüber, was eine gute Mutter, oder die natürlichen Anlagen einer Frau sind, sich doch stark unterscheidet, wenn man sich in Raum und Zeit bewegt (Französischen Frauen deutsche Debatten, oder z. B. den Begriff „Rabenmutter“ zu erklären, ist fast nicht möglich). Und Du hast eine andere Meinung, ich glaube, das kann man in einer Blogdiskussion nicht klären. Du wirst sicher auch gute Argumente haben.

    @ars libertatis
    Die Diskussion finde ich schlicht nicht interessant. Wenn die zitierte Politikerin sich nicht auf statistische Werte beziehen würde, wäre sie einfach extrem dämlich. Das würde ich noch nicht mal Christina Schröder unterstellen wollen und schon gar nicht (ja, zugegeben, ich hab da gewisse Sympathien), Frauenpolitikerinnen von der Linken, von denen ich schon sehr differenzierte Beitrage zum Thema gelesen habe. Wenn Du meinst, dass diese Frauen entweder so sachlich unkundig oder manipulativ sind, dann haben wir, bei trotzdem vorhandenen Respekt, keine Diskussionsgrundlage.

  26. @Maike:

    Wie du meinst. Aber trotzdem noch kurz: Interpretierst du ihre Aussagen so anders als ich oder hältst du sie einfach für Rhetorik, die weder unkundig noch manipulativ ist?

  27. Christina sagt:

    @ Maike:

    ich glaube nicht, dass Frauen etwas “anlagemäßig” näher liegt als Männern.

    Nun ja, „anlagemäßig“ bekommen Frauen die Kinder. 😉 Dabei tut sich auch hormonell etwas, um nur ein Beispiel zu nennen. Eine Mutter hat, wahrscheinlich mit dadurch bedingt (wenn man es jetzt medizinisch erklären möchte), noch eine ganz andere Beziehung zum Kind als die Väter. Und Frauen denken und fühlen doch etwas anders als Männer, vielleicht emotionaler, möchte ich mal sagen. Das entspringt jedenfalls meiner Beobachtung.

    Und ja, ich habe eine andere Meinung zu der ganzen Sache, das hast du richtig erkannt, doch ich möchte das hier an der Stelle nicht weiter erörtern. Aber eines möchte ich vielleicht trotzdem noch mal erwähnen. Ich glaube, wenn die ganz kleinen Kinder nach ihren Wünschen gefragt würden, gäbe es keine Kitas mehr. Aber die fragt ja niemand. Die haben keine Lobby, wie man so schön sagt. Sie werden gezwungen, sich ihrem Schicksal zu fügen. Dagegen wehren können sie sich ja nicht.

    Soooo, das war jetzt mein „Plädoyer für die Kinder“. Macht ja hier sonst niemand. 😉

  28. Muriel sagt:

    @ars libertatis: Ich sehe die drei Punkte überhaupt nicht. Ich fürchte, ich kann dir einfach nicht folgen. Und ich fürchte, das liegt weniger an fehlender Verständigung und mehr daran, dass ich deine These(n) für eher abwegig halte.
    Aber andererseits liegt mir auch nicht viel daran, über die Auslegung einer Äußerung einer mir unbekannten Person in irgendeinem Interview zu philosophieren, deswegen lasse ich es dabei mal bewenden.
    @onkelmaike: Ich weiß ja selbst nicht, was man mit Christina machen soll. Es steht dir auch frei, Zeit auf eine Vertiefung der Diskussion zu verwenden. Aber weil ich manchmal einfach sowas nicht für mich behalten kann, würde ich dir zumindest den vorsichtigen Fingerzeig geben, dass es schade drum wäre.

  29. Christina sagt:

    @ Muriel:

    Keine Bange…. ich habe ja schon geschrieben….ich will das nicht weiter erörtern…..das macht mir zuviel Mühe. Und das habe ich ernst gemeint.

    Ich bin mir übrigens bewußt, dass ich mit meiner Ansicht gegen den allgemeinen Mainstream schwimme. Aber was soll’s? Was sagt die Mehrheit schon darüber aus, ob eine Sache richtig oder falsch, gut oder schlecht ist? Gar nichts. 😉

  30. Muriel sagt:

    @Christina: Es geht nicht um deine Ansicht und nicht um den Strom. Es geht darum, dass du bei sicherlich vorhandenem bestem Willen anscheinend nicht weißt, wie Argumente gehen und deshalb in der Regel nicht kontruktiv zur Diskussion beiträgst, sondern sie eher erschwerst. Sowas kann man durch Unterhaltungswert ausgleichen, aber zumindest für mich funktioniert das nicht, weil deine Beiträge mich immer eher betrüben. Wenn ich nicht überzeugt wäre, dass du es wirklich gut meinst, könnte ich vielleicht entspannt drüber lachen, aber so tut es immer eher ein bisschen weh.

  31. onkelmaike sagt:

    @ars libertatis
    Ich glaube, dass es sich um, wenn Du so willst, verkürzte Aussagen handelt (dem Format geschuldet), Selbstverständlichkeiten müssen nicht ausdrücklich gesagt werden.

    @Christina
    Was mir in Deinem Fall die Diskussionsgrundlage entzieht, ist, Deine, ich nenne es mal „unwissenschaftliche“ Herangehensweise. Als Quelle für Deine Erkenntnis berufst Du Dich einzig allein auf Deine Erfahrung. Das ist als Ausgangspunkt ja erstmal auch interessant, aber dann würde ich schon erwarten, dass ein erwachsener Mensch mal schaut, was andere so dazu geforscht und geschrieben haben, wenn ihnen das Thema am Herzen liegt. Im Übrigen bist du mit Deiner Haltung ja gar nicht allein, so herausragende Staatsmänner wie z. B. Horst Seehofer oder Wladimir Putin und deren Anhänger sind doch da ganz bei Dir.

  32. @onkelmaike:

    Ich habe meinen Glauben an Selbstverständlichkeiten verloren. Aber wenn daran glaubt und sich der inferential distance nicht bewusst ist und sich vorwiegend an die ingroup wendet, dann ist das wohl eine akzeptable Erklärung.

  33. onkelmaike sagt:

    @ars libertatis
    ich finde schlicht andere Diskussionen interessant als Du. Ich kann ja nicht alle führen, dafür ist die Zeit zu kurz. Entweder diskutier ich aus Spaß, weil ich jemand intellektuell anregend oder lustig finde, oder weil ich denke, dass ich „zum Guten“ in der Welt beitrage, weil ich hoffe, oder es zumindest für möglich halte, jemanden von meiner Meinung (die ich für menschenfreundlich halte) überzeugen zu können. oder weil ich, umgekehrt denke, dass mir jemand was beibringen kann. Meiner Subjektivität bin ich mir dabei schon bewusst.

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