Strumpfshow

Anzeige Teraske Stuetzstruempfe.indd

Joa.

Nette kleine Anzeige. Netter kleiner Gag. Gibts eigentlich nicht viel zu zu sagen.

Eigentlich.

Aber dann doch wieder. Weil es eben trotz allem immer noch nicht nur ein netter kleiner Gag ist, sondern weil ich laaaaaange überlegt habe, ob ich diese Anzeige wirklich so mache, und weil mir viele Menschen, an deren Urteil und Meinung mir sehr viel liegt, mit sehr guten Argumenten teilweise äußerst dringend davon abgeraten haben.

Warum? Weil ich darauf eben ein bisschen albern aussehe, für manche Menschen vielleicht ein bisschen feminin, für manche Menschen vielleicht ein bisschen schwul. Und weil es eben in (Teilen) unserer Gesellschaft immer noch wenig gibt, was als beschämender, armseliger, entwürdigender für einen Mann angesehen wird, als Weiblichkeit, als die Andeutung von Homosexualität. Ich unterstelle niemandem, der mir von dieser Anzeige abgeraten hat, ein persönliches Problem mit Homosexualität oder Weiblichkeit. Aber jeder von ihnen war in großer Sorge, dass genug andere ein solches Problem haben, um aus dieser Anzeige einen ernsten Fehler zu machen. Ich habe das auch für durchaus plausibel gehalten, und sehr gründlich drüber nachgedacht, bevor ich es schließlich trotzdem gemacht habe, schon eher aus prinzipiellen Erwägungen als aus der Überzeugung heraus, dass es vom kurzfristigen Ergebnis her eine gute Idee ist.

Und darüber sollten alle diese Menschen, die gerne behaupten, Männer und Frauen seien doch längst gleichgestellt, und Homosexuelle sollten sich mal nicht so anstellen, mal nachdenken.

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10 Responses to Strumpfshow

  1. Guinan sagt:

    Auf alle Fälle sehr gute Werbung.

  2. Peter sagt:

    Und ich dachte, es geht ums unrasierte Bein …

  3. hllizi sagt:

    Sehr sexy, und der amüsierte Blick erinnert mich an den von James Spader. Das ist ja nie verkehrt.

  4. tinyentropy sagt:

    Also ich finde es auch cool!

  5. madove sagt:

    Ich auch. Sehr..

  6. Adrian sagt:

    Irgendwie sexy.

  7. okasch sagt:

    Implizieren Rollenbilder per se Ungerechtigkeit?
    Wenn Ja: Ist es eine große, schlimme und unzumutbare Ungerechtigkeit? Sind Rollenbilder illegitim?

    Als „Normalo“ leide ich natürlich weniger an der allgemeinen Erwartungshaltung, dass ein „Mann“ sich auch „männlich“ verhalten sollte. Ich habe keinerlei Bedürfnis in mir, in besonders expressiver weise „weiblich“ zu sein. Grundsätzlich bin ich aber dem gleichen Erwartungsfeld ausgesetzt.

    Der „Sonderling“ dagegen hat aufgrund seiner inneren Bedürfnisstruktur keine andere Wahl, als die Erwartungen des Mainstreams zu durchkreuzen.

    Es steht jedem Teilnehmer des Mainstreams frei, sich von diesem Sonderling abgestoßen zu fühlen und die Distanz zu ihm zu suchen. Man kann die Liebe nicht befehlen. Man kann lediglich einen gewissen Grundrespekt fordern, aber der kann auch in der Distanz gegeben sein.

    Aus einem niederen Grad von Beliebtheit kann man meiner Meinung nach noch keine strukturell gesellschaftliche Ungleichstellung ableiten, es ist zumindest nicht das gleiche. Ich finde es irgendwie befremdlich, wie hier ein Phänomen, das das Ergebnis elementarer innerpsychischer Affekte des (unperfekten) Menschen ist, auf eine politische Ebene gehoben wird. Da wird die Ursachenebene ignoriert und es wird so getan, als könne man das Problem des unperfekten Menschen mit Forderungen nach mehr Perfektion aus der Welt schaffen. (Und eigentlich müsste diese Forderung ja die nach mehr Liebe und Weisheit sein….)

    Wer Werbung macht, konzentriert sich notgedrungen auch auf die Vollidioten seiner Zielgruppe, sofern er, wie allgemein üblich, gewissenlos maximalen Erfolg anstrebt.

  8. Muriel sagt:

    @okasch: Ich bin nicht sicher, was du sagen möchtest, aber da du nicht von meiner Position redest, lasse ich das mal so dahinstehen. Vielleicht mag ja jemand widersprechen, der vertritt, was du kritisierst.

  9. okasch sagt:

    Ich finde, dass man die psychologische Dimension bei diesem Thema häufig nicht angemessen beachtet. Man dringt viel zu stümperhaft fordernd in das Innenleben des Menschen ein und sagt: Du darfst nicht… hassen, gemein sein, Vorurteile haben, die traditionelle Vorstellung von Männlichkeit haben, Vorlieben oder Aversionen bezüglich bestimmter Menschentypen haben… kurzum: Du sollst perfekt sein, bzw. perfekt genug (in unserem Sinne).

    Das Wort von der „fehlenden Gleichstellung“ erinnert mich stark an einen politischen Kontext im üblichen Sinne des Wortes. Ich denke hier eher an Gesetze und so was. Also z.B. die Tatsache, dass Homosexuelle beim Thema Adoption nicht gleichgestellt sind.

    Ich persönlich kann aber nicht von einer fehlenden Gleichstellung sprechen, wenn z.B. eine Gesellschaft mehrheitlich von Homosexualität irritiert oder gar verstört ist. Es liegt mir hier fern, Forderungen aufzustellen, erst Recht in einer Gesellschaft, in der es sonst überhaupt gar keinen ausgeprägten Begriff von einer persönlichen Pflicht zur geistigen („spirituellen“) Entwicklung gibt.

    Eigentlich geht es hier um „Erziehung“.

  10. Muriel sagt:

    @okasch: Du bist lustig.

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