Dead Poets‘ Society war ja doch schon ziemlich prätentiöser Dreck, findich.

(Ganz kurzes Vorwort: Fuck fuck fuck FUCK WordPress! Ihr habt also eine neue Maske zum Erstellen von Beiträgen gemacht, die sich funktionell durch nichts von der alten unterscheidet, abgesehen davon, dass sie sich nicht mehr sofort öffnet, sondern man vorher ein paar Sekunden lang hüpfende Punkte anschauen muss, unter denen „Beep Beep Boop“ steht, bevor man schreiben darf, und überhaupt alles, was vorher sofort ging, ein paar Sekunden dauert, und dass sie keine Linksuchfunktion mehr enthält? Das wäre okay. Auch dass ihr die Möglichkeit zum Speichern von Entwürfen darin ziemlich gut versteckt habt, wäre nicht so schlimm, WENN IHR NICHT GLEICHZEITIG OFFENBAR DIE WUNDERBARE AUTOSAVE-FUNKTION ABGESCHAFFT HÄTTET IHR DÄMLICHEN ARMLEUCHTER ICH HASSE EUCH DIESER POST WAR SO GUT WIE FERTIG UND ER WAR SO GUT ER HAT MIR SO GUT GEFALLEN UND DAS KRIEGE ICH NIE WIEDER SO HIN ALLEIN SCHON WEIL ICH JETZT ECHT KEINEN BOCK MEHR HABE UND VIEL SCHLECHTER GELAUNT BIN ALS ICH ES BEI SO EINEM POST SEIN SOLLTE VERFLUCHT NOCH MAL UND WARUM WIRD DER TITEL SOGAR NOCH ANGEZEIGT WENN ICH EINEN NEUEN POST ÖFFNE DAS MACHT IHR DOCH MIT ABSICHT UM NOCH SALZ IN DIE WUNDE ZU REIBEN IHR ARSCHGEIGEN BITTE GEHT WEG UND KOMMT NIE WIEDER ICH HASSE EUCH. Ja gut, ich bin selbst Schuld, aber warum müsst ihr es mir denn so leicht machen, mich selbst in den Fuß zu schießen? Ende des Vorworts. Zurück zum Artikel. Wie hieß der noch mal? Ach ja:)

Dead Poets‘ Society war ja doch schon ziemlich prätentiöser Dreck, findich.

Und von Patch Adams will ich gar nicht erst anfangen, das kann der Nostalgia Critic sowieso viel besser.

Aber in diesem Beitrag soll es gar nicht darum gehen, was ich von Robin Williams Filmen halte, oder von ihm persönlich. Stattdessen will ich möglichst ruhig und sachlich darüber nachdenken, was der Tod Prominenter, oder genauer die öffentliche Reaktion darauf, emotional mit mir macht, und das würde sich wirklich nicht gut miteinander vertragen, denn mit der Ruhe und Sachlichkeit wäre es sicher bald vorbei, wenn ich auf Patch Adams und Dead Poets‘ Society zu sprechen … Ja, schon gut, alles klar. Los gehts.

Was ich sagen wollte: Natürlich sind es schon vorrangig schlecht Gründe, die zurzeit meinen Hass wecken, wenn ich jemanden auf einem Tisch stehen sehe. So neige ich zum Beispiel zu einem zwanghaften Nonkonformismus, der mich stets treiben will, der Meinung der Mehrheit umso nachdrücklicher zu widersprechen, je einhelliger und lauter sie vertreten wird, was zwar in meinen  Augen nicht die schlimmste Neigung der Welt ist, aber ganz sicher auch nicht die sympathischste oder vernünftigste. Und dann ist es halt so, dass ich Robin Williams‘ Filme teilweise so unsympathisch und mies fand, dass ich es einfach nicht über mich bringe, still zuzuhören, während er wie bei Verstorbenen üblich über den grünen Klee gelobt wird.

Und während ich es ja prinzipiell okay finde, seine Meinung zu sagen, und es der Mehrheit oft nicht schadet, wenn jemand ihr widerspricht, gerade wenn sie sich so einig ist wie hier offenbar, ist wütendes Geschimpfe sicher nicht die richtige Reaktion, wenn es darum geht, das Ende eines Menschenlebens zu betrauern, einer verstorbenen Person zu gedenken und (ja eigentlich das Wichtigste) den Verlust der Angehörigen, Freunde und sonstigen Sympathisanten dieser Person möglichst zu lindern und ihnen den Abschied erträglicher zu gestalten.

Aber es gibt auch ein paar ganz gut vertretbare Gründe, denke ich, und über die würde ich schon gerne kurz sprechen, und sei es nur, weil es mir danach besser gehen wird.

  1. Menschen so zu ikonisieren, ist nicht unproblematisch
    Ich bin da wahrscheinlich hypersensibel, aber ich habe generell ein Problem damit, wenn alle Welt einen Menschen zum Symbol alles Guten und Richtigen erklärt und wenn jede Kritik an ihm/ihr inakzeptabel wird. Gut, wenn die betroffene Person tot ist, kann sie natürlich nicht mehr gar so viel Schaden anrichten, schon klar, aber das Gefahrenpotential ist grundsätzlich erkennbar, oder?
  2. Die eigenen Gefühle für allgemeinverbindlich zu erklären, ist auch kein netter Zug
    Mit so Sprüchen wie „die ganze Welt trauert um…“ oder „It’s amazing how united tumblr is about…“ vereinnahmt ihr andere Menschen für eure Position, die vielleicht ganz anders empfinden und womöglich schon immer ein Problem damit hatten, dass man ihnen erzählt hat, irgendwas stimme nicht mit ihnen, weil ihnen Deat Poets‘ Society nicht gefällt. Zum Beispiel. So völlig willkürlich zufällig ausgewählt. Hab ich gehört.
  3. Es stimmt halt einfach nicht
    Ehrlich jetzt. Ich bin überzeugt, das nicht nur mit starken Gefühlen, sondern auch mit Argumenten bzw. gegen Argumente richtig richtig gut vertreten zu können: Ganz viele Sachen, die über ihn gesagt werden, stimmen einfach objektiv nicht bzw. sind echt einfach wirklich in jeder Hinsicht total unangemessen. Wie auch schon bei Schirrmacher meine ich, dass man ja gerne schlechte Dinge über Tote verschweigen kann, zumindest, wenn sie nichts akut zur Sache tun, obwohl ich tendenziell dagegen bin, egal, aber man sollte sich zumindest nicht irgendwelchen Blödsinn ausdenken wie dieser schlaueste aller Comedians, oder so, und verdammt noch mal: Nein! Dead Poets‘ Society ist einfach kein besonders guter Film. Es ist pompöser Dünnsinn, ein bisschen wie Matrix, der so tut, als wäre er total inspirierend, in Wahrheit aber nur auf den kleinsten gemeinsamen Konsens setzt, nirgends aneckt, dabei aber trotzdem so tut, als wäre er total revolutionär und mutig, und überhaupt alles sein will, aber eigentlich nichts ist. Wie eigentlich alle seine Filme, ja gut, mit ein paar einfach nur langweiligen Ausnahmen. So. Ja, ich weiß, ich hatte versprochen, aber ich lüge eben manchmal, und immerhin: Es geht mir jetzt wirklich besser. Aber einen hab ich noch:
  4. Der schwierigste Aspekt, mit dem ich mir nicht mal sicher bin, ob er zu meinen sonstigen Positionen konsistent ist:
    Ich finde es, auch wenn ich darüber wohl noch mal nachdenken sollte, durchaus bedenklich, dass der Tod einer einzigen Person so viel Aufmerksamkeit in öffentlichen wie privaten Medien erhält, während der Tod von Tausenden anderen kaum eine Erwähnung wert ist. Ja na gut. Das ist wahrscheinlich wirklich nur, weil ich ihn nicht leiden kann. Aber der Rest zählt.

Und deshalb denke ich, dass mein Hass auf die derzeitige Robin-Williams-Fan-Welle nur zu 90% sauertöpfisch-tumb-verbitterte Griesgrämerei ist, und zu gut und gerne 10% schon vielleicht auch sowas wie rational begründet und wirklich öffentlich vertretbar.

Und ihr so?

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10 Responses to Dead Poets‘ Society war ja doch schon ziemlich prätentiöser Dreck, findich.

  1. tux. sagt:

    Autosave: Firefox + Textarea Cache.
    Lebensretter.
    Bitteschön.

  2. tux. sagt:

    Ach so, „und ich so“ habe mich zu einem kurzen Anriss in meinem Nichtblog hinreißen lassen, verzichte aber ansonsten darauf, jeden medial ausgeschlachteten Tod zu kommentieren. Ich hab so schon genug Sodbrennen.

  3. SalvaVenia sagt:

    Danke für den aufrechten Lacher am frühen Morgen! 😀

    Obwohl das bestimmt gar nicht so lustig war wie darüber zu lesen.

    Hehres MItgefühl,
    Salva

  4. recotard sagt:

    Robin W. war mir immer unsympathisch, aber dafür kann er nichts. Er kann auch nichts dafür, dass spiegel.de nach seinem Tod beobachten konnte, dass er „trotz starker Körperbehaarung und kräftiger Statur ein weicher, eher femininer Typ“ war, denn es ist heilige Pflicht der Überlebenden, die Toten ihrer Liebe und ihres Respekts zu versichern: Sonst kommen sie zurück und rauben nachts ihre Seelen. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich finde die Vorstellung eines untoten Komikers, der mit glühenden Augen an meinem Bett sitzt und im Staccato-Ton wässrige Witze reisst, während seine starke Körperbehaarung knistert und der Höllenschlund zu gähnen beginnt, verflucht beunruhigend. Ich glaube, ich kaufe mir PETER PAN.

  5. fichtenstein sagt:

    Na endlich. Da stirbt ein Comedian (die Filme mal außer Acht gelassen kann man Williams schon eine gehörige Portion komödiantisches Talent zusprechen, auch wenn ich persönlich eher die subversiven Weirdos bevorzuge), und niemand schafft es, einen humorvollen Artikel zu schreiben, sondern schwadroniert groß und will die Leser gezwungen zum Schluchzen bringen (ganz großes/schreckliches Kino übrigens drüben bei der Zeit). Und dann musst du wieder als Querulant herhalten, um uns bei Laune zu halten.

  6. onkelmaike sagt:

    Über Tote soll ja niemand schlecht reden außer Bono, wird ja gesagt. Aber ich fand dead poets society auch ungefähr so wie in der Überschrift. und patch adams auch wirklich überhaupt nicht gut. insgesamt fand ich robin williams von hoher kitschigkeit, die mich immer ganz aggressiv machte. (ich denke, dass seine verwandten und fans, und auch er selber, falls die christen doch recht haben und er aus dem himmel auf uns herabschaut, damit gut leben können).

  7. David sagt:

    Death to Smoochy. Seine beste Rolle, von denen, die ich kenne.

  8. alexanderferdinand sagt:

    Die RW- Filme waren qualvoll anzusehen. Wenn er lustig sein wollte oder gefühlvoll habe ich mich unwohl gefühlt, so unecht und kitschig kam das rüber.
    Und diese simpelst gestrickten Plots: er (Patch Adams) hat das Monopol auf Empathie, aber dank rührseliger Hartnäckigkeit kann er sie doch eines besseren belehren.
    Als Bösewicht in One Hour Foto war er ok.
    Insgesamt nicht mein Fall.
    Er ruhe in Frieden.

  9. Muriel sagt:

    Ich bedanke mich für die umfassende Zustimmung, obwohl ich ja insgeheim schon gehofft hatte, mich noch mit einem entrüsteten Fan streiten zu dürfen. Naja. Nächstes Mal wieder.

  10. Yeti sagt:

    Ich fand ihn zu Lebzeiten eigentlich nicht besonders witzig in seinen Filmen (die ich gesehen habe, siehe unten). Mork vom Ork fand ich klasse, aber da war ich noch Kind).

    Aber er hat in ein paar definitiv guten Filmen mitgespielt. Auf Anhieb fallen mir da jetzt „What Dreams May Come“ und „Good Will Hunting“ ein. Club der Toten Dichter eher nichter. Mehr als diese drei habe ich nicht gesehen.

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