Erstaunlich unspektakulär

30. Oktober 2014

Die tl;dr-Fassung dieses Artikels gibts ausnahmsweise gleich am Anfang:

Sexismus

 

Ganz genau.

Hier gehts zur Langfassung:

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Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt

16. Oktober 2014

Washington. Wie eine geheime Studie des US-Auslandsgeheimdienstes CIA kürzlich enthüllte, führen Versuche, Krisen durch Waffenlieferungen zu beeinflussen, selten zum Erfolg.

In einer ersten Stellungnahme dazu sagte US-Präsident Barack Obama: „Wahrscheinlich geht es besser, wenn wir die Waffen vorher an einer Metallplatte reiben.“ Der neben ihm stehende Vizepräsident Joe Biden schüttelte daraufhin heftig den Kopf, verdrehte genervt die Augen und erwiderte: „Nein, Unfug. Das bringt überhaupt nichts! Man muss die Luft anhalten und dreimal trocken schlucken!“ Der zufällig ebenfalls anwesende Direktor der CIA, John O. Brennan widersprach: „Quatsch. Unsere Studie zu diesem Thema ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber wir sehen Grund zu der Annahme, dass die aktuellen Krisen in unserem Sinne gelöst werden können, indem wir den Rebellen ein paar Mal heftig auf den Rücken klopfen. Also, bei meiner Oma hat das jedenfalls immer funktioniert.“ „Nee!“ warf der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff General Martin E. Dempsey ein, der soeben die Bühne betreten hatte. „Das bringt nichts. Ich denke, wir sollten versuchen, sie einmal tüchtig zu erschrecken, oder zum Lachen zu bringen, oder so. Bei meiner Frau hilft das immer!“

Aufgrund der noch bestehenden Uneinigkeit über die weitere Vorgehensweise beschloss die US-Regierung, sich in Bezug auf Maßnahmen zur Krisendeeskalation bis auf Weiteres auf Attentate auf feindliche Regierungschefs und die gezielte Liquidierung terroristischen Führungspersonals zu konzentrieren.


Was unser Leben bislang ausmacht

13. Oktober 2014

ist nach Michael Hanfelds Auffassung anscheinend, dass wir es nicht verstehen.

Na gut. Je nach Interpretation ist da natürlich sogar was dran, und wie so oft, wenn jemand meint, so pathetisch schreiben zu müssen, dass ein Wischmop dem Leser schon nicht mehr reicht, sondern ein Schmalzabscheider großindustrieller Dimensionen benötigt würde, um den Bildschirm jemals wieder ganz sauber zu kriegen, lässt Hanfeld uns jede Menge Spielraum für Interpretation, indem er nämlich nichts Greifbares schreibt, sondern nur Stuss blumig-impressionistisch seine eigenen Emotionen in die Tastatur kippt. Also, mutmaßlich. Vielleicht ist es unfair, Herrn Hanfeld zu unterstellen, was er da geschrieben hat, gebe wirklich sein eigenes Meinen und Sinnen wieder. Vielleicht ist es für ihn ja auch nur ein Job. Ich würde es ihm wünschen.

Äh, wo war ich, der ich vor Kurzem noch über anderer Leute gönnerhaft-herablassenden Stil schimpfte?

Richtig, bei Hanfelds, öh, Artikeldings zu der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaron Lanier:

Der Mensch als Schöpfung

[gefunden via altpapier, das man gar nicht nachdrücklich genug empfehlen kann]

Was ist daran das Problem? Naja. Das gleiche wie eigentlich immer, wenn die FAZ zu diesem Thema schreibt: Natürlich ist Kritik an der Arbeitsweise von Google und Amazon und eBay und Paypal und Facebook nötig, wichtig, nützlich. Natürlich tun die schlimme Dinge, und natürlich wünsche auch ich mir, dass wir als Gesellschaft drüber diskutieren, wie wirs besser machen können.

Aber nicht jedes larmoyante Zetern ist Kritik, und bedeutungsschwangeres, aber inhaltsleeres Raunen über finstere Bedrohungen ist kein Beitrag zu einer konstruktiven Diskussion. Und was mich persönlich halt auch immer mehr ärgert:

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Mein Brief ans Ende der Welt

12. Oktober 2014

Die meisten von euch sollten eigentlich mitbekommen haben, dass drüben bei Frau Quadratmeter ein ganz wunderbarer Wettbewerb lief (und welcher Wettbewerb wäre in den Augen von so einem wie mir nicht ganz wunderbar?), an dem ich zusammen mit zwölf anderen teilgenommen habe. Es ging bei diesem Wettbewerb darum, sich vorzustellen, man wüsste, dass die Welt demnächst endet, zum Beispiel durch einen nahenden Asteroiden, und dann einen Brief zu schreiben, den man dann halt schreiben würde.

Weil ich mir vorstellen kann, dass einige von euch nicht genug Interesse aufbrachten, drüben vorbeizuschauen, und weil ich zum Komplettismus neige, veröffentliche ich meinen Brief nun auch hier.

Er ging natürlich an Lionel Souque:

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Wie Franz Müntefering auf die Idee mit der Drogenpflicht kam

11. Oktober 2014

Es sind ganz viele Menschen, die werden mit Drogenabhängigkeit geboren,
manche werden im Verlauf des Lebens abhängig.
Wer sagt, ich will kein verdammter Junky werden,
der trifft ja die abhängigen Menschen auch,
der erhebt sich auf eine Art und Weise, die ich nicht akzeptiere.

Alles Leben ist gleich viel wert.
Das ist unser Grundgesetz, und darauf verlasse ich mich, dass das so ist.
Auch die Menschen, die drogenabhängig sind,
sind Menschen,
und sie sind gleich viel wert.

Und wenn wir in einem Staat leben,
in dem wir letztlich Gesetze machen würden,
in denen klar ist, dass jeder, wenn er denn will, jederzeit aufhören kann,
unabhängig, ob er dafür einen Grund hat, ja oder nein,
dann wär’ das ein Land, das ich nicht nicht gut fände, und deshalb kämpfe ich dagegen.

Ich sage: Nein, es muss klar sein, dass alle gleich viel wert sind
und die, die so besoffen sind,
dass sie kaum noch krabbeln können,
was sollen die denn denken,
wenn einer sagt:
Ich nehm keine Drogen, weil ich nicht so sein will wie ihr?
Das kann’s nicht sein, und deshalb streite ich dagegen.


Das Fremde kommt einem immer so fremd vor

10. Oktober 2014

Natürlich lässt die Kritik an einer Sache sich nicht mit dem Hinweis entkräften, eine andere Sache sei ja auch nicht besser. Aber wenn jemand schon recht deutlich schreibt „Wir habens doch geschafft, warum können die das denn nicht auch?“, dann darf man ihn in meinen Augen darauf hinweisen, dass er gewisse Dinge im Vertrauten völlig okay findet, die ihm am Fremden mordsbedenklich vorkommen, insbesondere dann, wenn die Forderungen, die er aufstellt, ohnehin schon nicht besonders viel Sinn ergeben.

Und deshalb schreibe ich diesen Post über Jochen Bittners Artikel „Wo bleibt ein Imam der 95 Thesen?“ auf Zeit.de.

Ich habe also zwei recht unterschiedliche Ansätze von Kritik an Bittners Ausführungen, und der Einfachheit halber handeln wir die mal ganz unoriginell klar getrennt nacheinander ab. Und weil wir ja dafür nun mal irgendeine Reihenfolge brauchen, nehmen wir doch einfach die, die da oben in meinem ersten Absatz mehr oder weniger zufällig schon steht:

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