Das Rockt.

Nach Bad Homburg kam Frankfurt. Da haben wir nicht so viel getan und gesehen, denn wir waren schon öfter hier, und diesmal auch weniger für schicke Fotos, sondern um eine Freundin zu treffen, die hier in der Nähe wohnt, namentlich ma dove, deren benachbartes Blog leider seit geraumer Zeit brach liegt, aber trotzdem einen Besuch wert ist, wenn ihr mich fragt.

Egal.

Wir liefen also ein bisschen durch die Stadt, besuchten diese eine Kirche da,

schauten eine Zeitlang interessiert den Restaurateurinnen bei ihrer Arbeit zu, plauderten dabei entspannt darüber, wie doof das sein muss, da zu arbeiten, und die ganze Zeit von irgendwelchen Deppen beobachtet zu werden, die nur darauf warten, dass man irgendeinen peinlichen Fehler macht,

und verließen den Laden dann wieder in dem beruhigenden Bewusstsein, dass, wenn wir selber schon nicht beten, es doch jemand gibt, der das für uns erledigt.

Nachdem ich noch eine kurze Wallfahrt erledigt hatte, die für neoliberale Spinner einmal im Jahr ansteht, ob es uns passt oder nicht,

beschlossen wir den Tag mit einem entspannten Dinner bei VAPIANO. Falls ihr das nicht kennt: Das ist eine Selbstbedienungsitalienerin mit sehr ordentlichem Essen, aber ansonsten nicht vollständig geglücktem Konzept. Man steht da halt und bestellt und wartet dann, bis das Essen zubereitet ist. Das gewährleistet Frische, und wenn man Pizza bestellt, dann geht es sogar irgendwie, weil man so einen Buzzer zum Mitnehmen bekommt, der einen ruft, wenn es soweit ist, aber in der Pastaschlange habe ich schon Leute Geburtstage feiern, heiraten und Kinder gebären … na gut, ja, ich übertreibe vielleicht ein bisschen, aber wenn gerade viel los ist, kann man in der Pastaschlange echt lange warten.

Nach diesem rundum netten Tag ging es weiter nach Trier, das wir uns keineswegs nur deshalb als Etappe ausgesucht hatten, weil ich mich an ein römisches Restaurant erinnerte, das ich gerne mal wieder besuchen wollte, sondern auch wegen seiner sonstigen Reize. Der Klassiker ist natürlich die Porta Nigra,

die ich schon immer weder besonders schwarz noch sonstwie richtig beeindruckend fand, aber zum Glück gibt es außerdem noch den Dom.

Einen etwas melancholischen Anstrich verlieh unserer Reise übrigens der auch hier zu besichtigende Umstand, dass wo immer wir hinkamen, die Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden und teilweise auch schon standen, aber noch nicht geöffnet waren. Zum Glück mögen wir Weihnachtsmärkte gar nicht so besonders, deswegen war das auszuhalten. Aber schon ein bisschen schade. Ich meine, da gibt es hin und wieder Poffertjes, oder diese lustigen Schokofrüchte, oder gebackene Apfelringe mit Karamellsoße. Na gut, diesmal jedenfalls nicht. Dafür gab es den Dom, der übrigens gleichzeitig eine Kathedrale ist. Eine Transformer-Kirche sozusagen, aber dann ist ja die Verwandlung von Dingen in andere Dinge dem Katholizismus eh nicht ganz fremd, warum also Überraschung heucheln? Heinein!

Drinnen wars nett,

wenn auch nicht immer makellos stilsicher.

Aber im Großen und Ganzen kann man sich auf solche Etablissements bekanntermaßen verlassen, wenn man eindrucksvolle Dingsda von son Dingern sehen will, und so auch hier.

Ein bisschen fremdartig kommt uns der Zirkus drumrum schon manchmal vor. Gerade wenn man aus Norddeutschland kommt, wo das in meiner zugegebenermaßen begrenzten Wahrnehmung etwas … pragmatischer gehandhabt wird, kann man leicht vergessen, was für ein Brimborium andernorts nach wie vor üblich ist.

Und dann gibt es in Trier ja noch den berühmten heiligen Rock, bei dem es sich keineswegs um ein regelmäßig stattfindendes Musik-Event handelt, sondern um eine olle Kutte, von der manche Leute wohl glauben, dass sie möglicherweise in irgendeinem mehr oder weniger vagen Zusammenhang stehen könnte mit den Kleidern, in denen Jesus Christus gekreuzigt wurde, und was ein ernstzunehmendes Fandom ist, das stellt sowas natürlich aus und verehrt es mit viel Gusto.

Wir habens aber nicht gesehen, weil es extra Eintritt gekostet hätte, und wenn ihr euch das Foto da oben von mir und dem Bullen noch mal anschaut, mal ehrlich, was meint ihr, wer da die besseren Karten hatte? Eben.

Deshalb sind wir dann auch schnell nach Luxembourg (Es fällt mir schwer mich zu entscheiden zwischen der Abneigung gegen den zweifelsohne immer etwas prätentiösen Brauch, ausländische Orte auch ausländisch zu schreiben, und der Abneigung gegen diese gottverdammte Unsitte, dass jedes Land sich für jeden Ort in jedem anderen Land noch mal einen eigenen Namen ausdenken muss, aber vorerst gebe ich letzterer den Vorrang.) weitergefahren, damit mein neoliberales Herz und mein spätkapitalistischer Geldbeutel wieder etwas freier atmen konnten. Ja, mein Herz atmet. Wir sind so drauf.

Bis zum nächsten Mal.

Oh, nee, halt. Ganz vergessen: Das römische Restaurant. Das heißt Zum Domstein, und wir waren ganz zufrieden. Wir hatten die Aprikosen und Möhren mit Zucchini und Mandeln sowie den Fisch in Fischsoße (Vielleicht hätte das Imperium ein bisschen länger gehalten, wenn seine Veranstalter etwas kreativer gewesen wären? Nur so ein Gedanke.). Das schmeckte beides interessant und gut, wie auch die Weinbrötchen als Beilage. Ich hatte vorneweg noch grüne Bohnen, das musste sein, aber die schmeckten halt wirklich einfach nur nach kalten Bohnen, und für ein Dessert hats nicht mehr gereicht. Unsere Bewertung: Wenn man eh schon in Trier ist, gerne mal versuchen.

Jetzt aber wirklich: Bis zum nächsten Mal!

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10 Responses to Das Rockt.

  1. David sagt:

    Daß Atheisten bisher noch keine Kathedralen gebaut haben sondern immer nur schon stehende Kirchen beglotzen beweist daß es Gott gibt!!1

    In Frankfurt hätten wir uns auch mal von Angesicht zu Angesicht nerven können gut daß das nicht passiert ist!

  2. Muriel sagt:

    Zu den Kirchen: Ja, aber es gibt doch sowieso keine. Dein Beweis ist also noch ein bisschen lückenhaft.

    Zu Frankfurt: Nächstes Mal treffen wir uns zu viert. Oder zwölft. Vielleicht willst du ja deine Familie mitbringen.

  3. hllizi sagt:

    Machst Du Dich über mich lustig das kann ich nicht leiden Du bist so gemein.

  4. Muriel sagt:

    Ich hingegen mag das eigentlich sehr, sehr gerne. Aber erst durch die Vielfalt wird die große Familie der Menschheit ja so bunt und abwechslungsreich, oder?

  5. hllizi sagt:

    Findsde?

  6. Muriel sagt:

    It takes all colors to make a rainbow!

  7. hllizi sagt:

    It don’t matter if you’re black or white!

  8. Muriel sagt:

    I’m not thinking ‚bout your baby, I swear.

  9. madove sagt:

    Oh ja, das war schön!
    Vielen Dank Euch beiden jedenfalls für das schöne Treffen – und die vielen schönen Reiseberichte und Fotos!

  10. Muriel sagt:

    Wir danken, dass du gekommen bist. Hat Spaß gemacht!

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