Wie, welches Geld? Ach so, das. Das … joa … das … hab ich gefunden?

Und dann fuhren wir nach Luxembourg, wo man keineswegs nur Steuern sparen kann, sondern auch noch ein paar andere Sachen, und davon erzähle ich heute.

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Wir kamen abends an und fanden auf der Suche nach einer möglichst innenstädtischen Parkgelegenheit ein Parkhaus unter der offenbar halbwegs neu angelegten Cité Judiciaire, in der sich diverse Gerichte des Landes konzentriert haben.

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Wir waren vor allem hungrig, kamen aber auf dem Weg in geeignete Restaurantgefilde unglücklicherweise noch an ein paar Sehenswürdigkeiten vorbei, die wir pflichtgemäß betrachteten und ablichteten.

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Dies ist zum Beispiel das Musée de la Banque im ehemaligen Staatsbankgebäude. Wir habens nur von Weitem gesehen, aber es machte einen netten Eindruck.

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Dies hingegen ist die Kathedrale Notre-Dame. Die ist spätgotisch, wie ihr sicherlich sofort erkannt habt, und wurde von uns am nächsten Tag noch näher inspiziert. Sah aber auch im Dunkeln schon fein aus, auch von der anderen Seite:

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Und dies hier, ob ihrs glaubt oder nicht, ist schon wieder ein anderes Gebäude, nämlich das Cercle Municipal, ein Verwaltungsgebäude direkt am sehr wichtigen Place d’Armes, der aber keineswegs nur Wurstbuden beherbergt, sondern derzeit einen durchaus gelungenen Weihnachtsmarkt, der im Gegensatz zu allen anderen sogar schon halbwegs in Betrieb war. Yay! Das Bauwerk diente übrigens der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, also der Vorläuferin unserer heutigen EU, die wir ja doch irgendwie alle mögen, als Sitzungs- und Tagungsort, und zeichnet sich architektonisch vor allem durch den hammergeilen Fries aus, den ihr da im oberen Drittel besonders beleuchtet seht und der die Übergabe eines Freiheitsbriefs an die Bürger der Stadt zeigt. Links und rechts daneben sind noch zwei weitere, die ich nicht fotografiert habe, die aber auch ganz nett sind und das Haus in den ost- und westfriesischen Flügel unter… äh,ja.

Vorbei an sehr verdächtigem Obst, einem falschen Feuerspucker und einem irgendwie lustigen Hund führte unsere Restaurantsuche uns schließlich zum Place d’Armes, wo auch wir uns dem eigentlich naheliegenden Wurstthema verweigerten und uns für ein mexikanisches Restaurant einer Kette namens Chi-Chi’s entschieden, mit dem wir zwar zufrieden waren, das aber eindeutig eher Fast-Food war als Gourmetkost. Trotzdem ganz lecker.

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Dessert haben wir dort nicht mehr eingenommen, sondern lieber im Hotel. Das ist nämlich so. Ich habe euch beim letzten Mal noch was verschwiegen. Und ich will ja ehrlich sein. Wir haben bei L’Art Sucré nämlich keineswegs nur das hier gegessen, sondern auch noch was zum Mitnehmen gekauft. Nämlich das hier:

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Das gabs zum Nachtisch, und das war genauso köstlich wie die anderen Sachen, auch wenns uns niemand in 36 kleine Stücke geschnitten hat. Wenn ihr also mal bei L’Art Sucré vorbeikommt, versucht ruhig mal. Für uns hats sich gelohnt.

Als hätte da ein liebender Gott seine schützende Hand im Spiel, begann unser nächster Tag ähnlich erfreulich mit einem wiederum zuckrig-köstlichen Frühstück

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und wieder ohne Wurst. Nach kurzem Schlendern über den Wochenmarkt holten wir uns dann unsere Audioguides ab, die die Touristeninformation erfreulicherweise für vertretbare 7,50 EUR pro Tag verleiht und mit denen man recht nett die Stadt erkunden kann, was wir deshalb auch nun nach bestem Wissen versuchten.

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Zu diesem … vielleicht nicht im herkömmlichen Sinne schönen, aber doch irgendwie gelungenen kleinen Kunstwerk hatte der Guide nichts zu sagen, sehr wohl aber zu den Gebäuden drumrum,

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Ich weiß trotzdem nicht mehr, was das war. An das daneben kann ich mich aber erinnern.

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Das ist nämlich der Großherzogliche Palast, nebst dem womöglich kleinsten Freiluft-Irrgarten der Welt:

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Auf dem Weihnachtsmarkt kauften wir uns keine, was auch immer das gewesen wäre, sondern ein paar leckere Spekuloos-Pops und in meinem Fall eine Portion Spätzle mit Foie Gras zu einem erstaunlich vernünftigen Preis, der auf keinen Fall irgendwelche Rückschlüsse darauf zulässt, dass man einfach nur was edel Klingendes zu einem total billigen Trivial-Gericht schreiben muss, um mich dazu zu bewegen, jede noch so abwegige Summe rüberzuschieben, während der Verkäufer halb fassungslos, halb hämisch und halb mitleidig das Pappschälchen reicht. Ja, das waren drei Hälften. Wenn ich rechnen könnte, hätte ich keine Foie-Gras-Spätzle gekauft. Oder, doch, klar. Waren ja echt nicht teuer. Wenn man bedenkt, wie … Ach egal. Ich bin nicht auf euer Mitleid angewiesen. Ich komm schon klar. Hey, lacht da etwa jemand?

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Ach ihr könnt mich mal gernhaben.

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Das Bild einer sehr hundefreundlichen Stadt hat Luxumbourg uns übrigens auch an diesem Tag immer mal wieder bestätigt.

Und dann gab es auf dem Weihnachtsmarkt natürlich auch noch ein paar echt gruselige Sachen, die ich zum Glück nicht gekauft habe.

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Jaha! Ja-ha! Jetzt seid ihr nämlich froh, dass ich die blöden Spätzle genommen hab, oder? Gebt es ruhig zu. Die musste man wenigstens nicht mit Feuer töten, damit sie nicht die Welt in den Abgrund reißen.

[Public Service Announcement: Weder Überschaubare Relevanz noch Muriel Silberstreif noch die Tochter- oder Partnergesellschaften von überschaubare Relevanz und Muriel Silberstreif befürworten das Töten fremder hässlicher Puppen auf Weihnachtsmärkten mit Feuer. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.]

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Jetzt bei Tag hatten wir vom Place de la Constitution nicht nur einen guten Blick auf die Gelle Fra (Letzebuersch ist eine lustige Sprache), sondern auch noch mal auf das Musée de la Banque, oder wie das hieß.

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Außerdem konnten wir jetzt recht gut erkennen, dass die Wasserspeier am Turm der Kathedrale alle ganz unterschiedliche und gar nicht so schlecht gestaltete Tiere darstellen. Schaut mal genau hin:

Und innen drin war es auch nicht schlecht. Der heilige Joseph scheint zwar ein Problem mit der Impulskontrolle zu haben, aber man muss ihm fairerweise zugestehen, dass kleine Ohrfeigen früher in der Kindeserziehung ja noch Gang und Gäbe waren und er es mutmaßlich nicht besser wissen konnte.

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Der Altar gab vor allem wegen der eindrucksvollen Fenster dahinter auch ein nettes Bild ab.

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Vorbei an nichtssagenden Regierungsgebäuden und zweifelhaften Fenstergittern führte unsere Besichtigung uns nun hinab in die Unterstadt

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und die Sonne allmählich unter den Horizont

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was wir aber nicht so sehr als Problem gesehen haben, weil bei Dunkelheit ja durchaus auch schöne Bilder möglich sind, die man wiederum bei Tageslicht so nicht hinbekommen hätte.

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Nachdem wir mit Mühe und Not noch rechtzeitig unsere Audioguides zurückgebracht hatten, beschlossen wir den Tag in einem sympathischen Café mit süßem Backwerk

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und begaben uns auf die Weiterreise gen Belgien. Aber die Geschichte erzähle ich ein ander Mal.

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3 Responses to Wie, welches Geld? Ach so, das. Das … joa … das … hab ich gefunden?

  1. Julia sagt:

    Ach ja, das ganze Zuckerzeug – und das verdächtige Obst erst… ich liebe es!!
    Vielen Dank für die Kurzweil und die netten Bilder 🙂

  2. Muriel sagt:

    Oh, ich danke für den freundlichen Kommentar.
    Zur Vorbeugung gegen Missverständnisse: Du meinst, du isst diese Art von Obst gerne? So richtig?
    Wir fanden nämlich eigentlich, dass es nicht so aussah, als würde man das mögen, und soweit wir Erfahrungen mit kandiertem Obst haben, waren die auch nicht besonders gut.
    Getrocknetes Obst, das ist was anderes, aber kandiertes… nur in Ausnahmefällen.

  3. Julia sagt:

    Ich wurde heute wegen meiner Speisenwahl schon klischeehaft gefragt, ob ich schwanger bin… also ist mein Geschmack möglicherweise bisweilen etwas schräg. Also ja, kandiertes Obst esse ich gern, so richtig 😉 Aber mengenmäßig geht da natürlich nicht viel, selbst bei mir nicht…

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