Fake-Adventskalender (9): Wie wir sie kennen

So, jetzt kommt hier mal wieder ein bisschen Disziplin rein.

Wir sind hier ja schließlich nicht bei den Braunschweigern.

Es dauert nicht lange, bis das Schrankschloss aufschnappt.

„Nur noch mehr Medizinkram“, sagt das Mädchen, ein bisschen enttäuscht. „Naja, vielleicht könnten wir das ja auch gebrauchen.“

Sie fängt an, Dinge aus dem Schrank einzustecken.

„Ihr habt auch nicht sowas wie nen Beutel, oder einen Rucksack, oder?“

„Wir durften nichts mitnehmen“, antwortet Suresh. Dann legt er Frieder einen Arm um die Schultern und sagt: „Was für ein Schlammassel. Aber immerhin sind wir zusammen, was?“

Schließlich hilft er dem Mädchen beim Einstecken der Medikamente und sonstigen Utensilien, nachdem er sich kurz vergeblich nach einem Beutel umgesehen hat.

„Möchtest du uns eigentlich immer noch nicht deinen Namen verraten?“ fragt er.

„Ich bin Jessi“, antwortet sie.

Ihr wartet ab, und es vergehen zehn Minuten, zwanzig, und dann dreißig ohne ein weiteres Geräusch aus dem Gebäude.

„Hmm… Vielleicht wird’s Zeit, abzuhauen, oder was meint ihr?“ fragt Jessi.

„Jessi“, wiederholt Suresh, lächelt vorsichtig, und sagt: „Dankeschön.“

Auf ihren Vorschlag erwidert er: „Ich denke, du hast Recht. Meine Kehle ist schon ganz trocken, und wir sollten die Ruhe da draußen ausnutzen, schätze ich. Hast du schon viel von dem Gebäude hier gesehen? Hast du eine Idee, in welche Richtung wir gehen sollten?“

„Ich hab noch keinen Ausgang gefunden“, sagt sie. „Wir könnten zu der Tiefgarage zurück, durch die sie mich reingebracht haben, aber ich weiß auch nicht, ob wir da rauskommen.“

„Sagtest du nicht, dass du mit anderen zusammen warst?“ fragt Frieder. „Vielleicht brauchen die ja auch Hilfe?“

„Doch, ja…“ sagt sie mit einer abwehrend wedelnden Handbewegung. „Aber die kommen bestimmt schon irgendwie klar, darum sollten wir uns jetzt nicht auch noch kümmern … oder?“

„Aber vielleicht haben wir alle zusammen bessere Chancen, hier rauszukommen, meinst du nicht?“

„Nee, von denen kann sonst keiner Schlösser aufmachen, glaub ich.“

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