Fake-Advenstkalender (12): Wie wir sie kennen

Na, das hätte ja peinlich werden können. Hab mich heute den Tag über immer weider gefragt, ob ich eigentlich an den Kalender gedacht habe, und nun stellt sich raus: Nee! Hab ich gar nicht! Tse.

Gemeinsam wagt ihr euch ins Treppenhaus und dann hinunter. Als ihr unten durch die Tür in den Korridor tretet, ist die Lautsprecherdurchsage wieder zu hören, die in dem höheren Stockwerk verstummt war. Zurzeit spricht jemand auf Chinesisch.

„Da hinten müssten sie drin sein, wenn sie noch drin sind“, sagt Jessi, und zeigt auf eine der Türen, die zumindest nicht offensichtlich offen steht.

Sie geht zu der Tür, zuckt die Schultern, und klopft.

Jemand ruft von drinnen: „Jessi?! Jessi, bist du das? Mach diese verdammte Tür auf!“

Suresh sieht sie und die Türklinke erleichtert-gespannt-erwartungsvoll an und nickt ermutigend.

Jessi seufzt, kniet vor der Tür nieder, hält kurz inne, um vergeblich die Klinke auszuprobieren, und macht sich dann an dem Schloss zu schaffen, bis es schließlich klickt. Sie steht auf, öffnet mit einer ostentativ schludrigen Ta-daaa-Geste die Tür, wendet sich sofort ab und schlurft ein bisschen weiter in den Korridor.

In dem Raum sieht Suresh eine vielleicht dreißigjährige, auffällig große und kräftig gebaute Frau in einer Kellnerinnenschürze, eine rund zehn Jahre ältere, ebenfalls sehr hochgewachsene Frau mit Brille und ergrauenden dunklen Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hat, einen hageren Mann mit leicht orientalischen Gesichtszügen, zwei Kinder, ungefähr 3 und 6 Jahre alt, eine junge schlanke Frau mit kurzen rabenschwarzen Haaren in Jeans und einem dunkelblauen Hoodie, die auf dem Boden liegt, und eine nicht mehr ganz so junge Frau, ungefähr Mitte 40, rund 1,70 groß, ein bisschen schlampig gekleidet, mit langen, etwas fettigen braunen Haaren, sowie schließlich ein Endzwanziger mit streng zurückgegelten Haaren, einem perfekt sitzenden dunkelblauen Anzug mit makellos, geradezu strahlend weißem Hemd, kombiniert mit einer weinroten Krawatte, und mit glänzend polierten schwarzen Budapester Schuhen. Er wirkt hier dermaßen deplatziert, dass Suresh noch ein zweites und drittes Mal hinsieht, bevor er glauben kann, dass der Mann wirklich da steht.

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