Fake-Adventskalender (13): Wie wir sie kennen

Ohooo, ein Tag mit Unglückszahl … Ob das wohl einen ganz besonderen Rollenspiel-Beitrag bringt, mit besonders schrecklichen, spannenden, gruseligen Ereignissen?

Nö, alles wie immer.

Suresh schaut neugierig zu und dann nach der Öffnung in den Raum hinein, ist dann aber doch erschrocken ob der Vielzahl von Menschen darin. Kurz schaut er stirnrunzelnd zu Jessi, die sich weggeschlichen hat, und nimmt schließlich doch Frieder sanft an der Schulter und betritt mit ihm den Raum, obwohl er sich sehr unwohl fühlt, so im Zentrum des Interesses zu stehen. Als er den beiden Kindern ins Gesicht schaut, lächelt er breit, die anderen schaut er nur freundlich an.

Er schluckt, holt Luft und beginnt mit viel zu leiser Stimme zu sprechen, stockt und fängt noch einmal lauter an: „Hallo, ich bin Suresh. Dies ist Frieder, und wir sind beide heute früh hierher gebracht worden, so wie ihr wohl auch, denke ich.“

Cléo, Vera, David, Nina (Was bei denen bisher geschah, könnt ihr hier noch mal nachlesen.)

Man hört das Seufzen des Soldaten durch seine Schutzmaske, und sieht es an der Bewegung seiner Schultern. Er klingt sehr müde, als er sagt: „Zwingen Sie uns nicht. Ehrlich. Es wird für alle nur schlimmer, wenn Sie‘s jetzt eskalieren wollen.“

„Mama!“ ruft Alex, „Ich hab Angst!“

„Hause!“ jammert Ben, Tränen in seinen Augen.

„Kann sie nicht wirklich einfach mitgehen?“ fragt der Soldat, der die beiden Kinder an den Armen hält.

„Es gibt doch bestimmt irgendeine Ausnahmebestimmung“, sagt der Mann in Anzug und Krawatte mit einem aufmunternden Lächeln, das er selbst wahrscheinlich für viel weniger herablassend und gönnerhaft hält, als es aussieht. „Wollen Sie vielleicht sicherheitshalber noch einmal nachfragen?“

Der Anführer der Männer sieht sich kurz um, schüttelt seinen Kopf und murmelt etwas Unverständliches in seine Maske.>>

„Lasst die beiden hier“, knurrt er. „Ist jetzt nicht so eilig. Vielleicht ist der ja nicht mal richtig krank.“

Sichtlich erleichtert folgen die anderen seinem Befehl und verlassen den Raum, in dem ihr eingeschlossen seid. Ihr hört, wie die Tür von außen abgeschlossen wird, und sich entfernende Schritte.

„Naja“, sagt der Anzugträger. „Geht doch.“

Die schwarzhaarige junge Frau, die mit Nina und den Kindern hergeführt wurde, lächelt ihn an, aber dann schweift ihr Blick in Richtung David, bleibt an ihm hängen, und ihr Lächeln gefriert.

„Sie!“ sagt sie, und blinzelt. „Was machen Sie denn hier?“

David erkennt sie jetzt wieder, und Cléo auch. Zwar hat sie keine Uniform an, sondern einen dunkelgrauen schlabberigen Hoodie, und ihre Haare sind ziemlich zerzaust, aber es ist doch eindeutig die junge Polizistin, mit der er den Kakao getrunken hat.

Aber nicht nur ihre Kleidung und ihre Frisur haben sich verändert. Ihr Gesichtsausdruck und ihr Tonfall machen deutlich, dass sie keineswegs nur überrascht ist, David wiederzusehen. Ihre Lippen beben, ihre Augenlider zucken, und ihr ganzer Körper beginnt zu zittern. Sie scheint zu schwanken zwischen Wut, Entsetzen und einem Heulkrampf.

 

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2 Responses to Fake-Adventskalender (13): Wie wir sie kennen

  1. annikahasi sagt:

    Was für eine spannende Geschichte!
    Ich werde mich hier mal weiter umsehen, hier gefällt es mir! ^^

    Darf ich deinen Blog auf meinem verlinken?

  2. Muriel sagt:

    @annikahasi: Danke für den freundlichen Kommentar. Hier gibt es viele Geschichten, und diese spezielle hier ist die Niederschrift eines Mail-Rollenspiels, das ich gerade mit verschiedenen Leserinnen laufen habe und dessen Anfang du hier findest.
    (Und selbstverständlich darfst du mich gerne überall verlinken, wo du möchtest. Vielen Dank!)

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