Fake-Adventskalender (15): Wie wir sie kennen

Wieder ein bisschen spät. Aber so richtig weihnachtlich wirds doch auch erst, wenns dunkel ist, oder?

Alex zupft an Ninas Ärmel und raunt ihr zu: „Was ist denn mit der Frau los, Mama?“

„Wo ist Jessi?“ fragt Ben.

David schaut mehrfach hilfesuchend in die Runde und schüttelt den Kopf, wobei er sich Mühe gibt, trotzdem verständnisvoll und freundlich auszusehen. Es klappt nur begrenzt.

Als sie stiller wird, sagt er, halb zu ihr, und halb in die Runde, etwas defensiv: „Ich weiß nicht, ob es Zufall ist, aber ich habe jedenfalls nicht im Geringsten vorgehabt, jetzt hier zu sein, das kann ich Ihnen versichern. Ganz im Gegenteil. Man hat uns bei Cléo eingesammelt, ganz unerwartet.“ Stille.

„Ich mußte sogar mein Kaninchen dort lassen!“ fügt er hinzu, um seiner Aussage Glaubwürdigkeit zu verleihen. Der Gedanke an Theo macht ihn nicht fröhlicher.

„Möchten Sie uns nicht – also Sie haben ja offensichtlich immerhin eine Vorstellung davon, was es bedeutet, daß wir beide jetzt hier sind – möchten Sie die vielleicht mit uns teilen? Mein Plan war es jedenfalls nicht.“

Nina guckt von einem zum anderen und fühlt sich, als ob jemand mehrere Knoten in ihr Gehirn gemacht hätte.

„Kann mir mal bitte jemand sagen, worum es hier eigentlich geht?“, sagt sie zu niemand Bestimmten und zieht Ben und Alex näher zu sich heran.

Cléo schließt sich den auffordernden Blicken der anderen an, auch wenn sie kaum glaubt, dass die junge Frau etwas Sinnvolles beitragen kann. Sie ist erschrocken darüber, wie sehr sich ihr Zustand in der kurzen Zeit, seit sie im Café war, zum Nachteiligen verändert hat. „Soweit ich das überblicke, ist David genauso unfreiwillig hier wie wir alle.“, wirft sie ein.

Die schwarzhaarige junge Frau macht ein paar Schritte auf Nina zu und redet besorgniserregend eindringlich auf sie ein: „Ich kenne den Mann. Ich habe … Wir … Ich habe gegen ihn ermittelt, und ich hatte schon  … Ich hatte ihn beinahe, und jetzt bin ich auf einmal hier, und er auch, und Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das ein Zufall ist, oder?“

Sie sieht in die Runde und wirft insbesondere Etienne ein entschuldigendes Lächeln zu.

„Das klingt bestimmt … Das klingt bestimmt total eigenartig“, sagt sie, und fährt sich mit einer Hand durch ihre kurzen schwarzen Haare, „Aber es kann doch kein Zufall sein, oder? Dass gerade jetzt auch die Apotheke nicht mehr …“ Ihr Atem wird schneller, und sie blinzelt heftig, bevor sie ihr Gesicht in ihren Händen vergräbt und sich in eine Hockposition auf den Boden sinken lässt.

„Und Sie haben wirklich keine Ahnung, wovon sie redet?“ fragt Etienne David.

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