Fake-Adventskalender (17): Wie wir sie kennen

Nur noch eine Woche bis Heiligabend. Und trotzdem frag ich nicht, ob ihr schon alle Geschenke zusammen habt. Ist mir nämlich piepegal. Es sei denn, ihr habt was für mich. Das wäre natürlich schon irgendwie interessant. Ihr wisst ja, wie ihr mich erreichen könnt, oder?

Etiennes Gesichtszüge spannen sich in dem sichtbaren Versuch an, eine entnervte Grimasse zu unterdrücken.

„Na kommen Sie“, sagt er. „Ihnen wird doch wohl wohl aufgefallen, dass das Kind krank ist. Wann haben die Symptome angefangen?“

„Bis gestern Abend war alles ok.“ Nina hat plötzlich das Gefühl, als ob sich der Boden unter ihren Füßen in Gelee verwandelt. Hilfesuchend guckt sie Etienne an und streckt ihre Arme aus, um irgendwo einen festen Punkt zu finden, an dem sie sich festhalten kann.

Etienne nickt nachdenklich und tritt einen Schritt zurück, als wäre er sich trotz eigentlich ausreichender Distanz nicht ganz sicher, ob nicht die Gefahr besteht, dass Ninas Arme ihn erreichen.

„Na gut“, sagt er. „Da kann man wohl nichts machen.“ Nach einer längeren Pause murmelt er noch ein „Tut mir leid“, ohne Nina dabei anzusehen.

Er wendet sich wieder der jungen schwarzhaarigen Frau auf dem Boden zu, kniet neben ihr nieder, sorgsam darauf bedacht, mit seinem Knie nicht tatsächlich den Boden zu berühren, und legt seine rechte Hand auf ihre linke Schulter.

Sie grinst ihn dankbar an und legt wiederum eine Hand auf seine.

„Sehen Sie, wie er uns die ganze Zeit beobachtet?“ flüstert sie ihm mit einem Blick in Davids Richtung zu.

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