Fake-Adventskalender (19): Wie wir sie kennen

Uuuuuund schon wieder Freitag!

Was auch immer das im Einzelnen für euch bedeutet. Hab ja keine Ahnung.

„Was zur Hölle?“ murmelt Etienne und stößt ein künstliches Lachen aus. „Wird das Krankenhaus angegriffen?“

Vera hat auf einer der Liegen gedöst und ihre Mitgefangenen so wenig wie möglich beachtet. Als draußen die Stimmen zu hören sind, richtet sie sich halb auf und lauscht angestrengt, versteht aber ebenso wenig wie Etienne. Mit einem genervten Seufzen will sie sich gerade zurücksinken lassen, als die Explosion den Raum vibrieren lässt. Sie springt auf und starrt mit fassungslosem Blick auf den Spalt in der Wand.

Aus undefinierbaren Gedankengängen hochgeschreckt, ist Cléo im ersten Moment etwas orientierungslos, als einen Meter neben ihr die Wand aufbricht. Sie starrt kurz den Riss an, dann Etienne, dann die Tür. „Wir sollten hier ganz, ganz dringend raus“, sagt sie mit der langsamsten und beherrschtesten Stimme, die ihr zur Verfügung steht.

Nina schreckt hoch und ist im ersten Augenblick vollkommen desorientiert. Sie sucht mit ihren Blicken den Raum nach ihren Kindern ab und rennt dann unvermittelt zu der Wand, in der sich der Spalt aufgetan hat. Einen Moment lang sieht es so aus, als ob sie mit ihren Händen versuchen will, den spalt weiter zu vergrößern, dann wimmert sie kurz etwas Unverständliches und sinkt teilnahmslos neben dem Spalt zu Boden.

David, der auf die Explosion damit reagiert hat, mit einem ziemlich unwürdigen Quieken fast von seinem Feldbett zu fallen, springt auf, drückt die Schultern durch und bemüht sich, souverän und planvoll auszusehen, was durch die völlige Abwesenheit eines Plans aber ein bißchen erschwert wird.

Ninas Blick wird auf der Suche nach Alex und Ben schnell fündig, denn die beiden klammern sich angstvoll an ihre Beine. Ben sieht wirklich nicht gut aus. Seine Nase läuft, und über seinem Mund hat Schleim verkrustet, seine Augen sind blutunterlaufen, und er atmet schwer und verzerrt jedesmal schmerzerfüllt das Gesicht, wenn er – leise und vorsichtig – hustet. Sein Bruder zuckt jedesmal zusammen und vermeidet es merklich, in Bens Richtung zu schauen.
Etienne wendet sich Cléo zu.
„Wunderbare Idee“, sagt er, und ihr seid nicht ganz sicher, aber es schient so, als würde er gar nicht unbedingt spöttisch klingen wollen, kommt aber trotzdem so rüber: „Haben Sie eine Ahnung, wie?“
Die schwarzhaarige Frau kauert am Boden, starrt mit weit aufgerissenen Augen um sich und flüstert etwas Unverständliches in sich hinein.
Von draußen hört ihr nach kurzer Zeit die ersten Schüsse, zuerst einzelne, dann kurze Salven aus vollautomatischen Waffen. Diese Phase dauert aber nicht lange. Nach rund fünf Sekunden sind kaum noch Befehle und Rufe zu hören, sondern nur noch Schreie und Wehklagen, kurze Zeit später erklingt der letzte Schuss, dann herrscht wieder Stille, abgesehen von der Lautsprecherdurchsage, die nun mit einem relativ lauten Rauschen unterlegt und deshalb noch schwerer verständlich ist.
Vielleicht hat die Explosion das Soundsystem bechädigt.

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