Fake-Adventskalender (24): Wie wir sie kennen

Uuuuuuuuund letztes Türchen. Das ist jetzt ein bisschen doof, weil die Geschichte ja noch gar nicht zu Ende ist. Na gut. Dafür könnt ihr euch selbst ausdenken, was noch alles passieren soll. It doch auch schön, oder?

Vera wirft Etienne einen entsetzten Blick zu und folgt Cléo zurück zur Tür.

Frieders Gesichtszüge verraten, welchen Schmerz auch er bei dem Anblick des kleinen Jungen verspürt. Er ringt sichtlich mit sich, als er abwägt, wie er reagieren soll. Erst als er bemerkt, dass Nina ein klein wenig ruhiger zu werden scheint, sich ihrer Umgebung wieder mehr bewusst wird und beginnt, Alex zu trösten, während ihre andere Hand nach wie vor Bens Kopf und Wange streichelt, tritt er langsam und ruhig von der Seite her auf sie zu, und legt seine großen, warmen Hände beiden auf die Schultern. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie alle in dieser Position verharren. Aber selbst wenn jemand der anderen vorgehabt hätte, sie zur Eile anzutreiben, hätte sie Frieders Haltung und Blick sicherlich innehalten lassen. Als Suresh seine Gebete gesprochen hat, rappelt er sich langsam wieder auf und wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Er steht einen Moment wieder rat- und hilflos da, doch dann atmet er tief durch und lässt seinen Blick zu den anderen schweifen. Er lächelt ihnen traurig zu und geht dann eine der Flaschen holen, um Nina und Alex etwas zu trinken anzubieten. Er kniet sich neben sie und vollführt eine Verbeugung und Geste, die, auch wenn sie die anderen nicht verstehen mögen, seine Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Dann legt er seine Hand auf Ninas und spricht sie mit fast geflüsterter Stimme an: „Nina? Es tut mir unendlich leid. Ich wünschte, es gäbe irgendetwas, das ich tun könnte, um euch zu helfen. Bitte sag es mir, wenn es etwas gibt, ja?“ Er gibt ihr einen Moment und fährt dann dort: „Das hier ist eine entsetzlich schwere Situation, aber wenn du kannst, dann sollten wir aufbrechen, fürchte ich. Wir wissen nicht, wie lange wir hier noch sicher sind und gerade haben wir eine gute Gelegenheit, von hier zu fliehen.“

Vera ist abwartend in der Nähe der Tür stehen geblieben. Sie  hat nicht das Gefühl,  in dieser Situation irgendwie helfen zu können.

Cléo nähert sich der Gruppe, bleibt aber in respektvollem Abstand stehen. „Nina, das tut mir so leid“, sagt sie leise.

David, der ratlos neben Nina stand, überlässt sie dankbar Frieder, der das Ausstrahlen von Trost, Ruhe und Kompetenz deutlich besser zu beherrschen scheint als er selber.

Er findet in der Bauchtasche seines Kapuzenpullis ein zerknautschtes Karamellbonbon und will es Alex hinhalten, entscheidet sich aber doch glücklicherweise grade noch dagegen und macht einen unschlüssigen Schritt zu den andern in der Tür. Er murmelt Zustimmung, als Frieder Nina zum Aufbruch auffordert.

Nina sieht Suresh unschlüssig mit geröteten Augen und noch immer bebenden Lippen an.

„Ich kann“, presst sie mühsam hervor, „Ich kann ihn – ich kann ihn doch nicht einfach – ich – ich …“

„Mama?“ flüstert Alex unsicher. „Mama, was …?“

Der Rest seiner Worte geht im Krach des Feuers einer mutmaßlich großkalibrigen vollautomatischen Waffe unter, der nicht ganz leicht zu orten ist, eurer Meinung nach aber von oben zu kommen scheint, gefolgt von einer grummelnden Erschütterung, die ihr als Zusammenbruch eines Teils des Gebäudes wertet.

„Halt, wo wollen Sie denn-?“hört ihr Etienne draußen rufen, dann: „Dauert das da drinnen noch lange?“

Angesichts der Erschütterungen beschließt Cléo, dass sie für respektvollen Abstand keine Zeit mehr haben, und nähert sich Nina noch ein Stück. „Nina, hast du das Krachen gehört? Ich fürchte, wir haben nur noch wenig Zeit. Suresh hat Recht.“ Sie spricht betont ruhig und langsam, um Nina zu erreichen. „Du und Alex und wir übrigen, wir sollten jetzt gehen.“

Suresh zuckt fürchterlich zusammen, als er das Donnern und Beben vernimmt und es bereitet ihm einige Mühe, ruhig und gefasst zu klingen als er zu Cléos Bemerkung noch ergänzt: „Wir werden zu Ben zurückkommen, sobald es möglich ist, aber jetzt müssen wir erst einmal an unser aller Sicherheit denken.“

David läuft zur Tür, schaut sich suchend nach Etienne um und ruft: “Nein, wir kommen…!“ – ein besorgter Blick zu Nina, dann wieder nach draußen – “Was war das?“

Es wird wirklich Zeit, hier rauszukommen. Vera betrachtet Nina zweifelnd und versucht, ihre Verfassung einzuschätzen. Kann sie sich von dem Kind trennen? „Wir könnten ihn auch mitnehmen, er scheint nicht viel zu wiegen.“ sagt sie leise.

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