Fake-Silvesteradventskalender (25): Wie wir sie kennen

Nachdem ja beim ersten Versuch alles gut gegangen ist, mache ich mal, was Esel halt tun, wenns ihnen zu wohl wird: Ich gehe aufs Eis und schaue, ob ich auch bis Silvester noch genug Material habe. Im schlimmsten Fall schreibe ich in die letzten Türen halt irgendwas anderes. Oder die Rollenspielrunde muss sich halt ein bisschen ins Zeug legen. Machen wir uns nichts vor, sogar wenn wir nicht frei haben, ist zwischen den Feiertagen doch eigentlich nichts zu tun. Sogar in Krankenhäusern gehts doch erst Silvester wieder richtig los, man weiß doch, wie das läuft.

Nina sieht Vera an, ihre Lippen zittern, und ihre Brauen ziehen sich eng zusammen, bevor sie erneut schluchzt und ihren toten Sohn an sich drückt. Sie ist jetzt nicht mehr so laut wie zuvor, aber ihre stille Verzweiflung wirkt eher noch anrührender.

Von rechts, der Richtung entgegengesetzt des Ganges zur Tiefgarage, hört ihr näherkommende Geräusche, aufeinanderfolgende dumpfe Schläge, als würde jemand mit einem sehr großen Hammer auf den Beton des Gebäudes einprügeln.

„Sie kommen!“ stößt die junge Frau mit den schwarzen Haaren hervor, und ihre Stimme bebt vor Angst, überschlägt sich und klingt albern kieksig, als sie wiederholt „Sie kommen! Wir müssen weg hier!“

Sie folgt Etienne in Richtung der Tiefgarage.

Veras Vorschlag ist gar nicht so übel, aber sie scheint ihn nicht selbst umsetzen zu wollen. Cléo denkt an die Lieferkisten, die sich gelegentlich im Café schleppt, und gibt sich einen Ruck. „Ich trage ihn ein Stück, WENN wir sofort losgehen und mich bald jemand ablöst.“ Wie schwer kann so ein Kind schon sein?, denkt sie. Sie bewegt vorsichtig ihre Hand Richtung Bens Schulter und schaut Nina fragend an.

David steht unschlüssig in der Tür und schaut erst in die Richtung, aus der die Schläge kommen, dann Etienne und der jungen Frau nach.

Er ruft ungeduldig in den Raum: „Ja, gut, ich kann dich ablösen, kommt, wir müssen wirklich hier raus, das kommt näher!!“ und macht fluchtreflexgesteuert ein paar Schritte den Gang lang, will aber nicht den Kontakt zu der Gruppe im Zimmer verlieren und bleibt stehen.

„Ich helfe auch mit. Na kommt, ihr zwei, es wird Zeit, dass wir aufbrechen.“ Suresh reicht Nina und Alex seine Hände, um ihnen aufzuhelfen.

Vera zieht ein Laken aus dem zusammengerollten Bettzeug und breitet es auf einer der Liegen aus. „Hier, damit geht es besser. Legen sie das Kind da drauf. Schnell jetzt, ich helfe Ihnen.“

Nina schaut kurz verwirrt in die Runde, ihr Gesicht nass, ihre Augen gerötet und verquollen. Dann fällt ihr Blick auf Alex. Langsam steht sie auf, legt einen Arm um ihn und murmelt: „Ja… Danke… Ich … Nein, ich … Machen Sie sich nicht die Mühe… Wir müssen hier weg, Sie haben Recht… Aber danke…“

Unsicher, zögerlich führt sie Alex in Richtung der Tür zum Flur.

Die Schläge kommen weiterhin näher, in einem regelmäßigen Rhythmus, der euch an Schritte erinnert. Aber wessen Schritte sollten solche Geräusche verursachen? Aus der Richtung der Tiefgarage hört ihr einen Schrei. Die Stimme klingt männlich, und zwar nicht besonders nach Etienne, aber andererseits hat das in Anbetracht der Umstände vielleicht nicht viel zu sagen.

Erleichtert über Ninas Entscheidung folgt Vera den anderen zur Tür, wirft einen unschlüssigen Blick in Richtung des näherkommenden Lärms und wendet sich dann Richtung Tiefgarage.

„Äh… okay. Gut.“ Noch leicht irritiert konzentriert Cléo sich auf die nächste anstehende Katastrophe – wenn es tatsächlich Etienne war, der geschrien hat, dann befürchtet sie richtig Übles – und folgt den anderen nach draußen.

David ist erleichtert, als die anderen aus den Raum kommen und läuft los in Richtung der Tiefgarage, in einem moderaten Tempo, das daraus resultiert, dass er wirklich dringend vor den Schlägen weglaufen will, aber andererseits nicht mehr überzeugt ist, ob diese Richtung sicherer ist.

Suresh versteht Ninas plötzlich geänderte Entscheidung nicht, aber andererseits ist er gerade auch völlig überfordert mit der Situation. Er zögert immer noch, als die anderen schon den Gang hinuntereilen. Dann hebt er sachte den kleinen Jungen auf die Liege und schlägt das Laken über ihn. Er hätte sich gerne mehr Zeit genommen, aber er fürchtet, dass er den Anschluss an die Gruppe dann ganz verlieren könnte, darum schultert er sein Bündel eilig und läuft dann los, um die anderen einzuholen.

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