Nicht sinnlos

Ich habe das schon öfter angedeutet, aber ich finde, es ist durchaus wert, einen eigenen Beitrag zu erhalten: Ich finde, Atheisten könnten sich ein bisschen mehr mit der ihnen oft vorgeworfenen Sinnlosigkeit einer Welt ohne Götter auseinandersetzen.

Nicht nur, weil es eine empörende Ironie ist, dass die Protagonisten der Religionen uns – ich benutze das Wort ausdrücklich mit der angemessenen Distanzierung von jeder Tendenz, Atheisten als homogene Gruppe zu beschreiben – sagen, sie würden einen Sinn im Leben, in der Welt, im Universum, der Existenz bieten, den unser Unglaube negiert, obwohl ungefähr das Gegenteil der Fall ist; sondern auch, weil ich mir vorstelle, dass es sehr wichtig ist, vom Ergebnis her.

Weil ich den Eindruck habe, dass viele Gläubige sich so sehr mit Händen und Füßen gegen die Einsicht wehren, dass ihr Glaube nicht zu rechtfertigen ist, weil sie fürchten, dann wäre alles, was sie bisher gemacht haben, sinnlos gewesen, und alles, was sie noch tun können, und alles überhaupt. Weil ihnen die Autoritäten ihrer jeweiligen Religion das ja auch weitgehend unwidersprochen und teilweise sogar von Atheisten bestätigt immer wieder erzählen dürfen. Und das macht es natürlich erst recht schwer, sich offen mit dem Gedanken zu befassen, man könnte sich irren. Deshalb halte ich es für eine wichtige Aufgabe, zu sagen:

Es ist nicht sinnlos, zu beten.

Es ist nicht sinnlos, Gottesdienste zu besuchen.

Es ist nicht sinnlos, Feste zu feiern.

Es ist nicht sinnlos, andere Menschen zu lieben und ihnen Gutes zu tun.

Zumindest, solange man es gerne tut. Gebete können wir dafür nutzen, uns unserer Gefühle und Überzeugungen zu vergewissern, in Ruhe über Probleme nachzudenken, die Hektik des Alltags zu verlassen. Gottesdienste können uns das Gefühl geben, zu einer Gemeinschaft zu gehören, und Rituale können uns das beruhigende Gefühl von Struktur, Ordnung und Verlässlichkeit vermitteln, und so weiter.

All diese Dinge sind nicht sinnlos. Sie sind nur nicht verpflichtend. Sie haben ihren Sinn nur nicht im Willen irgendeiner (all)mächtigen nichtmenschlichen Entität oder in irgendeiner abstrakt-absoluten Vorstellung von Gut und Böse, Falsch und Richtig, im Sinne eines objektiv feststellbaren einzigen Zwecks, dem alle Realität dient. Sie haben ihren Sinn dort, wo ich mir wünschte, dass alle Menschen lernen könnten ihn zu suchen: In uns. In dir, in mir, in unseren Freund(inn)en, in unseren Mitmenschen; vielleicht sogar in deiner Mudder.

Und genau das Gegenteil ist es aber, was nach meiner Erfahrung die Apologeten der Religionen uns zu lehren versuchen: Sie wollen uns lehren, dass Sinn und Zweck und Richtig und Falsch und Gut und Nichtsogut nur in dieser Entität, nur in metaphysisch-übernatürlich-göttlich-transzendentem Blahfasel wohnen, und dass wir all jenes verlieren, wenn man uns dieses wegnimmt. Sie verkünden, dass nur mit ihrem Gott, mit ihrem Glauben alles einen Sinn hat, und dass wir alle diesen Sinn brauchen, weil unser Leben ohne ihn leer wäre. Und damit leugnen sie den Sinn, den wir in uns selbst finden, und in unseren Mitmenschen, und würdigen ihn herab, und uns alle gleich mit.

Dabei ist so wichtig, das zu verstehen. Denn nur wenn ich verstehe, dass der Sinn des Lebens, unserer Leben, all unserer Handlungen, in uns zu finden sein sollte, dann kann ich sinnvoll evaluieren, ob mein Gebet eine gute Sache ist, weil es mir hilft, zu besseren Antworten auf meine Fragen zu kommen, oder ob es vielleicht eine schlechte Sache ist, weil es mir nichts gibt und ich lieber noch eine Runde Kaizo Mario spielen möchte, weil mir das viel besser beim Entspannen hilft. Und dann kann ich sinnvoll entscheiden, wie ich mit anderen Menschen umgehe, und eben, was richtig ist und was falsch, was gut und was böse, was eben sinnvoll oder sinnlos ist.

Wenn ich bisher religiös war und meinen Glauben aufgebe, dann muss ich damit nicht alles aufgeben, was mir daran gefallen hat und was mir darin wichtig war. Ich darf das alles weitermachen, und ich darf es sogar sinnvoll finden. Weil es das vielleicht sogar ist. Ich darf mich aber auch fragen, ob es das für mich wirklich ist, und wenn ich dann lieber aufhören möchte, dann darf ich, und darf mir was anderes suchen. Etwas mit mehr Sinn.

Und sogar wenn sich eines Tages herausstellt, dass Ron Hubbard die ganze Zeit über recht hatte, würde sich daran nichts ändern, denn dass wir unseren Sinn in uns finden müssen, wenn er echt sein soll, ist sozusagen redundant, ist definitionsgemäß wahr, und dass Religionen uns etwas anderes lehren, gehört meines Erachtens zu den schlimmsten und grässlichsten Vergehen, die man ihnen vorwerfen kann.

Oder was meint ihr?

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27 Responses to Nicht sinnlos

  1. madove sagt:

    Ich mag diese Herangehensweise sehr und finde sie deutlich einleuchtender, befreiender, ermutigender, und, hmja, sinnvoller als alles, was mir bisher von religiöser oder auch anderweitig organisiert sinnstiftender Seite her nahegelegt worden ist.

  2. SalvaVenia sagt:

    Stellvertretend für alle Religionen gibt es einen wunderbaren Vers aus dem Koran:

    Es soll kein Zwang sein im Glauben. (2:257)

    Kann man aufrichtigen Herzens mehr zu diesem Thema sagen? Weder Religionen noch Religionsstifter schließlich können verantwortlich gehalten werden dafür, welchen Verwerfungen ihre Lehre nach Ihnen unterworfen wurde. Wenn heuer weder Gelehrte noch Suchende über korrektes Wissen um ihre geistigen Grundlagen besitzen, sondern offensichtlich lediglich verfälschter Lehre und Meinung folgen und damit Religionsbetrieb betreiben anstelle von Religion, scheint es eher unmöglich, innerhalb des Systems zu Lösungen zu gelangen.

    insofern bedarf es wohl einer Richtigstellung respektive Präzisierung Ihrer Religionskritik.

    Herzliche Grüße
    Der Salva

  3. Muriel sagt:

    @madove: Besten Dank!
    @SalvaVenia: Hmm… Ich denke, man kann eine Menge mehr zu diesem Thema sagen, und sollte wohl auch, denn in meinen Augen sind Religionen für allerlei schlimme Dinge verantwortlich, weil sie sie ihrer Wesensart nach provozieren und für gut heißen. Dazu gehört eben auch das, was ich ihnen hier vorwerfe.

  4. hampel sagt:

    Ich finde es immer noch vollkommen unverständlich wie
    1)Soviele Menschen einen wohl übergeordneten Sinn im Leben brauchen und
    2) Nicht zu erkennen, wie unvorstellbar grauenhaft und beängstigend es wäre wenn wir unser Leben an einem vorgegebenen „Sinn“ ausrichten müssten. Wir müssten quasi unser „Menschsein“ aufgeben und wären Maschinen die alles opfern um dieses EINE Ziel zu erreichen.
    Könnten wir, als freie Menschen, diesen Sinn überhaupt akzeptieren oder würden wir dagegen nicht rebellieren (müssen)?
    Welchen Sinn hätte eine Gemeinschaft mit Gott? Welchen Sinn hätte Gott…ad infinitum

    @muriel

    So gerne ich dir zustimmen würde, ich denke jemandem zusagen
    „Ein Gebet ist nicht sinnlos“ etc, ist bestenfalls playing with semantics.
    Sinn(-los) mag hier verstanden werden als „es ist nicht umsonst etwas zu tun = es kann gute Folgen haben“.
    Das wird „dem Sinn“ nur bedingt gerecht, geht es doch um einen intrinsischen Wert der einer Sache/Beschäftigung innewohnt.
    Vgl „zweckmäßig/ sinnhaft“
    Oder um es in unser aller Lieblingssprache zu formulieren.
    Something makes SENSE –/– the MEANING of life 🙂

  5. Muriel sagt:

    @hampel: Ich sehe das ein bisschen anders, denn ich denke schon, dass für viele Leute ein Gebet durchaus einen Sinn hat, namentlich dass es ihnen hilft, Fragen zu reflektieren und ruhiger über Dinge nachzudenken. Soweit ich weiß, ist diese Wirkung sogar nachgewiesen.
    Das ändert natürlich nichts dran, dass die Überzeugung, mit einer mächtigen übernatürlichen Entität zu reden, ein Irrtum ist, und als solcher auch Nachteile mit sich bringt, die je nach genauer Ausgestaltung durchaus signifikant sein können und die Vorteile überwiegen.
    Uns es ändert auch nichts dran, dass mutmaßlich mit der entsprechenden Geisteshaltung ein Selbstgespräch ohne diese Überzeugung die gleiche oder eine ähnliche positive Wirkung hat und deshalb vorzuziehen wäre.
    Aber dadurch werden Gebete ja nicht gleich sinnlos, und man ist durch nichts verpflichtet, damit aufzuhören, nur weil man seine Religion aufgibt.
    Insofern kann man sicherlich meine Formulierung als unvollständig kritisieren, aber ein bisschen mehr als semantische Spielerei ist sie in meinen Augen doch.

  6. Muriel sagt:

    @hampel: Und jetzt gerade wird mir klar, dass du wohl eher was anderes meintest. Dann bin ich aber nicht ganz sicher, was.

  7. hampel sagt:

    @muriel

    Es hat irgendwie meinen Kommentar abgeschnitten.hmz..

    ich meine kurz gesagt einfach, dass Sinn hier etwas unscharf definiert ist.

    Ich bin ganz bei dir, es kann auch „Sinn machen“ zu beten auch wenn es keine höhere Macht gibt.
    Was ich aber „kritisiere“ ist eigentlich die Begriffsverschiebung. Sinnvoll kann in deinen Beispielen durch z.b. nützlich ersetzt werden.

    Den Sinn des Lebens eines Christen, namentlich in Gemeinschaft mit Gott zu sein, kann es aber natürlich nicht mehr erfüllen.
    Dieser tiefe, intrinsische Sinn fehlt unwiderruflich.
    Ich denke, das ist ein Unterschied und ein Problem und auch Christen bewusst.

    Wird sich ein religiöser Zweifler , auf der Suche nach einem Sinn im Leben, wirklich damit beruhigen lassen, dass seine Rituale „nützlich“ waren und sind?

    Als ehemals Gläubiger wage ich es zu bezweifeln. Angst im Prozess des zweifelns macht die Hölle ,die auf Ungläubige wartet. Angst macht eine kalte, zwecklose Welt ohne eine strenge moralische Führung von .

    Wie gesagt, ich bin kein Fan von „Sinn“ schon gar nicht von Sinn des Lebens .
    Ich denke, man sollte Gläubige eher damit konfrontieren wie bescheuert solch ein Konzept ist, nicht solche Hilfskrücken hinhalten. Bin da vielleicht auch einfach etwas arg negativ geprägt, sei also nicht zu böse mit mir 🙂

  8. Muriel sagt:

    @hampel: Ich wäre doch niemals böse mit jemandem, der/die so sinnvolle kluge Kommentare schreibt.
    Bei solchen Fragen kann ich mich natürlich leicht irren, denn ich war nie religiös und ticke darüberhinaus grundsätzlich eher kühl und rational. Würde ansonsten aber annehmen, dass es bei den Gläubigen auch solche und solche gibt und habe halt schon den Eindruck, dass viele auch die Aussicht schreckt, dass sie dann keinen Grund mehr haben, Weihnachten zu feiern, obwohl sie das doch so gerne machen, um es mal bewusst banal zu verbeispielen. Und auch beim Lebenssinn finde ich, dass es sich lohnt, deutlich zu machen, dass der nicht verloren geht, wenn man eine Religion aufgibt, weil (und das ist vielleicht eher dein Anliegen?) der angebliche tiefe, intrinsische Sinn, den die vorgeben zu liefern, ebenso wie das absolute moralische Fundament eine Illusion ist, und das auch dann wäre, wenn die fragliche Gottheit existierte, und weil das Leben aber durchaus trotzdem sinnvoll und erfüllt sein kann, wenn man nur die richtige Perspektive findet. Oder so.
    Weißtuischmein?

  9. sapere aude sagt:

    Find ich prima, was Du schreibst, vor allem das mit dem Sinn und der Bedeutung von Gebeten und Gottesdiensten. 🙂

    Nur eine kleine Ergänzung:

    Du schreibst:

    Und genau das Gegenteil ist es aber, was nach meiner Erfahrung die Apologeten der Religionen uns zu lehren versuchen: Sie wollen uns lehren, dass Sinn und Zweck und Richtig und Falsch und Gut und Nichtsogut nur in dieser Entität, nur in metaphysisch-übernatürlich-göttlich-transzendentem Blahfasel wohnen, und dass wir all jenes verlieren, wenn man uns dieses wegnimmt.

    Das würde ich jetzt nicht so unterschreiben. Ich denke eher, dass Religion lediglich eine abstrahiert-mythologisierte Form von Lebenshilfe ist.

    Diese „Entität“ ist eher ein so ein heuristischer Kernbegriff an den man all das binden kann, das sich in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden als hilfreich in der Prioritätensetzung im Leben von Menschen herausgestellt hat. Man muss sich an diese Verhaltensempfehlungen nicht halten. Aber das hat halt unter Umständen unschöne Konsequenzen, die man dann teils körperliche spüren kann.

    Man kann das am Beispiel der Todsünden verdeutlichen. Man könnte die jetzt für einen völlig willkürlich aufgestellten Verhaltenskodex halten, mit dem man die Leute einfach so aus Langeweile beschäftigt. Aber wenn man sich das mal genau beschaut, erkennt man, dass man, wenn man all diese Todsünden ausführlich begeht, sich danach äußerst schlecht fühlt.

    Du schreibst:

    Sie verkünden, dass nur mit ihrem Gott, mit ihrem Glauben alles einen Sinn hat, und dass wir alle diesen Sinn brauchen, weil unser Leben ohne ihn leer wäre. Und damit leugnen sie den Sinn, den wir in uns selbst finden, und in unseren Mitmenschen, und würdigen ihn herab, und uns alle gleich mit.

    Ich würde es so formulieren: Mein Leben hat mit meinem Gott, den ich auch mit anderen teile, einen tieferen Sinn, weil es eine gewisse Richtung bekommt, die mir Zuversicht gibt. Ich erlebe das als so positiv und hilfreich, dass ich denke, dass doch auch andere Menschen, die sich auf der Suche befinden einen solch hilfreichen Leitfaden gebrauchen könnten. Das entwertet andere Lebensentwürfe nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Menschen glücklich damit sind. Aber wer unglücklich ist, dem kann man vielleicht mit der christlichen Botschaft ein wenig weiterhelfen … ?!

  10. Muriel sagt:

    @sapere aude: Ich lasse das mit deinem unterstellten Einverständnis mal unkommentiert so stehen und alle Lesenden selbst entscheiden, wie sie das denken.

  11. sapere aude sagt:

    … was bedeutet, dass Du meinen Kommentar nicht weiter kommentieren wirst, weil Du mir schon in meinem Blog viel Glück mit meinem Sonderglauben – über den sich keine weitere Auseinandersetzung lohnt – gewünscht hast … ??? 🙂

  12. Muriel sagt:

    @sapere aude: So ähnlich. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir einander nichts mitzuteilen haben.

  13. sapere aude sagt:

    Och, ich denke schon. Wir werden sehen 🙂

  14. Muriel sagt:

    Dann sollte ich es vielleicht doch noch mal erklären, damit wir nicht beide unsere Zeit verschwenden: Meines Erachtens ist deine Methodik ungeeignet. Solange wir da nicht zusammenfinden, hat es keinen Sinn, über die Resultate diskutieren zu wollen. Und dass wir da nicht mit vertretbarem Aufwand zusammenfinden, haben mir die kläglichen Versuche in deinem Blog recht überzeugend gezeigt. Ich würde deshalb auf weitere Versuche verzichten, weil es einfach schade drum wäre.

  15. sapere aude sagt:

    Klägliche Versuche? Mh, das lese ich mal als Entwertung. Du meinst, dass mir Deine Position überlegen ist? Meine Methodik ist ungeeignet? Heißt das, Deine Methodik sei geeignet? Welche Methodik? Wofür?

    Ich versuche, Deine kryptischen Randbemerkungen zu interpretieren, da Du selbst offenbar in dieser Frage nicht so gern präzise wirst. Ich verstehe Dich so, dass Du die Auseinandersetzung mit mir überflüssig findest, weil Du meinst:

    „Die Hypothese, dass ein Gott existiert, ist entweder überprüfbar, oder egal.“

    Ein Gott muss also naturwisschenschaftlich überprüfbar (d.h. in seinem Verhalten als vorhersag- und falsifizierbare physikalische Entität) existieren, sonst existiert er nicht. Ein Gott als innerpsychisches Kollektivphänomen ist eben kein Gott, sondern eine Massenpsychose.

    So in etwa?

    Oder bin ich einfach generell zu ungebildet und der für diese Frage relevanten (und mir völlig unbekannten Geheim-)“Methodik“ schlicht nicht mächtig, weshalb eine Auseinandersetzung mit mir ante hoc schlicht Zeitverschwendung und Deiner nicht würdig ist?

    Bitte hilf mir! 🙂

  16. Muriel sagt:

    @sapere aude: Siehst du. Das meinte ich.

  17. sapere aude sagt:

    Was? Dass ich Deine Hilfe suche, die Du mir nicht geben willst?

  18. Muriel sagt:

    Dass wir nicht kommunizieren. Ich bin jetzt raus.

  19. sapere aude sagt:

    Du kommunizierst nicht. Und ich weiß auch warum. 🙂

  20. Mycroft sagt:

    Ich glaube an Gott, weil ich mich so entschieden habe*. Mit meiner Suche nach Sinn im Leben hatte das nicht zu tun, weil ich danach nicht suchte. Als Kind und Jugendlicher hielt ich „Sinn“ in dem Zusammenhang für ein Chiffre für: „Fleißig arbeiten und machen, was andere erwarten.“, aber inzwischen für ein völlig verschwurbeltes Konzept für Leute, denen „Gott“ nicht abstrakt und unvorstellbar genug ist.

    Ich sag nur „42“.

    * Wenn es egal ist, ob Gott existiert, kann ich genauso gut an ihn glauben.

  21. Muriel sagt:

    @Mycroft: Funktioniert das generell bei dir so? Du kannst dir aussuchen, ob du an Sachen glaubst oder nicht?

  22. Mycroft sagt:

    Generell nicht, aber in diesem Falle schon. *g

    Auf philosophischer Ebene: entweder habe ich einen Freien Willen, dann kann ich glauben, was ich will. Oder nicht, dann glaube ich, zu was ich determiniert bin, oder eben nicht.

    Auf erkenntnistheoretischer Ebene: ich gehe von der Existenz Gottes als Arbeitshypothese aus und dann immer weiter, bis ich nicht mehr weiter komme. Bis dato ist das nicht eingetreten.

    Hat für mich aber so oder so nichts mit Sinnsuche zu tun.

  23. Muriel sagt:

    @Mycroft:

    Auf philosophischer Ebene: entweder habe ich einen Freien Willen, dann kann ich glauben, was ich will. Oder nicht, dann glaube ich, zu was ich determiniert bin, oder eben nicht.

    Das ist eine falsche Dichotomie, die du da aufmachst. (Ganz abgesehen von den zahlreichen anderen Schwierigkeiten mit dem Konzept des freien Willens, nicht zuletzt dem Fehlen einer sinnvollen Definition.) Einfache Probe aufs Exempel: Kannst du dich einfach entscheiden, zu glauben, du könntest fliegen?

    Auf erkenntnistheoretischer Ebene: ich gehe von der Existenz Gottes als Arbeitshypothese aus und dann immer weiter, bis ich nicht mehr weiter komme. Bis dato ist das nicht eingetreten.

    Hat für mich aber so oder so nichts mit Sinnsuche zu tun.

    Danke. Hast du irgendeinen Grund, aus dem du das tust? Und was meinst du mit „Gott“?

  24. Mycroft sagt:

    Ich könnte mich entscheiden zu glauben, ich könnte fliegen, aber würde mutmaßlich sehr schnell auf der Nase landen, wenn ich diese Arbeitshypothese ausprobierte. *g
    Diese Arbeitshypothese verfolge ich demnach nicht.

    Was meinst Du mit Grund? Ich finde es in Internetdiskussionen spaßiger, die Theistenpartei zu ergreifen. *schulterzuck

    Mit „Gott“ meine ich den Erschaffer des Universums. Kann natürlich auch einfach ein Computer sein, und wir sind die Programme.

  25. Muriel sagt:

    @Mycroft:

    Ich könnte mich entscheiden zu glauben, ich könnte fliegen

    Dann funktioniert entweder dein Gehirn auf für Menschen sehr ungewöhnliche Weise, oder du meinst mit „Glauben“ was anderes als ich.

    Was meinst Du mit Grund? Ich finde es in Internetdiskussionen spaßiger, die Theistenpartei zu ergreifen. *schulterzuck

    Ja gut, aber wenn du zu der Partei keine Begründung lieferst, ist der Spaß doch sofort wieder zu Ende.

    Mit “Gott” meine ich den Erschaffer des Universums. Kann natürlich auch einfach ein Computer sein, und wir sind die Programme.

    Hat der irgendwelche bestimmten Eigenschaften über „Hat das Universum erschaffen“ und „ist männlich“ hinaus, oder ist das das einzige, was du über ihn glaubst?

  26. Mycroft sagt:

    Ich meine mit „Glauben“ „etwas für wahr halten, ohne darüber Wissen zu haben.“ Über meine Flugfähigkeiten habe ich Wissen…
    Aber ja, mein Hirn ist natürlich was ganz besonders. *g

    Wieso sollte ich eine Begründung liefern? Ich will ja niemanden bekehren.

    Achso, „männlich“ ist hier die grammatikalische Eigenschaft. Ich halte Gott nicht für einen Menschen. Ergo ist Gott kein Mann. Gott ist technisch gesehen auch kein Lebewesen, insofern ist er auch nicht männlich im allgemeinen biologischen Sinne.

  27. Muriel sagt:

    @Mycroft: Okay, danke.

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