A propos fundamentales Missverständnis

The Daily Beast hat mit Joel und Ethan Coen gesprochen, über #OscarsSoWhite und so. Ich mag die Filme der beiden, meistens zumindest. Zumindest so, dass ich ihnen erheblich mehr zugetraut hätte als das Lehrstück an Ignoranz, das dabei herausgekommen ist.

Oscar-winning duo Joel and Ethan Coen let out matching bemused groans at the mention of the hot-button #OscarsSoWhite controversy […]

“[That’s] assigning way too much importance to the awards,” said Joel

Genau. Wenn das mal keine valide Reaktion darauf ist, dass Leute finden, dass die Academy Awards nicht genug Repräsentanz für nicht privilegierte Gruppen (Ich bin gerade zu faul, einen treffenderen Sammelbegriff zu bilden.) bieten, dann weiß ich auch nicht. Ist doch egal, stellt euch nicht so an. Wir als erfolgreiche weiße Filmemacher finden, dass ihr das überdramatisiert.

Ja gut, kann man jetzt sagen. Einem einzigen Satz solltest du nicht so viel Gewicht beimessen. Vielleicht ist das halt ein Steckenpferd von Joel Coen, dass ihm auf den Geist geht, wie wichtig Leute die Awards nehmen, obwohl Awards ja nun mal doof sind, und das sind sie doch sogar wirklich, oder? Und sein Bruder sagt doch sogar: „Diversity’s important„, und das zeigt doch, dass sies doch verstanden haben, oder nicht?

Ja gut, müsste ich dann sagen. Aber zum Glück geht das Gespräch noch weiter, und wird noch … Je nach dem, wie mans sieht, besser oder schlimmer: Die Interviewerin fragt nämlich auch noch, warum der aktuelle Film der beiden Brüder, Hail Caesar, nicht mehr Charaktere enthält, die Minderheiten angehören. Und auch hier wieder könnte man vermuten, dass Joel direkt aus dem „Wie mans nicht macht“-Handbuch vorliest:

“Why would there be?” countered Joel Coen. “I don’t understand the question. […] Not why people want more diversity—why they would single out a particular movie and say, ‘Why aren’t there black or Chinese or Martians in this movie? What’s going on?’ That’s the question I don’t understand. The person who asks that question has to come in the room and explain it to me. […] It’s a fundamental misunderstanding of how stories are written. So you have to start there and say, ‘You don’t know what you’re talking about. […] You don’t sit down and write a story and say, ‘I’m going to write a story that involves four black people, three Jews, and a dog,’—right? That’s not how stories get written. If you don’t understand that, you don’t understand anything about how stories get written and you don’t realize that the question you’re asking is idiotic.

Und das ist halt der Punkt, an dem wir nicht mehr um die Erkenntnis herum kommen, dass Joel und Ethan – er pflichtet seinem Bruder zwischendrin bei – nicht die Leute sind, mit denen man über sowas reden sollte, wenn man nicht wie ich perfekte Beispiel für schauderhaften Bullshit sucht, um anschließend drüber zu schimpfen.

Außerdem ist das vielleicht der Punkt, an dem wir die Interviewerin wirklich ernsthaft dafür bewundern, dass sie noch weiter mit den beiden redet. Aber wir wollen uns nicht ablenken lassen.

Denn Joel Coen demonstriert mit seiner Antwort erschütternderweise nicht nur, dass er auch keine Ahnung davon hat, wie Geschichten geschrieben werden. Das ist übrigens nicht so überraschend, wie man meinen sollte, denn man kann nun mal großartige Kunstwerke erschaffen, ohne sich drüber im Klaren zu sein, wie. Ich kann auch nicht komplett erklären, wie ich meine Geschichten schreibe. Aber was jedenfalls noch wichtiger ist: Joel Coen demonstriert auch, dass er ganz fundamental nicht versteht, worum es bei der Frage nach Repräsentation geht. Denn genau das, was er sagt, als Beleg dafür, dass es kein Problem gibt, zumindest nicht in seinem Film, genau das ist das Problem.

Warum spielen in meinen Geschichten fast nur weiße, heterosexuelle cis-Männer und -Frauen ohne Migrationshintergrund mit? Liegt das daran, wie Ethan Coen sagt, dass

It’s important to tell the story you’re telling in the right way, which might involve black people or people of whatever heritage or ethnicity—or it might not.

Habe ich mir gründlich überlegt, wie ich meine Geschichten schreibe, und dann entschieden, dass der einzig richtige, der beste Weg zu ihrem stets beeindruckenden Finale über vorrangig privilegierte Bevölkerungsgruppen führt? Oder ist es vielleicht so, dass es mir meistens gar nicht in den Sinn kommt, Charaktere zu schreiben, die Minderheiten angehören, weil der Standard eben für mich weiß, heterosexuell, cis und so weiter ist?

Für mich ist es Letzteres, und ich finde, das macht meine Geschichten … vielleicht nicht mal unbedingt schlechter im Unterhaltungswert, oder vielleicht sogar doch. Aber es ist jedenfalls jedes Mal eine vertane Chance, Minderheiten, die in unserer Gesellschaft immer noch benachteiligt werden, Repräsentation zu bieten, sie ein bisschen normaler zu machen, und die privilegierten Gruppen ein bisschen weniger zum Standard.

Und natürlich kann ich nicht ausschließen, dass Joel und Ethan das ganz anders machen. Vielleicht ist das ja der Grund, dass ihre Geschichten von Millionen von Menschen rezipiert werden, und meine maximal von Dutzenden. Vielleicht prüfen sie wirklich immer ganz gründlich, ob die eine richtige Art, ihre Geschichten zu erzählen, Minderheiten berücksichtigt oder eher nicht, und kommen dann halt immer zu dem Ergebnis, dass diese eine richtige Art Minderheiten eher nicht so sehr berücksichtigt.

Aber ich glaubs halt nicht, und ich denke, wer das anders sieht, muss nur das Interview noch mal lesen.

Oder was denkt ihr?

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13 Responses to A propos fundamentales Missverständnis

  1. onkelmaike sagt:

    Oh, ein Sternchen, vielleicht schaffe ich ja noch eins. Ich finde, dass Künstler*innen nichts Schlaues über ihre oder andere Kunst sagen müssen, wenn sie nicht wollen (und wenn die Künstler*innen halt cis-Heten sind, dann ist es erstmal auch okay, wenn das der Gegenstand der Kunst ist). Wenn sie dann Quatsch über Kunst reden, hat das mit ihrer Kunst erstmal nichts zu tun. Es diskreditiert sie aber unter Umständen als Kunstkritiker*innen/Intellektuelle/politische Menschen. So auch, für meinen Geschmack, die von Dir zitierten Aussagen, die sind tatsächlich Banane.

  2. Muriel sagt:

    Ja, also, ja, also, es ist ja auch nicht so, dass ich die Sternchen hier rauswerfe wie Kamelle, wo kämen wir denn da hin?
    Und ich muss sogar sagen, also, auch wenn dein Kommentar natürlich kaum Widerspruch zulässt … oder eigentlich sogar gerade weil … Also, das ist so:
    Niemand muss irgendwas Schlaues sagen, und alles ist in irgendeinem Sinne okay.
    Aber wenn jemand über seine Kunst Quatsch redet, dann hat das durchaus mit seiner Kunst zu tun, wenn auch vielleicht nicht so viel, wie man denken oder fühlen könnte, weil das Werk ja (oft genug zum Glück) doch unabhängiger von seiner Schöpferin steht, als wir oft so meinen, und ansonsten muss natürlich jede von uns selbst wissen, ob er noch große Lust hat, Werke von jemandem zu konsumieren, der sich so unsympathisch aufführt wie Joel Coen in jenem Interview, und wo wir da die Grenzen ziehen.
    Ich zum Beispiel lasse mich davon durchaus beeinflussen und finde etwa Song of Ice and Fire – zu meinem großen Bedauern – ein kleines, aber nicht ganz unerhebliches Stück weniger toll, seit ich mal ein paar nichtfiktive Texte von George R.R. Martin gelesen habe. Und ich finde das zwar für mich persönlich schade, gesamtgesellschaftlich aber vielleicht sogar noch ein bisschen wünschenswerter als eine ganz unabhängige Betrachtung.

  3. gaius sagt:

    Verstehe ich dich gerade falsch oder findest du, dass es einer Geschichte zugute kommt, wenn jemand sich von äußeren Anforderungen leiten läßt, über wen er erzählt? Und über Menschen zu schreiben, deren Leben man nicht kennt, macht Erzählungen auch nicht unbedingt lebendiger, oder? Vielleicht ist meine Vorstellung von Kunst ja auch altmodisch, aber ich finde immer, am stärksten sind Künstler, wenn sie machen, was sie wollen, und zwar kompromisslos.

  4. Muriel sagt:

    Du verstehst mich zumindest nicht ganz richtig. Niemand kann eine Geschichte schreiben, ohne sich von äußeren Anforderungen leiten zu lassen. Und die Autorin, dir nur über Menschen schreibt, deren Leben sie aus eigener Erfahrung kennt, möchte ich sehen.

  5. gaius sagt:

    OK, damit hast du vermutlich recht, aber dann hast du mich jetzt auch nicht ganz verstanden: Ich frage ja, ob es einer Geschichte gut tut?

  6. Muriel sagt:

    Ich würde dir dazu gerne meine Einschätzung sagen, aber vorher müsste ich wissen, was genau du meinst. Dass Autor(inn)en externen Einflüssen unterliegen, ist unvermeidlich. Da kann es also keinen Vergleich geben, ob sie besser mit oder ohne schreiben. Aber wenn sie sich dieser Einflüsse bewusst sind und sie reflektierten und dann entscheiden, wie sie damit umgehen, statt wie Joel Coen hier so zu tun, als hätte es nicht mal Sinn, es zu versuchen, dann wird das wohl in der Regel gut für die Geschichte sein, und für die Person und ihre Interaktion mit anderen erst recht.

  7. onkelmaike sagt:

    Ja, da kann ich Dir natürlich wiederum kaum widersprechen. Es ist ja wiederum so, dass wenn ein Kunstwerk in der Welt ist, die Rezipierenden damit machen dürfen was sie wollen, und wenn sie dumme/sonstwie negative Aussagen der Erschaffenden mit in ihre Wahrnehmung des Werkes integrieren wollen, dann ist das ja nicht zu verhindern. Und natürlich gibt es einen Zusammenhang. Dort, wo ich mich bewege, wird der halt gerne mal überbetont, immer diese ganzen Linken, die diskutieren, ob Heidegger ein Nazi war, aber sich nie mit seiner Philosophie beschäftigt haben. (Wobei das natürlich tatsächlich nicht unerheblich ist).

  8. DDD sagt:

    Ich finde schon, dass es eine legitime Sichtweise ist, Stories so zu schreiben, wie sie einem in den Sinn kommen. Das gehört zur Freiheit der Kunstschaffenden. Kein einzelner Kunstschaffende muss einen gesellschaftlichen Erziehungsauftrag wahrnehmen oder sich dessen Nichterfüllung vorwerfen lassen. Die Coens machen authentische Filme. „A Serious Man“ spielt übrigens z.B. in einer jüdischen Gemeinschaft in den 60ern, weil die Coens selbst in einer solchen aufgewachsen sind, und nicht, weil sie mehr Juden in ihren Filmen haben wollten.

    Die Diversität würde sicherlich steigen, wenn es mehr schwarze/asiatische/… DrehbuchautorInnen gäbe, aber die gibt es nunmal leider nicht so zahlreich oder sind nicht so erfolgreich. Liegt das an einer gläsernen Barriere der Filmindustrie? Vielleicht ja, vielleicht nein. Wie Scott Alexander schreibt, sind bspw. Schwarze sind in vielen Gesellschaftsbereichen stark unterrepräsentiert: Bei Gruppen, die laufen, Fahrrad fahren, Furries, amerikanischen Buddhisten, Vegetarismus-AktivistInnen, VogelbeobachterInnen, etc. Heißt das zwangsläufig, dass Schwarze dort überall aktiv ausgegrenzt werden? Nicht unbedingt. Eine mögliche Antwort ist, dass Leute, die in materieller Unsicherheit leben, sich eher weniger in non-konformen Subkulturen bewegen. Ich bezweifel, dass durch gesellschaftlichen Druck erzwungene Repräsentation in Kultur und Medien der richtige Weg sind, das zu ändern.

    http://slatestarcodex.com/2015/02/11/black-people-less-likely/

  9. onkelmaike sagt:

    DDD, Stories schreiben ist doch keine Sicht-, sondern eher eine Arbeitsweise. Die eine mögliche Arbeitsweise, das zu schreiben, was einem in den Sinn kommt, hat Muriel, glaube ich, auch nicht für illegitim erklärt. Es scheint ihm nur nicht alles zu gefallen, was manchen in den Sinn kommt. Natürlich können Menschen ihre „authentische“ (was ist das eigentlich genau?) Kunst aus ihrem Leben schöpfen. Aber je vielfältiger und diverser (schreckliches Adjektiv) Lebensweisen und -möglichkeiten werden, desto langweiliger wird (für manche zumindest vielleicht), Kunst, die von Menschen, die sich (wie es bei den Coens scheint) eher unreflektiert in vergleichsweise homogenen Milieus bewegen.
    Den von Dir verlinkten Artikel finde ich lustig, argumentativ aber natürlich grob verkürzend. Nur weil im Bereich der Ornithologie vielleicht keine ausgrenzenden Mechanismen wirken (oder auch doch :-), kann das in anderen gesellschaftlichen Feldern natürlich so sein, ich glaube, für diese Form des argumentativen Fehlschlusses gibt es auch einen Namen. (oder?)
    Und natürlich wird Kunst durch „Zwang“ nicht besser. Aber auf möglicherweise ausschließende Mechanismen hinzuweisen und sich zu fragen, wo die herkommen, ist ja nicht gleichbedeutend damit, Zwang auszuüben.

  10. Muriel sagt:

    @DDD: Das ist jetzt schwierig. Dein Kommentar ist exemplarisch für ein Problem, das nach meiner Erfahrung gerade bei Diskussionen über das Thema Inklusion und Gleichberechtigung und so sehr häufig zu beobachten ist. Du schreibst Dinge, die teilweise völlig konsensfähig sind, das aber auf eine Weise, die (zumindest für mich) impliziert, ich hätte was Anderes oder sogar das Gegenteil postuliert und zeigst damit entweder, dass da irgendwo ein … fundamentales Missverständnis liegt, oder dass du sogar bewusst rhetorische Spielchen spielst, was ich dir natürlich nicht unterstellen will, aber auch nicht völlig ausschließen kann, denn wir kennen uns ja noch gar nicht.
    Um das aufzudröseln, muss ich leider ein bisschen ausführlicher werden. Ich bitte um Verzeihung.

    Ich finde schon, dass es eine legitime Sichtweise ist, Stories so zu schreiben, wie sie einem in den Sinn kommen.

    Absolut. Ich auch. Niemand bestreitet das hier. In meinem Post geht es gar nicht um die Frage, ob das eine legitime Herangehensweise ist, sondern darum, was wir von jemandem halten, der es nicht nur als die einzige bezeichnet, sondern auch jedem, der das nicht so sieht, ganz offen Idiotie vorwirft, und darüber hinaus auch klar sagt, dass es aus seiner Sicht ein völlig unsinniges Ansinnen ist, mal drüber nachzudenken und infrage zu stellen, was einem so in den Sinn kommt, und warum. Und ich halte von so jemandem nicht besonders viel. Was du schreibst, ist eine ganz andere Frage, zu der ich aber natürlich auch gerne Stellung nehme: Ja, das ist in meinen Augen völlig legitim, aber eine Autorin, die nicht bereit ist, mal zu überlegen, wie das mit dem „In den Sinn kommen“ geht und ob sie es nicht in verschiedene Richtungen beeinflussen kann und will, und wie sie damit am besten verfährt, verpasst einiges sowohl in Bezug auf die Qualität ihres Werks, als auch in Bezug auf eventuelle gesellschaftliche Auswirkungen desselben.

    Das gehört zur Freiheit der Kunstschaffenden.

    Finde ich gar nicht. Zur Freiheit der Kunstschaffenden gehört, dass sie niemand mit Gewalt vom Schaffen ihrer Kunst abhält. Dass sie einfach alles schreiben, was ihnen gerade so einfällt, ohne dass das jemand kritisiert oder hinterfragt, gehört nicht dazu.

    Kein einzelner Kunstschaffende muss einen gesellschaftlichen Erziehungsauftrag wahrnehmen oder sich dessen Nichterfüllung vorwerfen lassen.

    Wir alle wirken auf die Gesellschaft ein, in der wir leben, ganz gleich, ob wir Kunstschaffende sind, oder Metzger, Elektrikerinnen oder Kellner, oder alles auf einmal. Wir können das auf vorteilhafte oder schädliche Weise machen, oder manchmal vielleicht zufällig auch auf neutrale, und ganz oft natürlich auf Weisen, die in bestimmte Richtungen nützlich und in andere schädlich sind.
    Natürlich steht es uns dabei zu, zu entscheiden, wie viel persönlichen Nachteil wir bereit sind in Kauf zu nehmen, um zu erzeugen, was wir für einen gesellschaftlichen Nutzen halten.
    Aber wenn wir schon die Frage als idiotisch bezeichnen, warum wir in einer bestimmten Situation entschieden haben, auf etwas zu verzichten, was wir übereinstimmend mit unserer Gesprächspartnerin für gesellschaftlich nützlich halten, dann sind wir mindestens ziemliche Stoffel und haben im Zweifel ein paar entscheidende Sachen nicht verstanden.

    Die Coens machen authentische Filme.

    Och naja. Das wäre jetzt nicht unbedingt das erste Attribut gewesen, das mir da einfällt, aber darüber müssen wir nicht streiten, das ist egal.

    Die Diversität würde sicherlich steigen, wenn es mehr schwarze/asiatische/… DrehbuchautorInnen gäbe, aber die gibt es nunmal leider nicht so zahlreich oder sind nicht so erfolgreich. Liegt das an einer gläsernen Barriere der Filmindustrie? Vielleicht ja, vielleicht nein.

    Ja gut, stimmt, niemand weiß das genau, und vielleicht liegt es auch daran, dass ethnische Minderheiten von den Echsenmenschen unterdrückt werden, aber wir sind uns doch wahrscheinlich einig, dass Mitglieder solcher Minderheiten, insbesondere schwarze, insbesondere in den USA, benachteiligt werden, und sicher können wir von da aus kaum bestreiten, dass ihnen dieser Umstand eher erschwert, in so begehrten Karrieren wie Schauspielerei erfolgreich zu sein, oder? Wie groß genau dieser Einfluss jetzt ist und welche andere Faktoren zu welchem Anteil mit reinspielen, weiß ich auch nicht, aber können wir uns darauf schon mal einigen?

    Heißt das zwangsläufig, dass Schwarze dort überall aktiv ausgegrenzt werden?

    Nur so fürs Protokoll: Ich weiß an dieser Stelle nicht mehr so richtig, warum du schreibst, was du schreibst. Aber natürlich darfst du jederzeit auch ein ganz neues Thema anfangen, kein Problem.

    Eine mögliche Antwort ist, dass Leute, die in materieller Unsicherheit leben, sich eher weniger in non-konformen Subkulturen bewegen.

    Was ja letzten Endes aufs Gleiche hinausläuft, denn die Mitglieder dieser Minderheiten leben ja in materieller Unsicherheit, gerade weil sie benachteiligt sind. Und dass das eine Feedbackschleife ist, muss man ja auch nicht näher erklären.
    Niemand hier hat behauptet, dass es eine bewusste Entscheidung von erfolgreichen Regisseurinnen und Produzenten wäre, Minderheiten aus ihren Filmen auszuschließen. Solche gibt es sogar wahrscheinlich auch. Aber mein Beitrag befasst sich eher mit dem anderen Phänomen.

    Ich bezweifel, dass durch gesellschaftlichen Druck erzwungene Repräsentation in Kultur und Medien der richtige Weg sind, das zu ändern.

    Was genau bezweifelst du jetzt? Gesellschaftlicher Druck ist je nach Ausprägung natürlich immer so eine Sache, aber bezweifelst du auch ganz allgemein, dass die Darstellung in Kultur und Medien die gesellschaftliche Wahrnehmung von und den Umgang mit Minderheiten beeinflusst?

  11. Chuck sagt:

    Die Coens schreiben eine Geschichte über das Business im Hollywood der FÜNFZIGER Jahre. Und du beschwerst dich weil kein Schwarzen oder Frauen tragende Rollen darin haben? Merkste selber, ne? Einfach mal informieren wie es dort zu dieser Zeit aussah.

  12. Muriel sagt:

    @Chuck: Nein, ich beschwere mich über was völlig anderes. Einfach mal den Beitrag oben lesen, da erkläre ich das eigentlich ganz gut.
    Über die Einstellung, die in deinem Kommentar zum Ausdruck kommt, könnte man sich durchaus auch beschweren, oder zumindest ein paar Aspekte problematisieren und erläutern, warum es nicht so einfach ist, wie du es darstellst. Aber ich wills andererseits erst mal nicht noch komplizierter machen, als es ohnehin schon sein muss.

  13. onkelmaike sagt:

    @Muriel, Chuck,
    ich glaub einfach die Zeit, in der man sich ernsthaft bemüht hat, „Argumente“ auszutauschen, ist vorbei. Ich weiß nur noch nicht, was ich stattdessen den ganzen Tag machen soll. Aber ich finde das noch raus.

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