Loast Beef

31. Mai 2016

Die ersten Tage unserer Japanreise haben wir innerhalb Tokyos verbracht und dabei hin und wieder mal ungefähr das japanische Äquivalent einer S-Bahn benutzt, aber heute stand unsere erste etwas längere Reise in … wohl sowas wie einem Interregio an, und damit auch die erste, bei der wir die 1.-Klasse-Sonderfähigkeit unseres machtvollen Railpass+4 nutzen konnten. Wir waren angemessen aufgeregt und wurden sogar im Großen und Ganzen nicht enttäuscht. Leider haben wir trotzdem vergessen, ein Foto vom Innenraum des Zugs zu machen. Der war nun auch nicht ganz grundlegend anders als der von deutschen Zügen, aber ihr kennt das, es sind die kleinen Unterschiede, die eine Reise spannend machen. Wir fanden es zum Beispiel toll, dass die Mitarbeiterinnen von Japanese Railway sich vor dem Verlassen eines Wagens immer noch mal umgedreht und zu den Reisenden verneigt haben.

Zum Ausgleich haben wir sehr viele Fotos vom Außenraum des Zuges gemacht. Auch wieder nicht, weil da unfassbare Schönheiten zu sehen waren, sondern um einfach mal festzuhalten, wie Japan so aussieht, wenn man durchfährt. Nämlich zum Beispiel so:

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Ein feuchter Händedruck

26. Mai 2016

ist doch nun wirklich nicht zu viel verlangt, findet die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) und hat deshalb entschieden, dass muslimische Schüler auch weiblichen Lehrpersonen die Hand geben müssen, ob das nun mit ihrer Auffassung ihrer Religion vereinbar ist oder nicht. Wenn sie es verweigern, kann ein Bußgeld gegen ihre Eltern verhängt werden.

Dazu kann man nun einiges schreiben und abwägen, beispielsweise zum Thema Religionsfreiheit und dem öffentlichen Interesse an der Gleichbehandlung von Männern und Frauen und so weiter. Die BKSD hat das auch versucht.

Muss man aber meines Erachtens nicht, denn die Sache ist doch eigentlich ganz einfach: Menschen dürfen selbst entscheiden, welche anderen Menschen sie berühren, und wie. Wenn ich keinen Bock habe, einen anderen Menschen zu berühren, und nicht gerade ein extrem zwingender Grund dazu besteht, dann sollte mich niemand dazu zwingen dürfen, ganz gleich, ob ich gute Argumente dafür habe (Es ist hygienisch-präventionsmäßig einfach evident ein schwachsinniger Brauch, der niemandem was bringt und potentiell durchaus erheblichen Schaden anrichtet.), oder schlechte (Der unsichtbare Zauberer will, dass ich Leute ohne Penis nur berühre, nachdem ich ihnen geschworen habe, mein Leben mit ihnen zu teilen und keine andere Person ohne Penis mehr zu berühren, oder so.), oder einfach welche, die in meinem persönlichen Wohlbefinden liegen (Ich mag es nicht, andere Leute anzufassen.).

Ganz im Ernst. Ich finde, das ist alles, was man für diese Entscheidung braucht: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Menschen – und dazu zählen auch junge Menschen – selbst entscheiden dürfen, ob sie von anderen berührt werden wollen oder nicht. Bestraft werden sollten, wenn überhaupt, Leute, die Berührungen zwangsweise durchsetzen; auch und gerade, wenn sie das aus einer staatlich verliehenen Machtposition heraus tun.

Und was denkt ihr?