Die Sache mit der Verantwortung

Fragt ihr euch eigentlich auch manchmal, wie das passiert ist, dass einen niemand auslacht, wenn man öffentlich davon redet, man habe „Verantwortung übernommen“ für einen Fehler, indem man die betroffene Tätigkeit fallen gelassen und sich nicht weiter drum gekümmert habe? (Im konkreten Fall noch mal besonders niedlich durch den damaligen Zusatz, nicht mal irgendeinen Fehler zuzugeben.)

Mich wundert das jedes Mal ein bisschen. Was ist da schief gelaufen? Empfindet das wirklich jemand so, oder ist das nur so eine Konvention, dass man das halt sagt, um anzuerkennen, dass es ja tatsächlich irgendwie eine gewisse Größe erfordert, einzusehen, dass man für eine bestimmte Aufgabe ungeeignet ist, und sie deshalb jemand anderen machen zu lassen? Aber warum sagt man dann nicht einfach eher was in der Richtung?

Überinterpretiere ich, wenn ich den Eindruck habe, dass da auch ein ziemlich unverschämtes privilegiertes Anspruchsdenken drin steckt, dass jemand findet, er hätte schon alles Notwendige getan, um den angerichteten Schaden wieder gut zu machen, indem er auf einen öffentlich gut angesehenen und ordentlich bezahlten Posten verzichtet?

Verantwortung übernehmen ist doch eigentlich ungefähr das Gegenteil von Zurücktreten, oder? Na gut, natürlich nicht ganz genau, aber ich würde behaupten, wer Ersteres kann, muss Letzteres doch eigentlich nicht tun. So als Faustregel.

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One Response to Die Sache mit der Verantwortung

  1. Tja er hat wohl nur die Verantwortung für den Skandal übernommen, nicht jedoch für die Wiedergutmachung.

    So ein Rücktritt ist Opium fürs Volk, man will Köpfe rollen sehen. Ob das eigentliche Problem gelöst wird, ist da eigentlich unwichtig, sehe ich auch im Kleinen bei der Arbeit immer wieder.

    Die Leute melden sich mit einer Beschwerde, man bietet ihnen die Behebung eines begangenen Fehlers und Wiedergutmachung an, aber sie wollen eigentlich nur, dass der Schuldige die Konsequenzen zu spüren bekommt.

    Das ist wie mit Leuten, die Facebookhetzer beim Arbeitgeber verpfeifen. Das löst auch keine Probleme, es schafft sogar neue, aber man hat Genugtuung. So gesehen hat er das gemacht, was die Leute wollen, auch wenn es nichts bringt.

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