Wir müssten alle so sein wie Ali Ghandour

denn Ali Ghandour kann, was sonst niemand kann: Völlig objektiv und neutral Dinge beurteilen.

Zeit.de hat sich diese unfassbare Gabe nun zu Nutze gemacht und ihn die Frage beantworten lassen, die uns alle derzeit so umtreibt:

Was man aus der heiligen Schrift der Muslime lernen kann, wenn man jede Ideologie beiseitelässt.

Was dann passierte, war unglaubl… Nee. Eigentlich nicht so besonders. Also zusammengefasst meint er:

Der Koran ist nicht das Problem, und auch nicht die Lösung für alles. 

Wollen wir uns mal anschauen, wie er zu diesem Fazit gekommen ist? Natürlich wollen wir das, oder? Punkt 7 wird euch verbl- ja schon gut, ich hör jetzt auf damit.

Viele Aspekte des heutigen Diskurses um den Koran werden ihm nicht gerecht.

findet Herr Ghandour, denn manche Leuten finden, dass er an allem Schuld ist, andere hingegen, dass er die Lösung für alles wäre. Aber Herr Gandour hat herausgefunden, was mit beiden Tendenzen das Problem ist:

Beide Tendenzen sind ideologisch. 

Und Ideologie, sowas gibts nicht bei Herrn Ghandour, denn bei Herrn Ghandour

Betrachtet man den Koran allerdings als das, was er in der Tat ist, also als eine glaubensstiftende Schrift

und erkennt deshalb

Die meisten Verse im Koran sprechen von Gott und seinen Eigenschaften, von ethischen Werten und vor allem von den Menschen.

Donnerlittchen, denkt ihr jetzt bestimmt, und wollt mehr wissen.

Federal Network

Zum Glück habt ihr mich! Ich kann euch da helfen.

Erst mal erzählt Herr Ghandour uns jetzt, wie der Koran seinen Gott darstellt, nämlich … völlig schwachsinnig, wie sich das für ein religiöses Werk gehört, nämlich so,

dass wir als Menschen das Göttliche in seiner Absolutheit nicht erkennen können.

Jo. Na gut. Zum Glück geht es im Koran nicht nur um diesen Gott, sondern auch um den Menschen, und

Die Darstellung des Menschen im Koran ist realistisch. Der Mensch wurde zwar als Wesen in der schönsten Form erschaffen, aber der Mensch kennt das Gefühl der Angst (Koran 90:4) und er tendiert zu Voreiligkeit (Koran 21:36) und „Ja der Mensch ist schwach erschaffen“ (2:28).

Hättet ihr genau so beschrieben, den Menschen, oder? Also, wenn ihr realistisch bleiben wolltet? Klar. Ich auch. Und so ist dann natürlich auch ganz klar:

Wenn Gott im Koran als der Mächtige, als der Allwissende oder Gnädige dargestellt wird, dann nicht, weil es nur um eine Selbstdarstellung Gottes geht, sondern damit der Mensch Trost und Beistand bei Ihm sucht.

So sieht man halt ein religionsstiftendes Buch, wenn man ohne Ideologie rangeht. Selsbtdarstellung Gottes? Lächerlich, nein! Dass der Gott da irgendwie positiv dargestellt wird, ist natürlich nur, um die Leute zu trösten. Das ist die ideologiefreie Sicht, na klar.

Und es kommt noch mehr unideologischer Trost, es ist nämlich so, dass der Mensch seine negativen Eigenschaften überwinden kann (An diesem Punkt hat Herr Ghandour sich schon davon verabschiedet, zwischen seiner eigenen Einschätzung und der Wiedergabe des Inhaltes des Korans sauber zu trennen, aber ich glaube, irgendwie geht es schon noch um das, was das Buch sagt.) Und der Versuch, das zu tun, der in der muslimischen Theologie als tazkiyya oder zu deutsch Kultivierung bezeichnet wird,

ist ist hier der Versuch des Menschen, die im Koran beschriebenen Eigenschaften Gottes nachzuahmen, wie beispielsweise Gerechtigkeit, Gnade, Liebe, Mitgefühl und zwar sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber anderen Menschen und Lebewesen.

Und sollte jemand von euch jetzt den leisen Verdacht haben, dass die Auswahl dieser Beispiele vielleicht doch ein ganz kleines bisschen nicht völlig ideologiefrei sein könnte, dann sollte diejenige Person sich mal selbst kultivieren, aber ganz schnell!

Dabei setzt der Koran natürlich Prioritäten. Es gibt Sachen, die ganz doll wichtig sind, wenn man menschliche Schwäche überwinden will, und die allerwichtigste davon ist natürlich Maßlosigkeit. Das heißt:

die Gegenstände und weltlichen Güter sollen keine Anhaftungen im Herzen bilden.

Was auch sonst?

Und wenn man das erreichen will, dann geschieht das durch Meditation, Gebet und Verzichtsübungen wie zum Beispiel das Fasten. Diese Anstrengung, die vom Gott des Korans besonders ungeliebten Schwächen zu überwinden, nennt man Dschihad, erklärt Herr Ghandour uns, und es geht dabei auch tatsächlich nur um die Anstrenung, denn Perfektion ist niemals erreichbar. Und so erklärt sich der Titel des Werks:

Der Mensch soll sich anstrengen

das an dieser Stelle für mein Gefühl sehr abrupt endet. Und das Urteil, wie sehr Herr Ghandour sich wohl angestrengt hat, in seinem zu Anfang formulierten Anspruch an seinen eigenen Text die dem Menschen eigene Maßlosigkeit zu überwinden, das überlasse ich euch. Wenn ihr mögt, in den Kommentaren.

 

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