Das Ziel der Evolution

Sicher habt ihr alle vom Fall dieses Spiegel-Journalisten gehört, dessen Name schon so ausgedacht klingt. Sicher habt ihr euch auch schon gedacht, dass ich den Fall gar nicht besonders beeindruckend finde, und eigentlich aus meiner Sicht eine andere Erkenntnis als die, dass seine Texte teilweise erfunden waren, viel wichtiger wäre, nämlich dass es völlig egal ist.

Aber gerade weil das Thema schon bei allen angekommen ist, rede ich heute mal wieder über ein anderes Symptom journalistischer Wurstigkeit, diesmal am Beispiel der Süddeutschen Zeitung und Kathrin Zinkants faszinierenden Beitrags

Der Mensch steht an der Schwelle eines neuen Zeitalters


So als Alternative zu all dem Weihnachtskram, der uns ansonsten gerade von allen Seiten bedrängt, doch vielleicht ganz nett.

Kommt jemand mit?

Kathrin Zinkants Artikel beginnt mit zwei Teaser-Dashpoints, die ihre Position wie folgt zusammenfassen:

  • Nicht erst seit den Einlassungen des Chinesen He ist klar: Der Mensch steht an der Schwelle eines neuen Zeitalters.
  • Es wird nicht allein durch künstliche Intelligenz geprägt sein, sondern auch massiv durch die Gentechnik.

Nun fasziniert mich die Journalistische Neigung, die im ersten Punkt zum Ausdruck kommt, schon lange, nämlich diese Technik, eine komplett wilde Behauptung, die meistens wie hier in diesem Fall nicht mal konkret genug ist, um falsch sein zu können, an einem Ereignis aufzuhängen, von dem wir nicht nur die Bedeutung nicht kennen, sondern eingestandenermaßen nicht mal wissen, ob es stattgefunden hat, und das deshalb eigentlich gar keine Rolle spielt. Ich würde das gerne kritisieren, aber weil ich es bei diesem Post selbst so gemacht haben und deshalb damit rechnen muss, dass ihr mich dafür schonungslos auslachen würdet, mach ichs nicht.

Und zum zweiten Punkt muss und kann ich erst mal noch nicht viel sagen außer dem auf der Hand liegenden Einwand, dass Frau Zinkant das genausowenig weiß wie wir, oder genauer gesagt: Weniger, wie sie uns nun sogleich demonstrieren wird.

Putzigerweise entscheidet sie sich, die oben von mir nicht ganz kritisierte Technik noch zu potenzieren, denn sie schreibt zunächst über die berühmte Monolithenszene in 2001: A Space Odyssey, wo es ja um Außerirdische geht, die die menschliche Zivilisation gelenkt haben. Sie stellt sodann fest, dass diese Geschicht keine besonderen Parallelen zur Realität hat:


Ein außerirdischer Monolith ist vor knapp vier Wochen in Hongkong nun nicht gelandet.

Und dann schreibt sie zutreffend, dass auch ansonsten eventuell gar nichts Besonderes in Hongkong passiert ist, und dass es auch eh keine Rolle spielt:

Doch ganz gleich, ob es denn stimmt, was der Forscher He Jiankui der Welt da an verstörenden Neuigkeiten überbracht hat: Es steht fest, dass die Biotechnologie einen solchen Schritt [sc. gentechnisch veränderte Kinder zu erzeugen] heute ermöglicht.

Ich frag mich bei sowas immer, ob das mehr aus Versehen passiert, weil ich mir halt diesen geilen metaphorischen literarischen Einstieg überlegt habe und dann merke, dass er aber leider nicht passt, oder ob man diese Technik in der Schule für Journalismusbetroffene lernt in „Hauptsache die Lesenden assoziieren irgendwas, das schafft die Illusion von Sinnzusammenhang“ 1.1 oder so.

Immerhin hat Frau Zinkant die Aufrichtigkeit, anschließend ein bisschen drüber zu schreiben, dass die Menschheit schon länger den Dingen nicht ihren Lauf lässt, wenn es um Gesundheit und sowas alles geht, weil wir ja Medizin haben, zum Beispiel, zeigt dann, dass es ihr aber doch zu mühsam ist, sich wirklich mit ihrem vorgeblichen Thema auseinanderzusetzen, indem sie einen Mediziner mit der Bemerkung zitiert:

 „Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich als Arzt auf ein Ziel hinarbeite, das ein anderes ist als das Ziel der Evolution – nicht zwangsläufig widersprüchlich, aber anders.“ Die Unfitten, die eigentlich keine Chance hätten im Kampf ums Überleben, sie werden eben fit gemacht, damit sie es schaffen.

Und ich finde, da zeigt sie sich wieder, diese weitgehende Gleichgültigkeit gegenüber der Realität, die solche Artikel nach meiner zugegebenermaßen auch nicht so besonders aussagekräftigen Erfahrung oft auszeichnet: Evolution hat kein Ziel. Und Survival of the Fittest ist eh schon kein so richtig treffender Spruch, er ist außerdem irreführend, denn es geht bei evolutionärem Erfolg nicht um Fitness im üblichen Sinne, sondern um Fortpflanzung. 

Und ich finde, das ist nicht nur Wortklauberei, weil es in Frau Zinkants Artikel ja gerade um die ethische Frage geht, was Menschen dürfen, und da spielt es schon eine Rolle, ob ich „der Evolution“ ein Ziel unterstelle, für oder das gegen Menschen arbeiten können, und darüberhinaus auch noch missverstehe, wie sie funktioniert. Find ich.

Dass sie selbst das ganz okay findet, zeigt sich nicht zuletzt in der Wahl ihrer Quellen: Sie zitiert zur Frage, was Menschen dürfen, und warum eigentlich nicht, als nächstes in einem interessanten und völlig überraschenden Zug einen Historiker zum Thema, nämlich Yuval Harari, der meinte:

Die Gentechnik wird uns zwar nicht unbedingt umbringen, aber es könnte so weit gehen, dass der Homo sapiens nicht mehr wiederzuerkennen ist

Wozu mir verschiedene Dinge einfallen, von „WAS WIRKLICH MEINST DU ECHT??“ bis hin zu „Und was genau wäre daran schlimm…?“ (Und bevor ihr fragt, ja, zumindest Frau Zinkant meint das als Argument gegen Gentechnik.)

Trotzdem beklagt Frau Zinkant im folgenden Absatz, dass der Bundestag in seiner jüngsten Debatte über Gentechnik zwar gut informiert schien, aber leider über Bashing nicht hinauskam und über die Möglichkeiten gar nicht richtig diskutierte. Anscheinend hat sie jetzt, nachdem das vorher alles „verstörend“ und überhaupt rundum sehr bedenklich war, doch noch Vorteile entdeckt.

Das ist dann wieder berechtigt, und ich würde mir auch wünschen, dass Organisationen wie der Bundestag anders damit umgingen und überhaupt die öffentliche Diskussion anders liefe.

Und um zu demonstrieren, dass ich nicht nur zum Nörgeln da bin, schließe ich mit der Bemerkung, dass ich fest glaube, dass Medien mit zugänglicher Darstellung des Standes der Wissenschaft, klugen Argumenten und gut informierten Berichten, dazu beitragen könnten, dass solche Diskussionen und damit unsere Entscheidungen über dieses und andere Themen weniger absurd und dumm ablaufen.

Aber das muss man natürlich erst einmal wollen.

42 Responses to Das Ziel der Evolution

  1. Yeti sagt:

    Gehe ich recht in der Annahme, dass es Dir bei diesem Artikel nicht in erster Linie darum geht das Thema „Evolution vs. Biotechnologie“ ernsthaft und ausführlich zu diskutieren, sonder erstmal über die „Dummheit der Journaille“ laut zu klagen?

  2. Muriel sagt:

    Erstens ja, zweitens nein, steht aber auch im Artikel.

  3. Yeti sagt:

    Hast recht, hatte ich überlesen, sorry.

    Der letzte Satz stimmt sicher.

    Wer weiss schon, was er wirklich will?

    Wir sind mit dem Überleben so beschäftigt, dass wir gar nicht daran denken, mit dem Leben zu beginnen.

  4. Muriel sagt:

    Das tut mir leid für euch.

  5. Yeti sagt:

    Schön, dass Du schon so weit bist.

  6. Muriel sagt:

    Aber was meinst du denn jetzt eigentlich? Ich stehe ein bisschen ratlos vor deinen Kommentaren und frage mich, wie weitgehend wir aneinander vorbei reden. Möchtest du über Evolution reden, oder über was anderes, oder nur gesagt haben, dass Leute nicht wissen, was sie wollen (was durchaus legitim wäre, ich frag nur informativ)?

  7. Yeti sagt:

    Gute Frage. Ich weiss ja selbst nicht, was ich will.

    Natürlich wäre es reizvoll, über die Evolution zu diskutieren, da könnte ich vermutlich viel lernen.

    Ich weiss aber nicht, ob wir soviel Zeit haben, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Immerhin haben wir diametralen Ausgangspunkte, um zum Zentrum zu gelangen.

  8. Muriel sagt:

    Tja. Also ich verspreche mir einerseits nicht viel davon und würde dir, wenn dich das Thema interessiert, auch Leute empfehlen, die sich besser damit auskennen und es besser erklären können als ich, aber andererseits ist hier zurzeit sonst nicht viel los und es sind Feiertage.
    Ich habe Zeit.

  9. Yeti sagt:

    Hmmm. Jetzt hab‘ ich große Töne gespuckt, aber eigentlich weiß ich nicht, wie ich beginnen soll.

    Vielleicht so.

    Der Dame dürfte es Sorgen machen, wenn man der Natur nicht ihren Lauf läßt, sondern bewußt eingreift.

    Das Dilemma dürfte also heissen „künstlich vs. natürlich“.

    Das ist – und jetzt spreche ich als Christ – ein Dilemma, über das schon der eine oder andere Papst gestolpert ist (wenn ich an die Diskussion über die Empfängnisverhütung denke, die hier und da noch aufflackert).

    Sollen wir mit der Natur zufrieden sein, wie wir sie vorfinden – im Vertrauen darauf, dass der gute Vater weiss, was wir brauchen -, oder dürfen wir an dieser und jener Schraube drehen und „Ziele verfolgen“.

    Wenn wir bedenken, dass die „Ziele“ meist darin bestehen, den Reichtum einzelner Individuen auf Kosten der Allgemeinheit zu mehren, dann bin ich eigentlich auf der Seite der Planlosigkeit der Christen.

    Meint
    Euer Christoph

  10. Muriel sagt:

    Danke. Aber wenn die Dame das so meint, wofür ich gar nicht sooo viele Ansatzpunkte finde, weil sie zum Schluss vor allem beklagt, dass in der Debatte im Bundestag die Vorteile nicht zur Sprache kamen, und vorher bewusst hervorhebt, dass wir ja eh schon lange davon weg sind, der Natur ihren Lauf zu lassen – dann bleibt immer noch die Frage, worauf man hinauswill. Also, das fängt für mich schon damit an, dass ich gar nicht wüsste, wo man sinnvollerweise die Grenze zieht. Wo ziehst du sie? Alles, was Menschen machen, ist künstlich, und alles, was sie nicht machen, natürlich? Oder anders?
    Und wie meinst du das, wenn du auf der Seite der Planlosigkeit der Christen stehst? Du hast keine Meinung? Das scheint mir bei vielen Christ*innen und insbesondere den großen Kirchen anders zu sein. Wer sind denn „die Christen“ für dich?

  11. Yeti sagt:

    Ok, ich geb’s zu. Ich habe der Dame eine Meinung unterschoben. Sie hat keine.
    Lassen wir sie einfach beiseite.
    Aber was hat es jetzt mit der „christlichen Sorglosigkeit“ auf sich?
    Auch hier habe ich geflunkert.
    Ja, die Sorglosigkeit ist biblisch hinterlegt und müsste eigentlich von den meisten Christen – wenn sie sich auf die Bibel berufen – als ein Teil der so genannten Bergpredigt akzeptiert werden.
    Aber ich möchte versuchen, ab jetzt korrekt und präzise zu argumentieren, sonst bin ich nicht besser als die angeprangerte Journalistin.

    Auf die Vorsehung zu vertrauen heisst ja nur, dass man im Bewusstsein lebt, „dass es da jemand gut mit Dir meint“.

    Es heisst nicht, dass man einfach alles laufen lässt.

    Ganz im Gegenteil: wenn es jemand gut mit mir meint, dann muss auch ich es gut mit Dir meinen und alles daran setzen, dass es Dir und mir gut geht.

    Das umfasst auch „künstliche“ Maßnahmen.

    Trotzdem glaube Ich, dass man den „Draht zur Realität“ verliert, wenn man nur mehr durch Werkzeuge mit der Natur interagiert und in einer „künstlichen Blase“ lebt ( Stadtleben vs. Landleben).

    Lg

  12. Muriel sagt:

    Schau an.
    Warum glaubst du das?

  13. Yeti sagt:

    Ich bin Dir noch eine Antwort auf die Frage nach der Grenzziehung schuldig. Gib mir bitte ein paar Minuten.

  14. Muriel sagt:

    Kein Stress. Wie gesagt, wir haben Zeit.

  15. Yeti sagt:

    Was ist Kunst? Was ist Natur? Wo ist die Grenze?

    Darf ich kurz Werbung für meine „kleinen religiösen Büchlein“ machen (letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein/).

    Im zehnten Büchlein mache ich den Versuch, zwischen Kunst und Natur zu unterscheiden. Alles, was wir „vor“finden, ist „Natur“ und alles, was ein Mensch „er“funden hat, ist Kunst.

    Man könnte es so sagen: wenn ich aus einem inneren Antrieb heraus meiner Frau Rosen schenke, dann ist das ein natürlicher Vorgang.

    Wenn ich damit ein Ziel verfolge, dann wird’s künstlich.

    Weiters hängt die Grenze vom Standpunkt ab.

    Aus unserer Sicht ist das Universum eine „vor“gefundene Sache, reine Natur.

    Wenn es den Schöpfergott tatsächlich gibt, dann ist das Universum aus seiner Sicht eine „er“fundene Sache.

    So, wie meine Frau nicht weiss, ob ich mit den Rosen irgendwelche Ziele verfolge, so wissen wir nicht, ob das Universum ein Ziel hat.

    Lg

  16. Muriel sagt:

    Naja.
    Aber danke fürs Erklären. Ich glaube, ich habe eine Vorstellung.

  17. Yeti sagt:

    Du scheinst unzufrieden zu sein.
    Was fehlt Dir?
    Lg

  18. Muriel sagt:

    Bitte was? Wie meinst du?

  19. Yeti sagt:

    Ist meine Antwort lückenhaft? Das wir nicht einer Meinung sein werden, war mir klar, aber wenn wir jetzt schon Zeit haben möchte ich vollständig antworten 🙂

  20. Muriel sagt:

    Ich denke, das hast du. Ich halte die Unterscheidung nicht für sinnvoll, würde ich sagen, aber wenn ich weiß, wie du’s meinst, reicht das ja erstmal.
    Du kannst noch meine Frage da oben beantworten, warum du das glaubst, wenn du magst, aber musst natürlich auch nicht.

  21. Yeti sagt:

    Ja stimmt, das hätte ich glatt vergessen.

    Da muss ich in meiner Vergangenheit stöbern. Als Kinder hatten meine Brüder und ich das Glück, dass wir immer für die gesamten Sommerferien mit unserer Mutter der Stadt entfliehen konnten.

    Diese Monate am Land, wo man einfach mal einen Nachmittag „weg war – im Wald oder sonstwo“, jedenfalls nahe der Natur, waren großartig.

    Daraus schließe Ich, dass der Mensch es leichter hat glücklich zu sein, wenn er „näher“ an der Natur lebt. Das kann aber ein Vorurteil sein, weil ich selbstverständlich keine weiteren Informationen eingeholt habe 🙂

    LG

    P.S. wenn Du die Unterscheidung in Kunst und Natur für überflüssig hältst, würdest Du Dich als Materialisten bezeichnen? Nur aus Neugier gefragt.

  22. Muriel sagt:

    Danke für die Erklärung! Ich hätte dich noch gefragt, ob du das generell für ein gutes Werkzeug hältst, etwas über die Realität herauszufinden, aber das hast du ja jetzt schon weitgehend beantwortet.
    PS: Ich weiß nicht, ob ich die Unterscheidung für komplett überflüssig halte. Eher für eine Falle, weil sie einem intuitiv so offensichtlich vorkommt, aber letzten Endes selbst … künstlich ist. Was Menschen machen, ist ja auch nicht weniger natürlich als was Ameisen machen.
    Aber ja, ich würde mich als Materialisten bezeichnen.

  23. Yeti sagt:

    Lass‘ mich nochmal auf den Vergleich mit den Ameisen zurück kommen.

    Leider können wir (noch) nicht mit den Ameisen sprechen.

    Darum entzieht es sich unserer Kenntnis, was sie sich bei ihrem Tun und Treiben so denken.

    Wenn sie es uns erklären könnten, würden wir vielleicht akzeptieren, dass ihre Bauten wahre Kunstwerke sind.

  24. Muriel sagt:

    Tu ich auch so schon.

  25. Yeti sagt:

    Aber wenn wir auch keine qualitativen Unterschiede zwischen Mensch und Tier wahrnehmen können, so gibt es doch einige Dinge, die quantitativ extrem ausgeprägt sind.

    Ich halte es für gerechtfertigt, dass sich der Mensch für etwas Besonderes hält.

  26. Muriel sagt:

    Joa. Fände ich bei Geparden aber auch.

  27. Yeti sagt:

    Stimmt schon. Aber der Mensch hat es jetzt in der Hand, das GESAMTE Leben des Planeten zu vernichten. Das hat bisher noch keiner geschafft. (hörst Du den zynischen Unterton?)

  28. Muriel sagt:

    Wie kommst du zu der Einschätzung?

  29. Yeti sagt:

    Hmmmm. In meiner Juģendzeit war kalter Krieg. Damals sprach man vom x-fachen „Overkill“. Trotz Abrüstungsbemühungen ist x immer noch größer als eins, soviel ich zu wissen glaube.

  30. Muriel sagt:

    Ich denke, das bezieht sich auf 1 andere Frage.
    Ich müsste das auch noch mal recherchieren, würde aber einen ordentlichen Betrag darauf verwetten, dass die Menschheit nicht belegbar in der Lage ist, sämtliches Leben auf dem Planeten auszulöschen.
    Aber was eigentlich viel interessanter für mich wäre: Warum reden wir darüber jetzt eigentlich? Worauf möchtest du damit hinaus?

  31. Yeti sagt:

    Ich versuche, die Sonderstellung des Menschen aus der Vernunft zu begründen, bin dabei aber in den Zynismus abgerutscht. Das ist alles.

  32. Muriel sagt:

    Und wohin wiederum würde die uns führen?

  33. Yeti sagt:

    Die Sonderstellung des Menschen – wenn sie naturwissenschaftlich beweisbar wäre – würde zumindest das glaubhaft machen, was gläubige Menschen manchmal behaupten: nämlich dass der Mensch der Gotteserkenntnis fähig sei, was ihn von den anderen Lebewesen grundlegend unterscheide.
    Nicht mehr und nicht weniger.

  34. Muriel sagt:

    Ich verstehe den Zusammenhang nicht.
    Belegt die Sonderstellung des Geparden das auch für Geparden?

  35. Yeti sagt:

    Das ist wirklich eine gute Frage.

    Beginnen wir mit einer kleinen Nuance in der Formulierung.

    Du fragst, ob die biologische Sonderstellung die Fähigkeit zur Gotteserkenntnis BELEGT.

    Ich habe nur von einer GLAUBHAFTMACHUNG gesprochen, was weniger wäre als ein Beleg.

    Die Fähigkeit zur Gotteserkenntnis ist aber etwa Unbeweisbares, so wie die meisten Glaubensaussagen (wenn sie beweisbar wären, dann wären sie ja keine Glaubensaussagen).

    Das einzige, was ich von einem vernünftigen Atheisten einfordere, Ist, dass er einsieht, dass ein Glaube bzw. eine Religion nichts Unvernünftiges sein MUSS.

  36. Yeti sagt:

    Es würde zwar einigen Aussagen im Katechismus widersprechen, aber ich wäre nicht erstaunt, wenn wir eines Tages draufkommen, dass die Tiere auch Formen des Gebets kennen.

  37. Yeti sagt:

    Es würde zwar einigen Aussagen im Katechismus widersprechen, aber ich wäre nicht erstaunt, wenn wir eines Tages draufkommen, dass die Tiere auch Formen des Gebets kennen..

  38. Muriel sagt:

    Die Forderung kann ich nicht erfüllen, fürchte ich.
    Habe andererseits auch nie behauptet, vernünftig zu sein.

  39. Yeti sagt:

    Dann würde ich vorschlagen, dass wir’s jetzt gut sein lassen. Das Thema ist eh schon hinreichend ausdiskutiert. Lg

  40. […] In meinem „Zehnten religiösen Büchlein“ (siehe hier) hatte ich formuliert: was wir „vor“finden, ist Natur. Was wir „er“finden ist Kunst. Aber es hängt von der Sichtweise ab. Wenn sich eine Fliege auf Michelangelos David setzt, dann ist das für die Fliege reine Natur, weil es einfach ein Stein ist, den sie „vor“findet. Das habe ich letztens bei einer Diskussion mit Muriel gelernt: https://ueberschaubarerelevanz.com/2018/12/25/das-ziel-der-evolution/. […]

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