Die FAZ sollte die Neutralisierung der Welt doch eigentlich toll finden!?

Wolfgang Krischke hat eine Meinung zu gerechter Sprache in die Welt gekotzt, und die FAZ hat entschieden, das Ergebnis in seiner ganzen Köstlichkeit ihren Lesern (sic!) zu kredenzen.

Habt ihr auch so Appetit? Dann folgt mir hinter den Vorhang!

Ja nee, eigentlich gibt es gar nichts Neues. Es ist immer der gleiche Mist mit den Kritikern (SIC!) der von ihnen so genannten Political Correctness. Zumindest kann man aber Herrn Krischke nicht vorwerfen, einen unangemessen knalligen Teaser Formuliert zu haben:

Die Durchsetzung der politisch korrekten Sprache wird an den Hochschulen in den Dienst einer vermeintlich guten Sache gestellt. Im Kern ist sie aber ein bürokratisches Projekt.

Ich würde vielleicht sogar soweit gehen, zumindest seinem zweiten Satz zuzustimmen. Denn das Erstellen und Umsetzen von Formulierungsregeln an öffentlichen Einrichtungen kann man wohl tatsächlich mit Fug und Recht als ein bürokratisches Projekt bezeichnen. Leider bleibt er nicht dabei, sondern fühlte sich genötigt, noch mehr zu schreiben, eventuell im Dienst einer vermeintlich guten Sache: Er beginnt, so will es für solche Texte das Gesetz, damit, sich über eine Forderung der gerechte Sprache Befürwortenden lustig zu machen. Vielleicht ist es wie sonst für gewöhnlich ein erfundenes Beispiel, vielleicht aber auch ein echtes. Er behauptet jedenfalls, sie wäre des Öfteren in universitären Pressemitteilungen vorgekommen. Es geht darum, den Begriff der Wissenschaftler durch „Wissenschaffende“ zu ersetzen, was ich zum Beispiel auch nur so halb gelungen finde. Natürlich kann er das nicht, ohne kleine unanständige Kniffe wie zum Beispiel die Formulierung „das anstößige Wort“ für das ursprüngliche, als ginge es um Prüderie statt um Diversität und ein Abrücken vom Patriarchat. Und dann muss er natürlich auch noch einen total brillanten Brüllwitz bringen, damit seine Brüder (SIC!!!) im Geiste sich so richtig schön beömmeln können darüber, wie doof diese gerechte Sprache Befürwortenden doch sind:

Was hätte das etymologisch inspirierte Prinzip – Wissenschaft heißt so, weil sie Wissen schafft – wohl aus der Fachschaft, Gewerkschaft oder Witwenschaft gemacht?

Hört ihr auch das Schenkelklopfen?

Natürlich muss er auch noch den Teufel der kompletten Unhandhabbarkeit an die Wand malen, obwohl er selbst zuvor noch schrieb, dass normalerweise einfach mit Partizipien gearbeitet wird:

die genderbewusste, -sensible und-gerechte Sprache, die nicht nur Männer und Frauen, sondern dank Unterstrich, Sternchen oder X alle nur denkbaren Geschlechtsidentitäten integrieren will

Wobei ich mich schon frage, wie man drauf sein muss, um die Vorstellung umfassender Integration als Schreckgespenst zu verwenden. Egal. Als nächsten Punkt Im Bullshit-Bingo dürfen wir den Vorwurf des Dogmatismus abhaken:

Die Meinung, das grammatische Genus spiegele das biologische Geschlecht, hat hier den Rang eines Glaubenssatzes, den keine noch so begründete Kritik erschüttern kann.

Natürlich gefolgt von einem Beispiel denkbar unbegründeter Kritik:

Der Verweis darauf, dass die -er-Endung (Arbeiter) eine Funktion und kein Geschlecht bezeichnet, dass das Genus auch völlig geschlechtslose Dinge (die Gabel, der Löffel, das Messer) klassifiziert und dass bislang niemand auf die Idee gekommen ist, die geschlechtliche Asymmetrie von „sie“ zu beklagen, weil das weibliche Pronomen im Plural und als Anredeform die Männer absorbiert – all das gilt als Rückzugsgefecht derer, die nicht verstehen wollen, wie der Geist des Fortschritts spricht.

Ob den Leuten das hinterher manchmal peinlich ist, was sie da geschrieben haben? Ob die sich schon manchmal abends im Spiegel ansehen und denken: „Hm. Ja Mensch. Ich bin schon wirklich ein sehr armseliges Exemplar. Ich schäm mich schon. Aber was soll man machen?“ Ich weiß gar nicht, was ich hoffen soll.

Natürlich hat Herr Krischke noch mehr Glaubenssätze ausgemacht:

Die Sprache, und insbesondere die Grammatik, formt das Denken so stark, dass sie die Gesellschaft prägt, weshalb zu deren Rettung logischerweise die Sprache reformiert werden muss.

Und auch diesen weiß er wieder gekonnt zu widerlegen:

Dass sich eigentlich gar keine Sprachkritik entwickeln könnte, wenn die Sprache wirklich das Weltbild beherrschen würde – geschenkt.

Und das ist jetzt der Punkt in meinem Text, an dem ich anfange, mich zu fragen, ob ich nicht allmählich auch mal selbst einen Beitrag leisten sollte und zum Beispiel erklären, was eigentlich das Problem mit dem Text von Herrn Krischke ist. Aber ich komme mir dabei so doof vor. Das ist doch alles schon selbst seine eigene Widerlegung. Es ist doch so evident niederträchtiger Schwachsinn, dass ich euch geradezu beleidigen würde, wenn ich es erklären würde, oder? Ich bin natürlich wie immer sehr offen für Feedback, ihr wisst ja, wo ihr die Kommentarspalte findet.

Im nächsten Absatz finde ich aber immerhin eine Argumentationslinie, die mir so noch nicht untergekommen ist:

Was außerdem in kaum einem Ratgeber zum gendersensiblen Sprachgebrauch fehlt, ist die Behauptung, man folge ja nur einem sowieso stattfindenden Sprachwandel.

Ist das so? Ich habe noch nie einen gelesen, glaube ich. Wie sind da eure Erfahrungen? So oder so passt es natürlich überhaupt nicht zu den ersten zwei Glaubenssätzen, die er zitiert, aber wahrscheinlich sieht er das auch nur als einen weiteren Beleg dafür, wie unsinnig die ganze Idee der gerechten Sprache ist.

Wobei.

Moment.

Unsinnig? Von wegen! Herr Krischke ist da einer ganz großen Sache auf der Spur:

Verschleiert wird, dass es sich um eine massive Sprachlenkung von oben handelt

Danke, Merkel!

Hm, was? Habt ihr das auch gerade gehört?

Egal. Von hier aus setzt er jedenfalls zum Hauptangriff an, zum Todesstoß, wenn ihr so wollt:

Wie alle Maßnahmen zur Verbesserung des Menschengeschlechts ist auch die Durchsetzung des politisch korrekten Sprechens ein im Kern bürokratisches Projekt

Das ist anscheinend der schlimmste Vorwurf, der ihm einfällt.

Die Anonymisierung der verwalteten Welt spricht aus den Leitlinien, wenn sie empfehlen, Personenbezeichnungen möglichst ganz zu vermeiden und durch passivische Formulierungen und abstrakte Ausdrücke (Professur statt Professorinnen und Professoren) zu ersetzen.

Und hier ist vielleicht sogar im Kern irgendwo eine gar nicht völlig abwegige Kritik enthalten, denn tatsächlich finde auch ich es eigentlich schöner, wenn man erkennt, dass irgendwo Menschen am Werk sind und nicht nur von Institutionen die Rede ist, und wenn Leute etwas tun, statt dass Dinge einfach passieren.

Aber ist das jetzt das Problem? Was wirft Herr Krischke den Bemühungen um gerechte Sprache nun eigentlich vor? Geht es darum, dass sie anonymisiert und abstrakte Ausdrücke bevorzugt, oder geht es darum, dass sie mit Sternchen und Untenstrichen und Weißderliebeherrgottwasnochfürsonderzeichen alle möglichen Identitäten integrieren will? Das sind doch zwei völlig verschiedene Sachen. Aber das ist ja auch immer das Problem: Dass die Genderkritiker (SIIICCCC!!!!!!!!!!) nicht merken, dass sie es nicht mit einem monolithischen Feind zu tun haben, sondern mit vielfältigen, mal besseren, mal schlechteren Bemühungen um kleine Verbesserungen, die durchaus von fundierter Kritik profitieren könnten. Aber die Kritiker (SSSSSIIIIIIIIIIIICCCCCC!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) sind halt nicht interessiert an fundierter Kritik, sie wollen nur verleumden.

Die Sprachlenkung ist ein Spiegelbild des adakemisch-linksliberalen Milieus, dessen Liberalität immer dann in den Hintergrund tritt, wenn es um die vermeintlich gute Sache im Dienste der Volkserziehung geht

Freeze Peach!!! Jaja. Es wird doch alles gut, Herr Krischke. Sie sind doch immer noch 1 privilegierter weißer Mann, das nimmt Ihnen sicher niemand mehr rechtzeitig weg. Leider.

Der sprachkritische Eifer und die pedantische Beckmesserei, die Herr Krischke in seinem Artikel an den Tag legt, kontrastiert übrigens auffällig mit seiner nicht nur kritiklosen, sondern begeisterten Hingabe an die Sprache des Feuilletons.

Der sprachkritische Eifer und die pedantische Beckmesserei, die die Universitäten beim Gendern und anderen Formen des politischkorrekten Sprechens an den Tag legen, kontrastieren auffällig mit ihrer nicht nur kritiklosen, sondern begeisterten Hingabe an die Sprache der Reklame.

Findet ihr nicht auch?

Das äußert sich in der überdrehten Exzellenz- und Spitzenuniversitätsrhetorik – die Uni Leipzig beispielsweise ist nicht nur „forschungsstark“, sondern auch „medizin-führend“

Ja wirklich, das steht da. Nein, ich weiß auch nicht, was passiert ist, und warum es jetzt plötzlich überhaupt nicht mehr um gerechte Sprache geht. Ich fürchte, Herr Krischke weiß es auch nicht.Aber sein Feind hat einen Fehler gemacht, und er hat es gemerkt, oder glaubt das zumindest, und diese Chance kann er sich natürlich nicht entgehen lassen, rechthaberischer Kleingeist, der er offenbar ist. Ja, ich mein das als persönliche Beleidigung. Ja, ich find das angemessen. Ich musste das alles lesen. Ich hab mir das verdient.

Und mehr kommt dann auch nicht. Er schließt mit der Erkenntnis:

Einst waren die Universitäten Orte einer Ideologiekritik, deren Gegenstand die kapitalistische Kulturindustrie war. Jetzt sind sie selbst deren Teil, Diversity-Management inklusive.

Denn das wissen wir ja, dass das Bemühen um Vielfalt, Integration und Repräsentation marginalisierter Gruppen schon immer eines der verwerflichsten Charakteristika der kapitalistischen Kulturindustrie war.

Und so komme ich zu dem Schluss, dass die FAZ sich mit der Veröffentlichung dieses Machwerks in meinen Augen sogar für ihre Verhältnisse auffällig sehr beschämt. Herr Krischke wirft den üblichen Salat peinlicher Missverständnisse, Pauschalisierungen und Lügen auf sein Ziel, und auch wenn wegen des Dressings ein paar Blätter kleben bleiben, ist das Ergebnis am Ende nur ungenießbarer Abfall.

Schade, eigentlich mag ich Salat.

39 Responses to Die FAZ sollte die Neutralisierung der Welt doch eigentlich toll finden!?

  1. Joan sagt:

    Word. Aber, also, ähem – „mal generalisierte Gruppen“? Das klingt ein wenig nach Diktierprogramm mit Tomaten suf den Ohren.

  2. Muriel sagt:

    Du hast völlig recht!
    Und dabei hab ich sogar Probe gelesen. Danke für den Tipp!

  3. madove sagt:

    Ich bin schon echt froh, dass DU diese Sachen liest, und dann entsprechend drüber schreibst, dann muss ich nicht. Ich könnt mich schon aufregen, wenn ich nur die Zitate überfliege.

  4. Muriel sagt:

    Ich frage mich natürlich schon manchmal, ob ich wirklich SO persönlich werden müsste. Meistens find ich dann, schon. Aber ich hab schon hin und wieder Zweifel. Ich machs ja auch nicht immer. Aber das hier ist jetzt halt auch wirklich ein besonders schlimmes Beispiel unanständigen, unaufrichtigen Genörgels, und es ist ja auch nicht von einem 16jährigen Blogger, der seinen ersten Post veröffentlicht hat und es vielleicht nur noch nicht versteht, oder so.

  5. TakeFive sagt:

    He’s shaking his fist again! Yay!

    Es ist doch so evident niederträchtiger Schwachsinn, dass ich euch geradezu beleidigen würde, wenn ich es erklären würde, oder?

    Beleidigung hin oder her, solange das alles schön eloquent vorgetragen ist bin ich dabei! 🙂

  6. Christina sagt:

    @ Muriel: Mir reicht es eigentlich, wenn nur du meine Kommentare liest. Ich rechne gar nicht damit, dass du sie freischaltest. Das nur mal so zur Info. Ich ärgere mich nicht. 🙂

    Ich weiß, ich sollte mich eigentlich mit meiner Meinung auf deinem Blog zurück halten, aber manchmal überkommt es mich einfach im ersten Moment, wenn ich soviel herablassend Geschriebenes lese. Kurz nach dem Absenden des Kommentars bereue ich dann meistens schon, dass ich mich mal wieder habe hinreißen lassen, mich dazu zu äußern. Na ja, ich arbeite diesbezüglich noch an mir. 🙂 Erst mal das Gelesene sacken lassen, nicht aufregen und nach einigem Nachdenken sich sagen, es lohnt sich nicht darauf was zu sagen.

    Die meisten deiner letzen Artikel interessierten mich ja ohnehin nicht, und das ist auch gut so, aber das mit dem Gender habe ich dann doch zum größten Teil gelesen bzw. überflogen. Und im ersten Moment … na ja, wie gesagt, ich arbeite noch an mir. Beim nächsten Mal wirds hoffentlich besser. 😉

  7. Muriel sagt:

    Erklärumk: Christinas zwei vorherige Kommentare sind im Moderationsverlies eingesperrt wegen gefährlicher Aufdeckung meiner linken Lebenslügen, ihr kennt das.

  8. Joan sagt:

    Du kannst nachfolgende Fragen gern zu Christinas Kommentar ins Verließ sperren, Muriel, wenn du die Diskussion, die sie potentiell auslösen, nicht haben möchtest: Woher kommt denn Elter1 und Elter2? Kann mir mal jemand ein offizielles, aus seriöser Quelle stammendes Dokument zeigen, in dem diese Bezeichnungen verwendet werden? Eventuell bin ich einfach zu doof zum Googeln. Und selbst wenn es das gibt: Wo ist das Problem? Wenn alle Leute wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind, dann schadet das ja nicht…?

  9. Muriel sagt:

    @Joan: Ich hab mich entschieden, die Fragen hier zu lassen.
    Falls Christina antwortet, muss ich mir halt überlegen, wie es dann weitergeht, weil ich ihr direkt gesagt nicht zutraue, darüber zu reden, ohne unanständigen Mist zu schreiben, den ich hier nicht haben will. Aber dann können wir die Diskussion ja immer noch ins Verlies umsiedeln.

  10. Christina sagt:

    Na ja, dann werde ich mich mal meinen „unanständigen Mist“ für mich behalten. 😉

  11. Muriel sagt:

    @Joan: Dann wird wohl nichts draus. Aber uns bleibt der Salzstreuerin-Gag. Damit werd ich noch meine Enkel köstlich unterhalten können.

  12. Christina sagt:

    Dazu musst du erstmal Kinder kriegen, sonst wird das nichts, Muriel. 😉

  13. Joan sagt:

    Schade. Muss ich doch meine Google-Künste verbessern.

  14. Joan sagt:

    Jaaah, die Salzstreuerin. Mann, das hat mir so richtig die Augen geöffnet. Hab bislang nie verstanden, was das Problem an geschlechtersensibler Sprache ist. Deutsch-LK im Abi und meine Uni – Abschlüsse und so haben mir dabei echt nicht geholfen. Aber die Salzstreuerin. Die Salzstreuerin!

  15. Joan sagt:

    Wirklich sehr konstruktiv. Irgendjemand sollte, wann immer sich die Gelegenheit bietet, den Partizipien-Gebrauch der FDP-Fraktion kritisch untersuchen.

  16. Joan sagt:

    Ähem, die CDU meine ich.

  17. Muriel sagt:

    Mal was ganz anderes: Kannst du deine Kommentare hier selbst löschen?
    Ich wusste gar nicht, was das geht.
    Oder hat WordPress uns irgendwie genatzt?

  18. Joan sagt:

    Ich wüsste nicht, wie.

  19. Muriel sagt:

    Dann muss ich das irgendwie versehentlich gemacht haben, denn er war im Papierkorb. Hab ihn rausgeholt. Muss ich mich wohl irgendwie komisch verklickt haben.

  20. Joan sagt:

    Vielleicht ist dein Spamfilter überempfindlich. So wie diese ganzen Genderheinis. ZENSUR!!!1ELF

  21. Muriel sagt:

    WAR IS PEACE.
    FREEDOM IS SLAVERY.
    IGNORANCE IS STRENGTH.

  22. Christina sagt:

    Muriel, hier habe ich noch was für deine fiktiven Enkel gefunden:

    „Kannst Du mir bitte die Salzstreuerin reichen?“, fragt die feministische Uniprofessorin ihre lesbische Freundin. Erwidert diese: „Nein, ich hab‘ ne Muskelkatze. Aber ich freue mich schon jetzt sehr auf dein Hähnchinnenfilet zu Mittag!“

    Was ist der Unterschied zwischen der NSA und dem Feminismus?
    Die NSA weiß, was andere denken.
    Der Feminismus bestimmt, was andere denken sollen.

    Die evangelische Kirche gibt eine neue Bibelübersetzung heraus. Auch in der Neuübersetzung wurde der Name Gottes wie bisher mit „der Herr“ wiedergegeben. Die feministische Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD) ist über die „übersetzungsbedingte Diskriminierung“ sehr empört und droht mit dem Verbot der Bibel. Die Kirche lenkt ein und ersetzt die Bibel mit einer feminismus-konformen Version. Eifrig präsentieren die Herausgeber die neue Bibel: Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schwesig, wir haben Ihre Forderung umgesetzt. In der neuen Ausgabe wurden sämtliche männlichen Bezeichnungen mit weiblichen Wortformen ersetzt. Insbesondere wurden die Wörter „der Herr“ mit „die Dame“ und „seine Herrlichkeit“ mit „ihre Dämlichkeit“ ersetzt.

    Na ja, nehmt es nicht so schwer. 😉

  23. Muriel sagt:

    Viel Spaß, Joan.

  24. Joan sagt:

    Du hast zwar Muriel angesprochen, Christina, aber ich klinke mich mal kurz ein, weil mich wirklich, ehrlich und ernsthaft deine Antwort auf meine obigen Fragen interessiert. Genauso wie mich wirklich, ehrlich und ernsthaft ein sachlicher Austausch zum Thema „Warum meinst du, dass sprachliche Gleichstellung totaler Blödsinn ist?“, interessieren würde.

    Da ich vermute, dass du Leute wie Muriel und mich nicht für „normale Leute von der Straße“ hälst, sondern eher mit den „0,1%-Genderwahnsinnigen“ in Verbindung bringst, wäre das jetzt deine Chance.

  25. Joan sagt:

    Tja, well. Mir ist grad aufgefallen, dass ich wirklich keine guten Witze kenne, mit denen ich kontern könnte.

  26. Christina sagt:

    @ Joan: Das Traurige daran ist, dass es gar keine Witze sind. :O
    Es gibt wirklich eine Bibel in „gerechter Sprache“ und etliche bekannte alte Kirchenlieder aus vorigen Jahrhunderten wurden anläßlich des Lutherjubiläums bereits eingegendert.

    Ich verstehe nicht, warum du beim googeln nichts findest? Hier mal zwei Links, falls Muriel die überhaupt zuläßt, weil die Eva Herrmann, die in dem Video spricht, ist ja eine gaaanz böse Nazi, überhaupt alle, die was gegen Gender einzuwenden haben sind ganz böse Nazis, ich wahrscheinlich auch. 😀 😀 😀

    Ich behaupte nicht, dass Muriel das gesagt hat, aber so ist doch die gängige Mainstream-Meinung. Jeder der denen nicht ins Gutmenschen-Konzept passt, bekommt die Nazi-Keule zu spüren.

    Die merken noch nicht mal, wie schwachsinnig ihre Argumentation ist, weil es demzufolge auch jüdische Nazis geben müßte. ^^

    https://www.deutschlandfunk.de/elter-1-und-elter-2.691.de.html?dram:article_id=54614

    Ansonsten, diskutieren will ich über dieses Thema nicht mit dir. Entweder man merkt selbst wie schwachsinnig das Ganze ist oder man merkt es eben nicht. Du wirst mich nicht überzeugen und ich dich ebenfalls nicht. Da bin ich mir sicher. Also sparen wir uns die Zeit für was Sinnvolleres. Zumal du genug Kritisches zu Gender im Internet finden würdest. Aber man muss es natürlich auch wollen, sich damit zu beschäftigen. Und ob du das wirklich willst, das weißt nur du selbst.

    Meine Meinung ist eh nicht ausschlaggebend, aber es gibt genug Experten, die sich auch aus wissenschaftlicher Sicht dazu äußern. Wer sucht, der findet. 🙂

  27. Muriel sagt:

    Ich lass das mal so stehen.

  28. Christina sagt:

    PS: Nur noch als kleiner Nachtrag:

    Mir persönlich ist die Sprache, so wie sie jetzt ist und schon immer war „gerecht“ genug. Ich empfinde sie nicht als „ungerecht“. Und so geht es wohl 99 % aller Menschen.

  29. Muriel sagt:

    Irgendwann schreib ich mal ein Buch über Christina.
    Oder zumindest halbe Buch, auf Twitter.

  30. Joan sagt:

    Ich hatte oben nach einem Dokument zu „Elter1 und Elter2“ aus einer seriösen Quelle gefragt. Das war anscheinend nicht klar genug formuliert. Mir ging es darum, irgendeine offizielle Anordnung oder ein Formular zu sehen, aus dem das hervorgeht. Das von Video zeigt aber nur, dass Frau Hermann nicht mal den von dir verlinkten DLF-Artikel gelesen hat und den Europarat nicht vom EU-Parlament unterscheiden kann. Macht nix, können viele nicht. Mir ist nur nicht klar, woher diese Wahrnehmung kommt, spätestens morgen würden alle Bürger gezwungen, statt „Mutter und Vater“ „Elter1 und Elter2“ zu sagen. Aber vielleicht schreib ich mal einen Blog-Artikel zu der Geschichte, du hast mich da (vermutlich eher unabsichtlich) auf was Interessantes gebracht.

    Mein Ziel ist auch gar nicht, deine Meinung zu ändern, so ambitioniert bin ich nicht. Aber ich beschäftige mich tatsächlich zur Zeit viel mit „gerechter/inklusiver/wiemanesauchnennenwill“ Sprache, und was Eva Hermann, Birgit Kelle oder Burkhardt Müller-Ulrich dazu sagen, ist leicht zu googlen, aber eher, nunja, inhaltsarm. Mich fasziniert aber diese Wahrnehmung, die du ja auch vertrittst, in der jede Empfehlung zu gerechter Sprache gleich totalitärer Zwang ist. Wenn du für dich Sprache, so wie sie ist, als gerecht empfindest, ist das doch gut. Stört es dich dann, Texte zu lesen, in denen Frauen sichtbarer sind als üblich? Oder die abstrakter sind als üblich? Weil es sperriger ist, vielleicht? (Ich gehe jetzt mal davon aus, dass dich noch niemand gezwungen hat, gerechte Sprache aktiv zu verwenden oder dich als „Elter“ statt als „Mutter“ zu bezeichnen.)

    Sorry, dass ich so ausführlich antworte, aber du hast so oft Debatten für sinnlos oder beendet oder Zeitverschwendung erklärt, und bist trotzdem noch hier. Als freier Mensch, der du bist, kannst du mich ja fürderhin einfach ignorieren.

  31. Christina sagt:

    Mich fasziniert aber diese Wahrnehmung, die du ja auch vertrittst, in der jede Empfehlung zu gerechter Sprache gleich totalitärer Zwang ist.

    Und mich fasziniert deine Wahrnehmung, die „behördliche Anordnung“ (gleichzusetzen mit totalitärem Zwang) als „Empfehlung“ wahrnimmt. ^^

    Als freier Mensch, der du bist, kannst du mich ja fürderhin einfach ignorieren.

    Sorry, dass ich nach deiner wiederholten Anfrage, dann so höflich war, dir zu antworten. 😉

  32. Joan sagt:

    Bitte zeig mir doch mal die behördliche Anordnung, von der du da sprichst. Also das Gesetz / die Anweisung / etc, die dich verpflichtet, deine Sprache geschlechtsneutral zu gestalten. Das ist doch gerade mein Punkt: eine solche scheint es nicht zu geben.

    Okay, mein letzter Satz im vergangenen Kommentar war unnötig spitz, das tut mir leid. Ich bezog mich eher auf deine wiederholen Ankündigungen, eigentlich nicht diskutieren zu wollen. Insofern: Danke für die wiederholte Antwort, bei meiner Frage bleibe ich aber nach wie vor.

  33. Christina sagt:

    Na gut, ein letzter Kommentar.

    Ich habe dir mal ein Beispiel rausgesucht. An bestimmten Unis können Studenten z. B. für ihre wissenschaftlichen Arbeiten Punkteabzug bekommen, wenn sie keine gendergerechte Sprache darin verwenden: https://www.unicum.de/de/erfolgreich-studieren/hausarbeit-co/gendersensible-sprache-an-der-uni-ja-oder-nein

    Das ist natürlich eine sehr subtile Art, etwas durchzusetzen und es nicht als Zwang aussehen zu lassen. ^^

    Noch sind es nur ein paar Unis und ein paar Professoren. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Und wehret den Anfängen. Hätten Menschen das immer beherzigt, wäre ihnen womöglich so manche Diktatur erspart geblieben, einschließlich des Nationalsozialismus.

    Außerdem betrifft Gender nicht nur allein die Sprache, sondern auch ein sexuelles Umerziehungsprogramm und eine Frühsexualisierung in Kindergärten und Grundschulen, die an manchen Schulen teilweise schon umgesetzt ist. Da das von der Schulbehörde ausgeht, sehe ich das als behördliche Anordnung, sprich Zwang. Man muss sein Kind ja in die Schule schicken. Es gibt in Deutschland eine Schulpflicht und Homeschooling ist nicht erlaubt. Es ist eben keine Empfehlung für irgendwen und irgendwas. Unter Empfehlung verstehe ich was anderes.

    Es gibt nicht umsonst viele Eltern, die sich dagegen wehren und demonstrieren und Petitionen verfassen. Weil ihnen da etwas aufgezwungen wird, was sie für sich und ihre Kinder nicht wünschen. Und sowas nenne ich eben „totalitären Zwang“, nicht Empfehlung.

    Du kannst das gerne anders sehen und beurteilen, aber es ändert trotzdem nichts an der Sache.

  34. Muriel sagt:

    Mich fasziniert ja dieser Abschnitt in dem verlinkten Text: „Immerhin, auch die Redakteurinnen und Herausgeberinnen (ja, alles Frauen) von „ÜberzeuGENDERe Sprache“ scheinen hier an ihre Grenzen zu stoßen. Neben dem Kapitel zu „man“ und weiteren Pronomen ist angemerkt, dass es zwar möglich, aber schwierig ist, Sätze mit „man“ zu vermeiden oder umzuschreiben.“
    Äh was? Wie? Mir fällt beim besten Willen kein einziger Satz ein, bei dem es schwierig wäre, „man“ zu vermeiden.

  35. Joan sagt:

    @Christina: Ja, Punktabzug auf Hausarbeiten ist eine Form von Zwang, da gebe ich dir Recht. Jetzt war ich so auf die „Elter“s eigeschossen, dass ich an Unis usw gar nicht mehr gedacht habe.

    Dafür, dass du dich in deinem Ausgangskommentar (den moderierten meine ich) dagegen ausgesprochen hast, dass 99,99 % der Menschen etwas „aufgewzungen“ werden soll, und ich mehrfach nach den konkreten behördlichen Anordnungen gefragt habe, ist „Studenten können evtl. bei bestimmten Professoren Punktabzug bekommen“ schon etwas… wie soll ich sagen. Weniger dramatisch. Nicht dass wir uns falsch verstehen: ich rege michg auch gerne über Kleinkram auf. Zwang, sofern er nicht gerechtfertigt ist, ist immer Mist. Hey, vielleicht kommst du ja doch noch irgendwann auf die liberale Seite!

    Aber damit lasse ich es jetzt auch gut sein und all die anderen Fässer, die hier noch rumstehen, lieber zu.

  36. onkelmaike sagt:

    hahahah, die „redakteurinnen und herausgeberinnen“ von ueberzeuGENDERE sprache kenne ich ja zufällig, die dame die das große gender in den titel getan hat, ist eine meine liebsten freundinnen 🙂 zwei weitere waren auf meinem geburtstag!
    ich persönlich würde, aus erfahrung, mit christina nicht diskutieren. sie braucht psychologische hilfe. das meine ich ernst. ich würde aber doch gerne mal eine position einführen, die etwas neben der hier ansonsten vertretenen liegt. ich finde die hannoveraner einführung des gendersternchens, sofern es verbindlicher als eine empfehlung ist, tatsächlich problematisch. aus ähnlichen gründen, wie anatol:

    https://www.zeit.de/kultur/2019-01/gender-sprache-geschlechtergerechtigkeit-hannover-leitfaden-gleichstellung

    wenn keine lust zu lesen, sage ich kurz warum: der gebrauch des gendersternchens steht für eine bestimmte politische haltung und auch soziales milieu. er sollte also wirklich nur freiwilllig erfolgen.

    insgesamt finde ich, dass sowohl die contra-gendersensible als auch die pro-gendersensible sprache vertreter*innen mit ihren haltungen häufig daneben liegen.

    die contra-leute missachten ja schon mal das basiswissen über sprache (sie ist natürlich und darf nicht von außen verändert werden, harararar). sie missachten auch, dass sprache eben wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern auch gestaltet und natürlich ein machtinstrument ist.

    die pro-leute gehen aber, meiner erfahrung nach, auch von falschen annahmen aus. sie setzen meines erachtens viel zu viel hoffnung in die umsetzung von leitfäden wie „überzeugende sprache“. ich kann sensible formulierungen wählen, das ist eine grundvoraussetzung, mein gehirn und seine ressentiments habe ich dadurch aber lange noch nicht umprogrammiert. schlechtestenfalls kann ich durch den gebrauch der gebotenen formulierungen sogar über fortbestehende ressentiments und ungleichheiten hinwegtäuschen. die unis setzen eifrig eine gendersensible sprache um und betreiben ganz nebenbei eine intensivierung von ausschlüssen aufgrund anderer kategorien, wie zb bildungshintergrund.

    ich finde es wichtig, sich mit sprache und ihrer macht auseinanderzusetzen und natürlich danach zu streben, macht nicht zu missbrauchen, die mir sprache verleiht und so weiter. ich glaube aber tatsächlich, dass es nicht so viel bringt, wenn ich versuche, meine vorstellungen eines sensiblen sprachgebrauchs anderen aufzuzwingen. und natürlich geschieht das. in bestimmten milieus bin ich sofort exkludiert, wenn ich bestimmte formen nicht einhalte. es wäre ja schön, wenn ich durch leitfäden und anweisung zur befolgung einfach den sexismus beseitigen könnte. aber tatsächlich funktioniert das leider nicht und kann tatsächlich kontraproduktiv sein, wenn es falsch gemacht wird.

  37. Muriel sagt:

    Ja, ich fand Anatols Argumentation auch ganz überzeugend, zum großen Teil. Dissens geht in die Richtung, dass ja so ziemlich jede Formulierung eine bestimmte politische Haltung impliziert und Behörden und generell Arbeitgeber*innen in meinen Augen trotzdem nicht nur das Recht, sondern auch gute Gründe haben, für die [hier besseres Synonym für „dienstlich“ einsetzen] Kommunikation bestimmte Sprachregelungen vorzugehen.

  38. […] Knochen aufgebrochen sind. Ein moderierter Kommentar (vom 25. Januar 2019) bei meinem geschätzten Co-FAZ-Basher Muriel brachte mich auf die skandalösen Umtriebe nicht näher bezeichneter öffentlicher Stellen, […]

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