Some is not enough

Ihr habt wahrscheinlich von diesem Gilette-Werbespot gehört, oder?

Und vielleicht dann auch von den Leuten, die ihn doof finden? Etienne Gardé zum Beispiel, um mal jemanden zu nennen, von dem ich persönlich es besonders schade fand.

Not all men

Habt ihr?

Okay. Darum gehts hier nicht.

Ja gut, natürlich hab ich da ein bisschen witzig sein wollen. Irgendwie gehts schon drum. Aber nur ziemlich indirekt. Ich wollte nämlich die Gelegenheit nutzen, einen Sammelpost zu machen, über den ich schon lange nachdenke, für den mir aber immer der konkrete Anlass fehlte. Einmal war ich ziemlich nah dran, aber da war der Focus dann doch ein anderer.

Was ich eigentlich sagen will? Versuche ich gerade zu entwickeln. Ich glaube, ungefähr so: Ich habe jetzt so viele (vor allem) Männer ungefähr das sagen hören, was Etienne auch sagt: Dass das doch unfair ist, zu behaupten, Männer würden sich generell so verhalten, und klar gäbe es ein paar Ärsche, aber normal wäre das doch nicht und blah.

Und das deckt sich halt nicht mal mit meiner Lebensrealität als jemand, der in so ziemlich jede privilegierte Kategorie geboren wurde, die es gibt. Weil jeder Blogpost auch mal ein Ende hat, und weil ich qua Hobby eine besondere Neigung zu erzählender Kunst habe, will ich das an Medienprodukten illustrieren, die ich in der letzten Zeit so konsumiert habe, keineswegs irgendwie gezielt ausgewählt, alle nur mehr oder weniger zufällig eingesammelt. Es beginnt mit den Horrorfilmen, die unser befreundetes (falls ich das so sagen darf?) Blog Fichtenstein hier empfohlen hat, und die ich mir größtenteils mit Interesse angesehen habe (Mehr allgemeine Details dort in meinen Kommentaren.). Am besten gefallen hat mir Last Shift, und ich finde den in jeder Hinsicht gut gemacht, aber seine Protagonistin ist halt eine weibliche Person, die die ganze Zeit über Angst haben und leiden und weinen und halt insgesamt ich sags mal grob vereinfacht Schwächen zeigen muss, während (nicht nur) Männer vor allem als Figuren auftauchen, auf deren Hilfe und Rettung sie wartet.

Und dann hat der unergründliche YouTube-Algorithmus mir vor Kurzem diesen Song hier empfohlen, den ich so musikalisch eigentlich echt gut finde:

Für alle, die das Video nicht ansehen wollen oder können: Es geht um einen Mann, der seine Frau mit einem anderen erwischt hat und für das, was er dann gemacht hat, zu 99 Jahren Haft verurteilt wurde. Er entkommt aber, indem er einen Freund bittet, den untrüglichen Spürhund des Gefängnisleiters mit einer sexy Hündin abzulenken. Schlussatz: „Love got me in here, and love got me out.“

Außerdem habe ich dann vor Kurzem noch American Gods gesehen, das mir beim zweiten Anlauf erheblich besser gefiel als beim ersten.

Ob das irgendwas beweist? Ob ich das für Daten halte, auf denen ich eine These aufbauen kann?

Natürlich nicht für sich. Aber es illustriert meine Wahrnehmung, denke ich: Das sind alles mehr oder weniger zeitgenössische, aktuelle, nicht mal schlecht gemachte Mainstream-Unterhaltungsprodukte, die alle (mal mehr, mal weniger, vielleicht sogar hier und da mal relativiert, aber doch) dieselbe Botschaft transportieren: Frauen sind Opfer. Frauen sind Objekte. Männer sind stark. Männer sind nicht emotional, und wenn doch, dann sind sie wütend. Männer sind gewalttätig, und das muss auch so sein, und es ist ja auch irgendwie sympathisch, diese mörderischen Racker, die. Männer weinen nicht. Männer sind ruhig. Frauen schreien und weinen. Männer nicht.

Und ich nehme das übrigens auch in mir selbst wahr. Ihr müsst ja nur meine Geschichten lesen, in denen auch ich (mal mehr, mal weniger, vielleicht hier und da mal relativiert, aber doch) diesen sexistischen Mist (nebst natürlich vielen anderen dummen Stereotypen) reproduziere, falls ihr Zweifel habt.

Und ich verstehe halt einfach nicht, wie man in dieser Welt leben und dann trotzdem empört sein kann, dass jemand sagt: „We believe in the best in men: To say the right thing, to act the right way. Some already are in ways big and small. But some is not enough.“, und zwar nicht, weil das noch viel zu freundlich und zu wohlwollend ist, sondern weil er/sie es als unfair gegenüber Männern empfindet.

Versteht ihrs? Dann erklärt es mir bitte!

Versteht ihr es auch nicht? Dann könnt ihr euch in den Kommentaren mit mir wundern.

5 Responses to Some is not enough

  1. Joan sagt:

    Ha! Schaue grade Passengers. Nicht so schlimm wie befürchtet (bis jetzt), aber argh, the cliche is strong with it. Und der Doppelstandard.

  2. Muriel sagt:

    Der Film mit Chris Pratt?
    Seit Jurassic Dings kann ich den echt nicht mehr ertragen. Größe Hassfigur für mich.

  3. Joan sagt:

    Ja, genau der. Wollte erst was Relativierendes zum Thema „Schauspieler Hassen“ schreiben, aber hab dann gelesen, dass er Passengers für einen guten Film hält und stolz drauf ist.

  4. fichtenstein sagt:

    (falls ich das so sagen darf?) – darfst Du gerne und sage ich auch so.

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: