…oder soll man es lassen?

Der Journalist Raphael Thelen hat für das Magazin der Süddeutschen Zeitung ein Portrait von Markus Frohnmaier geschrieben, für das er eineinhalb Jahre mit dem Mann verbracht hat:

Image may contain: 2 people, beard, glasses and text

Auf Twitter bekomt er nichts als Spott, Häme, Vorwürfe, und Beschimpfungen für diesen Versuch nicht nur eines Dialogs, sondern auch der Verständigung.

Denn was sonst ist so eine Story als der Versuch, zu verstehen. Aufzuzeigen, wie ein Mensch, der so viel Hass verbreitet, so radikal eine Gesellschaft verändern will, der sich so von allem entfernt hat, was als demokratischer Konsens gilt, oder zumindest bis vor Kurzem zu gelten schien.

Viele der Kritiker*innen haben den Text nicht gelesen, wissen also nicht einmal, was sie kritisieren.

Damit begehen sie denselben Fehler gleich zweimal: Sie wollen nicht wissen, wie Frohnmaier dargestellt wird, und sie wollen auch nicht, dass andere es wissen, und zeigen damit ihr Menschen- und Gesellschaftsbild. Sie nehmen das Abweichende als böse und schädlich wahr, und trauen weder sich selbst oder anderen zu, sich damit angemessen auseinander zu setzen, noch sehen sie eine Chance, dass jemand wie Frohnmeier im Dialog überzeugt werden könnte. Sie haben kein Vertrauen in die eigenen Argumente und bestehen darauf, den AfD-Politiker auszugrenzen, und verhalten sich damit letzten Endes nicht anders als die, die sie so sehr als Feind wahrnehmen, dass sie schon diejenigen Nazis nennen, die nur anders als sie bereit sind, sich mit ihnen zu befassen, und damit doch eigentlich mehr für Demokratie und gegen den Rechtsruck tun als diese im Wortsinne blindwütigen Antifaschisten.

Oder was meint ihr?

5 Responses to …oder soll man es lassen?

  1. Christina sagt:

    Du meine Güte, was hast du denn heute geraucht? 😉 Und ich meine das durchaus in positivem Sinne! Ich kenne zwar weder Markus Frohnmaier noch Raphael Telen und sein Portrait über ihn habe ich auch nicht gelesen, interessiert mich auch nicht. Aber, dass ich den Tag noch erleben darf, dass weder er noch der Journalist in deinem „Moderations-Verließ“ der abweichenden Meinungen landen würden, sondern du so abweichende Meinungen positiv aushalten kannst und sogar in gewisser Weise für diese freie Meinungsäußerung einstehst, ja, da bin ich jetzt angenehm überrascht. 🙂

  2. Tullinge sagt:

    Hey Christina, schau doch noch mal auf das Datum, an dem der Beitrag verfasst wurde…

  3. Christina sagt:

    @ Tullinge: Du meinst also ein Aprilscherz? Und ich bin drauf reingefallen?

  4. Tullinge sagt:

    @Christina Ja, da habe ich keine Zweifel.

  5. Christina sagt:

    @ Tullinge: Tja, möglich wär’s schon, wenn ich so drüber nachdenke. 😉

Gib's mir!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: