Für alle, die noch Zweifel hatten, ob Thomas Fischer ein sexistischer a…

…ußerordentlch unerfreulicher Mann ist, hat er jetzt noch mal einen Beitrag geschrieben, der das einwandfrei klarstellt. Er heißt:

Anmerkung 2019-06-21 173815

Also, der Beitrag. Nicht Thomas Fischer. Thomas Fischer heißt nach wie vor Thomas Fischer. Es sei denn, ihr wollt ihn anders nennen. Aber würde das wollen?

Herr Fischer beginnt mit der Feststellung, dass Journalismus Skandale braucht, und dem notfalls nachhelfen muss, und kann es nicht lassen, das noch zu ergänzen um

Das gilt vom Spitzenniveau der Preisgekrönten hinab bis dorthin, wo Menschen ihr Leben als „Influencer“ für Nagellack gestalten und über den Skandal berichten, dass der Konkurrentin gestern eine Wimper in den Cappuccino fiel.

Sogar wo er sein armselig schlechtes Beispiel noch gezielt auswählt, um Frauen zu dissen, kann er sich das generische Maskulinum nicht verkneifen, ebensowenig wie die Verachtungs-Anführnugszeichen und die explizite Hierarchie von oben nach unten. Wie erbärmlich kann die Perspektive eines Menschen sein?

Noch erbärmlicher, keine Sorge: Herr Fischer muss nämlich auch noch sagen, dass er den Eindruck habe

dass der Kreativbereich vielleicht doch etwas weniger von Sexualverbrechern durchseucht ist als in zahllosen Wiederholungen behauptet. Und irgendwie scheint #MeToo auf seltsame Weise auf das Niveau von „Unheimlisch leischt“ herabgeschwebt zu sein

Und ja, was soll ich sagen? Es folgt eine scheinbar unendliche Textwand aus so larmoyant selbstgerechter Alter-Weißer-Mann-im-Feuilleton-Ausfluss, dass ich es nicht ertragen kann, weiter zu lesen, und erst recht ekelt mir zu sehr vor dem wirklich durch keinen Grad von Ahnungslosigkeit, Privileg und Alter mehr zu entschuldigenden Dreck, den Herr Fischer da von sich gibt, und der wirklich nur noch durch direkte klare Charaktermängel erklärbar ist.

Wirklich. Ich habs zweimal im Abstand von ein paar Tagen versucht. Ich mag einfach nicht. Ich hör jetzt auf.
Deshalb erzähl ich euch jetzt stattdessen ein paar andere Sachen:

Habt ihr von dieser Bernie-Sanders-Rede gehört?

2019-06-03 14_30_12-Clipboard

Ich hab diesen Ausschnitt irgendwo auf Facebook gesehen und frage mich seitdem: Wenn ich das glaube. Wenn ich wirklich davon überzeugt bin, dass 1 Land nur dann nicht Donald Trump wiederwählen wird, wenn ich mir echt viel Mühe gebe und wirklich alles auf meine Kampagne gegen ihn setze, Energie und Aufregung und Leidenschaft …

Wie kann ich dann noch Energie und Aufregung und Leidenschaft für diese Kampagne aufbringen, statt die darauf zu verwenden, mir ein paar alte Gefechtsköpfe der ehemaligen UdSSR zu besorgen, oder Anthrax oder so?

Und außerdem hab ich letzte Woche Mad Max Fury Road gesehen und großer Gott wie ist denn das passiert, oder genauer: Wie ist es passiert, dass Leute den gut finden, sogar so SJW auf Tumblr? Weil das schon ein derart schreiend misogyner Film ist, dass ihn beinahe Herr Fischer geschrieben haben könnte.

Übrigens, Herr Fischer, das Schlusswort geht noch an Sie: Sie würden mir so leid tun, wenn mir nicht schon all die armen Menschen noch viel mehr leid tun würden, die im Laufe Ihres Lebens Opfer Ihrer Haltung geworden sein müssen. Aber irgendwann komm ich vielleicht auch noch bei Ihnen an. Sie armer, armer Kerl.

8 Responses to Für alle, die noch Zweifel hatten, ob Thomas Fischer ein sexistischer a…

  1. Muriel sagt:

    Falls ihr MMFR übrigens noch nicht gesehen habt, Plotzusammenfassung: Der alte weiße Chefoberboss hält sich Frauen als Milichkühe und Zuchtstuten. Eine weibliche Oberboss-Figur fährt mit dem Kriegstanker und ganz vielen Kriegern (ALLLE davon sind männlich OHNE AUSNAHME der Film bietet KEINERLEI Erklärung dafür wie es passiert sein kann dass eine Frau da in eine Führungsrolle gekommen ist es gibt sonst keine Frauen, die irgendwas machen außer angekettet zu sein) los, vorgeblich, um Benzin und Patronen zu holen, entführt dann aber den Kriegstanker, um mit den Zuchtsklavinnen, die sie darin versteckt hat, zu entkommen. Mad Max wurde von diesen Leuten gefangen genommen und wird von ihnen als Blutbeutel mitgeschleppt, als sie den Kriegstanker und die Zuchtsklavinnen wiederholen wollen. Im Laufe der Kampfhandlungen kann er entkommen und findet dann die Oberbossfrau und die Sklavinnen vor, die gerade mit dem Wasser aus dem Tanker zusammen duschen (ICH WÜNSCHTE ICH WÜRDE SCHERZEN!). Er bedroht sie mit einer Waffe, kämpft kurz ein bisschen gegen die Oberbossfrau, gewinnt, unterdrückt sie alle, dann kommen die anderen Verfolger, sie fliehen gemeinsam, es stellt sich zur allgemeinem Verblüffung heraus, dass unter seiner rauen Schale ein weicher Kern ist (NEIN! DOCH!! Ohhh!), er rettet die Frauen verschiedene Male unter Riskierung seines eigenen lebens, sie finden weitere Frauen, die Frauen entscheiden gemeinsam über das Salz zu ziehen in der Hoffnung dahinter was Besseres zu finden, er will seinen eigenen Weg gehen, entscheiden dann aber, doch den Frauen hinterherzufahren. Er überholt sie, hält sie an und sagt ihnen, dass sie in die falsche Richtung fahren und andersrum müssen (ICH WÜNSCHTE ICH WÜRDE SCHERZEN!), und dann fahren sie gemeinsam zurück, vorbei an den Verfolgern, um deren Zitadelle zu erobern, er rettet noch ein paar Mal alle unter Riskierung seines Lebens, hilft der verletzten Oberbossfrau schließlich in die Zitadelle, indem er sie halb stützt, halb trägt (ICH WÜNSCHTE ICH WÜRDE SCHERZEN!) und hat dann schließlich mit einer kurzen geste des Abschieds und einem festen Blick in die Kamera ab weil er ist 1 einsamer Wolf was soll man manchen und seine Arbeit hier ist getan die Frauen sind in sicherheit.
    Ende.

  2. madove sagt:

    Das ist alles sehr sehr schrecklicher Mist.

  3. Joan sagt:

    Hab mir das (also Herrn Fischers) Machwerk durchgelesen. Insbesondere im Teil zur Menstruation und deren Kosten hat sich meine Fremdscham fremdgeschämt. Ist Fischer der neue Fleischhauer? Kann ich den alten Fleischhauer nochmal sehen? Der hatte wenigstens noch einen roten (Haha) Faden, so ab und zu.

  4. Muriel sagt:

    Ist der jetzt eigentlich wirklich beim Focus, oder hat er ganz aufgehört? Ich habe verschiedene Sachen gelesen und weiß nicht, welche auf welchem Layer waren.

  5. Joan sagt:

    Laut seiner Abschiedskolumne und einer Pressemitteilung von Burda wechselt er zum Fokus.

  6. Muriel sagt:

    Stimmt, mit k, Entschuldigung.
    Hab’s nicht über mich gebracht, die zu lesen.
    Ich hab genau eine Kolumne von ihm gelesen, glaub ich, und war dann sehr überrascht, weil ich den Spiegel nicht als Naziblatt eingeordnet hatte.

  7. Joan sagt:

    Besagte Abschiedskolumne ist glaubich die erste von ihm, die ich komplett gelesen habe, vom Überfliegen der anderen blieb bei mir nie viel hängen. Jedenfalls weniger „Nazi“ als eher „konservativer Typ, der den Punkt nicht findet, aber ganz doll kontrovers sein will“. Aber diese Letzte drucke ich vielleicht aus und hänge sie über meinen Schreibtisch, als warnendes Beispiel dafür, was passiert, wenn sich jemand zu sehr in die eigene „Unbequemlichkeit“ und „Provokativität“ (ja, das Wort gibts nicht, mir egal) verliebt. Insofern ist Fischer vielleicht doch der perfekte Anschlusskolumnist.

    Übrigens muss ich mich entschuldigen, der Focus schreibt sich doch mit „c“.

  8. Muriel sagt:

    Ich bin zuletzt sehr großzügig geworden mit dem Begriff Nazi, weil ich auch zu oft die Erfahrung gemacht habe (nicht zuletzt in der Moderation dieser Gruppen da, als ich die noch machte), dass Leute, die erst mal nur so Sachen schreiben, bei denen ich denke „Ochnaja, das hat der bisschen ungeschickt formuliert, aber bestimmt ist der eigentlich…“, dann auf leichtes Anpieken hin reagieren mit „KEIN WUNDER DASS DU MEINEN KOMMENTAR GELÖSCHT HAST DIE JÜDISCHE WELTVERSCHWÖRUNG WILL NICHT DASS DIE WELT ERF“

    Und was den Focus angeht: A-ha!

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