Ich konnte gar nicht so viel kotzen, wie ich lesen musste.

Tom Liehr ist ein deutscher Weißer Mann. Er arbeitete als Redakteur bei P.M., das ist sozusagen Bild der Wissenschaft für alle, denen Bild der Wissenschaft noch nicht populistisch genug ist, schreibt außerdem aber auch offiziell als solche deklarierte Fiktion und ist offenbar Inhaber eines Softwareentwicklungsunternehmens.

Wer wäre besser geeignet als Experte zum Thema Diskriminierung in der Literatur? Eben. Deshalb hat er im Literaturcafé einen Text veröffentlichen dürfen über „Diversität, politische Korrektheit, Empfindlichkeitslesen und die Literatur„. Einen langen Text. Einen sehr langen Text. Einen sehr sehr langen, sehr sehr schlimmen Text. Einen Text, der so exemplarisch steht für die Fassungslosigkeit Alter Weißer Männer ob des Verdachts, jemand könnte unsere dummdreiste Privilegiertheit antasten wollen, dass er vielleicht eines Tages Eingang finden wird in ein sehr sehr langes, sehr sehr schlimmes Lehrbuch zu dem Thema. Vielleicht ja sogar mit meinen Kommentaren, denn wessen Meinung dazu sollte noch relevanter sein als die eines anderen Weißen Mannes?

Unter dem Titel „Schreiben mit Kondom“, und das muss man erst mal bringen, ein Kondom als Metapher für etwas, das man für überflüssige Mode und Zeichen unverhältnismäßiger Sensibilität hält.

Das Thema wird im Teaser so zusammengefasst, dass „Künstler und Autoren“ – klar, hier regiert das angeblich generische Maskulinum noch unangefochten – immer häufiger „mit der Anforderung konfrontiert werden“, sich Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und all die anderen Probleme unserer Gesellschaft bewusst zu machen und zu vermeiden (Er formuliert das natürlich polemisch anders.), oder das manchmal sogar „freiwillig versuchen, weil sie glauben, das zu müssen“. Naja. Freiwilligkeit ist ja traditionell ein dorniges Konzept. Halten wir uns mit diesem scheinbaren Widerspruch nicht auf, nehmen wir als das, was er ist: ein bezeichnendes Indiz für die Haltung des Autors, und stürzen wir uns voller Vorekels in Liehrs Text, denn wir wissen: Vorekel ist der schönste Ekel.

Das wird nicht schön. Ich habs trotzdem gelesen. Damit ihr es nicht müsst.

Ihr kennt das.

Comedykill ist die erste Zwischenüberschrift, unter der es darum geht, dass Leute wie Chris Rock und Jerry Seinfeld nicht mehr an „amerikanischen Universitäten“ auftreten, weil es da regelmäßig zu „Eklats und regelrechten Ausschreitungen“ komme.

Lautstark brüllen selbsternannte Anwälte des Minderheitenschutzes Künstler nieder, die mit ihren Programmen unterhalten und durchaus auch diese Leute zum Nachdenken anregen wollen.

Wer noch Zweifel daran hatte, wes Geistes Kind Herr Liehr ist, kann spätestens nach diesem Spruch alle Hoffnung fahren lassen. Dieter Nuhr, falls ihr euch um den auch Sorgen macht, weiß anscheinend schon gar nicht mehr, was er überhaupt noch thematisieren darf, und das ist für Herrn Liehr keine erfreuliche Nachricht. Klingt komisch, ist aber so. Und immer so weiter. Gar nichts darf man mehr sagen.

Die Comedyszene wird auf diese Weise ihrer Existenzgrundlage beraubt

Jaja. Und falls jemand doch wagt, einen Witz zu machen, von dem sich jemand

auch nur sehr entfernt düpiert fühlen könnte, […] ist das Ende der Komikerkarriere näher als die nächste Pointe.

Dass die Karriere all der von ihm beispielhaft aufgezählten Leute von Stelter über Nuhr bis Cleese kein bisschen zu Ende ist, ficht ihn nicht an. Irgendwas mit Gefühlen und Fakten, ne?

Als nächstes kommt Sarah Kuttner dran, die wohl irgendwann berichtet hat, eine schwarze Puppe gehabt zu haben, die sie „N****puppe“ genannt hat. Und das fand jemand rassistisch. Völlig zu Recht. Also, finde ich. Findet Herr Liehr natürlich nicht.

Die Hirnrissigkeit dieser Angelegenheit ist dabei höchstens ein Nebenaspekt, denn es ist auf keinem Planeten dieses Sonnensystems eine rassistische Beleidigung, wenn eine erwachsene Autorin davon berichtet, als Kind ein Spielzeug »[…]puppe« genannt zu haben, und dabei spielt nicht einmal eine Rolle, ob das fiktiv oder tatsächlich autobiografisch ist.

Und natürlich steht dieses Urteil, was eine rassistische Beleidigung ist, und was nicht, ausschließlich Leuten wie Herrn Liehr zu, die Weiß sind, und keine Ahnung vom Thema haben. Dafür aber jede Menge Wut. Und natürlich Sorge um die Kunst, denn unter existenziellen Bedrohungen machen Leute wie Herr Liehr es bekanntlich nicht:

Im Kern geht es um etwas Anderes, nämlich darum, dass die Tyrannei der politisch Korrekten die Kunst erreicht hat – und sie existentiell bedroht.

Herr Liehr macht dann noch einen Schlenker über die Flugsicherheit, um zu illustrieren, dass wir im „Zeitalter der Übervorsichtigkeit“ leben. Angst sei ein schlechter Ratgeber, sagt er, der dringend selbst einen besseren gebrauchen könnte, aber wohl leider keinen gefunden hat. Angst vor seiner ultimativen Horrorvision:

Man traut sich nicht, etwas zu schreiben, das man eigentlich schreiben wollte, weil man mögliche Konsequenzen fürchtet.

Stellt euch das nur mal vor. Eine Welt, in der Autoren tatsächlich Verantwortung übernehmen und beim Schreiben darüber nachdenken, was ihre Worte bewirken könnten. Es wird einem geradezu schlecht bei dem Gedanken, oder?

Wie alle solche Texte schafft es natürlich auch der von Herrn Liehr an keinem Punkt anzuerkennen, dass es nicht nur völlig okay sein kann, Leute nicht beleidigen zu wollen, sondern dass es darüberhinaus noch einen Unterschied gibt zwischen der Sorge, jemanden zu beleidigen, und dem Bemühen, das Leben strukturell diskriminierter Gruppen nicht unnötig noch schwerer zu machen, indem man die Scheiß-Vorurteile, unter denen Weiße privilegierte Männer wie Herr Liehr und ich sie jeden Tag erneut leiden lassen, nicht auch noch verstärkt und perpetuiert. Für ihn sind das alles

Versuche, es allen recht zu machen, nirgends anzuecken, niemanden aufzuregen oder – vor allem versehentlich – zu beleidigen

Es scheint so offensichtlich. Aber er merkt es nicht. Er sieht es nicht. Er rafft es nicht. Er kann es nicht. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und natürlich kann es Angst machen, wenn man vor der Erkenntnis steht, rassistischen Scheiß geschrieben, mitgetragen, gesagt zu haben. Natürlich ist das ein blödes Gefühl. Und dann redet man sich das halt lieber schön und tut so, als wären die eigenen bräsigen Versuche, bestehende Privilegien zu schützen, und die eigene Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid derer, die sie nicht haben, in Wahrheit ein tapferer Kampf um die Verbesserung der Welt, um Gerechtigkeit und die Freiheit der Kunst.

Liehr bringt noch ein Beispiel, das illustriert, wie wenig er verstehen will, worüber er schreibt, und konstatiert mit Bezug auf eine Kritikerin dieses Beispiels schonungslos:

Sie will die Welt nicht abgebildet sehen, wie sie ist, sondern bereits so, wie sie sie gerne hätte. In der realen Jetztwelt trifft Stefan Schwarz den Nagel statistisch betrachtet zu 90 Prozent auf den Kopf, aber in der schillernd-gleichgeschalteten, vorurteilsfreien, diversen Traumzukunftswelt der Kritikerin hat die Tatsache nichts zu suchen, dass die allermeisten lebenden Frauen auch im Jahr 2019 pikiert darauf reagieren, wenn eine andere anwesende Frau die gleichen Klamotten trägt

und illustriert damit gleich noch mal hervorragend, wie wenig er rafft, denn erstens ist das – er sagts natürlich nicht, aber es ist offenkundig – eine völlig frei erfundene Statistik, und zweitens spielts keine Rolle, denn er will hier verkennen, dass es erstens gar nicht Aufgabe des krtisierten Buches ist, akkurat die Welt abzubilden, und zweitens die Abbildung der Realität auch eine Wertung enthält, die einer Kritik zugänglich ist, sogar wenn die Schilderung komplett akkurat wäre, und naja, ihr wisst das alles, und ihn interessierts nicht.

Lieht jammert als nächstes darüber, dass Autoren sich inzwischen sogar „freiwillig“ selbst „dem Erwartungsdruck“ aussetzen, „ebenso progressiv zu schreiben, wie die liberale Elite derzeit denkt“. Dass das „freiwillig“ in diesem Satz wieder keinen Sinn ergibt, geschenkt, aber habt ihrs gesehen? Liberale Elite? Woher kennen wir denn solche halbverschwörungstheoretischen Ideen? Von Nazis, genau. Ich sags nur. Also, nicht dass ihr euch jetzt wundern sollt, wir haben jetzt schon genug Zeit mit dem Typen verbracht, um uns nicht zu wundern, dass er Nazivokabular übernimmt, aber ich finds schon erwähnenswert, wie dreist offen er seine Gesinnung hier zeigt, und dass Literaturcafé das akzeptiert und solchem Dreck eine Plattform bietet.

(Und komisch übersetzt ist es auch, von den US-„liberal elites“. Auf Deutsch assoziiert doch kein Mensch eine liberale Einstellung mit Political Correctnes, oder?)

Dann jammert er, dass es doch tatsächlich „in einem großen Autorenforum“ darum gegangen sei, wie marginalisierte Gruppen, die er stets in Anführungsstriche setzt oder sonstwie verspottet, wenn er sie erwähnt, mehr Repräsentation in der Literatur bekommen können. Und er versteht nicht, warum.

Wem tut man damit einen Gefallen? Was erreicht man? Geht es beim Schreiben darum, eine Gesellschaft abzubilden – oder darum, eine zu skizzieren, zu entwerfen?

Es wird für Alte Weiße Männer stets ein Rätsel bleiben, warum irgendwen was anderes interessieren könnte als die Befindlichkeiten Alter Weißer Männer, wo die doch so wichtig sind.

Gekrittel an Identitätspolitik muss natürlich auch noch sein,

Und das ist keine gestrige Weißeraltermannansicht, sondern nicht weniger als die Basis der künstlerischen Freiheit. 

Jaja, schon klar. Wenns um die Interessen marginalisierter Gruppen geht, ist das unbegreiflicher Unsinn, aber wenns um die Interessen von Alten Weißen Männern geht, gehts immer um nicht weniger als die künstlerische Freiheit, die Menschenwürde, den demokratischen Rechtsstaat und die Rettung des Universums, wie wir es kennen.

Und falls ihr euch noch fragt, ob es vielleicht doch möglich ist, auch mit Diversität eine gute Geschichte zu schreiben: Nö.

Wer Aspekte wie Diversität – ob nun angenommene oder reale – in seine schriftstellerische Arbeit hineinzwingt, erreicht damit nur eines, nämlich dass es eine weitere schlechte Geschichte gibt.

Dann kommt ein Absatz, in dem er sich über das Konzept der Mikroaggressionen lustig macht – ihr merkt, ich habe nicht zu viel versprochen, er ist wild entschlossen, keinen Horst auszulassen, zu dem er sich machen könnte -, bei dem es sich natürlich um eine

eigentlich halt- und unterm Strich belanglose Theorie […] von den gönnerhaften Wohlstandsweltverbesserern, vor allem aber von den etwas verschrobenen Identitätspolitikern

handelt.

Und so immer weiter und weiter. Wirklich. Der Text nimmt kein Ende, und die mehr oder weniger dreisten Lügen, von denen ich ihm mal großzügig zu Gute halten will, dass er es irgendwie geschafft hat, sich selbst von ihnen zu überzeugen, hören nicht auf:

Kein Autor will eine Hauptfigur, möglicherweise sogar einen Protagonisten haben, der ein Rassist ist (oder homophob oder misogyn ist, oder sich gegenüber behinderten Menschen intolerant oder gar abwertend verhält)

aber – sind sie nicht crazy, diese

»Moderne[n]« Soziologen und Psychologen, vor allem aber die Interessenvertretungen einiger Gruppen 

– man lässt gar nicht Leute wie ihn entscheiden, wer ein Rassist ist! Hat man sowas schon gehört? Daraus folgt ganz natürlich der Absatz, in dem Herr Liehr die altbekannte These ausbreitet, der Rassismusvorwurf würde nur genutzt, um Menschen vom Diskurs auszuschließen, ohne echte Grundlage.

Empört stellt Liehr fest, dass Verlage und andere Unternehmen inzwischen Werke auf dumme Klischees und Vorurteile prüfen lassen, um Diversität zu verbessern – er sieht darin natürlich nur das Problem, keinerlei Vorteil – und kann gar nicht glauben, dass Autoren tatsächlich Korrekturvorschläge auf dieser Basis erhalten, die bestätigen,

dass sie – und letztlich wir allesamt – misogyne, homophobe Rassisten, Sexisten, Ableisten usw. sind,

Das Äußerste des Absurden sicherlich aus seiner Sicht, dass wir alle, die wir in einer misogynen, homophoben, rassistischen, sexistischen, ableistischen Gesellschaft aufgewachsen sind, vielleicht diese Ideen internalisiert haben könnten. Das ist die Vorstellung, die aus seiner Sicht belegt, dass alle verrückt geworden sind.

Ums Gendern muss es später auch noch gehen, und dabei darf nicht mal die olle und offenkundig falsche Kamelle fehlen, dass niemand das Sternchen auszusprechen wüsste und es schon deshalb Unsinn wäre. Er lässt halt wirklich nichts aus.

Und schließen muss er natürlich mit einem Appell an „Autoren“ (generisches Maskulinum na klar!), doch einfach nur „tolle Geschichten“ zu schreiben, ohne dabei auf irgendwas Rücksicht zu nehmen.

Und damit endet einer der widerlichsten Texte, die ich wirklich seit Langem gelesen habe. Dass Literaturcafé – ich weiß, der Name steht generell nicht für Qualität, aber dennoch – solch rechter Propaganda eine Plattform bietet, dass es immer noch Leuten nicht zu blöd ist, so zu tun, als hätten nicht GERADE wir Autor*innen eine Verantwortung für das, was wir schreiben, und für die Botschaften, die wir in die Welt senden, GERADE in einer Zeit, in der wir jeden Tag beobachten können, dass der Faschismus eben DOCH sagt: „Tach auch, ich bin der Faschismus!“, und dann alle so: „Heyy DAS is aber schön, wie gehts??“, GERADE in einer Zeit, in der so ein ekelhafter Dreck wie dieser Artikel von Herrn Liehr zahlreiche zustimmende Kommentare erhält und sogar die kritischen eher vorsichtig ausfallen, das ist beschämend und traurig. Auch in einer besseren Welt gäbe es noch Leute wie Herr Liehr. Ich fürchte, die wird es geben, solange es Menschen gibt. Aber wir können vielleicht zumindest eines Tages mal eine Gesellschaft aufbauen, in der sie keinen Applaus mehr bekommen, und in der tatsächlich das Karriereende droht, wenn jemand systematisch marginalisierte Gruppen angreift und zu ihrer Unterdrückung beiträgt.

Oder was meint ihr?

39 Responses to Ich konnte gar nicht so viel kotzen, wie ich lesen musste.

  1. fichtenstein sagt:

    Sehr schön geschrieben. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe die Fäuste geschüttelt. (Also, ehrlich jetzt, das klingt zwar so, ist aber keine piefig passiv-aggressive Ironie)

  2. Muriel sagt:

    Freut mich. Danke!
    Ich bin da immer hin und her gerissen, wie ausführlich ich sein soll (Bei so endlosen Texten verbietet sich eine Vollbesprechung, aber andererseits ist der Text auch echt so eine Schatzgrube von allem, was je jemand Mistiges geschrieben hat.), und wie sehr ich erklären soll, weil einerseits meine Posts ja nicht nur „Guckt mal und dann hat er geschrieben […] Hihi, und dann schreibt er: […] Ist das nicht schlimm? Und dann stand da noch: […] Boah, oder?“ sein sollen, aber andererseits sehe ich auch keinen Sinn drin, in jedem Post ausführlich darzulegen, warum Rassismus keine gute Sache ist und „Was soll denn an N**** rassistisch Sein?“ keine legitime Frage, und …
    Naja, so halt. Freu mich immer, wenn jemand Freude an meinen Texten hat.

  3. Renate Blaes sagt:

    Dass Herr Liehr gern selbstverliebte Texte verfasst, ist (mir) schon länger bekannt. Aber dass du dich so maßlos darüber aufregst, verstehe ich nicht. Lass ihn doch schreiben – du schreibst doch auch, was du willst.
    Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
    Das sagt eine, die sich auch gern aufregt … 😉 Gestern gerade über einen anderen Herrn, der auch gern selbstverliebte Texte verfasst.
    PS: Wie würdest du denn eine N*-Puppe nennen? Also in einem Text, in dem du über deine Kindheit schreibst und besagte Puppe erwähnst …

  4. Muriel sagt:

    Danke für deinen Kommentar! Dass nicht alle meine Kritiken mögen, ist mir schon länger bekannt.
    Aber dass du dich so maßlos darüber aufregst, verstehe ich nicht. Lass mich doch schreiben!
    Wenn du es schon okay findest, dass rechte Propaganda eine Bühne bekommt und beklatscht wird, kannst du sicher auch irgendwie ertragen, dass es Leute gibt, die nicht wollen, dass marginalisierte Gruppen verhöhnt und beleidigt werden.
    Jedem Tierchen seine Perpetuierung bestehender Ungerechtigkeiten, ne? Solange es uns gut geht, kann uns doch egal sein, wie rassistisch, sexistisch, ableistisch und rundum mies diese Gesellschaft ist!

  5. Renate Blaes sagt:

    Schade, dass du meine PS-Frage nicht beantwortet hast.

    Have fun!

  6. Muriel sagt:

    Du meinst, die war einst gemeint?
    Wow.
    Also, dann sag ich es wohl: Ich habe keine Ahnung, wie ich eine Puppe nennen würde, die es in Wahrheit gar nicht gibt, aber würde vielleicht öffentlich keine rassistischen Slurs reproduzieren, so als generelle Grundregel.

  7. Christina sagt:

    „Das sagt eine, die sich auch gern aufregt … 😉 Gestern gerade über einen anderen Herrn, der auch gern selbstverliebte Texte verfasst.“

    Hmmm…. wen mag‘ sie damit wohl meinen? Dich vielleicht? 😀

    @ Muriel: Vielleicht solltest du dir mal den Film „MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER“ anschauen? Darin geht es auch um Rassismus. Vielleicht entspannt dich das ein bißchen? 😉 Kam grad vor ein paar Tagen im TV. Hab‘ sowas von gelacht. Lange nicht mehr so eine coole Komödie gesehen:

  8. Muriel sagt:

    Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie entspannt ich bin.
    Und ich meine das gar nicht schnippisch, sondern ganz sachlich und wörtlich und ernst, als aufrichtige Vermutung auf Basis deiner Kommentare hier.

  9. mike sagt:

    Ich habe keine Ahnung, wie ich eine Puppe nennen würde, die es in Wahrheit gar nicht gibt

    Muss man den referenzierten Text lesen um das zu verstehen? Aus Deinem Text hier geht nicht hervor, dass die Puppe (und der Name) ausgedacht wäre.

    P.s. ist natürlich zwischen dem ganzen Müll ein Nebenkriegsschauplatz, aber so ganz klar, wo genau das Problem ist ist was anderes.

  10. Muriel sagt:

    Nee, Missverständnis. Die Frage war ja, wie ICH die Puppe nennen würde, und meine Puppe gibt es nicht. Wie Frau Roche sie nennt, wissen wir ja.
    Ich verstehe die Frage aber auch wirklich gar nicht, was soll die denn? Das ist nicht mal ein Nebenschauplatz, das ist einfach nur 1 Nebelgranate.

  11. Christina sagt:

    „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie entspannt ich bin.“

    Das freut mich natürlich für dich. Leider kommt dein Artikel bei den Lesern desselben gar nicht so entspannt rüber.

    „Und ich meine das gar nicht schnippisch, sondern ganz sachlich und wörtlich und ernst, als aufrichtige Vermutung auf Basis deiner Kommentare hier.“

    Könntest du mir diesen Satz bitte mal übersetzen, damit ich nicht länger darüber grübeln muss??? Ich meine, bis zum zweiten Komma verstehe ich den Sinn desselben ja noch, aber der dritte Teilsatz erschließt sich mir in keinem Zusammenhang mit den vorherigen.
    Verstehen könnte ich den höchstens so ( in Zusammenhang mit deinem ersten Satz) : Du vermutest also nur – und das aufrichtig -, dass du entspannt bist? Bist es also nicht in echt? Und diese Vermutung deiner Entspanntheit beruht auf meinen Kommentaren hier??? Also irgendwie erscheint dieser Satz mir äußerst sinnlos.
    Aber vielleicht gibt es ja eine Erklärung dafür???

  12. Muriel sagt:

    Ich vermute, dass du wirklich nicht in der Lage bist, dir vorzustellen, wie entspannt ich bin.
    Ich meins nicht böse, ich weiß nur beim besten Willen nicht, wie ich es besser erklären soll? Vielleicht noch so: Meine Vermutung bezieht sich nicht darauf, wie ich selbst mich fühle, das weiß ich. Meine Vermutung bezieht sich darauf, was du über mich denkst bzw. dir vorzustellen in der Lage bist.
    Und dann kommt halt hinzu, dass es meiner Erfahrung nach sogar für Leute, die von der Grundhaltung her deutlich entspannter sind als du und mich besser kennen, sehr schwer ist, zu verstehen, wie entspannt ich bin.

  13. Christina sagt:

    Hmm…. ??? Also, entweder bin ich zu beschränkt oder du redest zu kompliziert oder von Beidem etwas.

    Trotzdem Danke für deinen Versuch. 🙂

  14. Muriel sagt:

    Es tut mir leid, aber ich verstehe aufrichtig das Problem nicht.

  15. Christina sagt:

    Na, dann bin ich ja in dem Punkt wenigstens nicht alleine, auch wieder tröstlich.

  16. mike sagt:

    Nee, Missverständnis. Die Frage war ja, wie ICH die Puppe nennen würde, und meine Puppe gibt es nicht.

    Nein, das war nicht die Frage.
    Zur Erinnerung: Die Frage war:

    Wie würdest du denn eine N*-Puppe nennen? Also in einem Text, in dem du über deine Kindheit schreibst und besagte Puppe erwähnst …

    Es ging nicht um eine N-Puppe, die Du real nicht besessen hast, sondern um eine, die Du theoretisch hattest UND mit diesem Wort benamt.

    P.s. Nebelgranate, haha, ich bedreifle, dass Du die Frage(n) nicht verstanden hast.
    Du machst mit Deiner bewussten (Nicht)interpretation des N-Puppen-Problems die Tür auf, das Thema an DIESEM (imho geschluderten) Detail zu zerreden.

  17. Muriel sagt:

    Kleine Jokus, oder?

  18. Cornelius sagt:

    Warum ist diese Frage für dich schwer zu beantworten? Wie würdest du so eine Puppe nennen?

  19. Muriel sagt:

    Die Frage ist gar nicht schwer zu beantworten. Ich habe sie sogar schon beantwortet, soweit ich sie zu beantworten bereit bin.
    Falls du aufrichtig nicht verstehst, warum ich die Frage nicht weiter zu beantworten bereit bin, sagen wir mal so: Sie. Ist. Unanständig. Und. Eine. Reine. Nebelgranate.
    Zum Vergleich ein extremes Beispiel, der allseits beliebte Nazivergleich, nicht, weil ich finde, dass das N-Wort so schlimm ist wie der Holocaust, sondern weil ich hoffe, dass wir uns unproblematisch und ganz ohne Diskussion über unsere Bewertung des Holocausts einigen können.
    Stell dir bitte vor, jemand hätte gesagt, er fände es eigentlich ganz okay, Juden zu vergasen, und ich würde dazu sagen, dass ich diese Äußerung sehr verwerflich finde.
    Nun fragt mich jemand: „Und was würdest du machen, um die Vernichtung des Arischen Volkes durch minderwertige Rassen zu verhindern?“
    Das ist eine Frage, auf die ich die Antwort verweigern würde, nicht weil ich mich irgendwie um die Antwort drücken wollte, weil sie mir unangenehm wäre, sondern weil ich die Frage auf mehreren Ebenen unanständig finde und die Idee, sie zu stellen, nicht validieren will, indem ich darauf eingehe.
    Leuchtet dir das ein?
    Und ganz egal ob es dir einleuchtet, verweise ich noch mal auf die Antwort: Ich würde den rassistischen Slur wohl nicht reproduzieren, wenn ich auf einer Bühne eine Geschichte erzählen wollte.

  20. Cornelius sagt:

    *dem Ganzen im Ansatz

  21. Muriel sagt:

    Hallo Cornelius, ich verschiebe deinen Kommentar in das Moderationsverlies, weil er eine rassistische Beschimpfung enthielt.

  22. Cornelius sagt:

    Und nun hast du, wie zu erwarten war, die geistige Schere angesetzt und eine Diskussion aufgrund der, in Kontext gesetzten, Erwähnung des Diskussionsgegenstandes unterdrückt.
    Für die Mitleser erwähne ich hier, dass die Beschimpfung war, dass von einer sogenanten „N****Puppe“ geredet wurde. Dies als Beschimpfung zu bezeichnen zeigt nicht nur linguistisches Unverständnis als auch deinen Unwillen zur Diskussion.

    Das hat für mich eindeutig faschistische Züge.

  23. Muriel sagt:

    Ja. Definitiv. Klassisches Merkmal faschistischer Regime, dass sie rassistische Beschimpfungen in einen separaten Kommentarbereich verschieben, weil sie denen keine Bühne bieten wollen.
    Ernsthaft: Geh bitte weg, und komm erst wieder, wenn du bereit für einen vernünftigen Dialog bist.

  24. Cornelius sagt:

    Die Klassischsten Merkmale hast du erfüllt:

    – Erschaffung einer „Wir/Die“ Mentalität
    (check, Wir gegen das >etablierte, faschistoide und fremden/lgbtq-feindliche< Establishment)

    – Daraufhin gleich der Wunsch nach Macht und Dominierung der (vermeintlich) Unterlegenen
    (check, siehe der Missbrauch deiner Moderationsfunktion, du hättest schließlich auch das, deiner Meinung nach, beleidigende Wort zensieren können und den Beitrag stehen lassen, denn diesen als rassistische Beschimpfung zu bezeichnen ist für jeden, der ihn lesen hätte können, offensichtlicher quatsch)

    – Weiterhin natürlich Verhinderung jeglichen Diskurses und die Erstickung nicht konformer Meinungen (check, siehe oben)

    – auch erwähnenswert wäre natürlich die extrem polemisierende und emotionalisierende Sprache (check)

    Das Schlimmste ist, wahrscheinlich haben wir in vielen Punkten ähnliche Ansichten und wünschen uns die gleiche Welt und Gesellschaft. Ich zumindest wünsche mir eine Welt, in der die Betonung nicht auf unseren Unterschieden, sondern unseren Ähnlichkeiten liegt und wir in einer offenen, fairen und freien Welt gemeinsam leben können, ohne dass zufällige Umstände wie unsere Herkunft, Hautfarbe und wen wir lieben eine Rolle spielt.

    Während ich aber denke, dass wir dorthin nur durch ein langsames Umerziehen und vor allem das MITNEHMEN der Idioten kommen (denn verschwinden werden die nicht), denkst du, dass wir nur mit einer Diktatur der Fairness dorthin kommen.

    Frag dich doch einmal, was erzwungene Moral wert ist, wenn die Möglichkeit des Fehlverhaltens gar nicht mehr bestehen kann, weil sie durch Veränderung der Sprache und des Lebens unmöglich gemacht wird. Nichts, erst die Wahl macht uns zu Moralischen Wesen.

  25. Muriel sagt:

    Liebe Mitlesende, ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich denke, das kann ich nicht mehr toppen- Wenn Cornelius euch nicht überzeugt, dann kann ich es auch nicht.

  26. Cornelius sagt:

    Schade, ich hatte mir doch etwas Widerstand oder wenigstens den Versuch erhofft.
    Aber die leicht übertriebene Provokation hast du wohl nicht verstanden.

  27. mike sagt:

    Ich würde den rassistischen Slur wohl nicht reproduzieren, wenn ich auf einer Bühne eine Geschichte erzählen wollte.

    Ich bin da nicht 100% bei Dir, aber das ist genau der Satz (o.s.Ä.) der zum Verständnis gefehlt hat.

  28. Muriel sagt:

    @Cornelius: Da dus anscheinend anders nicht verstehst: Halt doch bitte die Fresse, ja?

  29. Muriel sagt:

    @mike: Schön, dass wir uns dann in der Hinsicht einig sind. Ich bin ansonsten glaubich auch nicht 100% bei der Position, von der du vermutest, dass ich sie vertrete, aber ich bin ja schon froh, wenn wir irgendwie sowas wie eine Verständigung erreichen, da solls mir auf Einzelheiten nicht ankommen.

  30. Christina sagt:

    @ Muriel: Ich finde, dass du das mit der N-Puppe viel zu verbissen siehst. Kannst du dir echt nicht vorstellen, dass jemand zu einer dunkelhäutigen Puppe N-Puppe sagt und dabei nicht mal den allerklitzekleinsten rassistischen, abwertenden oder sonstwie negativen Gedanken hat?

  31. Muriel sagt:

    Das geht schon denklogisch nicht, wenn auch nur, weil ich mit „rassistisch“ was anderes meine als du.

  32. Christina sagt:

    Ah so…. du meinst also was anderes. Und was genau, das verrätst du sicher nicht.

  33. Muriel sagt:

    Solange du es für angemessen hältst, hier so passiv aggressiv rumzunölen, verspreche ich mir tatsächlich nicht viel davon, einen Austausch zu versuchen.

  34. Christina sagt:

    Ich bin keineswegs aggressiv. Nur wenn jemand sagt, dass er mit „rassistisch“ was anderes meint als ich, dann erwarte ich eigentlich, dass er im Anschluß auch konkret sagt, was er denn nun meint und nicht, dass er den Kommentar mit dieser Aussage einfach beendet.

  35. lyriost sagt:

    „Ich habs trotzdem gelesen. Damit ihr es nicht müsst.“ Findest du das nicht etwas anmaßend? Und meinst du wirklich, du wärest berechtigt und in der Lage, anderen Menschen stellvertretend deren Meinungsbildung abzunehmen, indem du ihnen deine Meinung als auch für sie passend aufdrängst? Selbstgewißheit ist eine gute Sache, aber man sollte aufpassen, daß sie nicht zu Arroganz mutiert. PS: Weiß ist ein Adjektiv und wird (außer am Satzanfang oder in der Reklame) kleingeschrieben. Schöne Grüße von einem alten weißen Mann …

  36. Muriel sagt:

    Danke für den Kommentar, Lyriost! Ich muss gestehen, ich hab am Anfang kurz gedacht, dass du ihn ernst meinst, aber dann hat dus ja zum Glück aufgeklärt! Köstlich.

  37. Muriel sagt:

    Christina, ist dir aufgefallen, dass du es trotz deinem anscheinend ja vorhandenen Interesse an der Antwort immer noch nicht geschafft hast, einfach zu fragen, statt beleidigt-vorwurfsvoll rumzunölen?
    Ich weiß schon, dass ich da selbst gerade auf einem Prinzip reite und mich vielleicht etwas mehr anstelle als nötig, aber wiederum andererseits hab ich schon 1 Job, wo ich dafür bezahlt werde, nett zu Leuten zu sein, obwohl sie sich daneben benehmen, und das ist hier ist meine Freizeit, ich mach das zum Spaß und zur Erbauung, und deshalb hab ich einfach keine Lust, mich auf diesen Stil einzulassen, den du gerade fährst.
    Kannst du dir aussuchen, ob du dich dem anpasst, oder es lässt, für mich passt beides.

  38. Muriel sagt:

    Das Moderationsverlies ist leider gerade nicht ganz up to date, weil ich unterwegs bin, und sehr sehr faul.
    Aber wer die neuen Beiträge nicht verpassen will, muss sich nur bis heute Abend gedulden, dann stelle ich sie bereit.
    So eklig, was da rausquillt, wo ich hier offenbar reingepiekt habe.

  39. Muriel sagt:

    So, jetzt ist alles wieder aktuell.
    Hach. So viel los hier. Fast wie früher. Ein bisschen nostalgisch werd ich ja schon. Hoffentlich kommen noch mehr Lackel rüber.

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