Der Spiegel trommelt weiter für Rassismus

Kevin Hagen macht das ein bisschen subtiler als Sascha Lobo, und versteckt es unter einem Mäntelchen aus Berichterstattung und der Überschrift „Linke streiten über Umgang mit Islamismus„, aber im Prinzip bläst er ins selbe Horn.

Obendrüber muss natürlich ein Bild von einer Frau mit Kopftuch, aber ohne Gesicht, stehen, das geht bei Berichterstattung über Muslimminnen bekanntlich nicht anders.

Feindbild Muslim in der öffentlichen Wahrnehmung verankert“ steht (so in Anführungszeichen) darunter, und man weiß noch nicht recht, warum. Wahrscheinlich ist es ein Zitat. Schaumermal.

„Antimuslimischen Rassismus und Diskriminierung von Musliminnen und Muslimen in Deutschland entgegentreten“ – so ist nun der Antragsentwurf überschrieben, der dem SPIEGEL vorliegt.

Wir wollen hoffen, dass er nicht genau so mit diesem Fehler überschrieben ist.

13 Abgeordnete der Fraktion „Die Linke“ sollen ihn unterzeichnet haben, und heute Nachmittag hat die Fraktion ihn wohl diskutiert, berichtet der Spiegel. Der Antrag prangere Rassismus gegen Muslime an, kritisiere islamistische Gewalt aber lediglich in einem Halbsatz, was in Anbetracht der Zielsetzung zumindest mir ganz sinnvoll vorkommt.

Der Spiegel berichtet nun, dass manche Linkenabgeordneten „entsetzt“ seien über den Antrag, und zitiert darob genüsslich jede Menge rassistischen Müll wie etwa die Forderung Dietmar Bartsch (Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag), „Die Linke sollte ihre falsche Scham ablegen“.

Immerhin sieht Kevin Hagen für den Spiegel die Forderung nach besserem Schutz vor Diskriminierung als unkritisch, zählt aber auch „kontroverse Punkte“ auf. Damit meint er zum Beispiel die These, dass Sicherheitsbehörden „Muslime als vermeintlich terroristische Gefährder“ unter „Generalverdacht“ stelle. Was ist daran jetzt kontrovers? Weiß ich auch nicht.

Aber immerhin taucht unser Bildzitat hier wieder auf, denn der Antrag kritisiert offenbar auch, das besagte Feindbild sei durch „stigmatisierende Überwachungsmaßnahmen“ verursacht. Jo. Find ich jetzt auch ziemlich klar. Ebenfalls als kontrovers zählt Kevin Hagen Kritik daran, dass der Verfassungsschutzbericht viel mehr von Islamismus spreche als von Islamfeindlichkeit. Und falls ihr immer noch nicht wisst, was es da zu streiten geben könnte, kommts noch dicker, passt mal auf:

In einer früheren Version des Antragsentwurfs hatten die Verfasser sogar explizit die Forderung nach einem Kopftuchverbot für Grundschulkinder kritisiert.

„Nein!“ „Doch!“ „Ohhhhh!“

„Hochumstritten“ sei der Antrag deshalb in der Fraktion. So sehe zum Beispiel die Linkenabgeordnete Sevim Dagdelen „ein fatales Signal“ in diesem Antrag.

Exkurs: Findet ihr eigentlich auch, dass die Linkspartei sich einen sauunpraktischen Namen ausgesucht hat? CDU-Abgeordnete, CDU-Fraktionsvorsitzende, das geht alles einigermaßen, aber was macht man mit einer Partei, die „Die Linke“ heißt. Man kann diesen Namen doch nur verballhornen. Wer sagt denn im Ernst immer „Abgeordnete der Partei Die Linke“. „“Die Linke“-Abgeordnete“, naja. Kann man machen. Aber irgendwie nervt das, geht euch das auch so? Exkurs Ende

Dagdelen fordert noch, Die Linke dürfe

nicht die Augen davor verschließen, dass der politische Islam auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist

falls noch jemand Zweifel daran hatte, dass solch rechte Ideen komplett gesellschaftsfähig auch bei Die Linke sind, und der Spiegel ordnet solche Sprüche natürlich in keiner Weise ein, sondern sie einfach nebeneinander, zuckt wie ein gutes Leitmedium die Schultern und sagt: Auf der einen Seite gibts hier Leute, die gegen Rassismus sind, und auf der anderen Seite sind aber auch viele dafür, naja, muss jede*r selber wissen, oder?

Exkurs: Na gut, in diesem Absatz gings jetzt doch ganz gut. Und dass das Nachrichtenmagazin „Der SPIEGEL“ da kein Vorbild ist, fällt mir auch gerade auf, bei der Gelegenheit. Exkurs Ende

Christine Buchholz, religionspolitische Sprecherin der Linksfraktion und zentrale Figur hinter dem Antrag, wollte sich auf Anfrage vor der Fraktionssitzung nicht dazu äußern.

endet der Artikel.

Diese Entscheidung mag politiktaktisch ein Fehler sein, keine Ahnung, aber verdenken kann ichs ihr nicht.

Ich hätte auch keinen Bock, mit Kevin Hagen zu reden.

Und ihr so?

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