Tausend Leben sind auch nur ein Besserwisser

24. September 2019

Merket auf, denn hier ist Weisheit! Krautreporter hat den Strategen Zat Rana den fünfmillionenneunhundertvierten Artikel darüber schreiben lassen (Naja, oder übersetzen, Original war auf Englisch in Medium.), warum Bücher so unfassbar geil sind:

Lesen ist Telepathie, und das Buch ist die mächtigste jemals erfundene Technologie.

aber mit einem Twist, den ihr nie erraten werdet: Zat bringt uns lesen bei, denn er weiß:

Es gibt drei Arten zu lesen – nur eine davon ist wirklich wertvoll

Aber erst mal Bücher geil finden, das muss schon sein, und wer hat bitte geilere Bücher geschrieben als

Homer, Shakespeare, Voltaire, Flaubert, Tolstoi, Woolf, Hemingway […] Aristoteles‘ Logik, Keplers Astronomie, Newtons Physik, Darwins Biologie, Wittgensteins Philosophie

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Ich konnte gar nicht so viel kotzen, wie ich lesen musste.

14. August 2019

Tom Liehr ist ein deutscher Weißer Mann. Er arbeitete als [Präzisierung auf Hinweis von Dirk in den Kommentaren: freier] Redakteur für P.M., das ist sozusagen Bild der Wissenschaft für alle, denen Bild der Wissenschaft noch nicht populistisch genug ist, schreibt außerdem aber auch offiziell als solche deklarierte Fiktion und ist offenbar Inhaber eines Softwareentwicklungsunternehmens.

Wer wäre besser geeignet als Experte zum Thema Diskriminierung in der Literatur? Eben. Deshalb hat er im Literaturcafé einen Text veröffentlichen dürfen über „Diversität, politische Korrektheit, Empfindlichkeitslesen und die Literatur„. Einen langen Text. Einen sehr langen Text. Einen sehr sehr langen, sehr sehr schlimmen Text. Einen Text, der so exemplarisch steht für die Fassungslosigkeit Alter Weißer Männer ob des Verdachts, jemand könnte unsere dummdreiste Privilegiertheit antasten wollen, dass er vielleicht eines Tages Eingang finden wird in ein sehr sehr langes, sehr sehr schlimmes Lehrbuch zu dem Thema. Vielleicht ja sogar mit meinen Kommentaren, denn wessen Meinung dazu sollte noch relevanter sein als die eines anderen Weißen Mannes?

Unter dem Titel „Schreiben mit Kondom“, und das muss man erst mal bringen, ein Kondom als Metapher für etwas, das man für überflüssige Mode und Zeichen unverhältnismäßiger Sensibilität hält.

Das Thema wird im Teaser so zusammengefasst, dass „Künstler und Autoren“ – klar, hier regiert das angeblich generische Maskulinum noch unangefochten – immer häufiger „mit der Anforderung konfrontiert werden“, sich Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und all die anderen Probleme unserer Gesellschaft bewusst zu machen und zu vermeiden (Er formuliert das natürlich polemisch anders.), oder das manchmal sogar „freiwillig versuchen, weil sie glauben, das zu müssen“. Naja. Freiwilligkeit ist ja traditionell ein dorniges Konzept. Halten wir uns mit diesem scheinbaren Widerspruch nicht auf, nehmen wir als das, was er ist: ein bezeichnendes Indiz für die Haltung des Autors, und stürzen wir uns voller Vorekels in Liehrs Text, denn wir wissen: Vorekel ist der schönste Ekel.

Das wird nicht schön. Ich habs trotzdem gelesen. Damit ihr es nicht müsst.

Ihr kennt das.

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Selbstgerechtigkeit, dein Name ist Journalismus

3. August 2019

Ich hab gerade gedacht, vielleicht guck ich doch noch mal in diesen ehemals bezahlbeschrankten Beitrag von Christian Deker und Carolin Fromm bei übermedien über Schularbeit zweier Journalist*innen rein, weil ich gerade Lust hatte, mich zu ärgern, und boy howdy, hat das gut geklappt. Die übermedientypisch nicht gegenderte Überschrift lautet:

Klassenarbeit: Was zwei Journalisten im Dialog mit Schülern erleben

Ist das eigentlich sehr cringy, wenn ich boy howdy sage? Ja, ne? Hmpf. Schade. Ich sag das so gern. Aber schon gut, ihr habt recht, ich hör auf.

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Der Spiegel labert die Demokratie zugrunde

21. Juli 2019

Peter Maxwill hat einen Meinungsartikel geschrieben, und naja, wie heißen die Dinger? Mir fällt spontan gerade der Begriff Zentristengewichse ein. Falls ihr einen besseren wisst, sagt Bescheid. Was mir außerdem grade einfällt, ist dieses eine Zitat von Martin Luther King, das in der neuen Facebook-Gruppe nach dem Kerfuffle gerade häufiger vorkommt und in dem es darum geht, dass das größte Hindernis eigentlich nicht der Große Drache und seine Gefolgsleute in den albernen weißen Kutten sind, sondern die Weiße Mitte, sozusagen, also die Leute, denen Ordnung und Ruhe vor Gerechtigkeit geht. Das sagt natürlich so niemand von sich selbst, aber …

Es fängt schon bei der Dachzeile an:

Lädierte Streitkultur

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Für alle, die noch Zweifel hatten, ob Thomas Fischer ein sexistischer a…

22. Juni 2019

…ußerordentlch unerfreulicher Mann ist, hat er jetzt noch mal einen Beitrag geschrieben, der das einwandfrei klarstellt. Er heißt:

Anmerkung 2019-06-21 173815

Also, der Beitrag. Nicht Thomas Fischer. Thomas Fischer heißt nach wie vor Thomas Fischer. Es sei denn, ihr wollt ihn anders nennen. Aber würde das wollen?

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Von überwunden geglaubtem Antisemitismus

2. Juni 2019

CN, ob ihrs glaubt oder nicht: #Antisemitismus, und natürlich #VirtueSignaling, wenn ihr sowas nicht leiden könnt, aber ganz ehrlich, ich erzähl die Geschichte nicht, um selbst gut dazustehen, sondern um andere schlecht zu reden. Ich schwör.

Ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die zu Schulzeiten und noch eine ganze Weile danach dachten, dass es vorbei ist mit dem Antisemitismus, und dass dieses ewige Gewarne vor den Nazis albern ist, weil doch nun wirklich niemand im Ernst glauben kann, dass in Deutschland so bald noch mal Nazis an die Macht kommen.

Ja. So kann 1 sich irren. (Und ich meine hier nur meinen Irrtum. Ich weiß sehr wohl, dass es Leute gibt, die den Antisemitismus nie überwunden geglaubt haben und immer davor gewarnt haben. Die hatten Recht. ich nicht.)

Aber um so große gesamtgesellschaftliche Fragen solls heute nicht gehen, denn ihr wisst ja, dass ich ein Fauler Sack bin und deshalb nur die niedrig hängenden Früchte pflücke, und welche Früchte hängen schon niedriger als die vom Blasphemieblog?
Eben.

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Dabei können wir doch mitbestimmen.

27. April 2019

Hey, da hat wieder jemand „Muriel!“ gerufen. Diesmal war es Sibylle Berg, die einen meiner ungesund zahlreichen Pet Peeves getroffen hat mit ihrer Spiegel-Kolumne, die unter der putzigen Dachzeile-Titel-Zusammenstellung:

Anmerkung 2019-04-27 212548

heute erschienen ist. Ihr könnt euch vorsellen, dass ich sofort wusste, dass ich darüber was schreiben muss, aber der Einstieg ist dann so grotesk dummdreist klischeefeuilletonistisch, dass ich schon Schaum vor dem Mund hatte, bevor Frau Berg überhaupt mit dem eigentlichen Thema anfing.

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