Keine Bremsen!

19. Juli 2017

lautet die Überschrift, und, meine Güte, die Gags schreiben sich quasi von selbst, oder?

Ich habe deshalb exklusiv für euch die Top5 der dümmsten Witze dokumentiert, die mir zu dieser Schlagzeile eingefallen sind. Los gehts!

Nummer 5:
Wo gehen die Behörden denn überhaupt hin?

Nummer 4:
Indem er vorschreibt, dass alle nur noch durchs Fenster reinklettern dürfen?

Nummer 3:
Bei seinem Wahlkampf ist es ihm schon mal hervorragend gelungen!

Nummer 2:
„Hallo, Herr Schulz.“
„Ja, Hallo.“
„Sie schon wieder …“
„Ja, genau. Ich wollte … Ach, schade. Hab ich doch schon wieder meinen Ausweis vergessen. Naja. Komm ich halt nachher wieder.“
„Hören Sie mal, was soll denn der Quatsch?“
„Haben Sie nicht den Artikel auf tagesschau.de gelesen??“

Und die absolute Nummer 1 der dümmsten Witze, die mir zu der Überschrift „Schulz will Behördengänge weitgehend überflüssig machen“ eingefallen sind, ist natürlich:

SIND SIE DOCH SCHON LÄNGST!


Heiko Maas kämpft gegen Hass im Internet.

18. Juli 2017

Ja, ich weiß, es gab schlimmere aktuelle Exemplare schlechter Berichterstattung, aber zu den G20-Festspielen hab ich kaum was gelesen, weil mir von der Selbstgerechtigkeit und Kolumnenhaftigkeit der Beiträge schlecht wird.

Weil ich meine eigene aber noch ganz gut vertragen kann und es nach wie vor krass edgy finde, die AfD zu verteidigen, hab ich mir ein weniger dramatisches Beispiel für meine heutige Medienkritik gesucht, die deshalb vielleicht nicht so lustig rantig wird wie sonst manchmal, aber ich hab mir sagen lassen, dass ein paar von euch das auch nett finden.

Hate-Speech vor der Sporthalle

hat die Zeit ihren Bericht überschrieben. Schon der Teaser fasst das Problem damit gut zusammen:

Heiko Maas kämpft gegen Hass im Internet. Als er sein neues Gesetz in Dresden erklärt, trifft er viele Menschen und Meinungen, wieder einmal auch pöbelnde Krawallmacher.

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Rock gegen Links

10. Juli 2017

Mein bescheidener Vorschlag zu Heiko Maas‘ Konzept.

Ja gut, mehr so Schlager gegen Links, ich weiß. Aber fiel mir halt als erstes ein. Na gut, als zweites. Meine Güte. Ihr seid aber penibel heute.

Zu dieser Melodie bitte:

So wie ein Startup an der Börse beginnt,
So wie man mit Geld auch Wahlen gewinnt,
Wie die Deutsche Bank, wenn sie keiner mehr mag,
fühl ich mich an manchem Tag!

Dann seh ich Floating Caps, die über uns sind,
Und höre die Schreie, wenn der Kurs noch gewinnt,
Ich singe als Beitrag für das Casting mein Lied,
und schau, wer am meisten biet‘!

Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Für diese Wirtschaft, dann komm’n die Jobs schon,
Ein bisschen Marge, ein bisschen Win-Win
Und Deregulierung, das wünsch ich mir!

Ein bisschen Fertigung in der Drittwelt,
Dass die Regierung sich da raushält,
Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Dass ich den Mindset nie mehr verlier!

Ich weiß meine Lieder, die ändern nicht viel,
Ich bin nur ein Bonze, der sagt, was er fühlt,
Allein bin ich hilflos, ein Investor im Grind,
der spürt, dass die Hausse beginnt!


Liebe USA

3. Juli 2017

ich schreibe dir, um dir mitzuteilen, dass ich mit deinem aktuellen Präsidenten nicht zufrieden bin. Das geht so nicht. Klar, ich finds nicht übel, dass er im Gegensatz zu unserer Kanzlerin mit der Gleichstellung homosexueller Paare einverstanden ist, aber trotzdem … Wie erklär ich das?

Also, der Obama zum Beispiel. Der war so nett. Ich weiß, klar, der hat auch auf fragwürdiger rechtlicher Grundlage Leute deportieren lassen. Und misshandeln. Und umbringen. Und hat so Schulen und sowas bombardieren lassen. Weiß ich. Aber ja immer nur in so Ländern, wo Leute wohnen, die ganz anders sind als ich gegenüber Journalistinnen und so Leuten, die ihm einen Vorteil verschaffen konnten, war er immer total höflich. Und er hatte diese coolen Auftritte, wo er so lustig war, wisst ihr noch? DAS war mal ein Präsident. Hat immer gelacht und sich gaaaaanz doll schnieke angezogen, und hatte nicht diese peinliche Frisur und diesen orangen Hautton und hat sich überhaupt nicht wie so ein durchgeknallter Imperator benommen. Also. Nicht auf Twitter oder im Fernsehen zumindest, und das ist doch nun mal, worum es hier geht.

Und deshalb bitte ich euch: Können wir nicht wieder so einen Präsidenten haben? Der kann ja von mir aus auch weiter gegen Völkerrecht und alles mögliche verstoßen und diesen Quatsch mit exterritorialen Gefangenenlagern weiter machen und Bomben auf Zivilisten werfen. Das ist mir eigentlich alles ziemlich egal, solange es nicht zu weit vorne in der Zeitung steht, wisst ihr, die Bilder sind immer so traurig, aber ich schweife ab. Das kann er jedenfalls alles machen. Aber wenn ich Twitter aufmache, oder einen Auftritt von ihm sehe, dann hätte ich schon ganz gerne, dass er sich zumindest benehmen kann wie jemand aus der Oberklasse, verdammt noch mal. Dem Trump, dem nehm ich nicht mal ab, dass er überhaupt studiert hat. Wie soll ich den denn als Präsidenten respektieren? Und dann postet der immer so komische Sachen, wisst ihr… Nee. Ehrlich. Was ist denn zum Beispiel aus Bernie geworden? Der hat SO NETT geguckt immer, wie so ein freundlicher Opa. Und da hat auch niemanden gestört, dass er den Krieg gegen den Terror weiterführen wollte. Den mochte ich. Nehmt doch den. Der schreibt auch immer voll schöne Sachen auf Twitter. Okay? Fein. Dann bis bald!

Mit herzlichen Grüßen aus Deutschland

Ein besorgter Europäer


Sigmar Gabriel – des Gottkanzlers Inquisitor

17. Juni 2017

Die Spitze des Flammenden Schwertes der Reinen Gerechtigkeit hob sich zum letzten Mal von Gabriels Schulter, und als der ehemalige Außenminister die Augen wieder öffnete, ergoss sich aus ihnen das gleißende, rote Licht der Sozialdemokratie, mit der der Gottkanzler ihn erfüllt hatte – er war nun Paladin Gabriel: berufen, die Bundesrepublik vor den Mächten der Finsternis zu schützen.

„Erhebe dich!“ sprach der Gottkanzler mit tiefer, wenn auch etwas knarrender Stimme, und sein Paladin gehorchte.

„Befiehl mir!“ rief er, noch immer erfüllt vom Feuer der vor Kurzem errungenen absoluten Mehrheit. „Entsende mich gegen die Feinde des Reiches, Gesalbter, und ich werde sie in deinem Namen auslöschen!“

Martin Schulz‘ huldvolles Lächeln war wie ein Sonnenstrahl, doch schnell verfinsterte sich die Miene des Gottkanzlers, als er an die Gefahr dachte, in die er seinen loyalen Gefolgsmann nun entsenden musste.

„Paladin Gabriel“, sprach er, „zu gerne würde ich dir nach dem harten Wahlkampf, den wir gemeinsam durchstanden haben, Ruhe gewähren, auf dass deine Wunden heilen mögen, die des Liibes wie auch die des Geistes. Doch aus dem Westen dräut eine Gefahr, wie das Reich sie noch nicht gesehen hat. Treuer Gabriel, bist du bereit, dich ihr zu stellen?“

„Ich bins, mein Kanzler!“ rief der Paladin. Als er sprach, gleißte auch aus seinem Mund das reine Licht, das des Gesalbten rote rechte Hand in ihm entzündet hatte. „Nenn mir nur das Ziel, und meine von deiner Kraft geführte Lanze soll es durchbohren!“

Die Augen des Gottkanzlers verließen für wenige Herzschläge das Gesicht seines Dieners, als er sein Gesicht der untergehenden Sonne zuwandte, in Richtung der Bedrohung, die sich aus den bodenlosen schwarzen Tiefen unter Oggersheim zu erheben anschickte, und für einen Moment glaubte er, schon die Erschütterungen spüren zu können, die die Regungen des endgültig besiegt geglaubten Kolosses durch die neue Republik sandten.

Doch die Pflicht zwang ihn, seine Schwermut zu überwinden, und so fasste Martin der Gerechte sich ein Herz, zwang sich zu einem siegesgewissen, strengen Blick und befahl seinem Paladin: „In die Pfalz führt dich deine Mission, mein treuer Freund, in die tiefste Finsternis hinein, bis ins Herz der schwarzen Macht, die wir gerade erst ausweislich des aktuellen amtlichen Endergebnisses überwunden haben, und die doch niemals ganz besiegt ist, denn wes Herz bereits verdorrt ist, der kann niemals sterben.“

Paladin Sigmar zog Atem durch die Zähne, nicht erschrocken, denn sein Herz war gefeit vor Furcht durch die innere Gewissheit seiner Bundesministerpension, aber doch voller Sorge und Pein, dass der alte Feind noch immer die Bürger bedrohte, die zu schützen auch er mit heiligem Eid geschworen hatte.

„Ist es etwa…?“

„Es ist!“ rief sein Kanzler mit stolz erhobenem Haupt. „Der Kampf für Gerechtigkeit, mein treuer Diener, endet niemals und solange der Saumagen des Schwarzen Kolosses noch in den Tiefen unter Deutschland rumpelt, so lange werden gute Männer wie du und ich – ja gut und die Nahles auch, aber mal ehrlich, mich nervt die eigentlich schon lange nur noch, haben wir echt keine andere, die uns helfen kann, ein bisschen weniger wie ein verknöcherter Männerverein auszusehen? – unsere Klingen erheben, um uns ihm entgegen zu stellen. An die Waffen, Brüder – Ja Herrje, Andrea, du bist mitgemeint, wie oft muss ich dir das noch erklären, jetzt stell dich nicht so an! MEGA!“

„MEGA!“ nahm Paladin Gabriel den Ruf seines Kanzlers auf, während auch er seinen mächtigen Mittelfinger zum Himmel erhob und die freie Hand an sein heftig und biologisch unplausibel weit links schlagendes Herz führte.

„MEGA!“

[Dank für die Inspiration an @eilenbrat]


Der ist für Sie, Herr Dregger.

16. Juni 2017

Sehr geehrter Herr Dregger,

es stört Sie also, dass die Botschaft von Katar sich entschieden hat, eine Statue mit nackten Brüsten durch eine Doppelflagge zu verhüllen. Es stört Sie so sehr, dass Sie dazu als Vertreter des Abgeordnetenhauses von Berlin gesagt haben

„Natürlich haben diese rückwärtsgewandten Betonmuslime Schwierigkeiten damit, die Schönheit der Schöpfung zu zeigen“

Und jetzt würde ich Ihnen gerne erklären, wie sehr ich Sie persönlich für diese Äußerung verachte. Kann ich aber nicht so ganz, weil Sie mir nicht den rechtlichen Ärger wert sind, den ich mir damit möglicherweise einhandeln würde. Deshalb halte ich mich ein bisschen zurück und weise nur kurz in dieser überschaubaren Öffentlichkeit darauf hin, dass jemand wie Sie, der als Vertreter eines Landes, in dem es nach wie vor ohne Aussicht auf Besserung strafbar ist, wenn Frauen ihre Brüste in der Öffentlichkeit nicht verhüllen, dessen Denkmalschutzbehörden den nicht exterritorialen Eigentümern von Häusern genau vorschreiben, welche Teile davon sie wie zu ver- und enthüllen haben, und der es nicht mal aushält, dass jemand eine Flagge vor seinen Giebel hängt, ohne komplett die Contenance zu verlieren…

Ähm. Wie fing der Satz noch mal an?

Ach ja, genau. Also: Dass so jemand wie Sie, so ein armer Gernegroß, der nicht mal die Ironie darin erkennt, dass er es sich in seiner zentralen Bemerkung dazu, wie rückwärtsgewandt andere in ihrer Religiosität sind, nicht verkneifen kann, seine eigene rückwärtsgewandte Religiosität kulturkämpferisch und xenophob zur Schau zu stellen, …

Warte mal. Wie hab ich…? Ach ja.

Also, so jemand wie Sie, Herr Dregger von der CDU, ist wirklich genau mein Humor.

Freundlich grüßt Sie

 

Muriel Silberstreif


Nach unten treten

11. Juni 2017

ist nicht nur ein Privileg der Reichen und Mächtigen. Es ist andererseits vielleicht auch gar nicht immer was Schlechtes. Aber es sieht peinlich aus, und außerdem beschreibt es auch nur einen Teil dieses Phänomens, über das ich reden will.

Ich nehme als dominantes Beispiel mal Donald Trump, aber mir kommt es vor, als wäre es zum Beispiel auch ziemlich direkt auf Theresa May und die AfD zu übertragen.

Ich nehme eine Tendenz wahr, sowohl unter Privatleuten, als auch in den großen Medien, sich darüber lustig zu machen, dass Donald Trump hässlich ist. Dass er dumm ist. Dass er ungeschickte Sachen sagt. Dass er sich nicht an die üblichen Regeln hält.

Und das verstehe ich nicht so richtig.

Gerade an Donald Trump gibt es doch so viel wirklich Kritisierenswertes. Und trotzdem kommt mir nur ausnahmsweise mal ein Kommentar unter, der sich wirklich inhaltlich mit seinem Verhalten und seiner Politik auseinandersetzt. Gefühlte 80% spotten über seine Frisur, seine Hautfarbe, dass er irgendwann mal gesagt hat, er habe „the best words“ (Ja gut, das ist auch lustig, aber trotzdem.) oder zeigen uns ein Video, in dem es ein bisschen so aussieht, als würde er kein Headset tragen.

Ich finde das schade, weil wir damit zu verschiedenen unerfreulichen Aspekten der öffentlichen Debatte beitragen:

  • Gewicht auf kurzfristige Skandalisierung statt auf langfristige Verhaltensmuster bzw. politische Pläne. Ihr könnt mir widersprechen, aber ich finde es wirklich bedauerlich, dass ein großer Teil der Berichterstattung und des Austauschs über Politik und Politiker(innen) sich darauf beschränkt, zu fragen, ob sie in einer bestimmten Situation einmal „Jehova“ gesagt haben oder nicht, statt zu analysieren, wofür sie wirklich langfristig stehen, was sie planen, wie ihr bisheriger Track Record ist, und so weiter.
  • Wir legitimieren diese Verhaltensweise damit auch für andere Bereiche des Lebens. Wenn es okay ist, auf Donald Trumps Frisur herumzuhacken, ist es doch bestimmt auch okay, mich über die Frisur von diesem anderen komischen alten Mann lustig zu machen, der morgens immer mit mir im Bus fährt. Und wenn es okay ist, mich überlegen zu fühlen, weil Donald Trump mal einen Tweet mit (zugegebenermaßen dramatischem) Tippfehler veröffentlicht hat, dann kann ich das doch sicher auch in Diskussionen mit anderen Leuten als Hauptmittel der Auseinandersetzung bedienen. Das meine ich mit „nach unten treten“. Mir wird zu selten kritisiert, was Trump tatsächlich falsch macht, und zu oft, was uns das Gefühl gibt, er wäre weniger gebildet, weniger geschickt im Ausdruck, weniger stilsicher und rundum weniger attraktiv als wir. Ihr erinnert euch doch sicher an dieses Cover, auf dem er als Wurstsalat dargestellt ist? Jede dieser Äußerungen sagt: „Es ist okay, Leute für ihre von uns wahrgenommene Unterlegenheit zu verspotten. Es ist okay, sich für was Besseres zu halten.“
  • Fast der gleiche Punkt, aber: Wir verspotten andere Menschen mit diesen Merkmalen gleich mit. Das hab ich zum Beispiel bei dem „Nazi-Schlampe“-Gag gedacht. Den find ich vom Ansatz her gar nicht schlecht, als konsequente Reaktion auf die Forderung nach einem Ende der politischen Korrektheit. Aber muss es denn unbedingt eine misogyne Beleidigung sein, die Sexarbeiter(innen) desavouiert? Ich meine, das war ja keine spontane Reaktion von irgendwem, sondern ein schriftlich ausgearbeiteter Gag von professionellen Komikschreiber(inne)n. Wäre denen echt keine Beleidigung eingefallen, die halbwegs auf ihr Ziel zutrifft und etwas weniger Kollateralschaden produziert?
    Ich will dafür als Beispiel mal J.K. Rowling zitieren, auch wenn es kein tolles Beispiel ist, weil sie ihre Referenz nicht benennt, aber andererseits hab ich so selten Gelegenheit, mal was gut zu finden, was sie schreibt, und außerdem hat sie es immerhin unter dem ersten Tweet noch sehr schön erklärt:

  • Wir verspielen unseren moralischen Anspruch. Ja, Donald Trump ist ein Arsch. Ich bin mir da auch ziemlich sicher. Das erkennt man an so ziemlich allem, was er sagt. Wenn wir uns aber im Gegenzug auch wie Ärsche verhalten, dann … verhalten sich halt beide Seiten wie Ärsche, und darin sehe ich keine Verbesserung. Das ist doch, hoffe ich zumindest ein wesentlicher Bestandteil unserer Message (Bevor ihr fragt: Ich weiß auch nicht genau, wer „wir“ gerade sind. Können wir in den Kommentaren besprechen.): Dass wir uns eine Gesellschaft wünschen, in der Leute sich eben gerade nicht wie Ärsche verhalten. In der wir fair miteinander umgehen und Leute nicht dafür verachten, dass sie anders sind, dass wir sie hässlich finden, oder dümmer als uns selbst, oder sich nicht genug anpassen. Ehrlich, ich hab kürzlich einen Tweet gelesen, in dem Trump mit der Bemerkung kritisiert wurde „All the others knew when to shut up and play along“, und mal ehrlich, ist das ein Verhalten, das wir fördern wollen? Oder (letztes Beispiel, versprochen):

Ihr müsst den Thread nicht lesen, wenn euch nicht danach ist. Ihr könnt mir auch einfach so glauben, dass die Kritik an dem Tweet sich nur selten, ausnahmsweise mal darum dreht, dass er Quatsch über die Klimaveränderung schreibt und sich dabei auf ein altes Buch beruft. Der Großteil (so weit, wie ich halt scrollen mochte) dreht sich stattdessen um die Tippfehler des Verfassers (bzw. der Verfasserin?), darum, dass es jawohl lächerlich ist, dem Papst was über die Bibel erklären zu wollen, und darum, dass man den Papst jawohl mit „Eure Heiligkeit“ anzureden hat, wenn man mit ihm spricht.

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich komplett gegen Spott über Fehler bin. Ihr kennt mich. Das könnte ich schlecht glaubwürdig vertreten. Kürzlich habe ich einen Tweet der Linkspartei zitiert, in dem sie sich als „Partei gegen Antirasismus“ [sic] positionierte (Leider inzwischen gelöscht), und ich finde sowas einfach lustig, genau wie Trumps Spruch „I have the best words“. Aber man kann sich auf unterschiedliche Arten über sowas lustig machen, und man sollte seine Beispiele auch passend wählen. Zum Beispiel sollten sie tatsächlich lustig sein, und man sollte nicht versuchen, sie als ernsthaftes Argument für oder gegen was zu benutzen. Ich mag die Linke nicht, aber das liegt nicht daran, dass sie sich manchmal vertippen.

Wie seht ihr das? Nehmt ihr diese Tendenz auch so wahr, oder findet ihr, dass es an mir liegt? Seht ihr da auch ein Problem, oder eher nicht so?