Suizid aus Angst vor dem Tod

21. August 2016

Zu den kleinen Ärgernissen, die meinen Alltag begleiten, gehört es, regelmäßig  die Seite Zettels Raum als Referrer in meiner Blogstatistik zu sehen. Warum Ärgernis? Och naja. Zettels Raum ist so ein Blog, das in gewissen Kreisen als Oase der Vernunft gelobt wurde und in den früher von mir öfter mal frequentierten liberalen Blogs hohes Ansehen genoss. Ich konnte das nie richtig nachfühlen, denn mir war es erstens zu konservativ-überheblicher-alter-weißer-Mann, und zweitens, äh, ja. Ich verbinde also von vornherein nichts Gutes mit Zettels Raum und habe den Eindruck, dass es seit dem Tod des Begründers nicht unbedingt besser geworden ist. Trotzdem klicke ich manchmal auf den Referrer-Link, ihr kennt mich ja, und nun fand ich da doch tatsächlich einen Beitrag zu meinem aktuell liebsten Pet Peeve.

Nix wie ran also.

Auf seinem Facebook-Profil postete WELT-Autor Alan Posener kürzlich ein Bild von einer Frau in einem Ganzkörper-Schwimmanzug, das um 1900 aufgenommen sein mag, zusammen mit dem Kommentar „Am besten nachträglich verbieten, was Oma da getragen hat“.

Andreas Döding fährt nun fort, uns zu erklären, warum die beabsichtigte Parallele zum Burka-Verbot schief ist: Weil nämlich damals eine Frau, die ähnlich entkleidet schwimmen gegangen wäre, wie es heute üblich ist, sich Sanktionen ausgesetzt hätte.

wäre damals eine Frau bekleidet mit einem heutigen Bikini in einer öffentlichen Badeanstalt aufgetaucht, wäre sie zweifellos von der Sittenpolizei verhaftet worden.

Das Problem ist also:

Der anything-goes-Liberalismus, für den sich Posener immer wieder stark macht, hat eine zentrale Voraussetzung, nämlich daß er auf prinzipieller Gegenseitigkeit beruht.

Und da muss ich schon sagen, frage ich mich kurz, ob Herr Döding uns verschaukeln will. Weil…

NEIN! Nein, verdammt noch mal, hat er nicht. Also, oder genauer: Ich hab keine Ahnung, wofür Herr Posener sich stark macht, ich kenne ihn nicht, aber wenn ich Liberalismus ernst nehme, dann setze ich eben gerade NICHT (rpt. NICHT) Gegenseitigkeit voraus. Liberalismus heißt, eben NICHT diesem bescheuerten Argument zu folgen „Wenn man in Mekka keine Kirche bauen darf, warum soll man dann in München eine Moschee bauen dürfen?“, sondern darauf zu vertrauen, dass gelebte Freiheit nicht nur das angenehmere, sondern langfristig auch das erfolgreichere, das einzig nachhaltig funktionierende Modell einer kooperativen Gesellschaft ist. Gelebter Liberalismus heißt natürlich nicht, einfach buchstäblich alles hinzunehmen, auch klar, aber wenn ich diese Haltung nur gegenüber anderen Positionen einnehme, die der meinen prinzipiell entsprechen, dann gehört da nicht viel Liberalismus dazu. Hitler kam auch gut mit anderen Nazis klar, also, prinzipiell.

Daß also, um im Beispiel zu bleiben, die Trägerin eines Burkinis (und ihre männliche Begleitung) einer Bikiniträgerin mit der gleichen Toleranz und Offenheit begegnet wie das umgekehrt der Fall sein mag.

Nein, nein, nein! Ich kann gar nicht oft und deutlich genug betonen, wie weit daneben ich das finde. Meine Toleranz und Offenheit sollte NICHT davon abhängen, ob andere mir die gleiche entgegenbringen. Nur weil jemand mich für meine Kleidung verachtet, ist es nicht plötzlich okay, das dieser anderen Person gegenüber genauso zu machen. Eine liberale Haltung äußert sich NICHT (rpt. NICHT) darin, dass ich Offenheit mit Offenheit und Intoleranz mit Intoleranz begegne, sondern dass ich mich stets für eine offene, tolerante Haltung der Gesellschaft einsetze, und zwar unabhängig davon, ob die von der Mehrheit abweichende Meinung oder Verhaltensweise zu meiner passt, oder nicht. Bekannte Verfechter des Liberalismus sollen sich sogar zu der Ansicht haben hinreißen lassen, eine liberale Haltung zeige sich überhaupt erst wirklich gegenüber denen, die ich im Unrecht wähne. So wird beispielsweise Voltaire das geflügelte – und zugegebenermaßen etwas abgenutzte – Wort zugeschrieben „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie nur sagen dürfen, solange sie auf Gegenseitigkeit beruht“, oder so ähnlich.

Das Konservative bedrängt und verdrängt auf lange Sicht das Liberale, wenn man es zuläßt.

Und spätestens jetzt wisst ihr, worauf ich mit dem Titel dieses Beitrags anspiele: Herr Döding fürchtet eine Gesellschaft, in der Leute nicht mehr anziehen dürfen, was sie wollen, und schlägt zur Vorbeugung vor, man möge doch den Leuten bestimmte Kleider verbieten.

Der Liberale zieht sich, wenn  ihm etwas unangenehm wird, tendenziell ins Private zurück, überläßt damit jedoch den Illiberalen das Feld. 

Nein, nein, nein! Hier hat Herr Döding noch mal explizit aufgeschrieben, wo er Liberalismus missverstanden hat: Liberalismus ist nicht Gleichgültigkeit. Ist nicht Rückzug und Akzeptanz insbesondere illiberaler Bedingungen in der Gesellschaft. Liberalismus ist das nachdrückliche Eintreten für eine liberale Gesellschaft, GERADE dann, wenn es unangenehm wird. Er zeichnet sich dabei dadurch aus, dass er dafür das mildest mögliche Mittel bevorzugt, also in der Regel gute Argumente, Vorbilder, gutes Beispiel und einfach den Erfolg und Wohlstand, den freie Gesellschaften erfahrungsgemäß erzeugen. Aber er schreckt auch vor der Konfrontation nicht zurück, wenn sie nötig wird, um die Freiheit zu schützen.

Konkreter: Nach meinem Verständnis darf eine liberal eingestellte Person eine Burka kritisieren, insbesondere wenn sie aus schlechten Gründen getragen wird, wie religiöse Vorschriften sie nun einmal darstellen. Dennoch wird sie aber die Burkaträgerin verteidigen, wenn jemand ihr ihre bevorzugte Kleidung gewaltsam streitig zu machen versucht, genauso wie sie einen Bikiniträger verteidigen wird, wenn er wegen seiner freizügigeren Garderobe Schutz vor anderen braucht.

Kann man gesellschaftlichen Liberalismus „verordnen“, indem man Verbote, etwa von Burkinis, erläßt? Nein, verordnen kann man ihn so nicht, aber man kann ihn, vermutlich nur auf diese Weise, schützen.

Und jetzt, wo ich noch mal drüber nachdenke, bin ich wirklich nicht mehr sicher, ob das ernst gemeint sein kann. Gesellschaftlicher Liberalismus lässt sich vermutlich nur schützen, indem wir Leute bestrafen, die sich nicht liberal genug kleiden.

Wow.

Gott, wäre das peinlich, wenn Herr Döding nur einen satirischen Beitrag geschrieben hätte und ich ihm auf den Leim gegangen wäre. Ich müsste mich so schämen.

Aber ich wäre andererseits so maßlos erleichtert.

[Nachtrag: Schau an. Die Oase der Vernunft hat zwar offenbar keine Lust, sich mit mir auseinanderzusetzen, hat mich aber inzwischen aus ihrer Blogroll entfernt, wenn ich das richtig sehe. Joa. Na gut. Ein Ärgernis weniger.]


Darum lass sie Deine Stimme hören, weil jede Stimme zählt

23. Juli 2016

Hey, Moment, habt ihr wahrscheinlich gerade gedacht, ist nicht in Hannover jetzt bald Kommunalwahl? Da habt ihr recht, und wer könnte darüber zuverlässiger und besser informiert berichten als euer persönlicher Hannover-Korrespondent Muriel Silberstreif? So ziemlich jeder andere, wieder richtig. Aber jetzt seid ihr schon mal hier, da könnt ihr doch auch ein bisschen weiter lesen, oder?

Kurze Startbemerkung: Ist euch schon mal aufgefallen, wie blödsinnig schwer es ist, Werbeplakate insgesamt und Wahlplakate speziell übers Internet zu finden? Ich versteh das gar nicht. Wenn ich mir schon die Mühe mache, eine tolle Werbebotschaft für meine Zielgruppe zu gestalten, dann will ich die doch auch möglichst gut und umfassend zugänglich machen. Und ja, wenn man sich die Suchergebnisse anschaut, dann scheint es, als hinge ein Teil dieses Effekts an der recht gelungenen Suchmaschinenoptimierung eines bestimmten systemkritischen Mitbewerbers der etablierten Parteien um die Aufmerksamkeit ihrer Wählerinnen, aber der größere doch sicherlich daran, dass erstere ihre Plakatmotive halt nicht hochladen. Was soll denn das?

An den Straßen, die ich so befahre, sind eigentlich nur CDU, SPD, Grüne und Linke präsent. Von allen anderen Parteien habe ich noch nichts gesehen. Die HAZ hat aber dankenswerterweise ein paar Beispiele dafür online gestellt, und … gütiger Himmel, die FDP ist wild entschlossen, ihren Abstieg jetzt auch im Design zu zeigen, oder? Jessas. Schnell weiter.

Die CDU macht halt, was die CDU so macht. Lasst uns mehr Leute einsperren, dann wird bestimmt alles besser.

Die Linke bleibt erwartbar bei ihren klassischen Kern-Claims:

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Ja gut, ne. Ihr wisst ja, was ich von sowas halte. Zustimmungsfähiger ist dieses Plakat:

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Ich gebe allerdings zu bedenken, dass der durchschnittliche Bezirksrat möglicherweise etwas zu hoch greift, wenn er sich gleich Weltfrieden zum Ziel setzt. Aber ehrenwert natürlich trotzdem, oder sogar gerade deshalb.

Die Grünen haben sich von jeglichen politischen Inhalten verabschiedet und beschränken sich darauf, dass möglichst alles gut sein soll.

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„Weltuntergang: Nicht mit uns!“ „Schönes Wetter: Bitte gern!“ „Gute Laune: Immer doch!“ „Zerstörung der Zivilisation, wie wir sie kennen: Hätten wir eigentlich lieber nicht!“

Und so ungern ich das zugebe: Die SPD hat nach meiner Wahrnehmung eigentlich die … wie will ich sagen? Vielleicht so: anständigsten Plakate. Man erkennt nämlich tatsächlich, was sie machen wollen. Nur so grob natürlich, aber für Wahlplakate echt okay.

Am lustigsten finde ich allerdings dieses hier:

Unbenannt

Hab verpennt, das eigentlich Plakat zu fotografieren, deswegen gibts einen Screenshot von der CDU-Homepage.

Äh. Hm. Das ist jetzt ein bisschen schwierig zu erklären. Also. Erstens muss ich natürlich betonen, dass Herr Kuscher möglicherweise nicht nur ein sehr netter Typ ist, sondern auch ein spitzenmäßiger Politiker und rundum genau der richtige Mann für den Job. Ich weiß gar nichts über ihn. Zweitens muss ich natürlich betonen, dass Namenswitze komplett unter meinem Niveau sind, und unter eurem natürlich erst recht. Drittens muss ich allerdings auch betonen, dass ich jedes Mal, wenn ich ein Plakat von ihm sehe, einen Wahlwerbespot höre, der ungefähr so geht:

„Chefs, Freunde, Partner, Kunden… Sind Sie es leid, vor anderen zu kuschen? Dann wählen Sie Dr. Gerd Kuscher! Dr. Kuscher kuscht für Sie vor Arbeitgebern, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Behörden, Rassisten, Sozialisten, Wirtschaftsverbänden und Interessenvertretungen aller Art! Wählen Sie Dr. Kuscher! Dr. Kuscher vertritt Ihre Interessen im Bezirksrat. Also, natürlich nur, so gut es eben geht, wenn es keine Umstände macht. Solange es niemanden stört. Dr. Kuscher will ja auch niemandem Arbeit machen. Aber er kann sich schon vorstellen, was für Sie zu tun. Deshalb wählen Sie Dr. Gerd Kuscher!
Wenn Sie wollen. Klar. Also, Sie müssen jetzt auch nicht. Und Sie können natürlich auch gerne die anderen wählen. Dr. Kuscher findet die anderen Kandidatinnen auch alle völlig in Ordnung, und alle anderen Parteien überhaupt. Die sind alle gut. Dr. Kuscher kommt auch ohne Ihre Stimme ganz gut klar. Alles okay. Wirklich. Bloß keinen Ärger bitte.“


Da ist man mal ein paar Wochen weg

10. Juli 2016

Heieiei, Leute. Ich dachte ja, es ist nicht so schlimm, wenn ich eine Weile nicht so viel schreibe, und die wirklich treuen Leserinnen und Leser werden wissen, dass ich irgendwann schon zurück komme und sie erlöse. Aber jetzt muss ich doch sagen, dass ohne meinen leitenden und ordnenden Einfluss die öffentliche Meinung ziemlich aus dem Ruder gelaufen zu sein scheint. Ich kann mich deshalb nicht länger meiner Verantwortung entziehen und habe entschieden, mal wieder ein paar Worte fallen zu lassen, um die Dinge zurück in geordnete Bahnen … äh, was? Wie bitte? Zweistellig? Naja, aber wenn die dann ihren Freunden und ihrer Familie …? Nee? Na gut, also… Ach, jetzt hab ich mir aber schon was überlegt, jetzt schreib ichs auch, oder? Kann ja nicht schaden.

  1. Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Ihr habt das schon richtig gelesen, ich meine das, worüber alle gesprochen haben. Ich weigere mich nur halsstarrig, es so zu nennen. Ich schreib ja auch nicht BrAngelina. Wer bin ich denn? Zur Sache: Ja gut, das war natürlich schade, aber ich fands andererseits nicht verblüffend, und war von den Reaktionen der anderen Seite eigentlich viel enttäuschter. Weil ich denke, sicher, es ist wahrscheinlich für Großbritannien nicht so richtig schlau, die EU zu verlassen, weil die Mitgliedschaft da natürlich verschiedene nicht zuletzt wirtschaftlich sehr relevante Vorteile hat, aber … Also man kanns halt auch übertreiben, oder? Es gibt ja nach meinem Informationsstand erwiesenermaßen Länder außerhalb der EU, in denen die Bevölkerung nicht darauf angewiesen ist, die eigenen Nachkommen zu verspeisen, um zumindest die ärgste Not zu lindern, und die schon eine ganze Weile keine Angriffskriege gegen Deutschland mehr geführt haben. Etwas ernsthafter: Ja, ich sehe natürlich auch, dass es einfach ein mieses Signal ist, dass jetzt so ein eigentlich ganz zivilisiertes Land aus so blödsinnigen Gründen, zu denen offenbar ganz maßgeblich auch schlichte Xenophobie gehört, dieses vielversprechende Projekt verlässt, aber erstens muss man doch auch sagen, dass an der EU wirklich ein paar Sachen nicht so gut geregelt sind, und dass es deshalb zweitens ein ganz interessantes Experiment ist, mal zu sehen, was passiert, wenn jemand rausgeht, weil das ja auch für die anderen Mitglieder anschaulich demonstrieren könnte, wie wertvoll das Ganze entweder ist, oder dass sie sich vielleicht doch noch mal überlegen sollten, wie sie es organisieren. Drittens finde ich so ganz prinzipiell, dass es jedem Club ganz gut tut, wenn ihm bewusst ist, dass seine Mitglieder ihn verlassen können. Und viertens … Ja, viertens:

Zum ersten Mal begrenzt eine Generation die Chancen der Nachfahren, statt sie zu erweitern.

Before the end of this year, the Brexit will be seen as the worst decision in the history of the UK.

I don’t think I’ve ever wanted magic more.

Den Vogel abgeschossen hat in meiner Wahrnehmung dieser Kommentar von Martin Walker, zu dem ihr meine Meinung praktischerweise auch gleich drüben bei Facebook lesen könnt, wenn ihr mögt. Aber der Wettstreit darum, wer die Protagonisten des Ausstiegs am nachdrücklichsten zu den schlimmsten Menschen der Welt erklären kann, ist auch spannend anzusehen.

Und ganz egal, wie schlimm es jetzt wird, ganz egal, ob wir die EU für eine tolle Sache oder eher ein Ärgernis halten, ganz egal, ob wir demokratische Entscheidungen respektieren wollen oder nicht, einfach insgesamt ganz egal: So geht’s nicht. Das ist einfach schauderhafter Bullshit. Das ist einfach indiskutabel und ärgerlich. Wir reden über ein Land, das Sklaven gehandelt, ein weltumspannendes Imperium mit Gewalt und ihrer Androhung beherrscht hat, ein Land, das Kriege geführt und Hitler gegenüber eine Appeasement-Politik für eine gute Idee hielt, in einer Welt, in der jeden Tag Kinder verhungern, Millionen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung sind, und … Ich muss nicht weiter schreiben, oder? Der Ausstieg aus der EU ist weder das Schlimmste, was Großbritannien je gemacht hat, noch ist er in der allgemeinen Verhältnismäßigkeit eine enorme Katastrophe. Und wer so was schreibt wie da oben, den kann ich nicht mehr ernst nehmen, und will ich auch gar nicht, weil ich meine Zeit gerne anders verschwende als mit dem Durchsteigen durch schwachsinnige Hyperbeln und Superlative und Panikmache.

  1. Roboter, ganz gleich ob von Tesla oder von der Polizei: Es ist halt einfach gerade eine Zeit, in der ich mich noch schwerer tue als sonst, meinen Respekt vorm Journalismus nicht insgesamt zu verlieren. Weil hier auch wieder so viel rumkrakeelt und clickgebaitet und mit Superlativen um sich geworfen wird, dass ich mich frage, ob unsere großen Veröffentlichungen vielleicht sogar bewusst nur noch kurzfristig Geld verdienen wollen und die Idee, ein langfristiges Geschäftsmodell auf dem Vertrauen ihrer Kundschaft aufzubauen, schon weitgehend aufgegeben haben. Weil doch letzten Endes die Fragen, die hier aufgeworfen werden, im Detail interessant sein mögen, insbesondere für die betroffenen Personen natürlich, aber doch weder fundamental noch neu sind. Eine Maschine übernimmt Aufgaben von Menschen, und manchmal verhält sie sich dabei so, wie die Menschen es sich gedacht haben, und manchmal nicht. Wer da ganz fundamental neue philosophische und juristische Probleme sieht, hat in meinen Augen ein sonderbares Verständnis von Philosophie und Jura. Aber abgesehen von der oberflächlichen Clickbait-Seite, die alles natürlich nicht besser macht, habe ich hier den Verdacht, dass es noch einen anderen Grund für die unangemessene Lautstärke der Äußerungen gibt: Den Kult, den unsere Gesellschaft meines Erachtens unvernünftigerweise um das Konzept von Schuld veranstaltet, ohne dieses überhaupt vernünftig zu Ende entwickelt zu haben. Denn ohne sie jetzt alle systematisch ausgewertet aufzählen zu wollen, habe ich den Eindruck, dass diese Frage die Schreibenden und Redenden an dem Thema besonders verwirrt. Wenn der Fahrer selbst gar nicht mehr fährt, wer ist denn dann schuld? Jemand muss doch Schuld haben? Wie soll das denn alles weiter gehen, wenn jetzt bald Dinge passieren, an denen wir niemandem die Schuld geben können? Und ich finde, dass das auf zwei Ebenen Blödsinn ist. Erstens, weil es wie gesagt nicht neu ist. Es passieren dauernd Sachen, an denen niemand in dem Sinne schuld ist. Tiere sind ein naheliegendes Beispiel, das nach meinem Eindruck sogar ganz gut übertragbar ist auf den aktuellen Stand von KI. Wenn jemandes Pferd einen Unfall verursacht, fragt ja auch niemand, ob jetzt das Pferd Schuld ist. Man guckt, ob jemand auf das Pferd hätte aufpassen müssen und ob der wiederum seine Pflichten schuldhaft verletzt hat, und so weiter. Zweitens ist das mit der Schuld in meinen Augen sowieso ein blödsinniges Konzept, von dem wir uns zumindest im metaphysischen Sinne dringend verabschieden sollten. Verantwortung kann und sollte man irgendwie zuordnen, und Pflichten muss man in einem funktionierenden Rechtssystem auch irgendwie statuieren, aber Schuld ist doch nur dafür da, dass Feuilleton-Autorinnen und -Autoren sich bedeutungsschwanger mit Anspielungen auf olle Philosophen was über Gehirnforschung und freien Willen zuraunen können. Pah. Und was ist denn eigentlich mit dieser Juraprofessorin los, die für den Guardian sagen darf: „we typically examine deadly force by the police in terms of an immediate threat to the officer or others. It’s not clear how we should apply that if the threat is to a robot„? Öh. Hm? Was ? Es ist für diese Rechtsexpertin unklar, ob tödliche Gewalt angemessen ist, wenn jemand eine Maschine bedroht? Sagt das nicht vor allem was Bedenkliches über ihren Status als Expertin aus?
  2. EM und Flaggen: Ich hab selten Gelegenheit, mit der Grünen Jugend einer Meinung zu sein, deswegen will ich diese weidlich nutzen, und weil Beate drüben in ihrem Blog meinen Kommentar nicht freischalten mochte, übernehme ich ihn einfach hier und finde, damit ist zum Thema Fußball und Nationalismus und so das Wesentliche gesagt.
    „Ja, aber nee. Anderen vorzuwerfen, sie würden die Welt ohne Komplexität sehen, und dann selber Fahnen für unproblematisch erklären und einfach behaupten, Fußball wäre ja nur die guten Dinge, und die schlechten wären halt keiner, das ist … in meinen Augen extrem unterkomplex.Natürlich sind Nationalfahnen problematisch, weil sie für Nationen stehen, und weil sie damit zwangsläufig mit Nationalismus assoziiert sind. Man kann sicher trotzdem entscheiden, dass man es manchmal lustig findet, eine zu schwenken. Ich persönlich finde das komisch, weil das Ding für so viel Scheußliches steht, aber meine Güte, Symbole sind ja nur welche, weil wir sie als solche sehen, und jedem sein Ding.Aber so wie hier gehts in meinen Augen echt nicht. Kritik an Fahnen und dem Nationalismus, der Turnieren wie der EM zwangsläufig inne wohnt, ist was sehr Berechtigtes, und gerade in der heutigen Zeit auch etwas Nötiges. Man muss sich deshalb nicht von allem abhalten lassen, was einem Spaß macht, aber die Kritiker so runterputzen muss und sollte man auch nicht.Find ich.“ Oder?

Ein feuchter Händedruck

26. Mai 2016

ist doch nun wirklich nicht zu viel verlangt, findet die Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) und hat deshalb entschieden, dass muslimische Schüler auch weiblichen Lehrpersonen die Hand geben müssen, ob das nun mit ihrer Auffassung ihrer Religion vereinbar ist oder nicht. Wenn sie es verweigern, kann ein Bußgeld gegen ihre Eltern verhängt werden.

Dazu kann man nun einiges schreiben und abwägen, beispielsweise zum Thema Religionsfreiheit und dem öffentlichen Interesse an der Gleichbehandlung von Männern und Frauen und so weiter. Die BKSD hat das auch versucht.

Muss man aber meines Erachtens nicht, denn die Sache ist doch eigentlich ganz einfach: Menschen dürfen selbst entscheiden, welche anderen Menschen sie berühren, und wie. Wenn ich keinen Bock habe, einen anderen Menschen zu berühren, und nicht gerade ein extrem zwingender Grund dazu besteht, dann sollte mich niemand dazu zwingen dürfen, ganz gleich, ob ich gute Argumente dafür habe (Es ist hygienisch-präventionsmäßig einfach evident ein schwachsinniger Brauch, der niemandem was bringt und potentiell durchaus erheblichen Schaden anrichtet.), oder schlechte (Der unsichtbare Zauberer will, dass ich Leute ohne Penis nur berühre, nachdem ich ihnen geschworen habe, mein Leben mit ihnen zu teilen und keine andere Person ohne Penis mehr zu berühren, oder so.), oder einfach welche, die in meinem persönlichen Wohlbefinden liegen (Ich mag es nicht, andere Leute anzufassen.).

Ganz im Ernst. Ich finde, das ist alles, was man für diese Entscheidung braucht: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass Menschen – und dazu zählen auch junge Menschen – selbst entscheiden dürfen, ob sie von anderen berührt werden wollen oder nicht. Bestraft werden sollten, wenn überhaupt, Leute, die Berührungen zwangsweise durchsetzen; auch und gerade, wenn sie das aus einer staatlich verliehenen Machtposition heraus tun.

Und was denkt ihr?


Was haben Sie angerichtet, Frau Köhler?!

29. April 2016

Eigentlich haben Stefan Niggemeier und Martin Vogel selbst alles Nötige geschrieben zum Streit darüber, ob die VG Wort offenkundig rechtswidrig einen Teil ihrer Einnahmen an die Verlage ausschütten darf, oder ob sie ihrer treuhänderischen Funktion entsprechend die Vergütung an die Rechteinhaber weiterleiten muss, und zu der klärenden Entscheidung des BGH (leider noch nicht im Volltext veröffentlicht) dazu.

Aber nachdem ich nun gestern Abend auf zeit.de Karen Köhlers offenen Brief dazu gelesen habe, fühle ich das dringende Bedürfnis, mich doch noch mal dazu zu äußern. Und wie anders sollte ich das tun als in einem eigenen offenen Brief?

Liebe Frau Köhler,

seit gestern frage ich mich, ob Sie eigentlich wissen, was Sie da geschrieben haben. Ob Ihnen klar ist, wie niederträchtig und unaufrichtig Ihr Beitrag geworden ist, und wie atemberaubend unfair gegenüber seinem Adressaten, Herrn Martin Vogel, oder ob Sie sich vielleicht nur emotional haben mitreißen lassen, und gar nicht richtig verstehen, wie furchtbar das geworden ist. Kann ja mal passieren. Nun nehme ich nicht an, dass Sie diesen Post hier je lesen werden, und auch Martin Vogel wird ihn leider wohl nicht finden – ich wünsche ihm, dass er ihn auch nicht braucht und das wütenden Gegröhle, das jetzt überall gegen ihn erschallt, eher mit Genugtuung denn mit Schmerz wahrnimmt -, aber ich fühle mich trotzdem gedrängt, es zu erklären, und Ihrem Werk etwas entgegenzusetzen, weil ich den Gedanken nicht ertrage, dass es da so unkommentiert im Internet herumsteht. Na gut, unkommentiert stimmt nicht, es stehen ja Kommentare drunter. Aber jedenfalls noch keiner von mir. Außerdem finde ich die Geschichte exemplarisch so interessant, dass ich gerne sicher gehen möchte, dass meine Leser(innen) drüber informiert sind.

Sie schreiben:

ich frage mich, ob Sie sich tatsächlich darüber freuen können, Recht zugesprochen bekommen, aber eine Schneise der Verwüstung in der deutschen Verlagslandschaft hinterlassen zu haben.

Dieser Satz ganz allein illustriert schon fast die ganze Misere, scheint mir. Er ist auf so vielen Ebenen unaufrichtig und gemein und unvernünftig, dass es richtig Arbeit wird, das aufzudröseln. Aber ich bin ja selbst Schuld, ich hab mir das selbst ausgesucht. Ans Werk.

  1. Beginnen wir am Anfang: Die Frage, „ob Sie sich tatsächlich darüber freuen können“ impliziert durch diese Formulierung erstens, dass Herr Vogel das alles nur zum Spaß gemacht haben könnte, und zweitens, dass er sich eventuell tatsächlich über den Schaden freut, den er Ihrer Meinung nach angerichtet hat, nur weil er so gerne recht hat, oder schlicht böse ist.
  2. Sie sind sich natürlich zu schade dafür, Herrn Vogel zuzugestehen, dass er Recht hat. Er hat es in Ihrem Satz nur zugesprochen bekommen.
  3. Die „Schneise der Verwüstung“, wie Sie hier formulieren – danke für die bescheidene Zurückhaltung, immerhin hätten Sie ja auch irgendwas vom Holocaust schreiben können – hat Herr Vogel nicht einmal dann hinterlassen, wenn sie tatsächlich kommen sollte, denn bisher ist sie nicht da, und Sie nennen auch keine Fakten, die klar den Schluss zulassen, dass sie kommen wird, und schließlich, und das ist natürlich das Hauptproblem
  4. sieht Ihre Wortwahl ganz klar einen einzigen Verantwortlichen für diese Verwüstung, nämlich Herrn Vogel, der einfach nur einen Betrag eingeklagt hat, von dem er vollständig zurecht der Meinung war, er stehe ihm zu, und sei ihm vom damit beauftragten Treuhänder rechtswidrig vorenthalten worden. Dass zum Beispiel die VG Wort und die Verlage, die diese schreiend unzulässige Praxis sehenden Auges jahrzehntelang so haben bestehen lassen und dabei keinerlei Bereitschaft zu Gespräch oder Einsicht, geschweige denn irgendeiner Anpassung, gezeigt haben, auch was mit dem Problem zu tun haben, kommt bei Ihnen nicht mal als Möglichkeit vor. Schuld an der Blöße des Kaisers ist in Ihren Augen das Kind, das sie ausspricht. Kommt rüber, warum ich oben von Niedertracht und Unaufrichtigkeit gesprochen habe, obwohl ich ja generell Bescheidenheit in der Wortwahl befürworte?

Bisher habe ich knapp 1.700 Euro von der VG Wort erhalten, mein Verlag also etwa 730 Euro (das weiß ich nicht genau, das habe ich nur errechnet). Soll ich Ihnen etwas sagen: Das finde ich vollkommen in Ordnung. Selbst wenn wir halbe-halbe gemacht hätten, fände ich das immer noch in Ordnung.

Warum dieser rhetorische Kniff unanständig ist, habe ich vor einer Weile schon mal erklärt. Soll ich Ihnen etwas sagen: Sie können Ihrem Verlag weiterhin so viel von Ihrem Geld geben, wie Sie wollen. Niemand möchte oder darf Sie daran hindern. Genausowenig wie es Ihnen zusteht, das Geld anderer Leute deren Verlagen zuzusprechen, nur weil Sie Ihren so gerne mögen. Und um Himmels Willen, wie gerne Sie ihn offenbar mögen:

Viele Aufgaben, die mein Verlag erfüllt, kann und will ich nicht alleine übernehmen. Ich brauche dafür ein Gegenüber. Angefangen bei der ersten Arbeit am Manuskript, dem In-Form-Bringen des Inhalts, bis zur äußeren Form, der Gestaltung und dem Druck des Buches. Dann denke ich weiter an den Vertrieb, an die tapferen Vertreter, die von Buchhandlung zu Buchhandlung tingeln und Inhalte anpreisen, dazu hätte ich gar nicht die Zeit

Auch hier danke ich Ihnen wieder für die Zurückhaltung, die „tapferen“ Vertreter nicht noch durch Schnee und Hagel stapfen und ihre sieben hungrigen Kinder nebst der schwer kranken Ehefrau, die sie sicherlich zu Hause haben, unerwähnt zu lassen.

Dass diese Aufgaben von anderen Leuten, von Spezialisten, übernommen werden, finde ich gut. Und dass diese Spezialisten einen Anteil daran haben, wie erfolgreich ein Buch ist, […] das ist für mich selbstverständlich.

Auch wenn sie das in den folgenden Sätzen noch erläutern: Das liest sich zunächst, als wollte irgendwer, namentlich Herr Vogel, was daran ändern. Als führte Herr Vogel einen Feldzug zur vollständigen Vernichtung der Verlage und wollte ihnen ihren Anteil wegnehmen, den sie sich doch so selbstverständlich durch ihre unerschütterliche Tapferkeit und Partnerschaft und selbstlose Grundgüte verdient haben. Sie sind professionelle Schriftstellerin, deswegen fällt es mir schwer, Ihnen abzunehmen, dass Ihnen das nicht aufgefallen ist. Dabei wissen Sie ja genau, wie Sie etwas später auch schreiben, dass die Verlage schon ganz unabhängig von der VG Wort „einen Anteil“ daran haben und auch weiterhin haben werden, nämlich den bei Weitem höchsten von allen Beteiligten.

Aus allen diesen Gründen bin ich auch einverstanden, dass ein Teil der VG-Wort-Tantiemen an meinen Verlag fällt. Das ist für mich ein partnerschaftliches Teilen und selbstverständlich.

Und wieder: Okay. Dann teilen Sie, wenn Sie wollen. Sie dürfen das entscheiden, denn es ist Ihr Geld. Nicht entscheiden dürfen Sie über das Geld anderer Leute, genausowenig wie wie die VG Wort, denn es ist weder Ihr Geld, noch das der VG Wort, es ist das Geld der anderen Leute. Und wenn man über das Geld anderer Leute gegen deren Willen entscheidet und verfügt, dann ist das nicht partnerschaftliches Teilen und selbstverständlich, sondern es ist rechtswidrig, und in meinen Augen wäre auch der Begriff „kriminell“ nicht zu überzogen. Dass Sie diesen Unterschied nicht nur ignorieren, sondern auch noch mindestens fahrlässig verwischen, ist in meinen Augen unanständig.

Es mag sein, dass es im wissenschaftlichen Buchbereich um die Idee der Partnerschaftlichkeit nicht ganz so rosig bestellt ist, wo ja oftmals der Druck des einzelnen Werkes vollständig durch die Autoren finanziert werden muss. Dass da ein Gefühl von Ungerechtigkeit aufkommt, kann ich nachvollziehen.

Man kennt das ja. Im Bereich der Belletristik kommt ein solches Gefühl niemals auf, weil es da so schön rosig bestellt ist um die Partnerschaftlichkeit. Fies von diesem doofen Wissenschaftler, dass er das jetzt auch für andere kaputt machen will, nur weil er selbst keine Freude im Leben hat. Oder wie meinen Sie das?

Das liegt vielleicht dann aber nicht an der VG-Wort-Verteilung, sondern an einem Strukturproblem bei Veröffentlichungen innerhalb des Wissenschaftsbetriebes?

Mag sein. Kann aber dahin stehen. Hat nämlich zum Glück absolut nichts mit der Frage zu tun, ob die VG Wort das Geld, das sie für die Urheber treuhänderisch verwalten soll, einfach ohne deren Zustimmung an irgendwelche anderen Leute ausschütten darf. Wenn ich Sie dran erinnern darf: Dass Herr Vogel diesen Prozess geführt hat, weil mal ein Verlag nicht so lieb zu ihm war, war Ihre These. Es ist deshalb keine ganz so triumphale Erkenntnis wie Sie womöglich meinen, dass das keinen Sinn ergibt.

Und dann schreiben Sie noch mal recht viel darüber, wie wunderbar doch gerade die kleinen Verlage sind, die so mutig Risiken mit unbekannten Autoren und möglicherweise nicht so rentablen Projekten eingehen und damit die besondere Vielfalt der deutschen Literatur undsoweiterundsofort, und kommen zu dem Schluss:

Die angebliche Kluft zwischen Verlagen und Autor*innen, die Sie mit Ihrer Klage weiter befeuert haben, ist für mich nur ein Abstand, der sich mit einem Händeschütteln überwinden lässt.

Und ich weiß, ich wiederhole mich, aber weil Sie es ja auch tun, möchte ich es noch mal ganz klar aufschreiben:

Die VG Wort zahlt seit Jahrzehnten Geld, das den Urhebern zusteht, und das sie ihrer Aufgabe nach für diese nur treuhänderisch verwaltet, ohne deren Zustimmung an die Verlage aus, und ist auch nicht bereit, darüber zu reden, ob diese offenkundig unzulässige Praxis vielleicht irgendwie mal überarbeitet werden sollte. Herr Vogel versucht dies trotzdem, und niemand redet mit ihm. Er wird abgeblockt, ignoriert, lächerlich gemacht. Und dann klagt er eben, und bekommt nach Jahren am Ende Recht. Jahre, die weder die Verlage, noch die VG Wort nutzen, um etwas zu verändern, obwohl klar abzusehen ist, wie die Sache ausgeht.

Und Sie haben im Ernst die Dreistigkeit, Herrn Vogel jetzt vorzuwerfen, er hätte eine Schneise der Verwüstung geschlagen und die Kluft zwischen Verlagen und Autor*innen befeuert, auch wenn die Ihrer Meinung nach eigentlich gar nicht existiert? (Ich hätte fast der Versuchung widerstehen können, die Katachrese zu kommentieren, aber ich kanns jetzt doch nicht, weil mir Ihr Text so unsympathisch ist und ich sie gerade wirklich ulkig finde. Pardon.)

Wow. Das gefällt mir nicht. Das gefällt mir sogar überhaupt nicht.

[Offenlegung: Ich habe im Jahr 2015 von der VG Wort 900€ für die Verwertung einer mehr oder weniger wissenschaftlichen Veröffentlichung erhalten.]


Wahrscheinlich imaginäre Zusammenhänge

24. April 2016

Ich schreibe hier ja zurzeit nicht viel. Ich weiß nicht, ob ihrs bemerkt habt. Jedenfalls sind mir sogar immer wieder Sachen über den Weg gelaufen, bei denen ich sowas dachte wie hmmm, das ist ja eigentlich tolles Material, aber andererseits ist es gewissermaßen schon wieder zu toll. Wisst ihr, was ich meine? Sowas wie dieses hier:

Eine Entscheidungen wie die Abschaffung eines Strafparagrafen brauche jedoch eine Phase des Nachdenkens und der Abwägung, sagte Gauck dem Deutschlandfunk. Mit Blick auf den ebenfalls im Strafgesetzbuch verankerten Schutz des Bundespräsidenten vor Verunglimpfungen sagte er, vielleicht vermittle die bestehende Rechtsordnung eine Ahnung von dem Respekt, den man einander in der Demokratie schuldig sei.

Zeug, das sich ohnehin schon so liest, als wäre es direkt aus The Onion, und zu dem man auch beim besten Willen nichts mehr hinzufügen kann, was es noch unterhaltsamer machen würde.

Oder man könnte halt der siebenhundertvierzehnte sein, der schreibt, dass man darüber eigentlich echt nicht so viel schreiben müsste.

Aber jetzt gerade hab ich gedacht, eine Idee hätte ich, die ich so noch nicht gesehen habe, und die ich euch mal präsentieren will, in dem Bewusstsein, dass es daran liegen könnte, dass sie einfach ein bisschen dämlich ist, aber der Gedanke verfolgt mich, und für genau diese Gedanken ist dieses Blog ja … Schon gut, ich fang jetzt an. Also:

Die Erdoğan-Affäre. Ganz kurz, weil ja vielleicht die eine oder der andere von euch sich für meine Meinung interessiert: Böhmermann kann ich bekanntlich eh nicht leiden, sein Gedicht ist rassistisch und überhaupt furchtbar -istisch und mies, und seine Vor- und Nachrede macht das kaum besser, und vor allem gönne ich ihm halt einfach die Aufmerksamkeit nicht, die er sich damit erklassenclownt hat, weil die bei anderen Themen viel mehr gebraucht worden wäre. Die Abschaffung von §103StGB ist natürlich keine schlechte Idee, aber warum redet (meiner Wahrnehmung nach) denn NIEMAND darüber, dass man dann konsequenterweise auch gleich alle Beleidigungstatbestände abschaffen sollte, zum Beispiel den, der unser das deutsche Staatsoberhaupt speziell schützt, oder gleich überhaupt jeden? Wenn wir schon mal dabei sind?

Das „Satire darf alles“-Gebrüll weckt bei mir immer gewisse unangenehme Assoziationen, eben weil es so spezifisch ist. Warum darf denn ausgerechnet Satire alles, wenn doch sonst nichts und niemand alles darf, und was ist eigentlich Satire? Ich will keiner einzelnen Person sowas unterstellen, aber die Debatte in ihrer Gesamtheit erweckt bei mir den Eindruck, als ginge es nicht darum, dass die deutsche Gesellschaft plötzlich ihre Leidenschaft für Meinungsfreiheit entdeckt hätte, sondern eher … Naja. Wenn ich gemein sein will: Darum, dass wir überhaupt nicht einsehen, dass irgend so ein Kanake einen von uns anzeigen darf, nur weil wir ihn einen Ziegenficker nennen, denn bei uns gilt ja schließlich das Grundgesetz, hat der anatolische Analphabet davon nix gehört? Wäre ja noch schöner, das ist immer noch unser Land hier, und hier entscheiden wir, was witzig ist!

Und wenn ich meinen inneren Böhmermann ein bisschen zügle, bleibt aber zumindest noch: Hey, der ist doch so charmant und originell und im Fernsehen und ich mag den doch, der darf doch nicht für einen dummen Witz bestraft werden, und schon gar nicht für einen über diesen Unsympathen da, der es doch so verdient hat!

Und der Verdacht, dass die Meinungsfreiheit an sich keinen großen Aufschwung erlebt, hat sogar eine Grundlage: Wir diskutieren parallel nämlich über ein Verbot sexistischer Werbung. Und das tun wir auf eine Art und Weise, der ich jedes Mal nur mit offenem Mund staunend zusehen kann, wenn mir ein Beispiel begegnet, weil … Wow. Gefühlte 86% aller Beiträge verkennen schon den grundlegenden Unterschied zwischen sexistischer Werbung und Werbung mit irgendwie erotischen Inhalten, und insgesamt scheint es vorrangig die eine Seite zu geben, die pauschal bestreitet, es gäbe überhaupt ein Problem mit Sexismus in der Werbung, und die andere, die dieses Problem zwar richtig erkennt, daraus aber ohne weitere Zwischenschritte schon die Rechtfertigung für ein Verbot herleiten will. So zum Beispiel:

Alle regen sich auf über das geplante Verbot von Sexismus in der Werbung. Dabei würde es weder Nacktheit verbieten noch die Meinungsfreiheit bedrohen.

Und darunter stehen dann bizarre Satzfolgen wie diese hier:

[Der Staat] hat auch nicht festzulegen, wie Werbetreibende Produkte bewerben.

Er kann und sollte jedoch regulieren, mit welchen Bildern und Slogans die Kaufentscheidung mündiger Verbraucher nicht beeinflusst werden darf. Genau das tut er bereits.

Hö? Äh… Also. Der Staat darf ganz selbstverständlich Werbetreibenden nicht vorschreiben, wie sie Produkte bewerben. Aber er sollte natürlich regulieren, welche Bilder und Slogans sie dabei nicht benutzen. Und das ist für die Meinungsfreiheit völlig unproblematisch, weil … es bereits stattfindet. Klar soweit?

Wie bitte? Was meint ihr? Warum ich euch erst ein Stück vom Böhmermann erzähle und dann plötzlich mit sexistischer Werbung um die Ecke komme? Naja… Schaut doch noch mal in die Überschrift. Ich finde, dass beide Debatten auf mehreren Ebenen zusammenhängen. Einmal geht es in beiden um die Meinungsfreiheit, und die zweite illustriert, dass die in Deutschland immer noch weitgehend nicht angekommen und verstanden ist, und beide zeigen ein Phänomen, das leider kaum explizit thematisiert wird, aber fast immer irgendwo mitschwingt und mich maßlos ärgert:

Es geht um die Hierarchisierung von Äußerungen. Was ein Böhmermann sagt, der Millionen Fans hat, kann doch unmöglich Beleidigung sein. Das ist Satire, und die darf alles, und folgerichtig darf Böhmermann als Satiriker alles. Und genauso bei der Werbung: Natürlich geht es uns nicht darum, Meinungsfreiheit einzuschränken. Nur bei Werbung, da machen wir Verbote. Weil es doch nur Werbung ist. Da gibts doch eh schon Vorschriften. Ist doch egal.

Wir stufen Äußerungen in mehr oder weniger schutzwürdige ein, und zwar eben nicht nach ihrem Inhalt, sondern danach, von wem sie kommen. Und gelegentlich finde ich sogar Beiträge, in denen das ganz dreist ausdrücklich steht. In der Zeit zur sexistischen Werbung etwa so:

In den Gedanken der Menschen bleibt Sexismus immer frei. In ihren Äußerungen lässt er sich auch nicht einhegen, aber immerhin zur Rede stellen. In der Werbung ließe er sich jedoch juristisch stellen und als das demaskieren, was er ist: eine unzulässige Diskriminierung.

Nils Pickert meint also, Sexismus lasse sich in Äußerungen von Menschen nicht einhegen, in der Werbung aber schon. Woraus zwanglos folgt, dass er Werbung und Äußerungen von Menschen für völlig diskrete Kategorien hält. Was etwas Bedenkliches über sein Weltbild verrät, wenn ihr mich fragt.

Und in der Böhmermann-Debatte habe ich bei Twitter zum Beispiel diesen interessanten Thread gefunden, in dem es um die (wenn auch wirr geäußerte) These geht, dass wenn ein Satiriker was macht, das schon seine Ordnung haben muss, dafür sei er ja schließlich Satiriker.

Und das ist in meinen Augen ein Problem. Ich finde, wir müssen uns entscheiden. Entweder darf jeder jeden einen Ziegenficker nennen, oder niemand niemanden. Oder zumindest brauchen wir klare, verständliche, möglichst schriftlich fixierte Kriterien dafür, wann man jemanden einen Ziegenficker nennen darf (zum Beispiel, wenn man vorher gesagt hat, dass man es eigentlich nicht darf?), und wann man dafür bestraft wird, und diese Kriterien sollten bitte nicht eine eigene Fernsehsendung beinhalten. Und ich finde, dass wir uns auch bei der anderen Frage ohne Ansehen der äußernden Person entscheiden müssen. Entweder ist Sexismus strafbar, oder er ist es nicht. Oder meinetwegen ist er auch nur unter bestimmten Voraussetzungen strafbar, aber das sollen dann auch wieder vernünftige sein. Warum ist Sexismus in der Werbung denn per se schlimmer als in einer Kabarett-Show oder in einer Glosse oder einem Blogpost?

Und trotzdem dachte ich noch, dass es eigentlich ein bisschen albern ist, das zu schreiben. Zu weit hergeholt. Zu selbstverständlich. Zu wenig Fleisch. Aber dann fand ich diesen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem es die Game-Of-Thrones-Fans geht, die drüber streiten, ob Jon Snow gestorben sein darf. Und ich finde, auch der illustriert das gleiche Problem, und zwar auf dermaßen unreflektierte und unverschämte Weise, das ich mich immer noch frage, ob ich was nicht richtig verstanden habe:

Der Aufschrei, der durch die Welt ging, nachdem die letzte Folge der fünften Staffel gestreamt worden war, war ein äußerst vermessener. Es ist dreist, eine kreative Entscheidung der Macher von fiktiven Produktionen zu kritisieren. Es ist eine Unverschämtheit gegenüber den Autoren, die sich über Monate und Jahre eine Story überlegen, die in sich schlüssig, aufregend und unterhaltsam ist.

Jeder Serienkonsument hat das Recht, kreative Entscheidungen infrage zu stellen. Es ist nur furchtbar lächerlich.

[…]

Abgesehen von der Anmaßung, die in der Kritik künstlerischer Entscheidungen steckt, ist sie auch schon aus eigenem Interesse Unsinn. Was wäre denn, wenn sich Macher nun entschieden, jedem Shitstorm, den das Internet heute heraufbeschwört, nachzugeben? Protagonisten würden überleben, Jon Snow säße auf dem Thron, wäre mit Daenarys verheiratet und würde mit seiner Drachen-, Dothraki-, Unsullied-Armee die White Walker aus der Welt pusten, bevor sie Winterfell erreichen können.

Robert Hofmann – übrigens 1987 geboren, das macht es für mich vielleicht noch ein bisschen schlimmer – erklärt hier als Repräsentant einer großen Tageszeitung deren Leserinnen die Welt, wie er sie ja offenbar in seiner Ausbildung und Arbeit dort zu sehen gelernt hat: Es gibt die, die Medien produzieren, und es gibt die, die Schnauze zu halten haben, und zu fressen, was erstere ihnen hinkippen. Und natürlich dürfen sie deren Entscheidungen infrage stellen. Aber es ist furchtbar lächerlich, wenn sie es tun, denn damit verkennen sie nicht nur die ihnen zugewiesene Rolle in der Welt, sie tun sich auch selbst keinen Gefallen, weil sie zu blöd sind zu wissen, was sie wollen.

Und deswegen finde ich es gerechtfertigt, diese drei Debatten in einen Beitrag zusammenzufassen. Nicht nur, weil jede einzelne davon nicht genug hergibt für mich, sondern auch, weil sie alle gemeinsam – natürlich nicht ausnahmslos – ein Prinzip ignorieren, von dem ich mir wünschte, es wäre selbstverständlich: Äußerungen sind nach ihrem Inhalt zu bewerten, und nicht danach, woher sie kommen. Und weil die Teilnehmerinnen es unter anderem deshalb nicht schaffen, eine wirklich rationale Debatte zu führen, sondern größtenteils aneinander vorbei reden bzw. –schreien, wie unsere öffentlichen Debatten das so gerne tun.

Oder was meint ihr?


Tut mir leid, Herr Fleischhauer.

12. März 2016

Uiuiui. Ich habe mein Erstaunen über die Existenz von Jan Fleischhauers Kolumne bei Spiegel.de ja schon mal hier ausgedrückt, aber als ich die aktuelle Ausgabe las, war ich dann noch mal aufs Neue enttäuscht davon, was sogar ein recht selbstachtungsarmes Portal wie das besagte Spiegel.de sich offenbar nicht zu sehr schämt zu veröffentlichen.

Ich habe meinen Ressortleiter bei SPIEGEL ONLINE angerufen und ihn gefragt, wo ich mich melden kann, um dem Hass entgegenzutreten. […] Leider konnte mir mein Ressortleiter nicht weiterhelfen, obwohl er immer wieder Texte auf die Seite stellt, in denen steht, dass man sich nun engagieren müsse.

Ihr ahnt, worauf es hinausläuft, und ich will von diesem Schmutz nicht mehr als nötig veröffentlichen, aber vielleicht noch ein paar Sätze, um das Prinzip zu verdeutlichen:

Auch auf der Straße begegne ich vor allem Menschen, bei denen ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass sie Asylbewerberheime anstecken oder Busse mit Flüchtlingen terrorisieren. […] Das beste Mittel gegen Fremdenhass ist aus meiner Sicht immer noch ein starker Staat, da bin ich ganz altmodisch. Wo Leute sich zusammenrotten, um anderen Angst einzujagen, hilft nur die eiserne Faust der Ordnungsmacht. Leider kommt die Polizei mit der Arbeit kaum noch nach. […]. Auf der „Achse des Guten“ hat neulich jemand einen Auszug aus dem „Jahres-Geschäftsbericht“ der Antifa in Leipzig gepostet: Brandanschläge auf Bahnanlagen, Überfälle auf Polizeiposten, Anschläge auf Firmen und Parteibüros, Überfälle auf Geschäfte in der Innenstadt – es gab kaum einen Monat, in dem es 2015 nicht irgendwo brannte oder knallte.

Vielleicht sollte man die Polizei von links ein wenig entlasten, dann müssten alle gegen rechts weniger Haltung zeigen.

Keine Sorge, ich erklärs gleich auch noch mal sachlich, aber einmal vorweg, um ein bisschen was gegen den üblen Geschmack in meinem Mund zu machen: Ich hab das oben in der Einleitung nicht leichtfertig geschrieben. Ich finde, spiegel.de sollte sich schämen, dass dieser Mist bei ihnen zu lesen ist. Natürlich darf man auch mal kontroverse Meinungen veröffentlichen, und natürlich soll man als Medium sogar nicht nur Meinungen repräsentieren, die man selbst gutheißt. Aber kein Medium wird dadurch verpflichtet, den verantwortungslos hingerotzten Stuss von Leuten zu veröffentlichen, die absolut nichts begriffen haben und darauf so stolz sind, dass sie es am liebsten ganz oft und laut allen sagen wollen. Und gerade in der Situation, in der ja nun mal tatsächlich Asylunterkünfte angezündet werden, macht sich in meinen Augen mitschuldig, wer diesen Leuten Raum bietet, sich öffentlich auf unser aller Schuhe zu erbrechen.

Okay, das reicht. Zum sachlichen Teil. In meinen Augen ist Herr Fleischhauers Artikel vorrangig aus den folgenden Gründen schädlich:

  1. Er sagt ungefähr, dass die einzige sinnvolle Möglichkeit, sich gegen Rassismus zu engagieren, darin besteht, Leuten den Brandbeschleuniger aus der Hand zu schlagen, wenn sie schon das Streichholz in der anderen halten, und dass deshalb wir alle keinerlei Chance und damit auch keinerlei Verantwortung haben, irgendwas dagegen zu tun, weil dafür ja die Polizei da ist.
  2. Er sagt damit auch, dass das Problem des Rassismus nur in diesen krassen Straftaten besteht und impliziert, dass es den nicht strafbaren Alltagsrassismus gar nicht gäbe, der sich zum Beispiel in der Benachteiligung bei Bewerbungen äußert, oder auch einfach im Umgang miteinander, in dummen Witzen und „Na, man weiß doch, wie die sind“-Sprüchen.
  3. Er sagt damit weiterhin, dass all die Leute, die gerade keine Asylunterkunft anzuzünden versuchen, frei von Rassismus sind, und dass da keinerlei Ansatzpunkt für Kritik oder Verbesserung mehr erkennbar ist.
  4. Er hat am Ende sogar noch die Dreistigkeit, das Problem mit rechtsradikaler Gewalt darauf zurückzuführen, dass die Polizei mit linksradikaler Gewalt überlastet sei und deshalb nicht effektiv dagegen vorgehen könne. Das ist auf so vielen Ebenen und so offensichtlich falsch, niederträchtig und rundum widerlich, dass ich keine Lust habe, es zu erklären. Aber
  5. einen Punkt will ich doch noch ansprechen: Er setzt implizit Engagement gegen Rassismus mit linksradikaler Gewalt gleich, indem er schreibt: „Ein Grund für die Überlastung der Polizei ist, dass sie ständig auch noch auf Leute aufpassen muss, deren Lebensinhalt darin besteht, gegen rechts zu sein.“ Entweder weiß er eigentlich, dass “gegen rechts zu sein“ was völlig Anderes ist als linksradikale Gewalt, und verschleiert gezielt den Unterschied, oder er weiß es nicht, oder er kann es nicht so formulieren, dass es rüberkommt. Jede dieser Alternativen sollte ihn als Kolumnisten für jedes Medium disqualifizieren, das noch ein kleines bisschen Respekt vor sich und seinen Leserinnen hat.

Ich muss leider mit meiner Zeit ein bisschen haushalten, aber ihr dürft natürlich in den Kommentaren gerne noch weitere Gründe sammeln. Mit ein bisschen Arbeit schafft mans mindestens in den mittleren zweistelligen Bereich, schätze ich.

Ich jedenfalls kann Herrn Fleischhauer leider, wie sein Ressortleiter, auch nicht weiterhelfen bei seiner Suche nach Möglichkeiten, dem Hass entgegenzutreten und Haltung zu zeigen. Dafür müsste ich nämlich Dieter Nuhr zitieren, und das kann ja nun wirklich niemand wollen.