Ode an die Staude

7. September 2017

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Flammenblume, Rittersporn,

Akelei, Windröschendorn,

Hosta siebboldii undulata

Cultivar variegata!

 

Oh Staude, dich zu ehren,

ist, unverholzte Pflanze,

Mein höchstes Begehren,

Du füllst mein Herz – das ganze!

 

Perenierend und pollakanth

bist du landauf, landab, bekannt.

Pflanzenteile krautig weich,

so zart – doch winterfest zugleich!

 

Rhizomen, Zwiebeln, Knollen –

Kryptophoten und Stolonen!

Euch gilt mein ganzes Wollen –

bei euch will ich stets wohnen!

 

Von Sukkulenten bis zu Farnen

Zwergsträuchern bis Bananen,

Kann deine Vielfalt reichen,

Sie endet erst bei Eichen.

 

Auf allen Kontinenten,

Staude, bis du daheim!

Nie sollst, Staude, du enden.

Du sollst für immer bleim!

 

Aus der Wurzel ausschlagen

sollst du an allen Tagen,

du Jupiter der Blüten

und der Chamaephyten!

 

Salbei schmeckt mit Nudeln

Katzenminze dem Tier!

Kann nicht genug lobhudeln,

oh meine Staude, dir!

 

Ich ehr dich alle Tage,

schütz dich vor jeder Plage,

Und ruf Sapere Aude,

Wagt euch an die Staude!

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Wir übernehmen jeden Fall

8. August 2017

„Guten Tag. Seid ihr die drei Detektive?“
„Ja. Sie wollen sicher unsere Karte.“
„Danke schön. Aha… Drei Ausrufezeichen? … Na, ihr scheint ja an euren eigenen Fähigkeiten keinerlei Zweifel zu haben, hm?“
„Absolut nicht. Wir haben gesunden Menschenverstand, reden Klartext und schauen nicht durch die rosarote Brille, auch wenns der Regierung und ihren Hofberichterstattern nicht gefällt!“
„Soso. Na, dann könnt ihr mir ja vielleicht helfen mit meinem kleinen Problem …“
„Schon gesehen. Ihr Auto ist geklaut worden.“
„Nein, ich bin mit dem Fahr-“
„Keine Sorge, das kommt öfter vor. Wir finden den Wagen schnell für Sie wieder. Stecken garantiert Ausländer dahinter, man kennt das.“
„Aber eigentlich wollte ich …“
„Welche Farbe hatte er denn? Übrigens, bisschen heuchlerisch, ne, dass Sie so’ne Radlerhose anhaben, aber dann doch Ihr Auto suchen. Virtue Signalling, much?“
„Aber ich bin doch mit dem-“
„Ist ja auch egal. Man traut sich ja auch kaum noch zuzugeben, dass man Auto fährt, was? Ist wohl nicht mehr Politisch Korrekt heutzutage, bei der Hetzkampagne und den Klimamärchen, die die uns die ganze Zeit einimpfen wollen. Und wenn man widerspricht, ist man gleich ein Nazi!“
„Eigentlich hatte ich gehofft, dass Sie …“
„DAS ist heutzutage ja eigentlich das Problem. Dass keiner sich mehr traut, die Wahrheit zu sagen, obwohls doch alle wissen! Das mit der Kriminalität zum Beispiel, diese angeblichen Einzelfälle. Wussten Sie, dass … Hallo? Wo wollen Sie denn hin? Lassen Sie mich doch wenigstens mal ausreden, bevor Sie … Pfff … Typisch Linksgrünes Pack. Immer mit dem moralischen Zeigefinger, aber sobald sie dann mal auf jemanden treffen, der Ahnung hat, gehen ihnen die Argumente aus, und dann ziehn sie sofort den Schwanz ein.“


Rock gegen Links

10. Juli 2017

Mein bescheidener Vorschlag zu Heiko Maas‘ Konzept.

Ja gut, mehr so Schlager gegen Links, ich weiß. Aber fiel mir halt als erstes ein. Na gut, als zweites. Meine Güte. Ihr seid aber penibel heute.

Zu dieser Melodie bitte:

So wie ein Startup an der Börse beginnt,
So wie man mit Geld auch Wahlen gewinnt,
Wie die Deutsche Bank, wenn sie keiner mehr mag,
fühl ich mich an manchem Tag!

Dann seh ich Floating Caps, die über uns sind,
Und höre die Schreie, wenn der Kurs noch gewinnt,
Ich singe als Beitrag für das Casting mein Lied,
und schau, wer am meisten biet‘!

Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Für diese Wirtschaft, dann komm’n die Jobs schon,
Ein bisschen Marge, ein bisschen Win-Win
Und Deregulierung, das wünsch ich mir!

Ein bisschen Fertigung in der Drittwelt,
Dass die Regierung sich da raushält,
Ein bisschen Marge, und viel Disruption,
Dass ich den Mindset nie mehr verlier!

Ich weiß meine Lieder, die ändern nicht viel,
Ich bin nur ein Bonze, der sagt, was er fühlt,
Allein bin ich hilflos, ein Investor im Grind,
der spürt, dass die Hausse beginnt!


Die Doku-WG

1. Juli 2017

Muriel: Guten Morgen Doku, na wie gehts? Oh Gott hörst du schon wieder diese billige dramatische Synthesizer-Musik? Wie hältst du das bloß den ganzen Tag aus?

Doku: Sein Musikgeschmack. Macht ihn unbeliebt. Für seine Mitbewohner. Ist es mitunter schwer erträglich. Deshalb fürchtet er manchmal. Rache.

Muriel: Ach komm, du weißt genau, dass ich da nicht so empfindlich bin. Ich wollt dich eigentlich auch nur schnell fragen …

Doku: Über zweihunderttausend Menschen werden in Deutschland jedes Jahr in Streitigkeiten mit ihren Mitbewohnern teilweise schwer verletzt. Vom Staat fühlen sie sich allein gelassen. Die Polizei – ist machtlos.

Muriel: Ja gut. Eigentlich wollte ich nur kurz …

Doku: Wir haben einen von ihnen gefragt. Dennis Oku sollen wir ihn nennen. Seinen wirklichen Namen möchte er lieber geheim halten. In einer heruntergekommenen Altbauwohnung in Hannover erzählt Dennis uns von seinen …

Muriel: Großer Gott, jetzt lass doch mal, ich wollte nur wissen, ob du heute Abend mit uns essen gehst. Wir wollen ins Ruen-Thai.

Doku: Das Ruen-Thai gibt es seit den 80er Jahren. Seit 2001 ist es im Besitz von Suthinan Pinsakol. Doch wer steckt wirklich hinter diesem Namen? Viele Restaurants dienen der organisierten Kriminalität als reine Fassaden, werden zur Geldwäsche genutzt. Ob dies auch für das Ruen-Thai gilt, ist nicht bekannt. Unsere Nachfragen beim Betreiber – bleiben unbeantwortet.

Muriel: Ja gut, dann nicht. Ist eh ohne dich immer ein bisschen entspannter, ehrlich gesagt. Aber kannst du bitte dieses grässliche Gedudel ein bisschen leiser machen, bis ich weg bin? Da wird man ja wahnsinnig von!

Doku: Wahnsinn durch Musik – immer häufiger werden Menschen in Deutschland durch dramatische Synthesizer-Musik radikalisiert. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen. Muriel Silberstreif sollen wir ihn nennen. Ein Pseudonym. Sein echter Name


Sigmar Gabriel – des Gottkanzlers Inquisitor

17. Juni 2017

Die Spitze des Flammenden Schwertes der Reinen Gerechtigkeit hob sich zum letzten Mal von Gabriels Schulter, und als der ehemalige Außenminister die Augen wieder öffnete, ergoss sich aus ihnen das gleißende, rote Licht der Sozialdemokratie, mit der der Gottkanzler ihn erfüllt hatte – er war nun Paladin Gabriel: berufen, die Bundesrepublik vor den Mächten der Finsternis zu schützen.

„Erhebe dich!“ sprach der Gottkanzler mit tiefer, wenn auch etwas knarrender Stimme, und sein Paladin gehorchte.

„Befiehl mir!“ rief er, noch immer erfüllt vom Feuer der vor Kurzem errungenen absoluten Mehrheit. „Entsende mich gegen die Feinde des Reiches, Gesalbter, und ich werde sie in deinem Namen auslöschen!“

Martin Schulz‘ huldvolles Lächeln war wie ein Sonnenstrahl, doch schnell verfinsterte sich die Miene des Gottkanzlers, als er an die Gefahr dachte, in die er seinen loyalen Gefolgsmann nun entsenden musste.

„Paladin Gabriel“, sprach er, „zu gerne würde ich dir nach dem harten Wahlkampf, den wir gemeinsam durchstanden haben, Ruhe gewähren, auf dass deine Wunden heilen mögen, die des Liibes wie auch die des Geistes. Doch aus dem Westen dräut eine Gefahr, wie das Reich sie noch nicht gesehen hat. Treuer Gabriel, bist du bereit, dich ihr zu stellen?“

„Ich bins, mein Kanzler!“ rief der Paladin. Als er sprach, gleißte auch aus seinem Mund das reine Licht, das des Gesalbten rote rechte Hand in ihm entzündet hatte. „Nenn mir nur das Ziel, und meine von deiner Kraft geführte Lanze soll es durchbohren!“

Die Augen des Gottkanzlers verließen für wenige Herzschläge das Gesicht seines Dieners, als er sein Gesicht der untergehenden Sonne zuwandte, in Richtung der Bedrohung, die sich aus den bodenlosen schwarzen Tiefen unter Oggersheim zu erheben anschickte, und für einen Moment glaubte er, schon die Erschütterungen spüren zu können, die die Regungen des endgültig besiegt geglaubten Kolosses durch die neue Republik sandten.

Doch die Pflicht zwang ihn, seine Schwermut zu überwinden, und so fasste Martin der Gerechte sich ein Herz, zwang sich zu einem siegesgewissen, strengen Blick und befahl seinem Paladin: „In die Pfalz führt dich deine Mission, mein treuer Freund, in die tiefste Finsternis hinein, bis ins Herz der schwarzen Macht, die wir gerade erst ausweislich des aktuellen amtlichen Endergebnisses überwunden haben, und die doch niemals ganz besiegt ist, denn wes Herz bereits verdorrt ist, der kann niemals sterben.“

Paladin Sigmar zog Atem durch die Zähne, nicht erschrocken, denn sein Herz war gefeit vor Furcht durch die innere Gewissheit seiner Bundesministerpension, aber doch voller Sorge und Pein, dass der alte Feind noch immer die Bürger bedrohte, die zu schützen auch er mit heiligem Eid geschworen hatte.

„Ist es etwa…?“

„Es ist!“ rief sein Kanzler mit stolz erhobenem Haupt. „Der Kampf für Gerechtigkeit, mein treuer Diener, endet niemals und solange der Saumagen des Schwarzen Kolosses noch in den Tiefen unter Deutschland rumpelt, so lange werden gute Männer wie du und ich – ja gut und die Nahles auch, aber mal ehrlich, mich nervt die eigentlich schon lange nur noch, haben wir echt keine andere, die uns helfen kann, ein bisschen weniger wie ein verknöcherter Männerverein auszusehen? – unsere Klingen erheben, um uns ihm entgegen zu stellen. An die Waffen, Brüder – Ja Herrje, Andrea, du bist mitgemeint, wie oft muss ich dir das noch erklären, jetzt stell dich nicht so an! MEGA!“

„MEGA!“ nahm Paladin Gabriel den Ruf seines Kanzlers auf, während auch er seinen mächtigen Mittelfinger zum Himmel erhob und die freie Hand an sein heftig und biologisch unplausibel weit links schlagendes Herz führte.

„MEGA!“

[Dank für die Inspiration an @eilenbrat]


Er ist’s! (Schnappt Shorty 3)

4. April 2017

Ich dachte, vielleicht machen wir einfach eine Kategorie draus? Mal sehen, wie viele Beiträge es werden. Aber da das schon der dritte oder so ist, dachte ich, einen Versuch wäre es wert. Mein nächster Kurzblogbeitrag:

„Frühling, ja, du bists! Dich hab ich vernommen!“ rief die CIA-Agentin zufrieden, während sie sich von dem Behandlungsstuhl mit den blauen Fixiergurten abwandte. Vorsichtig zog sie die kontaminierten Handschuhe aus und verließ den dunklen Raum mit den schallisolierten Wänden. Das Wimmern und Schluchzen des Inhaftierten verstummte sofort, als die schwere Tür sich hinter ihr schloss, aber sie wusste, dass die Bilder und die ahnunsgvollen Düfte des Verhörraums sie noch lange begleiten würden.

Der Rest des Teams wartete bereits im Flur auf sie, mit fragend gehobenen Augenbrauen.

„Und?“ fragte der Teamleiter.

Sie nickte ihm zu. „Er ist’s!“


Ich weiß auch nicht, was Zenda für ein Name sein soll.

21. März 2017

Michael hat mich freundlicherweise eingeladen, an so einem Dings teilzunehmen. Das Dings geht so:

  • Schreibe einen Text in dem die drei gegebenen Begriffe vorkommen und der genau 100 Wörter lang ist.
  • Verlinke diesen Beitrag im neuen Beitrag.
  • Denke dir drei neue Begriffe aus.
  • Und schließlich: Lade so viele neue Leute ein, wie du magst.

Den Text hab ich geschrieben:

Zenda schluckte den letzten Rest Bergkäse hinunter, atmete die lavendelschwangere Luft und schaute auf die Levadas herab. Sie musste ob der untergehenden Sonne die Augen zusammenkneifen, aber sie wollte den Blick noch nicht abwenden. Madeira war immer ihr Traum gewesen. Der Ort, an dem sie hatte glücklich sein wollen. Und nun war sie hier, und sie würde glücklich sein, verdammt, und wenn es das letzte war, was sie tat.

Zenda schmunzelte. Zumindest der zweite Teil des Satzes stimmte, auch wenn es mit dem Glücklichsein nicht geklappt hatte.

Sie ließ sich fallen.

Der Duft von Lavendel begleitete sie bis nach unten.

Den Beitrag hab ich verlinkt.

Drei neue Begriffe hab ich auch:

  1. Kreissäge
  2. Bohrinsel
  3. zwitschern

Und jetzt muss ich noch Leute einladen. Und da wir ja hier im sehr kleinen Kreis sind, nehme ich den hoffentlich für alle bequemsten Ausweg: Ihr seid alle eingeladen. Viel Spaß!