Der Spiegel labert die Demokratie zugrunde

21. Juli 2019

Peter Maxwill hat einen Meinungsartikel geschrieben, und naja, wie heißen die Dinger? Mir fällt spontan gerade der Begriff Zentristengewichse ein. Falls ihr einen besseren wisst, sagt Bescheid. Was mir außerdem grade einfällt, ist dieses eine Zitat von Martin Luther King, das in der neuen Facebook-Gruppe nach dem Kerfuffle gerade häufiger vorkommt und in dem es darum geht, dass das größte Hindernis eigentlich nicht der Große Drache und seine Gefolgsleute in den albernen weißen Kutten sind, sondern die Weiße Mitte, sozusagen, also die Leute, denen Ordnung und Ruhe vor Gerechtigkeit geht. Das sagt natürlich so niemand von sich selbst, aber …

Es fängt schon bei der Dachzeile an:

Lädierte Streitkultur

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Der Schild der Herrschaft

23. Juni 2019

Ich sag ja oft einfach so krawallig, dass ich Demokratie nicht mag, weil ich halt manchmal ein kleiner Edgelord bin, und ich glaube, oft ist das gar nicht so gut von mir, aber ich bin halt auch faul, und das bleibt auch so, aber ich wills zumindest jetzt kurz mal erklären, weil es sich gerade anbietet:

Es ist ja nicht so, dass ich unbedingt was gegen das Konzept habe, Entscheidungen durch Abstimmungen zu treffen. Aber Demokratie hat immer noch das Herrschaftselement, die Obrigkeit, und die ist ein Problem. All das, was (nicht nur) jetzt gerade so zu Recht in harscher Kritik steht, die Konzentrationslager, die Polizist*innen, die zu Unrecht Leute verprügeln, die Entrechtung von Trans-Leuten, die Unterdrückung von Frauen zum Beispiel durch Verbote von Schwangerschaftsabbrüchen und/oder Informationen darüber, all das ist auch deshalb möglich und relativ risikofrei für die Verantwortlichen, weil ihre Rolle als Obrigkeit sie vor Konsequenzen abschirmt.

Freiheit

Wenn ich selbst losgehe und Leuten ihre Kinder wegnehme und die in Käfige sperre, wenn ich jemanden auf der Straße umschubse und dann weiter auf ihn einschlage, während er da liegt, dann werde ich damit nicht lange durchkommen, irgendwer wird mich davon abhalten, und wahrscheinlich werde ich sogar bestraft. Wobei ich vermute, dass mir aufgrund meiner körperlichen Konstitution und meines privilegiert gewaltfernen Lebenswandels die Leute, bei denen ich es versuchen würde, einfach zuvorkommen und mich derbe verkloppen würden, aber darum gehts hier gerade nicht. Es geht ums Prinzip, und dafür spielts keine Rolle, dass ich 1 Lauch bin, ders eh nicht packen würde.

Ihr wisst, dass ich andererseits diesem Konzept der Strafe durchaus skeptisch gegenüberstehe. Aber wenn das halt noch Konsens ist, und auch überall durchgesetzt wird, warum machen wir dann Ausnahmen für die Obrigkeit? Ob diese Ausnahmen nun explizit in Gesetze gegossen sind (wie im Falle z.B. von Bundestagsabgeordneten, die Gesetze beschließen, die andere zu Unrecht einschränken), oder nur teilweise ausdrücklich als Regeln gelten und mehr oder weniger nur de facto so sind (wie zum Beispiel dass US-Polizist*innen nichts zu befürchten haben, wenn sie Schwarze erschießen), ist dabei in meinen Augen nachrangig. Beides kommt aus dem Konzept der Obrigkeit und der Sonderbehandlung, die sie und ihre Schergen genießen.

Und wenn wir das los wären, dann wäre in meinen Augen schon viel gewonnen, sogar wenn der Mist dann hinterher immer noch Demokratie heißt; es geht mir ja nicht vorrangig um Begriffe. Aber ihr wisst ja, wie das ist. Begriffe sind andererseits oft wichtiger als man denkt, weil sie nicht nur reflektieren, wie etwas gesehen wird, sondern es dabei und darüber hinaus auch beeinflussen und mitbestimmen.

Oder was meint ihr?


Für alle, die noch Zweifel hatten, ob Thomas Fischer ein sexistischer a…

22. Juni 2019

…ußerordentlch unerfreulicher Mann ist, hat er jetzt noch mal einen Beitrag geschrieben, der das einwandfrei klarstellt. Er heißt:

Anmerkung 2019-06-21 173815

Also, der Beitrag. Nicht Thomas Fischer. Thomas Fischer heißt nach wie vor Thomas Fischer. Es sei denn, ihr wollt ihn anders nennen. Aber würde das wollen?

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Von überwunden geglaubtem Antisemitismus

2. Juni 2019

CN, ob ihrs glaubt oder nicht: #Antisemitismus, und natürlich #VirtueSignaling, wenn ihr sowas nicht leiden könnt, aber ganz ehrlich, ich erzähl die Geschichte nicht, um selbst gut dazustehen, sondern um andere schlecht zu reden. Ich schwör.

Ja, ich gehöre auch zu den Leuten, die zu Schulzeiten und noch eine ganze Weile danach dachten, dass es vorbei ist mit dem Antisemitismus, und dass dieses ewige Gewarne vor den Nazis albern ist, weil doch nun wirklich niemand im Ernst glauben kann, dass in Deutschland so bald noch mal Nazis an die Macht kommen.

Ja. So kann 1 sich irren. (Und ich meine hier nur meinen Irrtum. Ich weiß sehr wohl, dass es Leute gibt, die den Antisemitismus nie überwunden geglaubt haben und immer davor gewarnt haben. Die hatten Recht. ich nicht.)

Aber um so große gesamtgesellschaftliche Fragen solls heute nicht gehen, denn ihr wisst ja, dass ich ein Fauler Sack bin und deshalb nur die niedrig hängenden Früchte pflücke, und welche Früchte hängen schon niedriger als die vom Blasphemieblog?
Eben.

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#gehtnichtwählen

26. Mai 2019

Ich habe heute, wie ich das halt so mache, mit ein paar Leuten diskutiert, die meinten, wir sollten alle wählen gehen, und es gibt keinen Grund, das nicht zu tun, und wenn wir nicht wählen, dann dürfen wir uns aber hinterher auch nicht beschweren, weil wir ja die Möglichkeit hatten, uns einzubringen und mitzubestimmen, und sie nicht genutzt haben, und bla.

Nun ist es so: Ich habe hier vor diversen Jahren schon einmal was zu dem Thema gesagt, mich dabei aber darauf konzentriert, zu sagen, warum ich persönlich für mich Wählen für Quatsch halte und das nicht mitmache, wenn ich mich richtig erinnere. Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass ich den Mist noch mal lese, bevor ich ihn verlinke? Pah, da hab ich echt Besseres zu tun.

Was ich damals vernachlässigt habe, sind andere Gründe, warum ich diesen Sprüchen gerne leidenschaftlich widerspreche, und das möchte ich jetzt gerne einmal nachholen. Das sind nämlich diese hier:

  1. Es fängt schon mal mit dem unreflektierten Privileg an, das daraus spricht. Ja ich weiß, das spricht auch aus meiner Haltung. Wir können hier über viel streiten, aber nur ganz schlecht darüber, dass ich irrsinnig privilegiert bin. Bin ich nämlich. Und dass mir das immer komplett bewusst ist, behaupte ich auch ganz sicher nicht, ich bin ja nicht bescheuert. Da, seht ihr, da sieht mans sogar schon. Egal. Hier geht es nämlich um die Privilegien der anderen, und die sehen zum Beispiel so aus, dass sie keine Gründe sehen, nicht zu wählen, und die von anderen vorgebrachten Gründe gerne „Ausreden“ nennen. Nun ist es aber so, dass es Leute gibt, die zum Beispiel psychisch nicht besonders gesund sind und nicht die Kraft aufbringen, irgendwohin zu gehen und diesen blöden Zettel auszufüllen, oder Briefwahlunterlagen zu beantragen und sich dann durch den kleinen bürokratischen Albtraum zu kämpfen, der daraus folgt, fragt mich nicht nach Details, ich hab noch nie gewählt, ich kenn das nur grob vom Zuschauen, aber es sah anstrengend aus. Und es gibt Leute, die zwei Jobs haben, und Kinder groß ziehen und neben bei noch ihre Eltern pflegen, und so. ICH bin das nicht. Ich habe all diese Probleme nicht. Ich könnte wählen gehen, und das wäre ungefähr so aufwändig wie einzukaufen. Aber es gibt halt auch Leute, denen es anders geht, und wir haben das verdammt noch mal zu respektieren, insbesondere, weil man ja vielleicht über den grundsätzlichen Sinn der Beteiligung an diesem Ritual noch streiten kann, aber
  2. Es nervt einfach, dass der Akt des Ausfüllens dieser Zettelchen so oft zur ultimativen Heldentat des gesellschaftlichen Engagements hochgespielt wird, zur obersten Bürgerpflicht und zum einzigen Kriterium für die Berechtigung zur Teilhabe am politischen Diskurs oder so. Wenn du der Meinung bist, Leuten, die vielleicht jedes Jahr Hunderte oder Tausende Stunden opfern für soziales und politisches Engagement, für Umweltschutz oder sonstwas (Noch mal: Ganz sicher nicht ich. Ich rede nicht von mir selbst.) das Recht absprechen zu können, sich politisch zu äußern, weil sie anders als du ein paar Kreuze nicht gemalt haben, dann leg dich bitte gehackt und halt selbst die Fresse, wenn es um Politik geht, bis dus verstand hast, danke. Ich meine, ihr könnte das ja so sehen, dass Wählen irgendwie was Gutes ist, aber es ist doch nun wirklich unstreitig, dass es (für die einzelne Person) eine sehr kleine, sehr einfache und nicht besonders wirkungsvolle Möglichkeit ist. Ich verweise dazu auf den Link oben, der näher auf das scheinbare Paradoxon eingeht, dass natürlich die Wählenden insgesamt großen Einfluss haben, aber halt nicht als einzelne Personen.
  3. Leute, die sich an dieser Hochspielung beteiligen, erwecken damit oft (sicherlich unabsichtlich und nur implizit, aber schon) den Eindruck, dass die Wahl die einzige Möglichkeit ist. Indem sie so tun, als würden andere Formen von Engagement nicht zählen, unterstützen sie diese „Ich mach nix, aber einmal alle paar Jahre mal ich diesen Zettel voll, also bin ich voll engagiert“-Haltung und demotivieren andere, etwas zu tun, was wirklich etwas nützt, wie zum Beispiel Nazis mit Milchshakes zu bewerfen. DAS ist Antifaschismus, der mir schmeckt!
  4. Und aus dem gleichen Grund ist es einfach unanständig, Leute zu dissen, die nicht wählen. Es gibt ja sogar Erfahrungsberichte von Leuten, die gar nicht wählen dürfen (mangels Staatsbürgerschaft zum Beispiel hallo nationalistisches Dreckseuropa und -deutschland aus dem gleich folgenden Punkt 5!) und trotzdem dauernd doof angemacht werden, weil sies nicht tun. Wir könne ja durchaus drüber reden, dass wir alle eine gewisse Verpflichtung haben, was für andere Menschen zu tun, soweit es uns möglich ist, aber warum sollen nicht alle für sich entscheiden können, wie sie das tun, warum dissen wir Leute fürs Nichtwählen, aber zum Beispiel nicht oder zumindest viel weniger dafür, dass sie nicht widersprechen, wenn andere misogyne Witze machen, um ein völlig willkürliches Beispiel rauszusuchen. Ja ich weiß, dafür werden Leute auch gedisst, aber es ist VIEL weniger in der Mehrheitsgesellschaft angekommen. Wer halt nicht wählt, muss sich dafür nicht rechtfertigen, und es steht uns nicht zu, dafür über sie zu urteilen, und die Entscheidung, nicht zu wählen, kann völlig okay sein, find ich.
  5. Durch die Wahl validiere ich ein kleines bisschen sowieso schon das System. Das ist Mist. Und es wird schlimmer durch all diese Aufrufe, die jetzt gerade zum Beispiel die EU sonstwie hochjubeln und betonen, wie toll das ist, dass wir in diesem weltoffenen, freien Europa mit viel sozialer Sicherheit und Dings leben könne, und dass wir durch die Wahl dafür sorgen sollen, dass es so bleibt. Hier wie oben: Wer das sagt, mag bitte erst mal nachgucken, was Frontex ist, wie die europäische Flüchtlingspolitik aussieht, und wie die EU Rassismus und überhaupt so ziemlich alle ismen perpetuiert und fördert und überhaupt in vieler Hinsicht ein widerliches Monstrum ist, und dann vielleicht wiederkommen und auf einer vernünftigen Ebene drüber diskutieren, ob wir an einer Wahl teilnehmen sollten, oder vielleicht doch lieber den ganzen Mist einfach anzünden ja ich bin ein bisschen sauer warum?
  6. Bestimmt fallen mir noch ganz viele gute Gründe ein, wenn ich noch weiter drüber nachdenken würde, aber ich kann ja schlecht so tun, als würde ich aus voll rationalen Gründen im Sinne einer optimalen Kosten-Nutzen-Abwägung meines Zeitmanagements nicht wählen gehen und dann Stunden für so einen honkigen Blogpost raushauen, den eh niemand liest, deshalb ist hier jetzt Feierabend, und ihr könnt ja in den Kommentaren noch ganz viele weitere Argumente aufzählen, warum ich Recht habe, dafür ist die Kommentarspalte ja schließlich da. Schönen Sonntag, und danke für eure Unterstützung, ich weiß das echt zu schätzen!
  7. Ach so, Nachtrag, jetzt ist mir doch noch was eingefallen: Besonders gerne mag ich natürlich die Variante „Leute, geht wählen, egal was!“, manchmal sogar noch mit dem ausdrücklichen Zusatz „Auch wenns die AfD ist!“, und … Also erstens natürlich die allgemein damit verbreitete Wurstigkeit, die Implikation „Wenn du wählst, reicht das, damit hast du was für die Gesellschaft getan, mir doch egal, wen du damit untersützt, mach dir darum keine Gedanken, du hast keinerlei Verantwortung für irgendwas, solange du die formalen Anforderungen erfüllst, indem du die kleinen Kreise bemalst!“, und natürlich konkret, weil NEIN, wenns die AfD ist, geh bitte nicht wählen, dann bleib zu Hause und mach dir eine schöne große Tasse Zyankali warm.

Hier wird Geschichte gemacht, und ihr seid dabei!

7. Mai 2019

Nee, das ist nicht mal ein Wortwitz da oben, ich fange keinen neuen interaktiven Roman an oder sowas, sondern es ist nur eine freundliche Vielleicht-Übertreibung.

Denn es passieren wirklich spannende Dinge, und mich interessiert eure Meinung dazu. Von allen beiden, die noch mitlesen, oder so.

Seid ihr dabei?

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Wenn Autowerkstätten wie *ismus-Diskussionen funktionieren würden

4. Mai 2019

Kundin: „Hallo guten Tag, Ihre Mitarbeiterin hat gerade mein Auto repariert!“

Werkstattinhaberin: „Jawoll!“

Kundin: „Danke!“

Werkstattinhaberin: „Sonst noch was?“

Kundin: „Ja schon, also, mir ist aufgefallen, dass jetzt die Bremsen nicht mehr gehen.“

Werkstattinhaberin: „Oh, also dazu muss ich Ihnen sagen, dass ich Gundula persönlich kenne, und ich weiß, dass sie eine ausgezeichnete Mechanikerin ist! Ich glaube nicht, dass sie so einen Fehler machen würde.“

Kundin: „Ja gut. Aber die Bremsen gehen halt nicht mehr. Das ist gefährlich.“

Werkstattinhaberin: „Na, nun hören Sie mal. Gundula hat extra ihr Auto repariert. Ich hab das gesehen. Sie repariert viele Autos, jeden Tag. Und jetzt kommen Sie hier an und sagen, sie hätte Ihr Auto kaputt gemacht? Das ist doch echt verkehrte Welt, finden Sie nicht selbst auch?“

Kundin: „Das mag alles sein, aber das ändert ja nichts daran, dass meine Bremsen nicht funktionieren, und ich würde schon gerne bremsen können. Ich finde das wichtig.“

Werkstattinhaberin: „Nun regen Sie sich bitte nicht so auf. Ich verstehe ja, dass Sie wütend sind, aber ich bin ganz sicher, dass Gundula zu keiner Zeit die Absicht hatte, Sie zu beleidigen. Es ist unsere Politik, alle unsere Kundinnen fair zu behandeln, und wir sind da sehr konsequent.“

Kundin: „Das ist mir echt zu blöd hier MEINE BREMSEN FUNKTIONIEREN NICHT! Und ich erwarte jetzt, dass Sie sich darum kümmern, verflixt noch mal, ich hab immerhin für die Reparatur bezahlt!“

Werkstattinhaberin: „Es gibt wirklich keinen Grund, so ausfallend zu werden! Wir haben uns doch sogar schon entschuldigt.“

Anderer Kunde 1: „Ich hab hier übrigens auch mein Auto reparieren lassen, erst letzte Woche, und es war alles in Ordnung.“

Anderer Kunde 2: „Ja, bei mir auch. Gundula ist echt nett, finde ich. Was hat sie Ihnen denn getan, dass Sie so wütend auf sie sind?“

„SIE HAT MEINE BREMSEN KAPUTTGEMACHT!“

Anderer Kunde 2 zu Werkstattinhaberin: „Boah, wissen Sie, das muss echt ein harter Job sein, mit solchen Leuten. Ich bewundere Sie ja für Ihre Geduld. Dass Sie da noch höflich bleiben können, Respekt!“

Anderer Kunde 3: „Boah aber echt. So ein Schwachsinn, was diese dumme untervögelte Schlampe da erzählt!“

Kundin: „Das ist doch jetzt alles nicht Ihr Ernst, ich will doch bloß funktionierende Bremsen, sehen Sie das echt nicht ein? Warum muss ich mich denn dafür beschimpfen lassen?“

Anderer Kunde 3: „Wissen Sie, diese Scheiß-Empörungskultur geht mir echt SO auf den Sack! Warum gehen Sie nicht einfach zurück in Ihre kuschelige Bubble und lassen die Leute hier in Ruhe? Die haben zu tun, wissen Sie? Im Gegensatz zu gewissen anderen Leuten müssen die nämlich arbeiten, um Geld zu verdienen!“

Kundin zu Werkstattinhaberin: „Und Sie finden das okay, wie die mit mir reden?“

Werkstattinhaberin: „Was hab ich denn damit zu tun?“

Kundin *genervt ab*

Philosophin, die zufällig mitgehört hat: „Ich versteh sowas nicht. Es gibt so viel Krieg und Leid auf der Welt, und so viele Leute, die absichtlich Sachen kaputt machen. Warum müssen Leute, die eigentlich auf derselben Seite stehen, sich wegen sowas gegenseitig zerfleischen??“

jetzt.de am nächsten Tag: „Fanatische Autogegnerin beschimpft Werkstattmitarbeiterin – so cool lassen die Inhaberin und die anderen Kunden sie abblitzen“

6vor9: „Die Empörungsultur frisst ihre Kinder (Sueddeutsche.de, Heribert Prantl): Die Süddeutsche Zeitung erläutert ausführlich, wie es zu den völlig überzogenen Ausfällen gegen eine Mitarbeiterin einer Autowerkstatt gekommen ist, die im Netz so hohe Wellen schlugen, dass sogar der Regierungssprecher dazu einen Tweet verfasste, und warum niemand mehr sicher vor der Hydra der Political Correctness“

uebermedien.de: „Eine frustrierte und wütende Kundin tritt einen Shitstorm gegen eine einfache Automechanikerin los. Warum muss so etwas immer sein? Unsere Autorin analysiert, warum Kostenloskultur, Anspruchsdenken und Wir-gegen-die-Haltungen die Empörungsspirale immer steiler eskalieren lassen.“