Lyrimo 22: November Limerick

22. November 2019

Nuff said:

Are you looking for a lad in November?
Not a permanent one, just a temper?
You don’t care if he’s clean,
if you know what I mean,
as long as he’s got a big member.


Lyrimo 21: Morgengelb

21. November 2019

Zuversicht, Licht, Freude, Freundlichkeit schlägt lyrimo vor. Mal gucken, was mir zum Thema Morgengelb einfällt.

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Lyrimo 20: laut/leise

20. November 2019

Laut/leise war der heutige Impuls, und ich hab gedacht, nachdem es zuletzt hier ja eher albern und ein bisschen doof war, hol ich jetzt mal den Schmalzbottich aus dem Kühlschrank und mach zur Abwechslung ernst und doof.

Bittesehr:

 

 

Auch wer schreit, hat manchmal recht,

und wer flüstert, lügt nicht immer.

Wer andere beschimpfen möcht,

machs mal besser, manchmal schlimmer.

 

Das Leben ist zu kompliziert

Manch kluger Spruch zu kurz gedacht.

Auch wer die Contenance verliert,

Kann Wahrheit sprechen gegen Macht.

 

Der Ton macht manchmal die Musik,

Doch wer Ton über Inhalt stellt,

Macht Schritt für Schritt den Schritt zurück,

In eine ungerechte Welt.

 

Wer Höflichkeit von Not erwartet,

zeigt ungechecktes Privileg,

Denkt nur kurz nach, bevor ihr ratet,

Wer besser fährt auf welchem Weg:

 

Wer verlangt Höflichkeit und Ruhe,

Wer will Frieden und Geduld?

Wer braucht gemächliches Getue,

Wer predigt Respekt vom Pult?

 

Wer braucht Lärm, und oft Gewalt,

Weil die Mächtigen nicht hören,

Wer kann sich leisten, eiseskalt,

sich an dem Unrecht nicht zu stören?

 

Seid laut! Seid wütend! Seid empört!

Beachtet nicht den bösen Spott,

derer, die das Lärmen stört,

die Ehrfurcht fordern, seis vor Gott,

 

Vor Kaiser oder Tradition,

Missachtet ihre Etikette.

Musik gibt es in jedem Ton,

Macht laute, gute, nicht nur nette!


Ein unwürdiges Schauspiel

20. November 2019

Ich kritisiere hier hoffentlich oft genug, wie unkritisch deutsche Medien rechtem Gelaber Raum geben und es hofieren, gerade gestern zuletzt, um nicht verdächtigt zu werden, mir davon mehr zu wünschen.

Im Gegenteil: Ich finde, Journalist*innen können und sollen rechten Dreck als solchen benennen und müssen keineswegs so tun, als wäre Trump ein ganz normaler Politiker – wobei ich fürchte, dass er das irgendwie ist, aber die Diskussion will ich heute nicht unbedingt führen, lassen wirs also dahinstehen.

Aber ich finde auch, Journalist*innen können die Kritik an und die Distanz zu Leuten wie Trump ja auf vernünftige, anständige Art zum Ausdruck bringen statt so, wie Marc Pitzke das zum Beispiel hier im Spiegel gerade gemacht hat.

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Lyrimo 19: Puzzle

19. November 2019

Auf Puzzle reimt sich auch wieder nix, aber irgendwas fällt mir dazu bestimmt ein.

Zum Beispiel das:

Wir müssen jeden Tag entscheiden,

und kennen niemals alle Teile.

Wir machen Freude und auch Leiden.

Oder wir zögern eine Weile.

Wir wissen niemals, was wir tun,

Wir raten gut, und raten schlecht,

Wie das berühmte blinde Huhn

Haben wir manchmal sogar Recht.

Wir raten das und raten dies,

Ihr ahnt, was kommt, weils kommen muss:

Das ganze Leben ist ein Quiz,

Und wenn die Werbung kommt, ist Schluss.

 

Kauft alles von überschaubare Relevanz!


Botho Strauß fehlt das Schöne

19. November 2019

Mir ist ein Interview mit einem Philosophen zugeworfen worden, und da sag ich natürlich nicht nein.

Ich kannte Byung-Chul Han bisher nicht, aber jetzt kann ich euch über ihn sagen, dass er Interviews offenbar meidet, wenn auch nicht besonders erfolgreich, dass er zu diesem mit der Zeit per Fahrrad gekommen ist und eine Cola bestellt hat. Außerdem, dass er über das Schöne schreibt, weil er gelesen hat, dass Botho Strauß findet, dass das fehlt. Und falls ihr euch jetzt fragt, was das überhaupt heißt, „das Schöne“, dann hat Byung-Chul Han als gestandener Philosoph da natürlich eine Antwort für euch:

Ich nehme einen Zusammenhang wahr zwischen verschiedenen Dingen, die heute stattfinden oder die heute beliebt sind. Zum Beispiel Brazilian Waxing, die Skulpturen von Jeff Koons und das iPhone.

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Lyrimo 18: ringelnatzig

18. November 2019

was Herr Ringelnatz kann können wir auch; schreibt eine Ode an einen Alltagsgegenstand wer Marc, gerne im Stil von „der Briefmark“

So ganz sicher bin ich ich nicht, wie genau der heutige Impuls gemeint ist, denn „der Briefmark“ ist potentiell vieles, aber mal ganz sicher keine Ode an einen Alltagsgegenstand. Und außerdem noch unerfreulich hetero- und cis-normativ, ne? Aber es ist ja auch nicht so, dass bedingungslose Treue gegenüber der Vorgabe bisher hier alles beherrscht hätte, deswegen ficht mich das nicht an.

Ich muss es ja nur besser machen.

Big Spender

Mein Schreibtischklebststreifspender

verbindet harmonisch die Ränder

von jedem Papier

Und manchmal auch mir

Verklebt er die Finger

Und andere Dinger.

Ich liebe ihn sehr,

sogar jeden Tag mehr

Und gleich morgen früh wieder sage ich:

Hey, big Spender! Spend ein Klebeband für mich!


Lyrimo 17: Ich sehe was, was du nicht siehst

17. November 2019

Der heutige Lyrimo-Impuls lautet „ich sehe was, was du nicht siehst, und ich habe ihn zum Anlass genommen für eine pyschoanalytische Fallstudie darüber, woher die Unterschiede zwischen Menschen kommen, und wie, so wichtig Kooperation und Toleranz auch sein mögen, es irgendwo eine Grenze dafür gibt, was wir an Unterschiedlichkeit noch akzeptieren können, und was nicht. Bittesehr:

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Lyrimo 16: Erasure

16. November 2019

Ja. Bin ich auch nicht stolz drauf. Ist halt wieder nur Quatsch rausgekommen:

Der Schtengel

Du bist der Vogel, dessen Namen
ist wie ein Schatten in dein Samen, –
du bist a Bild, aber in Ramen
soß ergießt in das Lab Amen.

Du huhn hobst mich aus finsternissen
und wolltest mich wie Draperien
von Wundern und von Menschen dissen
die flammend sich in deinem Bliehn

wann nennst du einmal letzte Tage
noch immer Glanz auf deinem lage?


Lyrimo 15: Vorfreude

15. November 2019

Vorfreude ist die schönste Freude,

sagt man, und ich denk dabei:

Die das sagen, sind so Leute,

die nicht viel verstehen von Freu

de. Ist Vorfreude nicht fürwahr

eigentlich das Gegenteil

von Freude, frage ich mich da.

Ich find Vorfreude nicht so geil.

 

Vorfreude ist die schönste Freude,

sagt man, und ich denke mir,

so wie ich die Sache deute,

wenn ihr das sagt, na, dann irrt ihr

euch. Vorfreude ist Enttäuschung bloß

Vorfreude ist, was man nicht hat,

Ist die Vorfreude richtig groß,

hab ich sie sogleich schon satt.

 

Vorfreude ist doch Unsinn, Leute,

Ihr redet euch das ein, doch ach,

so wenig, wie ich mich vorfreute,

freue ich mich später nach.

Was weg ist, ist nun einmal weg,

was noch nicht da ist, ist nicht da,

Vorfreude hat echt keinen Zweck,

für mich ist das völlig klar.