Das Absolute liegt uns nicht

30. Dezember 2012

Ich will ja nicht gerne einseitig sein und freue mich deshalb über jede Gelegenheit, Religionskritik zu kritisieren. Leider ergibt sich dafür selten mal eine lohnende Gelegenheit, und deshalb habe ich den Text „Die falsche Rückkehr zur Religion“ von Tanja Dückers auf Zeit.de mit umso größerer Begeisterung gelesen. Er beginnt auch gleich mit einem ganz kryptischen Teaser:

Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.

Die ersten beiden Sätze sind Behauptungen, die natürlich auch im Folgenden nicht irgendwie begründet oder belegt oder auch nur näher erläutert werden, etwa durch einen Hinweis darauf, wo es wieder schick ist, und wie genau es sich äußert, oder wer Agnostikern jedwede Moral abspricht. Der dritte Satz … äh … Wie jetzt? Die Agnostiker sind die wahrhaft Gläubigen? Und die religiösen Menschen sind es nicht? Zunächst vermutete ich, dass dabei nicht mehr rauskommen kann als eine lustige Runde „Lasst uns Wörter umdefinieren und dann über die Ergebnisse staunen!“, doch sogar mit dieser Vermutung wurde ich enttäuscht, denn es kommt noch weniger dabei raus, nämlich überhaupt nichts. Diese These wird im weiteren Text nicht mehr erwähnt. Tja.

Stattdessen folgt eine Einleitung, die Beispiele von Prominenten aufzählt, die sich öffentlich zu einer Religion bekennen, nebst der Behauptung, dass es mehr seien als früher. Naja, keine Ahnung.

[Es] wird Agnostikern und Atheisten im öffentlichen Diskurs  nicht vorhandenes Wertebewusstsein und ein technokratisch-inhumanes Denken unterstellt.

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