Nils Minkmar hat mich auf Twitter blockiert

10. März 2019

Und ich habe ihn einmal hier im Blog beiläufig gedisst. Trotzdem neige ich intuitiv immer noch dazu, ihn irgendwie für jemand Gutes zu halten, weil Stefan Niggemeier sich irgendwann mal sehr bewundernd über ihn geäußert hat. Das ist nicht rational gerechtfertigt, deshalb bin ich froh, dass er hart daran arbeitet, dieses Vorurteil zu beseitigen. So beeindruckend wie jetzt gerade auf spiegel punkt de eh habe ich ihn aber noch nie die Rolle des ahnungslosen Alten Weißen Mannes spielen sehen, und weil das so beeindruckend war, möchte ich euch daran teilhaben lassen.

Dieser Hase ist kein Skandal

ist die gewagte These, die er offenbar zu verteidigen gedenkt, und falls Leute sich nicht so für Hasen begeistern können, legt er gleich mit 1 paar ziemlich radikalisierenden Inhalten los. Er leitet das ein mit dem üblichen vagen Geschwafel, in diesem Fall darüber, dass Deutschland groß ist und einen Diskurs braucht, der aber harmlos sein muss, weil niemand was riskieren will (Ernsthaft?? Er hat den Eindruck, dass der öffentliche Diskurs derzeit komplett harmlos ist, weil niemand was riskiert?). Das kulminiert so:

Man regt sich kurz und heftig über ein Thema auf, dessen Irrelevanz nicht bezweifelt werden kann.

Und Themen, deren Irrelevanz nicht bezweifelt werden kann, was ist das wohl für Herrn Minkmar, unser heutiges Beispielexemplar des ahnungslosen Alten Weißen Mannes?

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Utopischer Hot Take, der aber gegen die Richtigen geht [Alternativtitel: Fuck you, Ray Bradbury!]

6. März 2019
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Symbolbild

Was ist der Alte Weiße Mann vor allem? Genau, ein Spießer. Ein kulturpessimistischer Normie-Besserwisser, der glaubt, dass die Welt vor die Hunde geht, weil niemand auf ihn hört.

Was will der Alte Weiße Mann auf keinen Fall sein? Genau, ein Spießer.

Der Alte Weiße Mann fühlt sich nämlich sehr nicht als Spießer. Er fühlt sich gar nicht alt und grantig und nölig. Der Alter Weiße Mann fühlt sich sehr jung und sexy und clever und sogar rebellisch, was ein bisschen lustig ist, weil er komplett den Mainstream dominiert.

Deshalb liebt der Alte Weiße Mann solche Bücher wie Fahrenheit 451. Denn wenn der Alte Weiße Mann Fahrenheit 451 liest, dann kann er alles haben. Dann kann er richtig schön nölig kulturpessimistisch sein, und drüber schimpfen, dass niemand mehr liest und alle nur noch auf ihren Handys rumdrücken und gar nicht mehr rausgehen und Fußball spielen oder noch besser: dem Alten Weißen Mann zuhören, wenn er ihnen erzählt, dass sie rausgehen und Fußball spielen sollen, oder halt Bücher lesen, vorzugsweise die, die Alte Weiße Mann selbst darüber geschrieben hat, wie wichtig es ist, Bücher zu lesen, die der Alte Weiße Mann darüber geschrieben ihr merkt schon, worauf ich hinaus will.

Und dann kann er sich trotzdem wie ein verruchter sexy cooler total krass unangepasster Rebell fühlen, denn er macht das ja: Er liest Bücher. Er hat eine Bibel, und er findet sie irgendwie wichtig. Er findet all diese alten Schinken wichtig und meint, dass man sie unbedingt gelesen haben sollte, all diese Bücher, die in der Schule alle zu lesen gezwungen werden, weshalb es nicht so leicht ist, sich krass unangepasst und rebellisch zu fühlen, wenn man findet, alle sollten diese Bücher lesen.

Fahrenheit 451 macht es aber möglich, denn Fahrenheit 451 gibt dem Alten Weißen Mann die Welt, von der er träumt, in der er ein Rebell ist, ein Held, der Protagonist, die Hauptperson, das einzige, was zählt, und der einzige, der es verstanden hat.

Oder was meint ihr?