Endlich gute Regeln

2. Juli 2010

Hui, das ging schnell. Da ist Herr Wulff gerade erst vereidigt worden, und schon fängt er an, seiner Arbeit nachzugehen: Er redet irgendwelchen naiven Blödsinn, der nett klingt, den man aber nicht ernst nehmen kann und bemüht sich, möglichst nicht unangenehm aufzufallen.

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(Über den Zusatz „so wahr mir Gott helfe“ zum Amtseid könnte ich jetzt auch schon wieder ein paar Worte verlieren, weil ich es normalerweise irgendwie besorgniserregend finde, wenn Leute in sehr einflussreichen Positionen sich bei ihrer Inauguration auf die Unterstützung ihres unsichtbaren Skydaddys berufen, aber Herr Wulff übernimmt ja keine solche Position, deswegen spare ich mir das. Amtseid. So ein Blödsinn.)

Bei der Gelegenheit wies er dann auch gleich darauf hin, dass man „den Finanzmärkten endlich gute Regeln […] geben“ müsse, um „die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen“.

Ähm.

Herr Wulff, die Regeln, um die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen, gibt es schon lange. Man kann sie pauschal als marktwirtschaftliches System bezeichnen, und sie haben sich ziemlich hervorragend bewährt, aber – und das ist wichtig, passen Sie jetzt bitte gut auf – sie funktionieren nur, wenn Staaten nicht anfangen, die Verursacher der Bankenkrise mit Steuergeldern zu bewerfen. Und wenn Staaten nicht permanent an den marktwirtschaftlichen Regeln herumpfuschen, zum Beispiel, indem sie schwachsinnige Verbote bestimmter Geschäfte beschließen, weil die ihnen gerade politisch nicht in den Kram passen.

Aber machen Sie sich nichts draus, wenn Sie sich darum noch nicht so viele Gedanken gemacht haben. Es spielt ja eh keine Rolle, was Sie so erzählen.

Herr Wulff, ich wünsche Ihnen viel Erfolg in ihrem Amt. Mögen Mary Poppins und Optimus Prime Ihnen nach Kräften beistehen. Wobei auch immer.