Hier wird Geschichte gemacht, und ihr seid dabei!

7. Mai 2019

Nee, das ist nicht mal ein Wortwitz da oben, ich fange keinen neuen interaktiven Roman an oder sowas, sondern es ist nur eine freundliche Vielleicht-Übertreibung.

Denn es passieren wirklich spannende Dinge, und mich interessiert eure Meinung dazu. Von allen beiden, die noch mitlesen, oder so.

Seid ihr dabei?

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Restebloggen (90)

13. April 2013
  1. Bekanntlich haben ja auch andere Länder ihre Bild-Zeitung.
  2. Ich habe so gelacht: Wie Tiere essen. Ja, ich bin manchmal ein bisschen kindisch. Wisst ihr doch.
  3. Talk or talk not. There is no spoil. Ich kann das Gejammer echt nicht mehr hören. Um Himmels Willen, wenn ich um keinen Preis etwas über den Plot eines Films erfahren will, dann wäre es vielleicht eine naheliegende Idee, mir keinen ver%(/%&§&/ vierstündigen Podcast drüber anzuhören, und wenn ich vier Stunde lang über einen Film reden will, dann wäre es doch schon naheliegend, auch wirklich was über den Plot zu sagen, statt sich dann aus Hilflosigkeit in „Naja, ich will das jetzt nicht spoilern, aber wer ihn gesehen hat, weiß, was ich meine, ich sag mal Stichwort Bierdose, hm, haha, das war geil, oder?“ zu flüchten. Diese Spoiler-Nörgler kommen alle in die Hölle. Alle.
  4. Verflixt noch mal, wenn ich nicht aufpasse, dann haben GRR Martin und seine Fans mich irgendwann so weit, dass ich A Song of Ice and Fire nicht mehr mag. Das wäre traurig.
  5. Endlich sagt es mal einer. Der Kleine Prinz ist Mist.
  6. Hat er ganz gut hinbekommen, oder?  
    Und Bonuspunkt für den Tumblr-Titel [DzumLzumIzumRzumIzumUzumM]
  7. Erst dachte ich ja, Jen wäre unnötig gemein zu ihrem Fan, als er schrieb

    Can I just say I’m a new fan of your Programs; I stumbled upon your videos on YouTube (linked from Richard Dawkins/atheism and the bible is wrong). I completely agree with the logic you speak about, especially Matt Dillahunty, and began following your programs into the early hours of the morning. Great stuff and I continued to agree, even speaking out loud with agreement to my computer (Oh I must get a life)

    und sie kommentierte:

    Indeed.

    Und sogar als es dann mit seinem eigentlichen Anliegen losging, fand ich ihn zunächst zumindest noch erträglich, wenn er auch natürlich Unrecht hat

    As I have already stated I do agree that Gay people should have the right to marry, I have no problem with that, but when I consider adoption of a child I find the same logic and moral compass that agrees with gay marry, is now at odds with adoption; and here’s why:

    Aber später wird dann schon sehr offensichtlich, dass man mit dem nicht vernünftig reden kann.

    And finally ask yourself this, and you need to be honest. Picture your own parents, would you like them to have been the same sex? If you feel you are answering this question honestly, you’ll probably have said no, so why would you think an adopted child should be ok with this?

    Immer wieder erschütternd.


Ja, äh, hm, also, ich weiß nicht.

31. Juli 2012

Ich würde euch heute gerne mal benutzen, um meine Reaktion auf eine bestimmte Meldung zu kalibrieren.

Gerade fand ich auf der Facebook-Seite der für gewöhnlich eminent vernünftigen und immer sehenswerten Atheist Experience einen Post über einen Ventriloquisten, der in einem christlichen Fernsehprogramm mit seiner Puppe auftrat, und der verhaftet wurde wegen des Verdachtes, dass er ein Kind missbrauchen wollte. Genauer: Er hat offenbar mit jemand anderem via Internet darüber gesprochen, einen bestimmten Jungen zu töten und zu essen.

In dem Post von Atheist Experience steht über den Fernsehsender

 they STILL HAVE THIS DEVIANT’S SHOW ON THEIR SCHEDULE.

und zu dem Bericht oben wird hingeleitet mit den Worten:

If you have a strong stomach, go here to wade through the sewer of Ronald’s sick little mind

In den Kommentaren zu diesem Post befinden sich unwidersprochen viele Kommentare wie diese:

If my partner knew of someone thinking that way of our kids he’d kill him.

Anyway if Jesus would totally forgive this guy for wanting to eat children, I just gotta say, fuck that Jesus guy.

 the things I WOULD do to him alone in a room..pliars..blow torch..and gasoline. people make me sick!

Holy Sh**!!! What a monster… what a bunch of idiots at the network… WHAT THE F***???

This is abhorable and just plain disgusting and disturbing on every level. If it were my call, life imprisonment at best. If it comes out he did anything to a child, he gets the chair. no question about it.

und das finde ich schon nicht so ganz unproblematisch. Ich meine, klar, sobald man irgendwo im Internet was über Pädophilie schreibt, bekommt man solche Kommentare, das ist nicht überraschend, aber man muss sie ja nicht stehen lassen.

Das ist der Punkt, an dem ich euch gerne zum Kalibrieren hätte. Ich sage euch jetzt mal, wo mein Problem ist, und dann könnt ihr mir sagen, ob ihr das eher so seht wie ich, oder eher nicht so.

Erstens finde ich es immer problematisch, wenn Leute sich so leidenschaftlich dafür aussprechen, andere Leute zu foltern und zu töten, und sie als Monster bezeichnen. Es ist unter manchen Umständen eine verständliche Reaktion, aber es ist trotzdem immer falsch. Wir haben aus guten Gründen aufgehört, Kriminelle zu foltern und zu entmenschlichen, und gerade einer Oase der Aufklärung wie der Atheist Experience stünde es gut zu Gesicht, sich für diese richtige Entscheidung stark zu machen und Idioten wie die oben von mir zitierten auf diese Gründe hinzuweisen.

Zweitens, und das ist in mehrerer Hinsicht problematisch, ich weiß, aber trotzdem: Er hat niemandem etwas getan. Ich will damit nicht sagen, dass man ihn deshalb zwangsläufig vollständig verschonen sollte. Ich kann auch nicht beurteilen, wie ernsthaft diese Pläne sind, über die er mit dem anderen gesprochen hat. Vielleicht weiß die Polizei Dinge, die nicht in diesem Artikel stehen. Aber die Kommentatoren können das auch nicht beurteilen, und wissen das auch nicht, genauso wenig wie Martin (der Moderator) selbst. Es geht hier um einen Mann, der offenbar recht unerfreuliche Phantasien hat, aber nach allem, was wir wissen, sein ganzes Leben lang noch nie danach gehandelt hat. Soweit wir wissen, hat er noch nie einem Kind weh getan, oder sonst einem Menschen. Ich schrieb es schon einmal: Ein Mensch kann nichts dafür, wenn er gerne Sex mit Kindern möchte. Wir suchen uns unsere sexuellen Vorlieben alle nicht aus. Wir können nicht entscheiden, was wir wollen. Unsere Kontrolle beschränkt sich darauf, was wir tun. Und getan hat er in meinen Augen bisher nichts, wofür ich ihm einen Vorwurf machen würde. Er hat mit anderen über seine sexuellen Vorlieben gesprochen, und er hat sich offenbar pornografisches Material verschafft, das seinen Vorlieben entspricht. Natürlich ist Kinderpornografie etwas Furchtbares, und die Menschen, die sie erzeugen, sind Verbrecher und gehören bestraft. Aber auch das hat er nicht getan.

Alles, was dieser Bericht hergibt, ist, dass dieser Mann offenbar sehr bedenkliche Fantasien hat, und eine sehr gefährliche Neigung. Vielleicht so bedenklich und so gefährlich, dass er professionelle Betreuung braucht. Und wenn er tatsächlich ernsthaft geplant hat, diesen Jungen zu töten (Was er danach noch alles mit ihm vorhatte, halte ich moralisch für unerheblich.), dann ist das selbstverständlich auch eine Straftat, für die er sich verantworten muss. Aber das wissen wir noch nicht. Genauso, wie wir nicht wissen, ob dieser eine Kommentator wirklich plant, ihn mit Zange, Benzin und Schweißbrenner zu foltern, oder ob das nur eine relativ harmlose Fantasie ist, mit der er sich abreagiert.

Und mindestens solange, wie wir das nicht wissen, sollten wir uns ein bisschen zurückhalten mit dem „Verbrennt ihn!“-Geschrei.

Ach so, und einen besonderen Platz in meinem Herzen haben so Leute wie dieser Kommentator, der eigentlich erst sehr vernünftig darauf hinweist, dass ja offenbar noch niemandem ein Schaden entstanden ist und wir abwarten müssen, dann aber schließt mit:

If he goes to prison, he’s not going to be treated nicely by his „neighbors“ 😉

Und ich würde ihm vielleicht sogar im Zweifel noch zugestehen, dass er damit nur Tatsachen wiedergeben wollte, aber dieser Smiley dahinter lässt das doch eher unplausibel erscheinen. Wir finden diesen Gedanken oft genug auch anderswo, in Filmen zum Beispiel, und er scheint mit der Realität zu korrelieren:

Die USA haben in ihren Justizvollzugsanstalten offenbar ein Problem, die hohe Zahl an Vergewaltigungen in den Griff zu bekommen. Und nicht nur in geschmacklosen Kommentaren, sondern oft genug auch in Filmen und Literatur wird uns diese traurige Tatsache oft als gute Nachricht präsentiert.

Ich denke, ich werde demnächst sowieso noch mal einen Beitrag über unser Strafrecht und unser Vollzugssystem schreiben, aber das schon mal vorab, weil es gerade so gut passt: Diese Einstellung macht mich krank. Wer es für eine gute Sache hält, dass Menschen in Gefängnissen vergewaltigt werden, wer es ihnen wünscht, und wer öffentlich darauf hinweist, um andere darüber hinwegzutrösten, dass unsere Strafen angeblich nicht hart genug für bestimmte Taten sind, der gehört geohrfeigt hat nicht verstanden, was der Zweck eines Rechtsstaates ist, was der Zweck eines rationalen aufgeklärten Strafrechts sein sollte, und der ist ethisch offenbar über „Zahn um Zahn“ noch nicht hinaus gekommen.

Aber kehren wir zum Abschluss kurz noch mal zum Thema zurück: Der eine oder andere mag sich fragen, warum ich hier einen pädophilen (mutmaßlichen) Straftäter verteidige, obwohl doch der Schutz unserer Kinder viel wichtiger ist. (Naja. Eigentlich hoffe ich, dass meine Leser klug genug sind, um meine Hoffnung zu rechtfertigen, dass sich tatsächlich nur die eine das fragt, aber wer weiß sowas schon vorher genau?) Die Frage will ich gerne noch beantworten: Ich glaube nicht, dass wir Kinder schützen, indem wir Pädophile dämonisieren, hassen und aus unserer Gesellschaft ausgrenzen. Denn dadurch zwingen wir sie, sich verborgen zu halten, und bestrafen sie dafür, mit anderen über ihr Problem zu reden und sich bei Bedarf die Hilfe zu verschaffen, die sie brauchen, um mit ihrer furchtbaren Neigung zu leben, ohne ihr nachzugeben. Und ich halte es für einen wesentlich besseren Schutz für Kinder, Pädophilen diese Hilfe und Unterstützung zu geben und sie in unsere Gesellschaft zu integrieren. Das gilt sogar für diejenigen unter ihnen, die bereits auf die eine oder andere Weise straffällig geworden sind, denn was ist eine Gesellschaft wert, die in dem Versuch, ihre Kinder zu schützen, den Rechtsstaat und letztlich ihre Menschlichkeit preisgibt?


Alienate ALL the readers!

1. Mai 2012

Hier gibt es mal wieder nichts zu sehen. Bitte gehen Sie weiter. (Vielleicht sollte ich eine eigene Unterseite aufmachen für Artikel, die niemand lesen soll. Was meint ihr?)

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Die andere Sorte Atheisten

17. Oktober 2011

Vor ein paar Tagen schrieb Florian Freistetter, dass Religion und Wissenschaft nicht zusammenpassen, und er hat natürlich Recht.

In den Kommentaren zu seinem Artikel ist mir nicht zum ersten Mal aufgefallen, was mir unter solchen Artikeln oft nicht zum ersten Mal auffällt: Es ärgern sich Leute darüber, dass der Autor nur auf die naive, simple, dumme, fundamentalistische Art von Religion eingeht und sich überhaupt nicht mit den modernen, aufgeklärten, differenzierten und anspruchsvollen Argumenten für Glauben auseinandersetzt. Wenn man diese Kommentatoren dann fragt, welche Argumente sie meinen, verlinken sie in der Regel auf einen Artikel, in dem jemand ungefähr sowas sagt:

„Natürlich ist Gott kein alter Mann mit langem Bart und weißer Robe. Er ist vielleicht überhaupt kein Individuum in dem Sinne, wie wir dieses Wort verstehen. Gott ist nicht jemand oder etwas, er ist ein allem zugrundeliegendes Prinzip, er ist die Quelle der Naturgesetze, die Grundlage der Logik. Er ist natürlich nicht messbar, und er wirkt keine Wunder. Die Bibel ist nicht wörtlich zu verstehen, sondern nur eine gleichnishafte Schilderung einer Idee von Gott…“ [Nur ein fiktives Zitat]

Ich habe mich hier in meinem Beispiel mit den Fremdworten und komplexer Philosophie noch sehr zurückgehalten. Typischerweise kommen solche Artikel nicht ohne Verweise auf Kant, Hegel, Feuerbach, Marx,  und natürlich Habermas aus und streuen als Würze noch ein paar „Transzendenz“, „Immanenz“ und vielleicht noch ein bisschen Postmaterialistischen Säkularismus ein, oder sowas.

Deswegen klingt diese Art der Argumentation in der Tat erst einmal sehr aufgeklärt, differenziert, anspruchsvoll und beinahe wissenschaftlich. Wenn man sie nicht versteht. In Wahrheit ist da überhaupt nichts Anspruchsvolles. Da ist nur das Gottesbild, über das ich mich in meinem Marioismus-Post schon lustig gemacht habe. Und wer dieses Gottesbild vertritt, kann nach meiner Wahrnehmung nur einer von zwei Kategorien entstammen. Bei Unsicherheit, um welche es sich handelt, kann man einfach fragen, wie man eigentlich von einem nichtpersönlichen, transzendenten, nicht handelnden allem zugrundeliegenden Prinzip zu „Du sollst nicht töten“ kommt, oder einer beliebigen anderen ethischen Regel, oder überhaupt zu irgendwas.

Versucht unser Gesprächspartner tatsächlich, eine Antwort zu geben, ist er ein Heuchler, der mit all diesen nebeligen Worten nur seinen Gott und dessen Homophobie (zum Beispiel) schön reden will.

Gibt er unumwunden zu, dass das nicht geht und die Existenz (oder vielmehr: Herbeidefinition) seines Gottes keinerlei Konsequenzen für irgendwas oder irgendwen hat, dann ist er ein Atheist, der sich so tief in sein zusammenfabuliertes Weltbild hineingeschraubt hat, dass er noch nicht bemerkt hat, dass er schon wieder auf der anderen Seite herausgefallen ist.

(ab 01:30 beginnt der Hauptteil für die Eiligen)

Faustregel: Wenn du in deine religiöse Argumentation anstelle von „Gott“ genausogut „Skippy das Känguruh“, „Chuck Norris“ oder „Care Bears“ einsetzen kannst, ohne dass sich irgendwas ändert, solltest du sie noch mal überdenken.