Restebloggen aus dem Urlaub (67)

28. April 2011
  1. Mir ist gestern etwas klar geworden. Ich bin nicht direkt stolz darauf. Eigentlich ist es mir sogar ziemlich unangenehm. Ich befürchte, dass ich euren Respekt damit aufs Spiel setze, und meine Nerd-Cred sowieso. Aber was soll man machen? Man ist halt Blogger. Hier ist also eine neue unerfreuliche Wahrheit über mich: Ich kann Douglas Adams nicht ausstehen. The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy habe ich, mutmaßlich getragen vom Hype und hohen Erwartungen, überstanden, aber The Restaurant at the End of the Universe habe ich heute nach ziemlich genau der Hälfte endgültig weggelegt, und ich fühle mich echt gut dabei. Es ist schwer, in knappe Worte zu fassen, was mir an ihm so auf den Geist geht, aber wenn ich es versuchen müsste, würde ich es wohl mit der Vorhersehbarkeit seiner Skurrilität, der scheinbaren Tiefe seiner Spaßphilosophie erklären, und der Tatsache, dass er im Grunde nur einen einzigen Gag hat, den er leicht variiert endlos wiederholt.
  2. Serendipity nennt man das auf Englisch, wenn Ereignisse zufällig günstig zusammenfallen. Sie heute zwei Nachrichten, die in meinem Jesus.de-Newsletter direkt aufeinander folgen: Unser zukünftiger Vizekanzler und Vorsitzender der FDP Philipp Rösler spricht darüber, wie wichtig das Christentum und die Bibel für ihn als Wertebasis und so weiter sind, und gleich darunter steht, dass die römisch-katholische Kirche bei der Seligsprechung Karol Wojtylas den Pilgern eine Ampulle mit seinem Blut als heilige Reliquie präsentieren wird. Umm… Ja.
  3. Eine Urlaubsanekdote, die euch wahrscheinlich überhaupt nichts gibt, mir aber so viel Freude gemacht hat, dass ich sie trotzdem hier festhalten will: Ich hatte Koshi Mocha Choc als Dessert bestellt. Die Kellnerin serviert. „Koshi Mochucho…“ beginnt sie, verhaspelt sich hoffnungslos und bricht in lautes Gelächter aus. Sie stellt den Teller mit einem resigniert hilflosen Blick vor mich hin und geht, noch immer laut lachend.
  4. madove schreibt (in einem auch ansonsten lesenswerten Beitrag) die beste Begründung dafür, Kinder nicht zu mögen, die mir je untergekommen ist: „Sie erinnern mich an diese Monster, die mit mir in einer Klasse waren. Außerdem ist mir nie klar, was sie verstehen und was nicht, und sie halten sich nicht immer an Höflichkeitsregeln, was ich theoretisch völlig ok finde, mich aber in der Praxis zutiefst verunsichert.
  5. In einem der peinlicheren Moment US-amerikanischer Geschichte hat Barack Obama heute die Langversion seiner Geburtsurkunde vorgelegt, in der sicher vergeblichen (und mutmaßlich auch nur vorgeblichen) Absicht, die Birther-Bewegung und ihre Sympathisanten davon zu überzeugen, dass er in den USA geboren wurde. Ich finde, das eigentlich Albernste an dieser Diskussion ist die Tatsache, dass es überhaupt eine Rolle spielt, wo er geboren wurde. Warum darf jemand nicht Präsident werden, der die Mehrheit der Stimmen bekommt, aber aus Kamerun stammt?
  6. Jan Filter setzt sich mit dem österlichen Tanzverbot auseinander. Und mit dieser Erklärung Sonja Völkers, über die ich mich dermaßen aufregen könnte, dass ich es lieber nicht tue: „An mehr als 350 Tagen im Jahr darf nach Herzenslust getanzt und gefeiert werden. Es ist nicht zu viel verlangt, an wenigen Stillen Tagen aus Respekt vor der Religiosität einer Glaubensgemeinschaft darauf zu verzichten.
  7. You're a turtle.