Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt

13. Juni 2014

Frank Schirrmacher ist gestorben. Das ist, wie immer beim Tod eines Menschen, eine traurige Angelegenheit, und viele werden ihn sehr vermissen.

Ich eher nicht so.

Trotzdem werde ich es mir nach Kräften verkneifen, auf ihm herumzutrampeln, auch wenn das wenige, was ich von ihm gelesen habe, es mir nicht unbedingt erleichtert. Das soll aber jedenfalls heute nicht unser Thema sein. Ich kannte Frank Schirrmacher nicht und kann ihn deshalb nicht beurteilen, und habe nur zweieinhalb Artikel von ihm gelesen, und keines seiner Bücher. Und kann ihn deshalb nicht beurteilen. Ist rübergekommen, dass ich Frank Schirrmacher nicht beurteilen kann?

Was ich hingegen sehr wohl gelesen habe, und deshalb auch beurteilen kann (Echt jetzt. Ihr könnt mir vertrauen. Ich weiß, was ich beurteile.), sind ein paar Nachrufe auf Frank Schirrmacher, und ich finde, jemand sollte das tun, und warum nicht ich? Weil ich euch aber nicht mehr als nötig mit meiner Beckmesserei behelligen will, beginne ich erstmal mit einem davon, nämlich dem in der FAZ selbst, und dann schaumermal, ob Zugaben gefordert werden.

Vorweg: Es gibt da diesen Grundsatz „De mortuis nihil nisi bono“ [nicht], was so viel bedeutet wie dass über Tote niemand außer Bono reden sollte.

*Tusch*

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„What’s so funny about ‚Bono Vox‘?“

6. Januar 2010

Ich werde keine dummen Witze über seinen Namen oder sein Aussehen machen. Ich werde keine dummen Witze über seinen Namen oder sein Aussehen machen. Ich werde keine dummen Witze über seinen Namen oder sein Aussehen machen. Ich werde keine dummen Witze über seinen Namen oder sein Aussehen machen. Ich werde keine dummen Witze über seinen Namen oder sein Aussehen machen. Ich werde keine…

Oh, ihr seid schon da. Entschuldigung, äh… Also los:

[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=Bono&iid=7343648″ src=“2/5/b/9/VEVO_Launches_Destination_9ed6.jpg?adImageId=8799362&imageId=7343648″ width=“500″ height=“569″ /]

Bono Vox… *prustendes, japsendes, wieherndes Gelächter, bei dem die Tränen fließen und zeitweise der Atem stockt*

Puh… Tut mir Leid, Entschuldigung, ich fang mich gleich wieder… *kurzes Gekicher* Verzeihung… Gleich kann ich wieder ernst sein…

*nachdrückliches Räuspern* Also!

Bo- Naja, der Frontsänger von U2 hat in der New York Times geschrieben, dass er für die kommende Dekade stärkere Kontrollen im Internet für wahnsinnig wichtig hält. Er sieht die Provider in der Pflicht, gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen und ihre Kunden mehr zu überwachen. Dass so was problemlos möglich ist, sieht man seiner Meinung nach ganz klar an den edlen Bemühungen der USA im Kampf gegen Kinderpornografie und den unedlen Bemühungen Chinas, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Wir alle wissen ja, dass Kinderpornografie praktisch nicht mehr existiert und dass jedwede chinakritischen Äußerungen aus dem Netz getilgt wurden, nicht wahr? Und was für China gut ist, kann doch für eine freiheitlich orientierte Demokratie unmöglich schlecht sein.
Bo- *unterdrücktes Prusten* na, ihr wisst schon, wer, sagt, unter der Gratis-Mentalität im Internet leiden vor allem die Schöpfer kreativer Inhalte, und profitieren tun nur die reichen Internet-Service-Provider, deren Gewinne exakt die verlorenen Einnahmen des Musikgeschäfts spiegeln. Klar. Alles, was ich nicht für kopiergeschützte CDs ausgebe, zahle ich direkt an T-Online, AOL und CompuServe. Ihr nicht?

Ich würde dazu gerne noch mehr sagen, aber ich fürchte, dass ich den nächsten Lachkrampf nicht mehr lange zurückhalten kann.

[via Metronaut; lesenswert auch: Having fixed Africa and AIDS, Bono tackles filesharing, vor allem wegen der Überschrift]