Quid pro quo statt Verfassungsklagen!

12. August 2018

Hanna Jacobs hat in der Zeit einen Aufruf an uns Atheist*innen geschrieben, und da fühl ich mich natürlich angesprochen. Ihr auch? Dann kommt doch mit hinter den Trennstrich, und sonst natürlich auch. Wird bestimmt lustig.

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Let’s Read „EiNS Wie wir als Christen glaubwürdig werden“

1. Juli 2018

Und schon wieder ist Podcast-Zeit.

Wahnsinn, oder?

Und für alle, denen das nicht wahnsinnig genug ist, wenn in einem Blog innerhalb von zwei Wochen zwei Podcasts erscheinen, habe ich noch Sonderwahnsinn oben drauf: Es gibt in diesem Let’s Read nicht nur eine, sondern zwei absolut exklusive unfassbare und noch nie da gewesene Weltneuheiten.

Na, was sagt ihr jetzt?

Wahnsinn.

Wusste ich doch.

EiNS

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Irrwege, Irrwege überall!

23. Januar 2018

Normalerweise kritisiere ich hier Religion, mache mich über Zeitungsartikel von ahnungslosen Journalist(inn)en lustig, stehe auf atheistischer Seite und gegen das übliche Verständnis von Religionsfreiheit. Aber

Und wer sich ein bisschen auskennt, die weiß, welche atheistische Seite man braucht, wenn man mal gegen die atheistische Seite agitieren will, oder zum Beispiel auch nur ein Verständnis dafür entwickeln, woher manche religiöse Menschen ihr Bild von dummdreisten, überheblichen, unanständigen und/oder sonstwie unerfreulichen Atheist(inn)en nehmen: das Blasphemieblog!

Da fand ich den Hinweis auf diesen merkwürdig betitelten Artikel im Tagesspiegel:

Ein Aufstand säkularer Fundamentalisten

In dem Artikel geht es um das Berliner Neutralitätsgesetz.

[Exkurs: Warum hat es sich eigentlich als völlig selbstverständlich eingebürgert, dass Leute, ob bloggende oder journalisierende oder wieauchimmerschreibende, Gesetze erwähnen, ohne sie zu verlinken oder auch nur korrekt zu bezeichnen? Ich mein, meine Güte, so viel Arbeit ist es doch nicht, und sogar wir Wirtschaftsjurist(inn)en haben im Studium ein paar Mal gehört, dass ein Blick ins Gesetz die Rechtsfindung enorm erleichtern kann. Exkurs Ende]

Der Tagesspiegel-Autor Malte Lehming findet es doof:

Berlins Neutralitätsgesetz ist verfassungswidrig. Es verbietet Lehrern sowie Beamten, die im Bereich der Rechtspflege, des Justizvollzugs oder der Polizei beschäftigt sind, das Tragen auffallender religiöser Symbole wie Kopftuch, Kreuz oder Kippa. Das verletzt das Recht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit.

Und was soll ich sagen? Er hat Recht.

Malte Lehming findet auch die Leute doof, die das Gesetz verteidigen:

Ein Bündnis aus Religionskritikern, Islamkritikern, Humanisten, Feministinnen und Pädagogen setzt sich für die Beibehaltung des Neutralitätsgesetzes ein. Das wirkt wie eine Fundamentalisierung falsch verstandener Säkularität. […] Wie in einer Parallelgesellschaft kämpfen sie für den Fortbestand eines verfassungswidrigen Gesetzes. Sie stellen ihr eigenes Wertesystem über das unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Und was soll ich sagen? Er hat Recht. Auch wenn ich es natürlich anders formuliert hätte, und zum Beispiel nichts Falsches daran finde, das eigene Wertesystem über „unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung“ – pardon, falls ich so aussehe, als wäre mir ein bisschen schlecht, das ist nur, weil mir ein bisschen schlecht ist – zu stellen, sondern im Gegenteil in von mir gerade favorisierter und mir in spätestens zwei Jahren garantiert arg peinlicher Twitter-Lingo sagen würde: Knecht, wer was Anderes macht.

[unbedeutende Randbemerkung: Ich denke übrigens, dass man durchaus drüber diskutieren könnte, ob das Gesetz Kopftücher untersagt. Einschlägig wäre wohl

Lehrkräfte […] dürfen innerhalb des Dienstes keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole, die für die Betrachterin oder den Betrachter eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft demonstrieren, und keine auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen. Dies gilt nicht für die Erteilung von Religions- und Weltanschauungsunterricht.

Ein Kopftuch ist ein Kopftuch, und man kann das aus vielen Gründen tragen. Ja, gut, ich gebe zu, besonders gut haltbar finde ich die Position selbst nicht. Aber ich finde sie diskutabel, umso mehr, je weniger … äh, sagen wir: muslimisch die konkrete Kopfverhüllung aussieht. Lustig natürlich die Ausnahme zum Schluss: Der Staat muss schließlich neutral sein, außer da, wo er parteiisch sein will. Mhm… Randbemerkung Ende]

Entsprechend wenig halte ich von der Stellungnahme des humanistischen Pressedienstes hpd unter der Überschrift

Ein Journalist auf Irrwegen

Ein Artikel im Berliner Tagesspiegel stellt die Rechtslage in Sachen Berliner Neutralitätsgesetz nicht nur schief und verzerrt dar, sondern fällt auch durch einen Mangel an Kenntnis der Schulpraxis auf. Zudem beleidigt er die Mitglieder der Initiative „Pro Berliner Neutralitätsgesetz“ und unterstellt ihnen, ihr eigenes Wertesystem über das der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stellen.

Nö, find ich nicht. Und der Beleidigungsvorwurf ist so nickelig und albern, dass ich richtig froh bin, diese Leute noch nie irgendwie unterstützt zu haben. Spätestens im zweiten Absatz beendet dann aber jeder Mensch die Lektüre, der noch ein bisschen Anspruch an selbige hat:

Anscheinend betrachtet der Autor die Stadt Berlin als Missionsgebiet, dem die abrahamitischen Religionen Christentum und Islam wieder Gottesfurcht beibringen sollen.

Gehts noch, hpd? Ich wäre geneigt, euch einmal zu demonstrieren, was eine Beleidigung ist, aber dann steh ich am Ende da wie Böhmermann.

Und so weit will ich meine gewohnte Position dann doch lieber nicht verlassen.

Irgendwo hab auch ich Grenzen.


Die Plausibilität ist logisch und von einer extrem hohen Stringenz

9. November 2017

A propos Wert und Sinn von Debatten: Das gemeinsame Interview mit einem Atheisten und einem Theisten (Ja, nach meiner Erfahrung immer Männer.) ist eine beliebte Form der Diskussion über Religion. Leider normalerweise keine besonders gute. Deshalb – na gut, und wegen des peinlichen Titels auch – ging ich schon mit einer gewissen Erwartungshaltung an das

Duell um Gott!

des „Melchior Magazin“.

Ich wurde nicht enttäuscht.

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Das Wechselspiel von Integration und Akzeptanz

28. August 2017

Ich las da kürzlich diesen dummen Artikel in der SZ, von dem ich dachte, dass ich mal was drüber schreiben könnte, wenn ich Zeit finde. War aber noch nicht sicher, weil ach, man liest so viele dumme Artikel in allen möglichen Zeitungen. Dann erwähnte aber auch ein Kommentator hier im Blog den Artikel, und ich dachte, ich sollte wohl wirklich. Und dabei fiel mir nun auf, dass sein Verfasser Tomas Avenarius hier schon einmal auffällig geworden ist, und damit ist ein kritischer Beitrag meinerseits unvermeidlich, wenn ich meinem Bildungsauftrag noch irgendwie gerecht werden will. Zur Sache also.

Schattenseiten des Glaubens

hat Herr Avenarius ausgemacht, und mir liegt sowas auf der Zunge wie dass gerade er ja wohl wissen muss, wo Leute ihre Schatten haben, aber ich will nicht gleich unnötig beleidigend werden, deshalb schauen wir uns den Artikel erst mal an. Danach kann ich ja immer noch beleidigend werden. Oder dabei. Mal gucken.

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Wir sind aber zum Glück auch nicht Thomas.

30. April 2017

Neinnein, keine Sorge, es geht nicht schon wieder um Epistemologie. Es geht um was ganz Anderes, nämlich um die Thesen des Bundesinnenministers zur Leitkultur. Und ja, ich bin das Thema auch leid (Pun not intended.), aber wie ich schon mal schrieb: Wir machen das, bis es alle verstanden haben.

Eine je nach Disposition gute oder schlechte Nachricht vorweg: Ich werde mich hier nicht auf den Originaltext beziehen. Den finde ich nämlich nicht kostenlos, und dass ich mir eine Bild am Sonntag kaufe, sehe ich noch nicht kommen, da brauchts schon ein bisschen mehr Motivation als einen schlechten Besinnungsaufsatz eines Bundesministers. Stattdessen beziehe ich mich auf den Bericht auf faz.net, der etwas ausführlicher ist als andere, aber oberflächlich deckungsgleich mit dem auf bild.de, weshalb ich vorsichtig hoffe, dass sie nichts grob verzerrt haben.

Leitkultur also. Na, das kann doch nur gut werden. Gaudeamus igitur.

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Der alte Konflikt zwischen Islam und Christentum darf nicht verniedlicht werden.

8. Februar 2015

Ulrich Greiner hat einen Artikel für DIE ZEIT geschrieben, und der ist eigentlich nichts Besonderes, sondern ganz typischer islamophober Christliches-Abendland-Unfug, aber gerade weil er so typisch ist, scheint es mir lohnend, ihn mal kurz durchzugehen, und außerdem hat er mich so geärgert, dass ich alleine schon zu Beruhigungszwecken gerne ein bisschen schimpfen würde.

Seid ihr dabei?

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