Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt

16. Oktober 2014

Washington. Wie eine geheime Studie des US-Auslandsgeheimdienstes CIA kürzlich enthüllte, führen Versuche, Krisen durch Waffenlieferungen zu beeinflussen, selten zum Erfolg.

In einer ersten Stellungnahme dazu sagte US-Präsident Barack Obama: „Wahrscheinlich geht es besser, wenn wir die Waffen vorher an einer Metallplatte reiben.“ Der neben ihm stehende Vizepräsident Joe Biden schüttelte daraufhin heftig den Kopf, verdrehte genervt die Augen und erwiderte: „Nein, Unfug. Das bringt überhaupt nichts! Man muss die Luft anhalten und dreimal trocken schlucken!“ Der zufällig ebenfalls anwesende Direktor der CIA, John O. Brennan widersprach: „Quatsch. Unsere Studie zu diesem Thema ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber wir sehen Grund zu der Annahme, dass die aktuellen Krisen in unserem Sinne gelöst werden können, indem wir den Rebellen ein paar Mal heftig auf den Rücken klopfen. Also, bei meiner Oma hat das jedenfalls immer funktioniert.“ „Nee!“ warf der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff General Martin E. Dempsey ein, der soeben die Bühne betreten hatte. „Das bringt nichts. Ich denke, wir sollten versuchen, sie einmal tüchtig zu erschrecken, oder zum Lachen zu bringen, oder so. Bei meiner Frau hilft das immer!“

Aufgrund der noch bestehenden Uneinigkeit über die weitere Vorgehensweise beschloss die US-Regierung, sich in Bezug auf Maßnahmen zur Krisendeeskalation bis auf Weiteres auf Attentate auf feindliche Regierungschefs und die gezielte Liquidierung terroristischen Führungspersonals zu konzentrieren.


and that is the war on terror.

3. Dezember 2012

Ich habe gerade in der (durchaus sehenswerten) Serie „Homeland“ zugesehen, wie CIA-Agenten jemandem einen schwarzen Sack über den Kopf ziehen und ihn abführen, ohne ihm irgendwelche Rechte vorzulesen oder zu erklären, was ihm vorgeworfen wird. Und dann sperren sie ihn in einem Keller ein und grinsen, als er einen Anwalt verlangt.

Klar, das ist nur Fernsehen, aber ich fand es trotzdem entsetzlich, weil ich die ganze Zeit dachte: Die können das wirklich. Die können das nicht nur, die dürfen das. Wirklich. Was für ein Vollidiot, was für ein dämlicher Arsch muss man denn sein, um irgendjemandem solche Macht zu geben? Wie verdreht und idiotisch muss man sein, um das für eine gute Idee zu halten? Um so eine Praxis öffentlich zu beschließen und zu verteidigen?

Wie kann ein denkender Mensch wissen, dass so etwas passiert, und nicht erkennen, dass da was schief läuft?

In was für einem traurigen Zustand muss die Bevölkerung eines modernen Industriestaates sein, um gelassen hinzunehmen, dass ihre Regierung sich solche Rechte anmaßt?

Wieso steht eigentlich nicht jeden Tag auf der Titelseite jeder Zeitung: „Wir lassen es zu, dass unsere Regierung Menschen ohne Gerichtsbeschluss, ohne Kontrollinstanz, ohne irgendeine rechtliche Handhabe einsperrt und misshandelt, solange sie es für richtig hält.“?

Irgendwo. Wir können ja parallel trotzdem noch darüber schreiben, mit wem irgendwelche wichtigen Beamten Sex haben, und wo der Präsident geboren wurde. Das ist ja auch irgendwie wichtig … anscheinend. Aber ist es wirklich wichtiger als der regelmäßige Hinweis, dass wir uns unter dem Vorwand des Schutzes vor Terroristen unserer elementarsten Schutzrechte entkleidet haben und jetzt völlig nackt dastehen vor der Willkür der Organisationen, die uns schützen sollen?

Und nein, es geht hier nicht darum, ob diese Organisationen ihre Befugnisse missbrauchen oder nicht, ob wir den Leuten mit diesen Befugnissen vertrauen oder nicht, ob wir vor denen mehr Angst haben sollten als vor Terroristen oder nicht.

Es geht einfach um die für jeden von uns offensichtliche Tatsache, dass verdammt noch mal niemand das Recht haben sollte, einen anderen Menschen einfach zu entführen und unbegrenzt lange einzusperren und zu foltern. Dass niemand auch nur die theoretische Möglichkeit haben sollte, solche Befugnisse zu missbrauchen. Und wer diese Tatsache nicht erkennt, mit dem stimmt irgendwas nicht, und er mag vielleicht in mancher anderer Hinsicht trotzdem ein netter Kerl sein, aber er sollte ganz bestimmt nicht mehr über Gesetze abstimmen und die Befehlsgewalt über Leute mit Schusswaffen haben. Oder was meint ihr?

(Ja, ihr werdet damit leben müssen, dass ich in unregelmäßigen Abständen immer wieder den gleichen, nur leicht variierten Post zu diesem Thema schreibe. Wäre ja auch komisch, wenn ich selbst mich nicht an meinen eigenen Vorschlag halten würde, oder?)