Warum wir DIE WELT verbieten sollten

28. Mai 2013

überschaubare Relevanz prüft ein Verbot der Springer-Zeitung. Das ist ein Eingriff in die Freiheit – aber ein notwendiger: der darin veröffentlichte Unfug nimmt immer beängstigendere Formen an.

Na gut. Man muss natürlich fairerweise sagen, dass es eigentlich nur konsequent wäre, Symbole der DDR zu verbieten, wie es Richard Herzinger in der Zeitung „DIE WELT“ fordert, solange Symbole des Dritten Reiches verboten sind. Je nachdem, was genau unsere Kriterien dafür sein sollen, welche Symbole wir verbieten, sollten wir dann auch gleich noch die von Nordkorea, der UdSSR, Russlands, Chinas, Irans, des Vatikans, Großbritanniens, der USA und Monacos mit einbeziehen. Aber wieso eigentlich? Was rechtfertigt es, Menschen dafür zu bestrafen, anderen Menschen ein bestimmte Symbol zu zeigen?

Da fragt ihr den falschen, ich weiß es nicht. Aber Herr Herzinger weiß es anscheinend, und dankenswerterweise hat er es für uns aufgeschrieben, fragen wir also den:

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Gänsefleisch mal die Regeln einhalten?

29. Dezember 2009

Vorgestern Abend haben wir uns die Zeit mit so einem putzigen alten DDR-Spiel namens „Wer ist die Schlafmütze?“ vertrieben.

Es geht dabei kurz gesagt darum, die vor einem liegenden Karten in numerischer Reihenfolge auf die farblich passenden Stapel in der Mitte des Tisches aufzuteilen. Ich weiß, das klingt nach einer Mordsgaudi.

Die Spielanleitung enthält am Ende den Hinweis: „Alle genannten Regeln sind einzuhalten“, und wir fanden das jedenfalls schon mal zum Schreien komisch. Es läuft also nicht wie bei diesen verlotterten kapitalistischen Spielen aus dem Westen, wo sich jeder nur an die Regeln hält, die ihm passen und wo es für manche Bereiche vielleicht nicht einmal Regeln gibt. Man fühlte sich also von Anfang an richtig geborgen.

Und für Regelverstöße gab es natürlich auch eine Regel: „Bei Fehlern wird geklopft.“ Dann erhält der Gesetzesbrecher zur Strafe Karten von den anderen. Man ist also verpflichtet, seine Mitspieler bei Regelverstößen zu denunzieren und erhält dafür einen persönlichen Vorteil. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. (Die Antwort auf die spielnamensgebende Frage lautete am Ende übrigens natürlich: Ich.)