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22. September 2019

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Restebloggen (85)

11. März 2013
  1. Ich bewundere ja die Fähigkeit der Deutschen Bahn, schon wenige Minuten nach der Abfahrt eines Zuges mehr oder weniger ungefähr abzuschätzen, wie viel Verspätung er hatte.
  2. The Amazing Spider-Man gesehen. Ging. Unglaublich chauvinistischer Dreck allerdings, wenn man mal aus der Perspektive drüber nachdenkt. Ob man das öfter tun sollte, weiß ich noch nicht so genau. Jedenfalls beginnt man dann irgendwann, sich zu fragen, ob es den für die Animation zuständigen Mitarbeitern des neuen Tomb Raider wohl peinlich war, dass die Kamera in den Cut Scenes dauernd von schräg oben über Laras Schulter aufnehmen muss, oder ob man gegen sowas in der Branche schon völlig abgestumpft ist, und das nimmt einem ein bisschen den Spaß an der Sache, was aber vielleicht wiederum gut so ist, womit ich einem Ergebnis noch nicht näher bin.
  3. Bei der Gelegenheit: Nora Tschirner als Synchronstimme für Lara Croft? Unfassbar falsch.
  4. Und noch was zu The Amazing Spider-Man: Wenn ich die Musik in einem Film auch nur bewusst wahrnehme, dann läuft schon irgendwas falsch. Aber wenn ich die ganze Zeit über gar nicht mehr mitkriege, was passiert, weil ich ununterbrochen denke: „Das kann doch jetzt nicht sein. Das kann doch jetzt echt nicht sein. Das Stück gehört ja wohl mal überhaupt nicht hierher. Was hat die denn geritten, für diese Szene jetzt Til Kingdom Come zu wählen? Das passt doch gar nicht. Was ist denn … Was? Ganz andere Szene, und das Stück läuft einfach weiter, obwohl es jetzt noch weniger passt? Wie kann denn das … ist da jemand am Mischpult eingeschlafen?“
  5. Hatte ich schon bei Facebook, aber: Gibt es eigentlich irgendwo auf der Welt auch nur einen einzigen Menschen, der glaubt, dass Jugendliche irgendwie dadurch geschützt werden, dass man bestimmte Videos nur zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr auf den Ursprungsseiten oder halt den ganzen Tag auf Youtube sehen kann? Auch nur einen? Ich würde den gerne mal kennen lernen. Ist bestimmt ein interessanter Gesprächspartner.
  6. Ich höre gerade Pump Six and Other Stories von Paolo Bacigalupi. Der Mann hat nicht nur einen irre witzigen Namen, er schreibt auch gut, und die Sprecher sind fabelhaft. Einzig diese krankhaft dystopische Sicht auf die Zukunft nervt mich ja ein bisschen, weil man kaum noch irgendwo was anderes im SF-Genre zu lesen kriegt, aber darüber kann ich in diesem Fall hinwegsehen, und das will durchaus was heißen.
  7. Wenn der kleine Hunger kommt:
    Photo: Wenn der kleine Hunger kommt

Ich möchte dieses Ticket nicht kaufen, bitte.

7. April 2011

Liebe Deutsche Bahn,

ich will dich wirklich mögen, und oft gelingt mir das auch. Die Zugbegleiter zum Beispiel finde ich fast immer richtig nett, und gestern bin ich mit dir von Hannover nach Berlin gefahren, und zurück, und beide Züge waren pünktlich. Das fand ich gut. Ich bin unter Umständen der einzige Mensch, der echt gerne in deinen Bordrestaurants isst. Ich mag auch die Idee, dass ich mich an den Ticketautomaten mit meiner BahnCard identifiziere, damit du mir gleich die Optionen anbieten kannst, die zu mir passen. Aber es gibt da schon lange so eine Sache, die ich einfach nicht verstehe.

Wenn ich mich hier in Hannover mit meiner BahnCard an einem Automaten anmelde, warum bietest du mir dann erstmal Tickets von Frankfurt nach Bebra an, von Hamburg nach München, und von Hanau nach Kassel? Ich weiß, ich weiß, das sind Tickets, die ich früher einmal gekauft habe, und du vermutest deshalb wohl, dass ich es unter Umständen noch einmal tun möchte. Aber sag doch mal ehrlich, Deutsche Bahn, wenn du noch mal ein bisschen eingehender drüber nachdenkst, wie wahrscheinlich ist das wohl?

Du hast doch bestimmt mathematisch und IT-mäßig kompetente Marketingstrategen, die für dich ermitteln können, wie oft es vorkommt, dass jemand zu einem Bahnhof fährt, um dort ein Ticket von einem völlig anderen, fünfhundert Kilometer entfernten Abfahrtbahnhof zu kaufen. Lass die das doch bitte mal versuchen, und danach frag sie vielleicht, ob sie einen Weg finden, diese erste Abfrage so umzustellen, dass wenigstens nur noch Tickets angeboten werden, die ein bisschen Sinn ergeben. Oder lass mich irgendwo einstellen, ob ich überhaupt Ticketvorschläge will, das fände ich eigentlich noch besser.

Und wenn du schon mal dabei bist: Könntest du auch jemanden fragen, ob es nicht möglich wäre, dass ich beim Buchen über deine Website nicht jedes Mal komplett von vorne anfangen muss, wenn ich eine Ziffer bei den Kreditkartendaten falsch eingebe, oder sonst irgendwas zwischendurch nicht hundertprozentig klappt? Ich bin ziemlich sicher, dass das irgendwie geht, Amazon kriegt es nämlich auch hin, und so ziemlich jeder andere Internetshop auch.

Ton très humble et obédient servant

Muriel Silberstreif


Sie sehen nicht so aus, als dürften Sie hier sitzen…

18. Juni 2009

Ich habe eine bahn.comfort-Card. Das heißt, dass ich diverse Sonderrechte genieße, weil ich viel mit der Bahn fahre. Zum Beispiel darf ich bei Rot über die Ampel gehen, ich darf so lange auf bleiben, wie ich will, und ich kann Stefanie Heinzmann gut finden und es ist trotzdem cool. Augenblick… Oh, ich höre gerade, dass das gar nicht stimmt. Entschuldigung.

Egal. Eines dieser Sonderrechte besteht jedenfalls darin, dass ich einen bestimmten Sitzplatzbereich in den ICs und ICEs nutzen darf, der für bahn.comfort-Kunden reserviert ist. Die Plätze dort müssen für uns elitäre Bonzen freigegeben werden.

Das ist eine dumme Idee. Wie soll das funktionieren? In der Praxis sieht es natürlich so aus, dass in einem vollen Zug auch diese Plätze besetzt sind. Soll ich mich dann in den Gang stellen und laut rufen:
„Alle ohne bahn.comfort aufstehen!“
Aus der zitternden Menschenmengen wähle ich dann einen aus, zeigen mit dem Finger auf ihn und rufe:
„Du da! Verschwinde!“
Und dann nehme ich seinen Platz. Oder soll ich einzelnen von Fahrgast zur Fahrgast gehen und fragen:
„Entschuldigen Sie bitte, ich möchte Sie wirklich nicht stören, das ist mir selbst auch ein bisschen unangenehm, aber falls Sie nicht den bahn.comfort-Status haben, muss ich Sie leider bitten, mir diesen Platz zu überlassen.“

Ich habe zugegebenermaßen noch keinen Bahn-Mitarbeiter gefragt, wie das gedacht ist. Ich bin mir aber sicher, dass die das auch nicht wissen.