Christiane Woopen ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

31. Mai 2013

Der Deutsche Ethikrat wurde Aufgrund des Gesetzes zur Einrichtung des Deutschen Ethikrats als unabhängiger Sachverständigenrat gebildet, der unter anderem die Öffentlichkeit informieren sowie Stellungnahmen und Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln erarbeiten soll. Man kann also sagen, dass Frau Woopen eine große Verantwortung trägt, und dass man von ihr aufgrund ihrer Funktion eine gewisse ethische Einsicht und Bereitschaft zur tieferen Reflexion erwarten sollte.

Mit großem Interesse habe ich deshalb gesehen, dass sie für die Süddeutsche Zeitung einen Artikel über das Klonen von Menschen geschrieben hat. Nicht nur aufgrund des vielversprechenden Titels

Was den Menschen ausmacht

erwartete ich mir davon spannende Einsichten, profunde Information und …

*unterschwelliges Glucksen, das sich schnell über verzweifelt unterdrücktes Prusten in brüllendes Gelächter wandelt*

Okay, tut mir leid, ich kann nicht mehr. Natürlich habe ich nichts dergleichen erwartet, denn ich kenne den Deutschen Ethikrat ja schon ein bisschen, auch wenn mir Frau Woopens Name neu war.

Sie ist natürlich der Meinung

Ein weltweites Verbot des Fortpflanzungsklonens ist notwendig.

Eine klare, eine robuste Ansage, für die man eine durchdachte und ausführliche Begründung auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und

*wieder anschwellendes Kichern*

Pardon. Also, warum aus Sicht von Frau Woopen dieses Verbot notwendig ist:

Damit verdankt der entstehende Mensch seine genetische Ausstattung nicht mehr dem Zufall oder göttlichem Wirken und sie ist nicht neu.

Das ist es. Ungekürzt, unverändert. Das ist alles. Ja, sie hat zwei Seiten geschrieben, aber der Rest ist Beiwerk, dies ist ihr einziges Argument, aus dem sie die obige Forderung herleitet, über diesen Zwischenschritt:

Eine wichtige Bedingung von Freiheit und Entzogenheit, die wir bislang alle teilen, entfällt. So sollten wir nicht miteinander umgehen.

Eine wichtige Bedingung für unsere Freiheit und Entzogenheit – Frau Woopen erklärt nicht, was sie mit diesem Begriff meint und benutzt ihn auch nur an dieser Stelle -, ist aus ihrer Sicht also, dass unsere genetische Ausstattung  entweder zufällig zustande kommt, oder von einem unsichtbaren Zauberer gebastelt wird. Wenn unsere Gene also nicht zufällig oder durch Zauberei aneinandergereiht werden, dann sind wir nicht mehr frei, und nicht mehr entzogen. Oder zumindest ist es schwerer für uns, frei und entzogen zu sein. Ich weiß ja nicht, ob die „wichtige Bedingung“ in ihren Augen eine notwendige ist. Ach so, und neu muss unsere Ausstattung auch sein. Wenn sie nicht neu ist, geht das auch nicht. Neu, und Zufall oder Zauberei. Das ist eine – ähm Moment … naja, egal – das ist eine wichtige Bedingung von Freiheit und Entzogenheit, und wir sollten keine Menschen schaffen, die die nicht erfüllen, weil … wir so nicht miteinander umgehen sollten.

Und daraus folgt dann natürlich zwanglos, dass ein weltweites Verbot des Fortpflanzungsklonens notwendig ist.

Noch mal: Christina Woopen ist Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Das da oben ist die vollständige Wiedergabe der besten Begründung dieser ihr sehr wichtigen ethischen Position, die ihr für einen Artikel in der größten deutschen überregionalen Abonnement-Tageszeitung eingefallen ist. Das ist die Begründung, mit der sie rechtfertigen will, dass Menschen bestraft werden, wenn sie auf eine bestimmte Art Kinder zeugen.

Echt jetzt.


in welchem ich demonstriere, dass meine Rants nicht immer lang und mäandernd sein müssen

23. Februar 2012

„Der Deutsche Ethikrat schlägt mit überwiegender Mehrheit vor, Menschen mit dem Geschlechtseintrag „anderes“ die eingetragene Lebenspartnerschaft zu ermöglichen. Ein Teil des Ethikrates schlägt vor, ihnen darüber hinaus auch die Möglichkeit der Eheschließung zu eröffnen.“ 

Ich schäme mich so sehr, in einer Gesellschaft zu leben, in der ein „Ethikrat“ eine solche Stellungnahme abgibt, dass es schon körperliches Unwohlsein verursacht. Wir gehören alle geohrfeigt dafür, dass dieses Thema überhaupt diskutiert werden muss, und dahin getreten, wo es am meisten weh tut.

Allein schon diese erbärmliche Unterscheidung zwischen „Ehe“ und „eingetragener Lebenspartnerschaft“ sagt doch alles über uns aus, was eine außerirdische Zivilisation wissen müsste, bevor sie entscheidet, ob sie die Oberfläche dieses Planeten verglasen will.