Fuck the poor

4. März 2010

Irgendwo in Afrika liegt ein Kind im Dreck und weint,
Es ist hungrig, es ist krank, es ist traurig, und mir scheint,
Dass dieses Kind nicht mein Problem ist, es ist da draußen, ich hier drin,
Weil das Kind in Afrika ist und weil ich in Deutschland bin.

Hätt’ ich die XBox nicht gekauft, die vor meinem Fernseher steht,
Hätt’ von dem Geld ein Afrikaner vielleicht ein ganzes Jahr gelebt.
Das Geld für meinen neuen Laptop wäre wohl genug
Für zwei, drei Ochsen, einen Brunnen, oder einen neuen Pflug.

Und wenn ich ehrlich bin, die XBox – ich benutze sie fast nie,
Aber irgendwann demnächst kauf ich vielleicht Bad Company,
Obwohl ich weiß, dass von dem Geld… Sicher habt ihr’s schon kapiert.
Am Ende ist’s mir halt egal, ob das schwarze Kind krepiert.

Pfeif auf Haiti, pfeif auf Chile,
Pfeif auf die Armen Afrikas,
Und gegen meine Schuldgefühle
Spende ich vielleicht mal was.

Nicht zu viel, weil ich das meiste von meinem Geld doch selber brauche,
Wobei ‚brauchen‘ nicht ganz stimmt, wenn ich’s am Ende nur verrauche,
Doch die Schachtel Zigaretten bedeutet mir nun mal sehr viel,
Sehr viel mehr, der Wahrheit halber, als das kranke Kind am Nil.

Und der Cocktail, den ich trinke, kostet mehr als Medizin
Für einen Monat für ein krankes kleines Kind in Äthiopien.
Doch ohne Cocktail wär mein Abend furchtbar einsam, es ist wahr,
Denn wenn ich keinen Cocktail trinke, wirft man mich bald aus der Bar.

Darum wein‘ ich ganz erschüttert um das arme Kind im Dreck,
Doch erst später, denn zuerst mal muss hier dieser Cocktail weg.
Wenn du jetzt sagst, ich bin ein Scheusal, und dass du das ganz anders siehst,
Muss ich dich ganz ernsthaft fragen, wie du dieses Blog hier liest.

Pfeif auf Haiti, pfeif auf Chile,
Pfeif auf die Armen Afrikas
Und gegen meine Schuldgefühle
Spende ich vielleicht mal was.