Die womöglich kleinste Buchmesse der Welt

9. Oktober 2013

Laaaangelangelangelange musstet ihr darauf warten, falls ihr gewartet habt, aber jetzt müsst ihr nicht mehr warten, egal ob ihr gewartet habt, denn das Warten hat jetzt ein Ende, natürlich nur, falls ihr überhaupt gewartet habt.

Discordia, Inc. ist da, und zwar nach Wahl als Taschenbuch für 7,90 EUR und als Ebook für 3,90 EUR (Psss! Nehmt das Ebook! Nee, ehrlich. Das Ebook ist viel schöner. Nehmt das. Hat man viel mehr Freude dran. Verknickt nicht und so. Außerdem verdiene ich mehr dran.). Aber sogar für die, die sich nicht für Discordia, Inc. interessien – obwohl, mal ehrlich: Was ist los mit euch? Wollt ihrs nicht wenigstens mal versuchen? – ist heute unter Umständen ein zumindest mäßig interessanter Tag, denn mit dem Beginn meines sicherlich nicht nur steilen, sondern schlicht unaufhaltsamen Aufstiegs als Self-Publisher geht natürlich das Ende meiner Anonymität einher, die, wie treue Fans wissen, zuletzt ohnehin nur noch als abstraktes Prinzip bestand, aber heute ist es jedenfalls offiziell, und jede, die es interessiert, ist herzlich eingeladen, sich mal meine neue amtliche Autorenseite anzuschauen, auf der nicht nur mein voller Name steht, sondern außerdem noch Fotos von mir, so richtig mit Gesicht und allem.

So, und jetzt habe ich noch einen Teaser für die, die Discordia, Inc. schon unter dem damaligen Arbeitstitel „Nimmermehr“ gelesen haben, habe ich jetzt noch einen Teaser, und für euch alle eine Bitte. Wir fangen mit der Bitte an:

Helft mir. Nee, echt. Das wäre voll nett. Empfehlt das Buch weiter. Verschenkt es. Kauft es für euch selbst. Gerne auch mehrfach. Lobt es bei Facebook, bei Instagram bei Tumblr und meinetwegen sogar bei Twitter, und schreibt glühende Rezensionen bei Amazon. Was euch darüberhinaus noch einfällt, dürft ihr auch gerne machen. Natürlich dürft ihr das alles gerne auch lassen, wenn ihr keinen Bock habt, aber falls ihr vielleicht zu den drei oder vier Leserinnen gehört, die mein Blog so gerne mögen, dass sie sich hin und wieder gefragt haben, ob sie sich nicht irgendwie revanchieren können, dann ist das jetzt eure Chance. Wie ihr mögt. Aber ich würd mich halt freuen. Ach so, und falls ihr Blogger oder sonstige Leute kennt, die Bücher rezensieren, öffentlich besprechen, viele Kinder und Verwandte haben, oder sonstwie als Vermittler taugen, weist mich gerne auf die hin. Ich schicke denen dann mit Vergnügen kostenlos ein Exemplar zu, damit sie mit dem Vermitteln loslegen können.

Jetzt der Teaser, der ein Beispiel dafür bildet, was sich an der Geschichte seit Veröffentlichung hier im Blog getan hat, nämlich einiges, und auch wirklich nur ein kleines bisschen irreführend wäre, wenn ich nicht ausdrücklich dazu sagen würde, dass ich nur zwei solche Rückblenden eingebaut habe, und eine wirklich ausführliche Vorgeschichte Lenores bis zum nächsten Band warten muss. Aber wenn ihr interessiert seid, wisst ihr ja, dass ihr es jetzt in der Hand habt, zu bestimmt, wie viel Zeit ich auf meine Schriftstellerei und insbesondere Discordia, Inc. in Zukunft verwenden kann. Also macht was draus. Bitte? Bitte.

„Merde, Jules, lass den Quatsch, komm ins Auto zurück, wir fahren woanders hin!“

„Ich hab die Tür gleich auf!“

„Ist mir egal. Guck dir den Laden doch mal an, hier ist kein Mensch mehr!“

Jules hatte den Wagen vor einem dieser Containerkrankenhäuser geparkt, wie internationale Hilfeorganisationen sie derzeit überall in Uganda errichteten. Sie waren dafür konstruiert, schnell und einfach aufgebaut und genauso schnell und einfach wieder geräumt zu werden, wenn die Kampfhandlungen zu nahe kamen.

Die Kampfhandlungen waren sehr nahe.

Wie wohl jeder, der jemals in den Krieg gezogen war, hatte Clarence immer gedacht, dass es ihm niemals selbst passieren würde. Und verglichen mit anderen hatte er sogar noch Glück gehabt.

Er war immerhin nicht selbst auf die Mine getreten. Trotzdem fühlte er sich nicht besonders glücklich.

Sein linkes Bein hatte das Schrapnell am schlimmsten erwischt. Es sah aus wie aus dem Fleischwolf. Und Clarence hatte schon längst aufgehört, die anderen Stellen zu zählen, von denen Schmerz in seinen Körper und sein Bewusstsein strömte wie flüssiges Feuer.

Er tat sein Bestes, nicht darin unterzugehen, aber es fiel ihm zunehmend schwerer.

„Jules, komm her und fahr mich hier weg! Ich brauche einen Arzt!“

Clarence keuchte und stöhnte und versuchte nicht darüber nachzudenken, was aus ihm werden würde, wenn er das Bein verlor. Er durfte darüber jetzt nicht nachdenken. Wenn er die Kontrolle verlor, würde Jules irgendwann auf die Idee kommen, dass er eigentlich keinen Grund mehr hatte, sich von Clarence anblaffen zu lassen.

Clarence machte sich keine Illusionen über die Loyalität seiner Männer.

Mit einem lauten Krachen brach Jules die Tür des Containerkomplexes auf.

„Da!“, rief er triumphierend, und stieß beide Flügel weit auf.

Der Empfangsraum dahinter war dunkel und leer.

„Jules, vergiss es, die sind längst alle abgehauen.“

„Hey!“, rief Jules in die Dunkelheit des Krankenhauses. „Hey, ich brauche Hilfe! Wir brauchen einen Arzt! Hier stirbt jemand!“

Clarence öffnete gerade den Mund, um Jules zu sagen, dass er jetzt umgehend seinen Arsch zurück in den Wagen bewegen sollte, wenn er ihn noch eine Weile behalten wollte, als er eine mädchenhafte weibliche Stimme hörte:

„Das sagen sie alle.“

„Kommen Sie mit, schnell!“, sagte Jules und zerrte die junge Frau hinter sich her zu Clarence, der auf dem zurückgelehnten Beifahrersitz des Wagens lag, bedeckt mit kaltem Schweiß und Blut.

Sie beugte sich durch das Fenster über ihn. Er sah von ihr nicht viel mehr als ein Paar blitzende hellgrüne Augen, der Rest ihres Gesichts war hinter dem Mundschutz verborgen, aber dennoch konnte er ahnen, dass sie sehr sehr jung war.

„Was hast du denn mit der vor?“, fragte Clarence. „Ich brauche einen Arzt, nom de Dieu! Krankenschwestern kannst du mir bringen, wenn ich einen Porno drehen will!“

„Ich kann auch wieder gehen, wenn Sie wollen. Es gibt hier genug Leute, die sich freuen, mich zu sehen. Die anderen Ärzte sind nämlich alle vor ein paar Tagen abgehauen, als das Gewehrfeuer und die Mörserschüsse immer näherkamen.“

Clarence sah sie an. Sie erwiderte seinen Blick, betrachtete ihn offen und beinahe ein bisschen neugierig, als würde sie in seinem Gesicht etwas suchen. Vielleicht war sie einen Versuch wert.

„Du bist Ärztin?“, fragte er sie.

Sie wiegte ihren Kopf von links nach rechts. „So gut wie. Ich bin für mein Praktikum zum Negerflicken hier.“ Nach einer Pause fügte sie hinzu: „Aber wenn die Industrieländer uns nicht zu euch schicken würden, hättet ihr wahrscheinlich überhaupt niemanden, der weiß, wie man eine Spritze hält. Und jetzt entscheiden Sie sich bitte. Ihr Bein sieht nicht gut aus, und ich hätte heute noch ein paar andere Sachen zu tun.“

Er sah sie mit zusammengezogenen Augenbrauen an und schüttelte den Kopf. Irgendwas stimmte überhaupt nicht mit diesem Mädchen, aber sie gefiel ihm, und es war ohnehin nicht so, als hätte er eine Wahl.

„Geh an die Arbeit“, sagte er.

Sie nickte. „Was ich für richtig halte, wird sehr weh tun, weil ich keine Betäubungsmittel mehr habe, aber mit ein bisschen Glück verlieren Sie schnell das Bewusstsein. Ist das okay für Sie?“

„Du wirst mir nicht das Bein abnehmen, oder?“, fragte Clarence. Er versuchte sein Bestes, sich die Angst nicht anhören zu lassen, aber er fürchtete, dass es ihm nicht besonders gut gelang.

Sie musterte ihn von oben bis unten und zuckte mit den Schultern.

„Das kann ich Ihnen leider erst sagen, wenn Sie mir sowieso nicht mehr zuhören.“

Ihn beschlich das Gefühl, dass ihr die ganze Sache hier Spaß machte.

Jaha. Da stehen nämlich Sachen drin, die in der Fassung hier im Blog nicht drinstehen. Ehrlich. Lohnt sich also für alle. Worauf wartet ihr also noch? Los, holt euch das Buch. Für mich. Für uns. Für das Gute im Menschen. Frage nicht, was Muriel Silberstreif für dich tun kann, sondern frage, was du für Muriel Silberstreif tun kannst.

Denn jedes Mal, wenn jemand von euch das Buch nicht kauft, stirbt irgendwo ein Wombat. Ehrlich.


2. Wahlgang

6. April 2013

Vielen Dank noch einmal für eure Teilnahme an und euer Feedback zu der Abstimmung über das Cover für meinen demnächst erscheinenden Roman Discordia, Inc. Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele sich geäußert haben, und ihr habt mir (so hoffe ich) sehr geholfen.

Auf Basis eurer Rückmeldung haben wir (hier im Sinne von: hat der freundliche Designer) noch zwei weitere Cover erarbeitet, die ich nun zusammen mit dem von euch zuletzt favorisierten noch einmal zur Abstimmung stellen möchte. Ich freue mich auf eure Stimmen und Kommentare und bin natürlich für jede Anmerkung dankbar.

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2

2

3

3


und Nimmermehr heißt jetzt Twix

27. März 2013

Ihr wisst ja, dass ich große Pläne habe. Aber ihr wisst noch nicht, dass zu denen nicht nur die Veröffentlichung von Gebunden gehört, sondern auch die der Geschichte, die früher mal Nimmermehr hieß. Während ich bei Gebunden um eure Hilfe bei der Titelfindung bat – noch mal vielen Dank an alle Teilnehmer -, wird das diesmal anders laufen. Nicht, weil die Geschichte einfach weiter Nimmermehr heißen kann – den Roman gibt es schon -, sondern weil ich selbst einen Titel gefunden habe, mit dem ich mich wohl fühle.

Heißt das, ich brauche euch jetzt gar nicht mehr? Nee, keine Sorge, ihr werdet immer der Mittelpunkt meines Lebens bleiben. Diesmal brauche ich euch, um mich für ein Cover zu entscheiden. Vier Versionen stehen zur Auswahl, und ich möchte gerne von euch wissen, welches euch am meisten ansprechen würde. Sicher ist es schwer, euch in die Position von jemandem zu versetzen, der die Geschichte noch gar nicht gelesen hat, denn ihr kennt sie ja garantiert alle schon auswendig, so begeisterte Fans seid ihr, aber wenn ihr es für die Dauer dieser Abstimmung kurz mal tun könntet, wäre ich euch enddankbar.

Was? Ob es wieder was zu gewinnen gibt? Nee. Erstens bin ich nicht Krösus – na gut, doch, aber ich bin außerdem ziemlich geizig –   und kann deshalb hier nicht fortwährend mit hochwertigem Elektronikspielzeug um mich werfen, und zweitens glaube ich, dass ihr integer genug seid, auch mitzumachen, wenn ich euch nicht mit irgendwas ködere. Ich weiß, ihr seid wahre Freunde, und eure Herzen sind groß und edel, und ihr werdet mich nicht einfach sitzen lassen, sondern abstimmen, und außerdem noch eure Verwandten und Freunde und Arbeitskollegen und sogar völlig wildfremde Menschen einfach so auf der Straße ansprechen und bitten, sich zu beteiligen, denn – ihr kennt das – jede nicht abgegebene Stimme ist eine für die Extremisten.

Zur Sache also:

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Discordia Inc 3

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Discordia Inc 4

3

Discordia Inc 1

4

Dank geht an Helfried Hofmann für die Gestaltung.

Eventuell nützliche Erläuterung: Die Reihenfolge hier ist natürlich rein zufällig, und da, wo die komischen Pixel sind, steht nachher natürlich mein richtiger Name. Nach der Veröffentlichung wird der auch hier kein Geheimnis mehr sein, aber bis dahin schon. Alles zu seiner Zeit.

Unter jedem der Bilder steht eine Nummer, und die braucht ihr jetzt:

Ich freue mich natürlich, wenn ihr eure Entscheidung in den Kommentaren noch näher erläutert oder sogar ein bisschen drüber diskutiert. Aber wenn nicht, ist auch gut. Hauptsache ihr stimmt ab. Extremisten und so. Ne?