Ja, ich weiß, ich könnte auch mal wieder zu einem anderen Thema schreiben. Mach ich auch bald.

24. März 2011

Aber das möchte ich gerne kurz hier festhalten:

Der Vatikan startet offenbar eine Gesprächsinitiative mit Atheisten.

Das ist eigentlich natürlich eine lobenswerte Idee. Ein Dialog ist nahezu immer gut, und ich freue mich sehr über jeden Christen, der hier oder anderswo vernünftig mit mir diskutieren möchte.

Aber andererseits ist es doch schon irgendwie putzig.
Normalerweise würde ich in meiner jugendlichen Unvernunft erwarten, dass man vor so einer total sympathischen Gesprächsinitiative zum Beispiel von der Position abrückt, die andere Seite hätte es verdient, nach ihrem Tod für alle Ewigkeit zu leiden. Dass man also sozusagen als erstes Zeichen des guten Willens zumindest infrage stellt, ob die Position der anderen Seite wirklich die grausamste aller denkbaren Strafen verdient hat, oder ob es nicht vielleicht doch noch Leute gibt, die moralisch unter denen stehen, mit denen man angeblich ein Gespräch wünscht. Hitler zum Beispiel. Auf den sollten wir uns doch einigen können, oder nicht? Der war doch echt schlimm, oder?
Ich weiß, dass viele Christen, sogar viele Katholiken das gar nicht so sehen wie der Vatikan, und ich weiß das zu schätzen. Aber das Angebot kommt nun einmal vom Vatikan, und nach meiner Lesart steht es nach wie vor so im Katechismus, und in der Bibel sowieso, und ich sehe nicht, wie sich das mit dem angeblichen Wunsch nach einem offenen Dialog unter einen großen albernen Hut bringen lässt.
Versteht mich nicht falsch: Wenn der Papst morgen anfängt, hier zu kommentieren, lösche ich seine Beiträge nicht. Und wenn er mich anruft, dann spreche ich auch gerne mit ihm. Vielleicht sogar, wenn es ein R-Gespräch ist. Aber ein bisschen inkonsistent ist die Sache doch schon, oder?