Sockenpuppen; Sockenpuppen überall!

11. April 2013

toy story

Nicht nur in meinem eigenen betulichen kleinen Blog möchte man manchmal wetten, dass die Kommentatoren, die versuchen, dem Verfasser zu widersprechen, in Wahrheit nur dessen Marionetten sind, virtuelle Pappkameraden, die er aufbaut, um die Gegenseite schlecht dastehen zu lassen. Nach meiner Erfahrung ist diese Tendenz am staunenswertesten ausgeprägt, wenn es um Sexismus geht.

Stefan Niggemeier habe ich das jüngste Beispiel für diesen Effekt zu verdanken, der hier mal wieder in so unfassbarer Dummheit Deutlichkeit zu Tage tritt, dass ich schon überlegt habe, einfach mehr zu essen, damit ich irgendwann mal dick genug werde, dass ich es mit meinem Kopf nicht mehr auf die Tischplatte schaffe, denn das tut weh und ist auf Dauer bestimmt auch ungesund, aber ich schweife ab.

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Defending Twilight. Yes. Yes, you read that correctly. Yes. Yes, really. Yes, damnit now stop asking and start reading!

18. November 2012

And also yes, another English post. But not to worry, this is not necessarily a trend. It’s just because the original post I’m defending Twilight from is in English, because I feel like it and because I’m trying to lure the English-speaking fanbase of the books and movies onto my blog, and in the darkness bind them. Besides, it wouldn’t be fair to criticise someone in a language she (probably) doesn’t understand.

So, on with the defense. Why defend Twilight? Well. I stumbled upon this feminist critique by Sarah (who apparently gets critical on a regular basis, which I approve of) and enjoyed it very much, but I found some things I consider unfounded, and I’d like to point those out, because … Well I guess I’m just that kind of pedantic ass, and besides I love to defend stuff and people I disagree with, because it feels so damn righteous.

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Restebloggen am Sonntag (77)

6. November 2011
  1. Gerade bei Facebook irgendsoeine sonderbare Alternative gelesen: „RIP Arbeitslosigkeit. Vollbeschäftigung gelingt, wenn alle mitmachen“
    Solche Sprüche machen mich immer schmunzeln. So ziemlich alles gelingt, wenn alle mitmachen. Es machen nie alle mit. Vorhaben, die nur dann gelingen, wenn alle mitmachen, sind von Arsch.
  2. Sagt mal, ihr Vollpfosten vom „Allgemeinen Krankenversicherungsvergleich“ oder wie immer ihr euch das nächste Mal nennt, wenn ihr mich anruft, um mir einzureden, dass ich mit euch total viel Geld sparen kann: Welchen Sinn hat es, dass eure Mitarbeiter jedes Mal, aber auch wirklich jedes Mal, wenn ich mich deutlich und unmissverständlich mit meinem vollen Namen an meinem Mobiltelefon melde, das Gespräch mit dem Satz eröffnen: „Kann ich bitte mit Herrn Muriel Silberstreif sprechen?“ Ihr sprecht schon mit mir, ihr Dumpfnasen, das habe ich euch gerade eben gesagt! Wie saudämlich kann man sich eigentlich anstellen, wenn man jemandem was verkaufen will, ohne dass man durch die schiere Gewalt der eigenen Dummheit zerrissen wird?
  3. Zuerst wollte ich hier einen Diskussionsbeitrag von mir drüben bei Unwise Sheep veröffentlichen, aber dann hat meine gute alte Freundin Christina damit zusammenhängend, aber unter einem anderen Beitrag, einen Kommentar abgegeben, der so dermaßen den Vogel abschießt, dass nichts, was ich jemals schreiben werde, da auch nur annähernd heranreichen könnte. Sie hat mir leider nicht gestattet, ihn hierher zu übernehmen, deswegen müssen die, die es interessiert, sich rüber begeben und ihn dort lesen.
    (Den ursprünglichen Hauptpost sowie den Rest der Diskussion darunter zu lesen lohnt sich übrigens auch für alle Sammler christlicher Argumente und unglaubhafter „Seht mal, was für dumme Armleuchter Atheisten sind“-Anekdoten.)
  4. Boah. Wie konnte Valve jemals groß werden mit so einem Schund wie „Half-Life“ am Start? Ich kann immer noch nicht fassen, dass das dieselben Leute sind, die Portal gemacht haben. Das Spiel beginnt nicht nur mit einer gefühlten halben Stunde Langeweile, es macht auch danach einfach keinen Spaß. Wenn ich einen Raum betrete und dann ohne jede Vorwarnung oder Chance, auszuweichen, von einem umfallenden Schrank (!) erschlagen werde, dann mag das realistisch sein, aber deshalb noch lange kein gelungenes Designelement in einem Spiel.
  5. Liebes Internet:

    Wenn du unsere Preise schon kopierst, kopier‘ die 14.496 Mitarbeiter gleich mit.

    Die lustige Antwort auf Media Markts erbärmliches Plakat gibt es schon bei Alexander Kluge, deswegen bleibt mir nur noch die unlustige:
    Lieber MediaMarkt,
    das Internet kopiert deine Preise nicht, sondern unterbietet sie konsequent, und deine 14.996 Mitarbeiter sind ohne mir bekannte Ausnahme bei Bedarf nicht auffindbar, und wenn doch, dann sind sie entweder unwillig, mir zu helfen, oder unfähig, und meistens beides, deswegen nagel dir doch bitte eine Frikadelle an’s Knie und geh sterben, statt uns noch die Ohren vollzujammern. Bitte. Jetzt.

  6. Da Feminismus auch hier gerade en vogue ist, interessiert euch vielleicht eine kleine Vergewaltigungsdebatte, die ich drüben gerade mit Nicklas Vegas führe. Überhaupt ist sein Blog lesenswert.
  7. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der einzige Mann, für den ich das mit meiner Heterosexualität eventuell überdenken würde, einen Podcast hat? Gleefully Macabre. Vielleicht wollt ihr ja auch mal reinhören. Ich sag ja nur.

Anne Frankly, I did Nazi that coming

5. November 2011

Wer hier regelmäßig mitliest, wird vielleicht Probleme haben, mir das abzunehmen, aber versucht bitte, euch darauf einzulassen, ich meine es ehrlich: Es kommt sehr, sehr, sehr selten vor, dass ich etwas lese und dabei buchstäblich fassungslos bin ob der scheinbar übermenschlichen Arschlochhaftigkeit der Verfasser. Wirklich. Kürzlich war es aber doch mal wieder so weit.

Vorgeschichte: Wahrscheinlich wird das hier niemand mitbekommen haben, aber vor einer Weile begann unter den Atheisten im Netz ein Shitstorm mit dem saudummen Titel „Elevatorgate“. Im Juni (!) berichtete Skepchick Rebecca Watson in ihrem Blog von einem kleinen Erlebnis auf einer Konferenz. Offenbar plauderte sie dort Abends noch in der Bar recht lange mit anderen Teilnehmern, und als sie schließlich spät nachts in den Aufzug stieg, folgte ihr ein völlig Unbekannter und fragte im geschlossenen Aufzug, in dem sie mit ihm völlig allein war, ob sie noch auf einen Kaffee mit in sein Hotelzimmer kommen wollte. Sie wies darauf hin, dass das ein kleines bisschen creepy rüberkommen könnte, und dass man sowas als Mann deshalb eher nicht tun sollte. Kann man so oder so sehen, ist ja aber eigentlich offensichtlich harmlos.

Es entwickelte sich trotzdem eine Debatte darüber, in deren Verlauf auch unser aller Heiliger Vater Richard Dawkins sich bemüßigt fühlte, zu kommentieren, und zwar sinngemäß, dass Rebecca doch bitte still sein sollte, solange es ihr noch besser geht als den Frauen in muslimischen Ländern.

Damit hatten die Fäkalien nun wirklich den Ventilator getroffen, und eine Zeitlang gab es kaum ein englischsprachiges Atheisten-/Skeptikerblog, das sich nicht mit dem Thema befasste. Ich kam deshalb auch nicht umhin, es mitzubekommen, dachte aber, es wäre dann irgendwann eingeschlafen.

Umso überraschter war ich, dass es anscheinend Monate später immer noch lief, und dass insbesondere die Gegner Rebecca Watsons sich inzwischen in unfassbare Höhen der Selbstentwürdigung geschraubt hatten. Ich zitiere hier statt aller mal die Science-bloggerin Abbie Smith von ERV. Ihr Kommentar bezieht sich darauf, dass Dawkins, der sich für seinen dämlichen Kommentar nie entschuldigt hat, nun das Sponsoring für die Kinderbetreuung bei zukünftigen TAM-Treffen übernimmt.

ERV translation:

You all keep throwing your bordello parties and pajama parties and getting drunk all the time and acting like overall jackasses in the name of ’supporting women in skepticism‘. Im going to actually support everyone, including women, by providing childcare at future TAMs. *flipseveryoneoff*

The non-response this move has gotten, the stunned silence from the True Feminists mirrors that of the duped Evangelicals before. Stricken dumb by being too dumb to understand what just happened. Its hysterical.

[…]

Apparently this move has been in the works for a long time, with Camp Quest. Apparently before Twatson [!] fell down and threw a temper tantrum and demanded everyone kiss her invisible boo-boo.

She made her move. A rash decision.

Dawkins made his. Carefully planned for some time.

Check-mate.

Ich habe an diesem Tag noch eine ganze Weile mit offenem Mund dagesessen, ungläubig den Bullshit gelesen, den das  Team Dawkins von sich gibt und hin und wieder eine unflätige Beleidigung gemurmelt. Wow. Ich meine, ich weiß, willkommen im Internet und so, aber… Mir ist schlecht.

Und unsere deutschen Internetchristen meinen, eine Facebook-Seite mit teilweise nicht besonders lustigen Witzen wäre ein Armutszeugnis für Atheisten? Was werden sie wohl sagen, wenn sie die ganze Wahrheit über uns herausfinden?