Die Ambivalenz, die geistige Überlegenheit in sich trägt

13. Juni 2014

Frank Schirrmacher ist gestorben. Das ist, wie immer beim Tod eines Menschen, eine traurige Angelegenheit, und viele werden ihn sehr vermissen.

Ich eher nicht so.

Trotzdem werde ich es mir nach Kräften verkneifen, auf ihm herumzutrampeln, auch wenn das wenige, was ich von ihm gelesen habe, es mir nicht unbedingt erleichtert. Das soll aber jedenfalls heute nicht unser Thema sein. Ich kannte Frank Schirrmacher nicht und kann ihn deshalb nicht beurteilen, und habe nur zweieinhalb Artikel von ihm gelesen, und keines seiner Bücher. Und kann ihn deshalb nicht beurteilen. Ist rübergekommen, dass ich Frank Schirrmacher nicht beurteilen kann?

Was ich hingegen sehr wohl gelesen habe, und deshalb auch beurteilen kann (Echt jetzt. Ihr könnt mir vertrauen. Ich weiß, was ich beurteile.), sind ein paar Nachrufe auf Frank Schirrmacher, und ich finde, jemand sollte das tun, und warum nicht ich? Weil ich euch aber nicht mehr als nötig mit meiner Beckmesserei behelligen will, beginne ich erstmal mit einem davon, nämlich dem in der FAZ selbst, und dann schaumermal, ob Zugaben gefordert werden.

Vorweg: Es gibt da diesen Grundsatz „De mortuis nihil nisi bono“ [nicht], was so viel bedeutet wie dass über Tote niemand außer Bono reden sollte.

*Tusch*

Den Rest des Beitrags lesen »


Nicht ohne Ironie

4. November 2013

Die Debatte über den NSA-Skandal und den Datenschutz ist kaputt. Darüber habe ich schon öfter geschrieben, aber das soll mich nicht davon abhalten, es noch mal zu tun, denn wenn die Panikmacher und Datenschützer immer wieder den gleichen Quatsch wiederholen können, dann können die das schon lange. Deswegen spreche ich heute noch mal die beiden meiner Meinung nach wichtigsten und unerfreulichsten Mängel in ihrer Argumentation an.

Den Rest des Beitrags lesen »


a propos perfide Rhetorik

22. September 2012

Frank Schirrmacher hat eine Rede gehalten und uns dabei erklärt, welche Niedertracht sich in den Feinheiten scheinbar gut gemeinter Worte verstecken kann. Das macht er außergewöhnlich subtil, und um die Mühe anzuerkennen, die er sich damit offenbar gegeben hat, will ich mal schauen, wie viele Niederträchtigkeiten ich in seiner Rede finden kann. Ihr alle seid natürlich herzlich dazu eingeladen, mitzumachen. Wenn ihr mögt, dürft ihr das Ganze auch gern in die Meta-meta-Ebene heben, indem ihr in meinem eigenen Text nach rhetorischen Gaunereien sucht.

Weil es eine Rede anlässlich der Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille ist, beginnt Herr Schirrmacher mit einer Bemerkung zu Herrn Neuberger selbst:

Als emigrierter Jude gehörte er zu jener Gruppe der Verfolgten des Nationalsozialismus, die durch die pure Tatsache ihrer Rückkehr, was heute allzu leicht vergessen wird, diesem Land wieder eine moralische Chance gaben, eine Chance, die es in den Augen vieler so schnell nicht wieder verdient hatte.

Und hier, glaube ich, werdet ihr in meinem Text am ehesten fündig, denn hier bin ich mir selbst unsicher, ob ich Herrn Schirrmacher vielleicht zu Unrecht Niedertracht vorwerfe. Es ist nun einmal dünnes Eis, auf das man sich begibt, wenn man über dieses Thema redet. Aber ihr wisst ja, was Esel machen, wenn es ihnen zu wohl wird, also ans Werk:

Den Rest des Beitrags lesen »