Restebloggen (101)

24. November 2013
  1. Ho, ho ho! Ihr könnt euch sicher denken, dass so militante Atheisten wie ich mit Weihnachten nichts am Hut und deshalb keinen Bock haben auf irgendwelche Adventskalenderaktionen. Hier wird deshalb in den kommenden Wochen alles so weiter gehen wie immer, also mal mehr und mal weniger und meistens eher schlecht gelaunt.Aber weil das hier nicht nur ein atheistisches, sondern außerdem ein total serviceorientiertes Blog ist („Und immer an den Leser denken!“ ist natürlich das Mantra jeder überschaubare-Relevanz-Redaktionskonferenz.), dachte ich, ich weise euch mal darauf hin, dass da in einem eng verbundenen Blog gerade eine angekündigt wurde, die für alle von euch interessant sein dürfte, die Freude an meinen schriftstellerischen Handlungen haben. Ein Geschichtenfragmentadventskalender zum Mitmachen. Also ich finds schön.
  2. Ich habe zuletzt schon öfter überlegt, ob ich aufhöre, mir die TV-Folgen von Game One anzuehen, weil mir die letzten paar immer öfter ein bisschen „Meh“ vorkamen. Aber dann kam Folge 266, und ich fand, das geht schon wieder in die ganz ganz richtige Richtung und freute mich endlich mal wieder auf die nächste.
    Und dann kam Folge 267. Und glücklicherweise habe ich die mit Keoni zusammen gesehen, weil … Wow. Das ist das beste, mit weitem Abstand, was ich je im deutschen Fernsehen gesehen habe, und ich weiß, dass das kein dolles Kompliment ist, aber verdammt, was soll man sagen? Es ist egal, ob ihr euch für Videospiele interessiert. Es ist egal, ob ihr Game One mögt. (Na gut, wenn ihr schon vom Anblick des Logos Hautausschlag kriegt, wird euch das hier auch nicht gefallen, aber) Ihr müsst euch das ansehen. Das ist großes Fernsehen. Das ist Unterhaltung. So müsste das sein. Zum Beispiel in diesem öffentlich-rechtlichen Dings, das doch angeblich viel besser sein kann als das private, weil es nicht von Werbekunden und Einschaltquoten abhängig ist und so. Wenn die sowas regelmäßig machen würden, würde ich ihnen sogar ihre Zwangsgebühren verzeihen können. Und das ist ein dolles Kompliment. Also los.
  3. Ihr solltet unbedingt mal http://little-people.blogspot.ca/ besuchen, denn da findet ihr so Bilder wie dieses:

    [via zwischen den Stühlen]
  4. Und so ist also das Starbucks-Logo entstanden. Ich hatte mich schon öfter gefragt und muss jetzt rückblickend zugeben: Hätte man drauf kommen können.
  5. geistigkrank bloggt über seinen Ausstieg aus Jehovas Zeugen den Zeugen Jehovas. Sehr aufschlussreich nicht nur für alle, die sich für postregliöses Stresssyndrom interessieren. „Man musste ständig auf der Hut sein, die Gefahr drohte überall. Unter den BrüdernG und Schwestern kursierten die aberwitzigsten Geschichten. Irgendwer kannte immer irgendwen, der irgendetwas “spiritistisches” erlebt hatte. Ein Bruder habe sich ein Stephen King-Buch gekauft und Nachts habe das Licht geflackert. Im PredigtdienstG sei man im Haus einer Wahrsagerin gelandet und als man die Bibel aus der Tasche geholt habe, sei ein Wind durch die geschlossenen Räume gerauscht.“ Sehr lesenswert.
  6. Manchmal sitze ich ganz still und zufrieden da und beglückwünsche mich für meine Vernunft und Sparsamkeit, weil ich keine der neuen Spielkonsolen kaufen will. Dann fällt mir ein, was ich jeden Monat für mein Auto bezahle.
  7. Und cyanide and happiness ist natürlich auch immer sehr nett.


Restebloggen (95)

12. Juli 2013

Wir haben echt lange keine Reste mehr gebloggt. Einige davon sind deshalb jetzt schon etwas älter, aber das kennt ihr ja sowieso schon. Außerdem ist dies

  1. Wann wir dem siebten Sinn vertrauen können,
    sagt uns unser gesunder Menschenverstand.
    Und ich kenne Leute, die das lesen würden, und einfach nur zustimmend nicken. Es ist so furchtbar.
  2. Ihr wisst ja, dass ich Game One mag. Zusammen mit einer gewissen Nostalgie und Schadenfreude führt das dazu, dass dieser Kampf von Simon und Dennis gegen Another World mich ziemlich begeistert hat. Videospiele können so gemein sein.
  3. A propos Videospiele: 
    Falls es noch jemanden interessiert: Ich habe The Last of Us nun entnervt verschenkt. Blödes Ding, soll jemand anders mit Spaß haben, mir gelingt es jedenfalls nicht. Dafür finden Keoni und ich gerade The Unfinished Swan sehr gelungen. Und Trine kann ich ebenso wie die Fortsetzung Trine 2 jedem ans Herz legen. Das möglicherweise (optisch) schönste Spiel aller Zeiten.
  4. Noch mal Game One, aber diesmal nicht Videospiele. Triggerwarnung: Wer vom Tod eines Haustieres traumatisiert ist, sollte sich das vielleicht nicht ansehen. Ansonsten aber sehr schön bitterlustig:
  5. Ja, heute ist irgendwie Video-Restebloggen. Ich weiß auch nicht.

  6. Und der Prism-Skandal weitet sich aus. Anscheinend ist die NSA nicht der einzige Geheimdienst, der geheime Überwachungsprogramme unterhält. Wer hätte das ahnen können?
    Ganz ehrlich: Es fällt mir zunehmen schwer, bei dem Thema keinen Schaum vor dem Mund zu kriegen. Wie soll ich denn irgendeinem Menschen glauben, dass er nicht wusste, dass Geheimdienste heimlich Leute überwachen? Ja Himmel noch mal, was dachtet ihr denn, was die machen? Ach ja, klar, nur die Bösen, aber uns doch nicht. Boah.
  7. Das ist mir entgegen meiner sonstigen Gewohnheit einen Punkt 8 wert:
    Muriel is badass
    Thank you fichtenstein, happy birthday, we love you too!

Restebloggen (89)

7. April 2013
  1. „Hey, wäre es nicht cool, wenn unsere Kunden direkt aus Word heraus ein Dokument mailen könnten?“ „Ja, das klingt gut, aber achte bitte drauf, dass sie dann keinerlei Zugriff mehr auf Outlook oder Word haben, bis die Mail verschickt ist, okay?“ „Ähm … Was soll ich machen?“ „Aufpassen, dass Outlook und Word nicht nutzbar sind, solange das Fenster mit der Mail noch offen ist. Sprech ich Kroatisch?“ „Nee, schon klar, hab ich verstanden, aber warum denn?“ „Sorry, muss weg, dringendes Meeting!“ So oder ähnlich muss das Gespräch gelaufen sein.
  2. Ann Druyan spricht über den Tod ihres Ehemannes Carl Sagan. „Carl faced his death with unflagging courage & never sought refuge in illusions.“ Lie down. Try not to cry. Cry a lot.
  3. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde zurzeit Thea Gilmore total toll. Und die Idee, ein Neil-Gaiman-Album zu machen, ist natürlich auch grundsätzlich toll, ganz unabhängig davon, dass sie mit drauf ist.
  4. Ich verstehe diese Leute nicht, die mir auf gezielte Nachfrage sagen, alles sei in Ordnung und sie hätten auch keine Verbesserungsvorschläge, um dann zwei Tage später einen Personalcoach zu bitten, mich zu bitten, mit ihnen und ihrem Vorgesetzten mal ein Gespräch zu führen, weil sie dies, das und jenes nicht in Ordnung finden und diesen, jenen und den Verbesserungsvorschlag haben. Ich meine, wenn jemand sich gar nicht traut, sowas zu sagen, das ist schade, aber verständlich. Aber es vorzuziehen, die betroffenen Personen offen anzulügen und ihnen dann über Dritte doch mitzuteilen, was einen stört, mit dem Ziel, dann doch mit ihnen drüber zu sprechen, nur halt über den Umweg, vorher mal ein eventuell bestehendes Vertrauen zu beschädigen und sie ordentlich vor den Kopf zu stoßen, das ist in meinen Augen eine ganz merkwürdige Strategie. (Und ich rede hier nicht über einen cholerischen Vorgesetzen von den Dimensionen eines James Clark Duncan. Der Mann ähnelt in Auftreten und Optik einem archetypischen Kindergärtner. Heißen die so? Egal.)
  5. Wolf von Game One ist nicht mehr bei Game One, sondern hat – wie ist er bloß auf diese crazy Idee gekommen? – jetzt einen YouTube-Kanal mit dem etwas sonderbaren Namen Sexy Cripples, auf dem er mit seiner Frau zusammen (was wirklich eine gute Idee ist, ganz im Ernst, die ist nämlich toll) über Filme, Videospiele und sonstiges Gelöt redet. Ich mag ihn immer noch, aber die unfassbar schlechte Kommunikation mit den Fans macht mich staunen. Also, ja, ich würde an deren Stelle auch nicht mit meinen Fans reden wollen, denn die Game-One-Fans sind leider unfassbare Dooftrottel, man bekommt Kopfkrebs, wenn man da die Koommentare liest, aber trotzdem, die leben doch nun mal von diesem Abschaum, da kann man doch mal kurz einen Post schreiben, in dem sinngemäß steht: „Wolf ist nicht mehr bei uns, wir können leider nicht weiter ins Detail gehen, ihr findet ihn jetzt hier, wenn ihr mögt, wir wünschen ihm alles Gute mit seinem, naja, neuen, ähm… Projekt, oder so, und seinen Job macht jetzt in Zukunft einer dieser kleinen Spielzeugvögel, die automatisch aus einem Wasserglas trinken.“ bzw. „Hey, Leute, ich bin jetzt nicht mehr bei Game One, sondern hier, zu den Hintergründen kann ich leider nichts Genaues sagen, aber schaut mal, ich hab ein ganz tolles neues Projekt, mit dem ich … will, und von dem ihr … erwarten könnt, und außerdem gibt es … also kommt mit rüber und habt Spaß mit mir!“ Oder so. Tut doch nicht weh, und vielleicht ist dann auch nicht die Kommentarspalte hinter jedem Post voll mit „Wo ist Wolf?“ „Wie, ist der nicht mehr bei Game One?“ „Nee, der ist jetzt weg.“ „Was, Wolf ist weg, warum das denn?“ „Wo ist Wolf?“ „Ist der echt weg, stimmt das?“ „Wir wollen Wolf wieder haben!“
  6. Und weil das heute offenbar das Rant-Restebloggen ist: Ich bin es ja schon ziemlich leid, dass Leute, statt einfach meine Fragen zu beantworten, anfangen, dem zu widersprechen, wovon sie aus von außen schwer ersichtlichen Gründen glauben, dass ich es mit meinen Fragen aussagen will. Hoffentlich ist das kein Trend. Dass man sich nicht immer einigen kann, ist eine Sache, aber wenn man nicht mal drüber reden kann, wo und wie man eigentlich differiert, wird es albern.
  7. Gerade habe ich mit meinem neuen Lieblings-Cover-Designer darüber gesprochen, dass auch eine YouTube-Präsenz für einen aufstrebenden Schriftsteller nicht schlecht wäre, und wie man das machen sollte, da sehe ich diesen Buchtrailer für Das Sterben der Bilder
    Was haltet ihr von sowas?

Restebloggen (84)

13. März 2012
  1. Aus der facebook-Werbung:
    „Play Thirst of Night
    Buid a vampire civilisation, exterminate the human vermin“
    Moment mal. Da hat doch jemand nicht zu Ende gedacht.
  2. Ich hab noch nie was gewonnen! Und dann auf einmal: Sechs Tafeln Schokolade von Lindt&Sprüngli. Unglaublich! Und weil die mich gebeten haben, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen, mache ich das jetzt: Es waren die Sorten Weiße Schokolade Mandel, Haselnuss-Nougat und Orangen-Trüffel. Mandel schmeckt total großartig, Orangen-Trüffel so lala, und Haselnuss-Nougat eben wie weiße Schokolade mit Nougat. [Offenlegung: Ich habe diese Tafeln bei einem öffentlichen Facebook-Gewinnspiel-Dings gewonnen. Lindt&Sprüngli weiß nicht mal, dass ich ein Blog habe und hat mir außer diesen sechs Tafeln auch nichts weiter zukommen lassen. Weder ich noch einer meiner Angehörigen oder jemand, der sonst mit mir in einer Beziehung steht, arbeitet für Lindt&Sprüngli oder eine ihrer Tochtergesellschaften, soweit ich weiß. Mir wurden keinerlei Vorteile oder Vergünstigungen für diesen Beitrag in Aussicht gestellt und ich habe ihn eigenständig geschrieben. Lindt&Sprüngli hat mir keine Vorgaben gemacht und mich auch nicht um eine positive Bewertung gebeten. Ich habe keinerlei offene Verbindlichkeiten gegenüber Lindt&Sprüngli und habe auch sonst nichts mit ihnen zu tun, abgesehen davon, dass ich ihre Schokolade gern esse. Die Maître Chocolatier haben zu keiner Zeit Angehörige von mir entführt und ihr Leben, ihre Gesundheit oder sonstige Bedeutsame Rechtsgüter von Angehörigen von mir oder mir selbst bedroht, um mich zu einer positiven Beurteilung ihrer Produkte zu bewegen. Sie haben auch sonst keine Druckmittel gegen mich in der Hand. Insbesondere verfügen die Maître Chocolatier über keine vertraulichen Unterlagen von mir, haben keinen Einblick in meine Buchführung und sind auch nicht im Besitz von Nacktfotos meiner Person oder von Menschen, die mir in irgendeiner Weise nahe stehen. Ich befinde mich in diesem Moment nicht in der Gewalt der Maître Chocolatier und könnte diesen Käfig jederzeit verlassen, wenn ich wollte, und mich irgendwie von dieser riesigen Eisenkugel befreien könnte, die an meinem Knöchel angekettet ist. Hilfe.]
  3. Wer weiß, wie sehr ich Frau Käßmann schätze und verehre, wird nicht überrascht sein, dass mir dieser wenn auch kurze Beitrag von Recotard ein breites cremiges Grinsen bescherte: Ist im Angesicht der Käßmann Zuversicht und damit Leben möglich? Wie “ein junger Mann, der nach mehreren schweren Gehirnoperationen körperlich und geistig sehr beeinträchtigt ist”, für diesen Affirmationsdreck missbraucht wird, ist am 6. April um 13.05 Uhr zu sehen. Hey, wie wär’s eigentlich, wenn wir da ein Liveblog einplanen würden? Wir müssen ja nicht unbedingt über die Sendung reden.
  4. Und dass ich Game-One-Fan bin, ist gewiss auch kein Geheimnis, aber hier führt Wolf mal ein Spiel vor, das echt originell aussieht. In „I am alive“ müssen wir als einer der wenigen Überlebenden des Weltuntergangs böse Jungs mit einer nicht geladenen Waffe in Schach halten, bewaffneten Großmüttern ausweichen und mit begrenzter Ausdauer auf Trümmern herumklettern.
  5. Zu meinen vielen, vielen, vielen Guilty Pleasures gehören die Reviews von That Guy with the Glasses und Linkara. Letzterer hat den zusätzlichen Vorteil, Comics zu rezensieren, von denen ich bisher keine Ahnung habe, weil ich sie einfach nicht gern lese. So kann ich mir zumindest einreden, dass meine Zeit nicht ganz verschwendet ist, weil er mir hilft, meine Nerd Cred aufzustufen. Da blick ich sogar darüber hinweg, dass er sich gelegentlich zu seinem christlichen Glauben bekennt und darauf hinweist, dass er bestimmte Inhalte beleidigend findet. Hier spricht er zum Beispiel von dem ausgesprochen beunruhigenden Lady-Gaga-Comic, in dem eine nicht mehr ganz junge Bürodrohne ihr nicht mehr ganz gesunde liebe zu Lady Gaga, ihrer Musik und ein paar anderen Dingen entdeckt. Sehr nett ist auch diese Besprechung des PSA-Comics, in dem ein Haufen Lehrer mit Ausrüstung aus einem Büroladen die Fantastischen Vier und Spiderman retten.
  6. Ich liebe ja ganz aufrichtig so Internetreviews wie die gerade von Linkara. Aber sogar für mich hört es auf, wenn die audiokommentierte Versionen ihrer Reviews hochladen. Und ich habe wirklich keine besonders hohen Standards, was meine Unterhaltung angeht. Aber sag mal… ein Audiokommentar zu einer Rezension? Was zum…?
  7. Wichtige Lektion:
    Never Underestimate The Power Of Stupid People In Large Groups

Viel zu langes Restebloggen (73)

10. September 2011
  1. Nur noch mal für’s Protokoll: An Wahlen teilzunehmen, ist völlig in Ordnung, und Nichtwählen aus Protest ist ziemlich idiotisch, aber lasse sich niemand einreden, er wäre moralisch irgendwie verpflichtet, seine Stimme bei der morgigen Wahl abzugeben. Insbesondere denen unter meinen Lesern, die gar nicht in Niedersachsen wohnen, kann ich sogar nur emphatisch abraten. Aber das ist wieder was anderes. Jedenfalls wird die Behauptung, jede nicht abgegebene Stimme sei eine für die Extremisten, durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer, sondern nur lästiger.
  2. Kürzlich erzählte mir Herr S, den ich eigentlich nicht mal näher kenne, eine ganz fürchterliche Geschichte, mit der er so dermaßen viel von meinem Mitgefühl hat, dass ich fast hier öffentlich dazu aufrufen würde, seine Produkte zu kaufen und ihn nach Kräften zu unterstützen, aber ich vermute, dass es ihm ohnehin lieber ist, wenn ich ihn nicht namentlich nenne. Er betrieb ein schwunghaftes kleines Geschäft mit einem Partner zusammen, und alle Beteiligten waren zufrieden, bis sein Partner die Freuden von Amway entdeckte. Die Zufriedenheit der Beteiligten ging rapide zurück, als zunächst Lieferanten und dann Kunden sich an Herrn S wandten und ihn fragten, was sein Partner sich wohl dabei dachte, bei Besprechungen plötzlich seinen Musterkoffer auszupacken, um zu versuchen, ihnen Bügeleisen und Zahncreme anzudrehen, und sie zu überzeugen, auch gleich ihre Freunde und Bekannten davon zu überzeugen, dass nur Amway-Bügeleisen und Zahncremde gute Bügeleisen und Zahncreme sind. Als dann schließlich eine Mitarbeiterin tränenüberströmt vor S erschien, weil sein Partner ihr unter Ausnutzung seiner Arbeitgeberposition einen Haufen Zeug aufgeschwatzt hatte, den sie gar nicht brauchte, und auch sie aufgefordert hatte, noch weitere Kunden für besagtes Zeug zu finden, wusste er, dass es an der Zeit war, ihm seinen Gesellschafsanteil abzukaufen, koste es, was es wolle.
    Ein Albtraum, wenn vorher völlig normale Leute plötzlich anfangen, mit solcher Leidenschaft an ihrem eigenen Untergang zu arbeiten. Man darf gar nicht drüber nachdenken.
  3. Falls jemandem noch nicht aufgefallen ist, dass ich ein heulender Stefanowitsch-Fanboy bin, verlinke ich jetzt gefühlt zum fünften Mal in Folge einen Beitrag von ihm:
    Die Japaner haben kein Wort für Tsunami.
    Hochwasser ist ein Begriff der deutschen Sprache und heißt verharmlosend „hohes Wasser“. Im Land der Dichter und Denker gibt es kein Wort für die mörderische Wucht eines reißenden Flusses, der über seine Ufer getreten ist, überhaupt kaum Begriffe für Katastrophen. Die Mentalität verlangt, auch das Brutale der Natur zu verharmlosen.
  4. Donny verrät, was hot ist, und was not. Mir gefällt besonders ihr letzter Hot-Vorschlag:
    Falsche iPhone-Autokorrekturen in den alltäglichen Sprachgebrauch integrieren. Es ist schon erreichung, dass man seinen Kriegsteilnehmer verstehen sollte. Kinzig wird’s, wenn man Langend Provinz aus der Skihütte mitbringen soll. Manchmal Mussolini dann ein bisschen darüber nachdenken, was für eine Ehepaar von der Akut da gemeint war.
  5. Nachdem ich die schiere Menge an Programmierfehlern, Halbgarem und Bedienerunfreundlichkeit nicht länger ertragen wollte und unser IT-Experte mich ermutigt hatte, es doch mal zu versuchen, habe ich in der letzten Woche schließlich mein HTC HD2 mit einem Magloader geflasht und zunächst Windows Mobile 7 draufgespielt. Nach kurzer Zeit erkannte ich, dass wir keine Freunde werden und flashte Android. Es war Liebe auf den ersten Blick, und sollte jemand von euch sich noch mit Windows Mobile 6.5 rumquälen, solltet ihr es mir unbedingt gleichtun. Es ist eine Offenbarung. Aber wahrscheinlich war ich ohnehin der letzte 6.5-Nutzer auf der ganzen Welt. Mr. Gates, Sie können dann das Licht ausmachen.
  6. Über die wundervolle GameOne-Kategorie „Eine Stunde mit“ habe ich das nicht so besonders hochwertig aber sehr kreativ produzierte Spiel „Deadly Premonition“ kennengelernt. Von dem eigenartigen Charme des Spiels anscheinend ähnlich bezaubert wie ich, entschieden Wolf und Chris, eine neue Kategorie einzuführen: „Knallhart durchgenommen„. Wie der Name schon sagt, spielen die beiden „Deadly Premonition“ also von Anfang bis Ende durch, und wir dürfen zusehen.

    (Unnötig ausführliche Erklärung für die unnötig kritischen Leser: Das Video ist von YouTube, weil bei GameOne aufgrund der FSK die Videos nur zwischen 220:00 Uhr und 06:00 Uhr zu sehen sind und einige auch nicht funktionieren und ich nicht weiß, wie ich deren Videos hier einbinden könnte. Am Anfang erscheint das „Eine Stunde mit“-Intro, weil es bei den ersten paar Videos eben die andere Kategorie noch nicht gab, und Wolf taucht nur mal kurz auf, weil er erst beim zweiten richtig einsteigt. Es ist keine ganze Stunde, weil… Ach, das will doch eh keiner wissen.)
    Wer Twin Peaks mochte, sollte Deadly Premonition genauso lieben wie ich.
    Da die Steuerung des Spiels aus der Hölle ist (Wenn ich für jedes Mal, das Chris oder Wolf das in den Videos sagen, einen Cent bekommen würde, hätte ich bestimmt schon zwei oder drei Euro.), entgeht euch nichts, wenn ihr euch nur die Videos anseht, aber falls ihr die Entwickler unterstützen und in Zukunft mehr und bessere derartige Spiele wollt, oder falls ihr einfach lieber selbst spielt, dann kauft doch. Ist billig. Echt. Also los. Bestellen. Jetzt. Ich hab auch eins, obwohl ich’s nicht spiele. Isch schwör.

Restebloggen zum Wochenende (5)

30. August 2009
  1. Seit ich vorgestern diesen Artikel geschrieben habe, beherrschen Fragen nach dicken Babys und Radiosendern meine Google-Liste. Nahezu alles andere ist auf die (nicht sichtbaren) hinteren Plätze verdrängt. Das ist aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ich derzeit der einzige bin, der auf diese Fragen, nun ja, keine Antworten, aber doch immerhin etwas Themenaffines liefert.
  2. Gestern fand die Geburtstagsfeier eines guten Freundes statt. Es war schön, aber es gab auch Anlass zur Trauer. Mein Nokia E71, das mich immer treu begleitet hat und oft genug auch zum Kommentieren und Verfassen von Blogeinträgen dienen musste, wenn der PC nicht bereit stand, ist beim Extrem-Sackhüpfen in eine Spülwasser-Pfütze gefallen und mit Wasser vollgelaufen. Unfassbarerweise geht es inzwischen wieder, nachdem es komplett getrocknet ist. Nur das Display ist ein bisschen bunter und schwerer lesbar geworden. Ich rechne aber doch damit, dass ich es über kurz oder lang ersetzen müssen werde.
    Leider bin ich komplett ahnungslos, was jetzt der Nachfolger werden soll. Für Hinweise in den Kommentaren bin ich sehr dankbar, bitte beachtet aber: Ich. Will. Kein [rpt: kein]. Iphone.
  3. Ich habe auf dieser Party aber auch etwas gewonnen: Die Erfahrung, skandinavischen Gammelfisch gegessen zu haben. Der kommt in so einer Dose wie hier auf dem Bild, die sich deutlich nach außen wölbt.
    Surströmming
    Beim Öffnen sprüht sehr druckvoll ein gräulicher Nebel heraus, dessen miasmatischer Odem einige Sekunden braucht, um sich bis zu den Zuschauern auszudehnen, die klugerweise weit genug weg standen, um nicht direkt angesprüht zu werden. Der Gestank ist ziemlich atemberaubend, fauler Fisch eben, und bietet eine ziemlich umfassende Vorschau auf den zu erwartenden Geschmack. Falls ihr die Beschreibung oben geklickt habt: Lasst euch nicht täuschen. Sauer ist der Kram überhaupt nicht. Wenn man überhaupt einen zivilisierten Geschmack erkennen konnte, war er salzig. Das faulige Aroma ist längst aus meinem Mund gespült. Aber die Erinnerung behalte ich mein Leben lang.
  4. Wer mitbekommen hat, wie seine politischen Gegner Obamas Pläne zu einer Gesundheitsreform mit hysterischem Weltuntergangsgeschrei begleiten, kann vielleicht mit mir über dieses Bild lachen:
    Healthraiser
    Ein Video gibt’s dazu auch.
  5. Ich habe eine klare Meinung dazu, welches die bestmoderierte deutsche Fernsehsendung ist, und ich lasse darüber auch nicht mit mir verhandeln. Es ist „Game One“ auf MTV (Früher gab es unter dem Link auch mal die Videos zum Anschauen. Leider nicht mehr.), und wer sie noch nicht kennt oder meint, sie ginge ihn nichts an, weil er sich nicht für Videospiele interessiert, der sollte das unbedingt nochmal überdenken. Für alle, die dem bewegten Bild gar nichts abgewinnen können, gibt es noch die zugehörige Kolumne. Die ist auch Pflicht.
  6. Hello, I’m a Mac. Genial, insbesondere der Netzwerkdrucker im letzten Panel ist zum Schreien.
  7. Ab und zu habe ich mich ja hier schon ein bisschen über den Wahlkampf lustig gemacht. In der FAZ habe ich nun vor kurzem einen Beitrag dazu gefunden, der ein paar umwerfende Exponate vorstellt.
  8. Lange nicht mehr richtig über Springer geärgert? Dann wird’s mal wieder Zeit!