Das Ziel der Evolution

25. Dezember 2018

Sicher habt ihr alle vom Fall dieses Spiegel-Journalisten gehört, dessen Name schon so ausgedacht klingt. Sicher habt ihr euch auch schon gedacht, dass ich den Fall gar nicht besonders beeindruckend finde, und eigentlich aus meiner Sicht eine andere Erkenntnis als die, dass seine Texte teilweise erfunden waren, viel wichtiger wäre, nämlich dass es völlig egal ist.

Aber gerade weil das Thema schon bei allen angekommen ist, rede ich heute mal wieder über ein anderes Symptom journalistischer Wurstigkeit, diesmal am Beispiel der Süddeutschen Zeitung und Kathrin Zinkants faszinierenden Beitrags

Der Mensch steht an der Schwelle eines neuen Zeitalters


So als Alternative zu all dem Weihnachtskram, der uns ansonsten gerade von allen Seiten bedrängt, doch vielleicht ganz nett.

Kommt jemand mit?

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Es wird Zeit, dass die Ethik die Klappe zu macht.

4. August 2017

[Ja, ich bin noch da. Ja, ich merke, dass hier sonst niemand mehr ist. Nein, ich akzeptiere nicht, dass Blogs tot sind. Laden auf 360Joule, weg vom Tisch!]

Alle sind sie ganz aufgeregt, diese komischen Meinungsjournalisten, die (teilweise oder ganz) davon leben, unfundiertes, aber möglichst schmissig formuliertes Geblubber in Print- und Onlinerepräsentationen von sich zu geben. Aufgeregt sind sie, weil amerikanische Forscher herausgefunden haben, dass es geschafft haben, in diversen Embryonen eine schädliche Mutation mittels CRISPR-Cas9 zu beseitigen, ohne dabei (soweit wir wissen) irgendwelchen Kollateralschaden zu verursachen. Oder anders: Sie konnten eine Erbkrankheit heilen, bzw. ihr Entstehen verhindern.

Das könnte man für einen Anlass zur Freude halten, aber dann kennte man die Neigungen dieser Art von Journalismus schlecht.

Damit wird es schwieriger werden, der generationsübergreifenden Veränderung des Erbguts auf Dauer eine Absage zu erteilen.

fällt zum Beispiel Hildegard Kaulen für faz.net erst mal ein. Dieses Problem ist mir übrigens auch schon aufgefallen. Eventuell kennt ihr es auch: Je besser etwas funktioniert, desto weniger Argumente hat man dagegen. Tückischer Effekt, das, und sehr ärgerlich. Wenn man gerne ohne guten Grund gegen Dinge sein will.

Ohne guten Grund? Ja. Oder findet ihr einen? Ich hab den Artikel drei mal gelesen und keinen Grund gefunden. Nicht mal einen schlechten. Nur die nackte Forderung:

Die sicherheitsrelevanten Vorbehalte sind nun geringer geworden. Es ist Zeit, dass sich die Ethik zu Wort meldet.

Und solche Kommentare finden sich gerade zuhauf.

Und ich verstehs nicht. Wenn Ethik für diese Leute das ist, was uns hilft, ein Verbot von Sachen zu rechtfertigen, wenn uns alle vernünftigen Argumente ausgegangen sind, dann meinen sie damit was ganz anderes als ich. Und dann soll das bitte die Klappe halten und andere Leute nicht von ihrer Arbeit abhalten.